Ziel der vorliegenden Arbeit ist es eine kleine Forschungsarbeit im Bereich der Empirischen Bildungsforschung zu dokumentieren. In diesem Modul setzen sich die Studenten mit verschiedenen Methoden der Sozialforschung auseinander.
Als Thema meiner Arbeit habe ich mir folgende Frage gestellt: Was sind die biografischen Auslöser, die Quereinsteiger zu der Entscheidung bringen, Berufsschullehrer zu werden? Als Untersuchungsmethode wähle ich das narrative Interview, da die Einflüsse auf die Entscheidung, als Quereinsteiger Berufsschullehrer zu werden, als biografische Auslöser zu verstehen sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Stand der Forschung
2.1 Entwicklung der Fragestellung
2.2 Wissenschaftstheoretische Einordnung
2.2 Vorab-Hypothesen
3. Forschungsdesign
3.1.Darlegung der Methode und Begründung für Auswahl
3.2 Technik des narrativen Interviews
4. Datenerhebung
4.1 Feldzugang
4.2 Vorbereitung des Interviews
4.3 Durchführung des Interviews
4.4 Transkription
5. Auswertung und Interpretation der Daten
5.1 Formale Textanalyse
5.2 Strukturelle Beschreibung
5.3 Analytische Abstraktion
5.4 Wissensanalyse
6. Fazit und Ausblick
7. Literaturverzeichnis
Anhang
1. Verwendete Transkriptionsregeln
2. Erzählimpuls
3. Interviewausschnitt
4. Datenbogen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die biografischen Auslöser, die Personen mit fachfremden Abschlüssen dazu bewegen, eine Laufbahn als Berufsschullehrer einzuschlagen. Anhand der Methode des narrativen Interviews wird der Lebenslauf eines Quereinsteigers analysiert, um persönliche Motive und Prozessstrukturen der Berufsentscheidung offenzulegen.
- Qualitative Sozialforschung und biographische Analyse
- Methodik des narrativen Interviews nach Schütze
- Berufsbiografische Entscheidungsprozesse
- Quereinstieg in den Schuldienst
- Arbeitszufriedenheit und biographische Wendepunkte
Auszug aus dem Buch
3.2 Technik des narrativen Interviews
Ende der 1970er Jahre wurde das narrative Interview von dem Soziologen Fritz Schütze entwickelt, der in seine Arbeit etliche Einflüsse aus der US-amerikanischen Soziologie aufgenommen hat, unter anderem den Symbolischen Interaktionismus, wie er von George Herbert Mead entwickelt wurde (Küsters, 2009, S. 18). Den verschiedenen soziologischen Ansätzen ist gemeinsam, dass sie annehmen, dass die soziale Wirklichkeit nicht außerhalb des Handelns der Subjekte existiert, sondern, dass sie als ein Prozessgeschehen verstanden wird, das in den kommunikativen Interaktionssituationen immer wieder aufs Neue ausgehandelt wird (Küsters, 2009, S. 18). Schütze spricht darüber hinaus von Prozessstrukturen des individuellen Lebenslaufs, die als elementare Typen in allen Lebensläufen zu finden sind, die wiederum als Typen von Lebensschicksalen gesellschaftliche Relevanz besitzen (Schütze, 1983, S. 284). Mittels des narrativen Interviews, wie es Schütze entwickelt hat, können die zeitlichen Abläufe des Lebenslaufs erfasst werden. Dabei gliedert sich das narrative Interview in drei zentrale Teile: die Erzählaufforderung, die den Interviewten zum freien Erzählen veranlassen soll, die Lebensgeschichte selbst, die den äußerlichen Ereignisablauf darstellt sowie die Nachfragen des Interviewers, die sich an das Stegreiferzählen anschließen und sich auf das Erzählte beziehen. Die Nachfragen bieten wiederum ebenfalls die Möglichkeit zum weiteren Erzählen. Als Ergebnis liegt ein Erzähltext vor, der „den sozialen Prozess der Entwicklung und Wandlung einer biographischen Identität kontinuierlich…darstellt und expliziert“ (Schütze, 1983, S. 286)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung des Forschungsinteresses und der Zielsetzung, im Rahmen einer Hausarbeit biografische Auslöser für den Berufswechsel zum Lehrer zu dokumentieren.
2. Stand der Forschung: Überblick über theoretische Konzepte zur Berufsbiografie und zur Entscheidung für einen Berufswechsel bei Quereinsteigern.
3. Forschungsdesign: Begründung der Wahl der qualitativen Methode und Erläuterung der Technik des narrativen Interviews nach Fritz Schütze.
4. Datenerhebung: Dokumentation des Feldzugangs, der Vorbereitungen, des durchgeführten Interviews sowie des Transkriptionsprozesses.
5. Auswertung und Interpretation der Daten: Detaillierte Analyse des Interviews mittels formaler Textanalyse, struktureller Beschreibung, analytischer Abstraktion und Wissensanalyse.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Reflexion der Ergebnisse in Bezug auf die aufgestellten Hypothesen und Einordnung des Einzelfalls.
7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen Quellen.
Anhang: Zusammenstellung der Transkriptionsregeln, des Erzählimpulses, eines Interviewausschnitts und des Datenbogens.
Schlüsselwörter
Narratives Interview, Quereinsteiger, Berufsschullehrer, Biografieforschung, Berufsbiografie, Lebenslaufanalyse, Arbeitssoziologie, Entscheidungsprozess, Qualitative Sozialforschung, Fritz Schütze, Lehrerberuf, Berufsentscheidung, Prozessstrukturen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die persönlichen und biografischen Motive von Menschen, die als Quereinsteiger den Beruf des Berufsschullehrers wählen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Berufsbiografie, die Arbeitssoziologie, qualitative Interviewmethoden und die Entscheidungsprozesse für einen Berufswechsel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die biografischen Auslöser zu identifizieren, die zur Entscheidung für den Lehrerberuf führen, und diese wissenschaftlich einzuordnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird das narrative Interview nach Fritz Schütze genutzt, um den Lebenslauf des Probanden detailliert zu erfassen und auszuwerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst den theoretischen Rahmen, die methodische Begründung, den Prozess der Datenerhebung sowie die detaillierte vierstufige Analyse der narrativen Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Quereinsteiger, narratives Interview, Biografieforschung und Berufsbiografie.
Wie wurde die Rolle des Interviewers definiert?
Die Autorin reflektiert kritisch ihre eigene Rolle als Interviewerin und die Notwendigkeit einer zurückhaltenden Interaktion, um das freie Erzählen nicht zu stören.
Welche Bedeutung hat der biographische "Einschub" über das Schreiben im Leben des Interviewten?
Der Einschub verdeutlicht, wie kreative Phasen und berufliche Wandlungsprozesse als Vorbereitung oder Übergang zur pädagogischen Tätigkeit fungieren können.
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- Doris Klein (Author), 2010, Biographische Auslöser für die Entscheidung als Quereinsteiger zum Berufsschullehrer zu werden, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/285564