In dieser Arbeit wird die Machtposition Edward Snowdens durch die Enthüllungen und den Besitz von geheimen Dokumenten der NSA anhand machttheoretischer Überlegungen von Friedrich Nietzsche und Heinrich Popitz analysiert. Es wird ausschließlich die Macht gegenüber der US-amerikanischen Öffentlichkeit nach seinen ersten Enthüllungen im Juni 2013 betrachtet. Diese Arbeit zeigt, dass Edward Snowden durch eine neu etablierte Wahrheit und einen monopolistischen Zugang zu geheimen Informationen seine Macht etablieren sowie stabilisieren kann. Gleichzeitig wird gezeigt, dass seine Macht zeitlich und sachlich durch die datensetzende Macht der NSA beschränkt ist.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Thematische Einführung
2.1 Edward Snowdens Blickwinkel
2.2 Der Blickwinkel der NSA
3 Analyse durch die machttheoretische Position Friedrich Nietzsches
4 Analyse durch die machttheoretische Position Henrich Popitz
5 Die Machtposition Edward Snowdens
6 Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht die Machtposition von Edward Snowden gegenüber der US-amerikanischen Öffentlichkeit nach den Enthüllungen im Juni 2013, basierend auf den machttheoretischen Überlegungen von Friedrich Nietzsche und Heinrich Popitz. Es wird die Forschungsfrage beantwortet, wie Snowden durch das Wissen über geheime Dokumente Macht ausübt und inwiefern diese zeitlich sowie sachlich begrenzt ist.
- Analyse der Macht aus machttheoretischer Sicht von Friedrich Nietzsche (Wahrheit als Wille zur Macht)
- Untersuchung der Machtetablierung und -stabilisierung durch Heinrich Popitz (Informationsmonopol und Staffelung)
- Betrachtung des Machtgegensatzes zwischen Edward Snowden und der National Security Agency (NSA)
- Diskussion über die zeitliche Begrenztheit der durch Enthüllungen gewonnenen Macht
Auszug aus dem Buch
3 Analyse durch die machttheoretische Position Friedrich Nietzsches
Die Enthüllungen von Edward Snowden stellen sich in jeglicher Weise gegen die bisher herrschende Praxis und Meinung der NSA. Wie in der Einführung in die Thematik gezeigt wurde, behauptete Edward Snowden, dass die NSA ihre Kompetenzen überging und die amerikanische Öffentlichkeit davon nichts wusste (Snowden, 2014). Seine These ist demnach, dass die Öffentlichkeit Diskurse über die Form von Überwachung haben muss (Snowden, 2014). Die Gegenposition der NSA wurde im ersten Teil ausführlich dargelegt. Etabliert man nun die Rhetorik Nietzsches, lässt sich von gegensätzlichen Wahrheiten sprechen. Nietzsche behauptet, dass Wertsetzungen, welche über eine Zeit herrschend geworden sind, Wahrheiten genannt werden (Nietzsche, 1886/1999, S.144). Folglich existieren nach seinem Verständnis keine absoluten sondern nur relative Wahrheiten, welche zusätzlich um ihre Existenz konkurrieren. Dies ist abzuleiten aus der folgenden Behauptung. Nietzsche erklärt, dass mit schöpferischer Hand nach der Zukunft gegriffen wird und dass dafür alles was war und ist als Mittel nutzbar gemacht wird (Nietzsche, 1886/1999, S. 145). Er verwendet in diesem Kontext den Begriff des Hammers (Nietzsche, 1886/1999, S. 145). Es wird deutlich, dass alte und neue Wahrheiten gegeneinander konkurrieren und sich gegenseitig verdrängen. Gerade der Begriff des Hammers ist hier zentral, da dieser voraussetzt, dass vorher geltende Wahrheiten zerstört werden. So benutzt Edward Snowden hier sinnbildlich den Hammer und zerstört die bisher geltende Wahrheit der NSA, dass es eine globale, ständige und vor allem geheime Überwachung geben muss. Der Hammer selbst waren die Publikationen im Juni 2013, wo in nur zwei Tagen die bisher medial weniger bekannte NSA in das Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt, und die bisherige Wahrheit hinterfragt wurde. Allerdings ist später noch zu fragen, ob die vorher herrschende Wahrheit tatsächlich mit einer neuen Wahrheit ersetzt wurde, oder ob beide noch um die Existenz konkurrieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfrage zur Machtposition Edward Snowdens unter Berücksichtigung der theoretischen Rahmenbedingungen von Nietzsche und Popitz.
