Mit dem Zusammenbruch des sozialistischen Systems und der Wiedervereinigung setzte sich der Ausbau der internationalen Handelsverflechtungen mit erhöhter Dynamik fort. In Folge dessen wuchsen die Importe und Exporte deutlich schneller als die deutsche Wirtschaft insgesamt, was zu einer Erhöhung der Außenhandelsorientierung der Bundesrepublik Deutschland führte. Überdies weitete sich der Außenhandelsüberschuss, also die Differenz von Exporten und Importen, massiv aus. Beide Aspekte, die deutsche Außenhandelsabhängigkeit und die bestehenden Handelsbilanzungleichgewichte, sind gerade heute vermehrt Gegenstand von Diskussionen und Kritik.
Wie die vorliegende Arbeit zeigen wird, sank trotz Ausweitung der Außenhandelsorientierung der Anteil Deutschlands und anderer etablierter Handelsnationen am Welthandel, da aufstrebende Ökonomien in wachsendem Maß am internationalen Güterverkehr partizipierten. In Folge dessen änderte sich auch die Bedeutung einzelner Handelspartner für die Bundesrepublik.
Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die wesentlichen Trends des deutschen Außenhandels seit Anfang der 1990er Jahre zu geben.
Dazu wird zunächst die nominale Entwicklung des deutschen Außenhandels untersucht und diese auf Mengen- bzw. Preisveränderungen zurückgeführt. Anschließend wird gezeigt, wie sich die Bedeutung des Außenhandels für die deutsche Wertschöpfung im betrachteten Zeitraum entwickelte. Im nächsten Schritt erfolgt eine Einordnung des deutschen Außenhandels in den internationalen Kontext. Zunächst wird die relative Bedeutung Deutschlands anhand des Anteils an den weltweiten Warenausfuhren bzw. -einfuhren dargestellt. Weitergehend wird die Exportperformance als alternative Möglichkeit zur Bestimmung des Marktanteils und zur Hervorhebung des Einflusses der Energiepreise herangezogen.
Den Schwerpunkt der Arbeit bildet die Untersuchung der Bedeutung einzelner Länder und Ländergruppen für den deutschen Außenhandel. Dazu wird die Zusammensetzung der Gruppe der wichtigsten Handelspartner Deutschlands im Zeitablauf betrachtet. Ausgehend davon erfolgt eine Beschreibung der Entwicklung des deutschen Außenhandels mit wichtigen Ländergruppen, Untergruppen und einzelnen Staaten.
Die Schlussbetrachtung skizziert einige Entwicklungen des deutschen Außenhandels seit dem Jahr 2010. Des Weiteren erfolgt eine kritische Betrachtung der Erhebungsmethodik in der Außenhandelsstatistik.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Gesamtentwicklung
2.1 Betrachtung der nominalen Werte
2.2 Betrachtung der Mengen und Preise
2.2.1 Methodik
2.2.2 Der Zeitraum von 1991 bis 1999
2.2.3 Der Zeitraum von 1999 bis 2005
2.2.4 Der Zeitraum von 2005 bis 2010
3 Deutscher Außenhandel und Bruttoinlandsprodukt
3.1 Außenhandels- und BIP-Wachstum
3.2 Exportquote und Importquote
3.2.1 Methodik
3.2.2 Entwicklung
3.2.3 Internationaler Vergleich und Implikationen
3.3 Offenheitsgrad
3.4 Außenhandelssaldo und Wirtschaftsleistung
3.5 Beitrag des Außenhandels zum Wachstum
4 Internationaler Kontext
4.1 Deutschlands Rang unter den Exportnationen
4.2 Exkurs: Der Einfluss von Wechselkursänderungen
4.3 Der deutsche Export je Einwohner
4.4 Deutschlands Rang unter den Importnationen
4.5 Exportperformance
4.5.1 Zweck und Methodik
4.5.2 Die Entwicklung von 1995 bis 2000
4.5.3 Die Entwicklung von 2000 bis 2010
5 Regionale Entwicklung
5.1 Überblick
5.1.1 Ländergruppen
5.1.2 Die wichtigsten Exportdestinationen
5.1.3 Die wichtigsten Importursprungsländer
5.2 Europa
5.2.1 Die EU-15-Staaten
5.2.2 Neue EU-Mitgliedsstaaten
5.2.3 Nicht-EU-Mitgliedsstaaten
5.3 Asien
5.3.1 Japan
5.3.2 Volksrepublik China
5.3.3 Weitere wichtige asiatische Handelspartner
5.3.4 Außenhandelssaldo
5.4 Amerika
5.5 Diversifizierung
6 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die strukturelle Entwicklung der deutschen Importe und Exporte im Zeitraum von 1991 bis 2010. Das primäre Ziel ist es, die wesentlichen Trends des deutschen Außenhandels im Kontext der zunehmenden Globalisierung und weltwirtschaftlicher Ereignisse aufzuzeigen sowie die veränderten Bedeutungen einzelner Handelspartner für die deutsche Volkswirtschaft herauszuarbeiten.