2 Thematische Einführung: Darlegung der unterschiedlichen Perspektiven von Edward Snowden und der NSA auf die Enthüllungen und deren Legitimation.
2.1 Edward Snowdens Blickwinkel: Zusammenfassung der wichtigsten Enthüllungen über Programme wie PRISM und die Motivation für Snowdens Handeln.
2.2 Der Blickwinkel der NSA: Darstellung der offiziellen Argumentation der NSA zur Rechtmäßigkeit ihrer Praktiken und zur Kritik an Snowdens Vorgehen.
3 Analyse durch die machttheoretische Position Friedrich Nietzsches: Untersuchung der Enthüllungen als Etablierung einer neuen Wahrheit, die mit der bisher herrschenden Wahrheit der NSA konkurriert.
4 Analyse durch die machttheoretische Position Henrich Popitz: Analyse von Snowdens Macht durch die Bildung eines Informationsmonopols und dessen Stabilisierung durch eine Staffelung in der Beziehung zum Machtzentrum.
5 Die Machtposition Edward Snowdens: Synthese der Ergebnisse, die eine machttheoretisch fundierte, aber zeitlich begrenzte Machtposition Snowdens gegenüber der NSA aufzeigt.
6 Schluss: Zusammenfassung der Kernerkenntnisse und Ausblick auf die Notwendigkeit weiterer Forschung hinsichtlich der Konsequenzen für die Überwachungspolitik.
Schlüsselwörter
Edward Snowden, NSA, Machttheorie, Friedrich Nietzsche, Heinrich Popitz, Enthüllungen, Whistleblower, Überwachung, Wahrheit, Informationsmonopol, USA, Digitalisierung, Privatsphäre, Demokratie, Diskurs
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Machtposition, die Edward Snowden durch seine Enthüllungen geheimer NSA-Dokumente gegenüber der amerikanischen Öffentlichkeit ausgeübt hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die machttheoretischen Ansätze von Friedrich Nietzsche (Wille zur Wahrheit) und Heinrich Popitz (Machtetablierung durch Informationsmonopole) im Kontext der Geheimdienstüberwachung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, welche Macht Edward Snowden durch den Besitz und die Veröffentlichung geheimer Informationen auf die US-amerikanische Öffentlichkeit ausübt, und die These zu prüfen, dass diese Macht zeitlich begrenzt ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine machttheoretische Analyse, indem sie die Konzepte von Nietzsche und Popitz auf die reale Situation der Snowden-Enthüllungen anwendet und in ein Systemtheorie-Modell nach Luhmann einordnet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine thematische Einführung, eine machttheoretische Analyse anhand von Nietzsche und Popitz sowie eine abschließende Bewertung der Machtposition Snowdens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Snowden, NSA, Machttheorie, Überwachung, Informationsmonopol und Wahrheit charakterisiert.
Warum wird Edward Snowden im Kontext von Nietzsche als Philosoph bezeichnet?
In der Arbeit wird argumentiert, dass Snowden im Sinne Nietzsches als Philosoph agiert, da er die bestehende Wahrheit der NSA kritisiert und als "Gesetzgeber" eine neue Wahrheit über demokratische Überwachung etabliert.
Wie stabilisiert Snowden laut Popitz seine Macht?
Snowden stabilisiert seine Macht laut Popitz durch die Bildung eines Informationsmonopols und eine Staffelung der Beziehung zum Machtzentrum, etwa durch die exklusive Zusammenarbeit mit ausgewählten Journalisten.
Warum ist die Macht von Snowden laut der Arbeit nur begrenzt?
Die Macht ist begrenzt, da die NSA als "datensetzende Macht" weiterhin über die technologischen Strukturen verfügt und Snowdens Macht an seine Enthüllungen sowie die Dynamik öffentlicher Diskurse gebunden ist, welche auf Dauer instabil sind.
- Arbeit zitieren
- Konrad Eilers (Autor:in), 2014, Die Macht von Edward Snowden über die US-amerikanische Öffentlichkeit, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/286124