- Analyse der Gesamtentwicklung der nominalen Außenhandelswerte
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Außenhandel und Bruttoinlandsprodukt (BIP)
- Einordnung Deutschlands in den internationalen Kontext der Exportnationen
- Detaillierte Betrachtung der regionalen Entwicklungen und wichtiger Handelsregionen
- Untersuchung des Einflusses von Wechselkursänderungen und Rohstoffpreisen
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Methodik
Die Entwicklung der nominalen, das heißt tatsächlichen Ausfuhr- bzw. Einfuhrwerte wird sowohl von Mengenänderungen, als auch von Preisschwankungen beeinflusst. Folglich vermittelt sie für sich betrachtet noch keine nützlichen Erkenntnisse über die eigentliche Bewegung der ein- und ausgeführten Mengen einerseits und der Durchschnittswerte (Preise) andererseits. Da die Kenntnis dieser beiden Entwicklungen allerdings von einiger Bedeutung für die Beurteilung der Entwicklung des Außenhandels ist, folgt an dieser Stelle eine separate Betrachtung der Mengen- und Preisentwicklung im Außenhandel. Im einfachsten Fall könnte eine solche Untersuchung anhand der im Außenhandel bewegten Massen (in Tonnen) erfolgen. Allerdings wäre eine Summierung aufgrund der Inhomogenität der gehandelten Waren nicht sinnvoll, da Güter mit einem hohen Stückgewicht das Gesamtergebnis dadurch entscheidend beeinflussen können, dass sie die Mengenbewegungen höherwertiger, aber leichterer Gütergruppen überdecken. Dies wäre beispielsweise bei Blei und Kaviar der Fall. Aus diesem Grund berechnet das Statistische Bundesamt in regelmäßigen Abständen Volumen- und Preisindizes.
Der Volumenindex (nach Laspeyres) stellt das Ein- bzw. Ausfuhrvolumen in Preisen eines Basisjahres dar. Er spiegelt folglich die von Durchschnittswertveränderungen (Preisveränderungen) bereinigte Außenhandelsentwicklung wider.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die globalen Entwicklungen des deutschen Außenhandels seit der Wiedervereinigung ein und definiert das Untersuchungsziel sowie den methodischen Rahmen der Arbeit.
2 Die Gesamtentwicklung: In diesem Kapitel wird die nominale Entwicklung von Exporten und Importen dargestellt und die Notwendigkeit von Mengen- und Preisindizes für eine tiefergehende Analyse erläutert.
3 Deutscher Außenhandel und Bruttoinlandsprodukt: Hier wird das Verhältnis zwischen Außenhandel und BIP untersucht, um die wachsende Bedeutung des Außenhandels für die inländische Wertschöpfung sowie dessen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum zu bewerten.
4 Internationaler Kontext: Dieses Kapitel ordnet Deutschlands Position im Welthandel ein und analysiert die Exportperformance sowie den Einfluss externer Faktoren wie Wechselkursveränderungen.
5 Regionale Entwicklung: Der Schwerpunkt dieses Kapitels liegt auf der Bedeutung einzelner Länder und Ländergruppen für den deutschen Außenhandel und der regionalen Diversifizierung der Warenströme.
6 Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und skizziert die Entwicklung des deutschen Außenhandels über das Jahr 2010 hinaus.
Schlüsselwörter
Außenhandel, Export, Import, Bruttoinlandsprodukt, Außenhandelsquote, Welthandel, Globalisierung, Exportperformance, Exportweltmeister, Europäische Union, BRIC-Staaten, Warenhandel, Warenströme, Konjunktur, Wirtschaftswachstum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der Exporte und Importe der Bundesrepublik Deutschland im Zeitraum von 1991 bis 2010.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?
Zentrale Themen sind die nominale Gesamtentwicklung des Außenhandels, die Korrelation mit dem BIP, die Position Deutschlands im globalen Vergleich sowie die regionalen Verschiebungen im Außenhandel.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, einen Überblick über wesentliche Trends im deutschen Außenhandel zu geben und zu zeigen, wie sich die Bedeutung von Handelspartnern und die deutsche Außenhandelsorientierung in diesem Zeitraum gewandelt haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin verwendet eine deskriptive Datenanalyse, gestützt auf offizielle Daten des Statistischen Bundesamts sowie internationale Datenbanken (WTO, Weltbank), und nutzt Preis- und Volumenindizes sowie Kennzahlen zur Exportperformance.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Gesamtentwicklung, die Untersuchung des Außenhandels im Verhältnis zum BIP, eine internationale Einordnung sowie eine detaillierte regionale Analyse der Handelspartner.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Außenhandel, Export, Import, Exportweltmeister, Globalisierung und BIP sind die prägenden Begriffe.
Warum spielt die Wiedervereinigung für die Datenbasis eine Rolle?
Das Jahr 1991 dient als Ausgangspunkt, da erst ab diesem Zeitpunkt detaillierte und vergleichbare Außenhandelsdaten für das wiedervereinigte Deutschland vorliegen.
Welche Rolle spielen Rohstoffpreise für die Exportperformance?
Insbesondere Rohölpreise beeinflussen die Exportperformance, da sie durch preisunelastische Nachfrage die Handelsbilanz verzerren und den Marktanteil von Ländern mindern, die keine Rohstoffe exportieren.
- Quote paper
- Peter Hartlieb (Author), 2014, Die Entwicklung der Exporte und Importe der Bundesrepublik Deutschland von 1991 bis 2010, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/285692