Die Erforschung von Unterschieden zwischen Männern und Frauen ist sowohl aus alltagspsychologischer Sicht von großem Interesse, als auch Gegenstand der Geschlechterforschung, die sich zu einer bedeutenden Forschungsrichtung der Psychologie entwickelte. In dieser Forschungsarbeit, die als Abschlussarbeit im Rahmen des Studienmoduls For-schungsmethoden und Statistik in der Wirtschaftspsychologie durchgeführt wurde, steht die Frage im Mittelpunkt, ob sich Frauen und Männer in bestimmten Einstellungen unterscheiden. Zu diesem Zweck wurden vier Einstellungen ausgewählt, die es zwischen den Geschlechtern zu vergleichen galt: Leistungsmotivation, Zufriedenheit mit der beruflichen Situation, Freude am Kochen und Konfrontationsbereitschaft. Um diese Einstellungen zu ermitteln, wurde ein Fragebogen, bestehend aus 23 Items, entwickelt, der jeweils 5 Items zu jeder zu ermittelnden Einstel-lung beinhaltet. 40 Teilnehmer (20 Männer und 20 Frauen) aus dem Freundes-, Bekannten- und Kollegenkreis haben ihre persönliche Einschätzung auf einer fünfstufigen Likert-Skala bewertet. Die Ergebnisse wiesen lediglich kleine Unterschiede zwischen Männern und Frauen auf, weshalb zusätzlich ein Signifikanztest zu jeder der zu ermittelnden Ein-stellung durchgeführt wurde, um die Bedeutsamkeit dieser Ergebnisse zu überprüfen. Diese Berechnungen ergaben, dass Unterschiede zwischen Männern und Frauen lediglich in der Einstellung Konfrontationsbereitschaft als signifikant zu betrachten sind, während Unterschiede in den Einstellungen Leistungsmotivation, Zufriedenheit mit der beruflichen Situation und Freude am Kochen eher zufällig zustande gekommen sind. Obwohl die Literatur unsere Ergebnisse teilweise bestätigt, muss hinzugefügt werden, dass die erhobene Stichprobe als nicht ausreichend repräsentativ für die Population anzusehen ist. Allerdings können wir zusammenfassend feststellen, dass sich die Geschlechter nicht so sehr unterscheiden, wie alltagspsychologisch angenommen wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Zusammenfassung/Abstract
2. Einführung und Hypothesen
3. Methoden
4. Ergebnisse
5. Diskussion der Ergebnisse
Zielsetzung und Themen
Diese Hausarbeit untersucht die Fragestellung, ob sich Männer und Frauen signifikant in ihren Einstellungen zu den vier Themenfeldern Leistungsmotivation, Zufriedenheit mit der beruflichen Situation, Freude am Kochen und Konfrontationsbereitschaft unterscheiden. Mittels einer quantitativen Befragung von 40 Personen wird geprüft, ob sich gängige alltagspsychologische Annahmen über Geschlechterunterschiede empirisch belegen lassen.
- Analyse geschlechterspezifischer Einstellungen mittels Likert-Skalen
- Untersuchung der Leistungsmotivation und beruflichen Zufriedenheit
- Evaluation der Freude am Kochen als Einstellungskonstrukt
- Messung der Konfrontationsbereitschaft als soziale Kompetenz
- Statistische Hypothesenprüfung mittels t-Test und Chi²-Test
Auszug aus dem Buch
2. Einführung und Hypothesen
In dieser Forschungsarbeit steht die Frage im Mittelpunkt ob sich Frauen und Männer in ihren Einstellungen zu bestimmten Themenbereichen unterscheiden. Die Betrachtung von Unterschieden zwischen Männern und Frauen erfreut sich in unserer Gesellschaft wachsender Beliebtheit, unabhängig davon ob diese Unterschiede tatsächlich empirisch untersucht wurden. Der Bestseller „Men are from Mars, Women are from Venus“ (Gray, 1993) sorgte für Rekordumsätze und der deutsche Komiker Mario Barth füllt mit seinen Shows, die sich hauptsächlich mit typischen Klischees von Männern und Frauen befassen, ganze Fußballstadien. Und obwohl Frauen und Männer der Gattung Mensch angehören, sodass davon auszugehen ist, dass sie im Vergleich zu anderen Spezies mehr Ähnlichkeiten aufweisen als Unterschiede, scheinen die meisten Menschen zu glauben, dass Männer und Frauen völlig unterschiedlich sind. Doch nicht nur im Alltag sind die Untersuchungen zwischen Mann und Frau interessant. Tatsächlich hat sich die Erforschung von Geschlechterunterschieden (Gender differences) bereits in den letzten 50 Jahren zu einer wichtigen Forschungsrichtung der Psychologie entwickelt: Geschlechterforschung (Gender Studies).
Doch was sind Einstellungen?
Die Geburtsstunde der Einstellungsforschung war zu Beginn des 20. Jahrhunderts und zwar wurde der Begriff erstmals in Untersuchungen zu Einstellungen und Lebensweisen polnischer Einwanderer in den USA von Thomas und Znaniecki als „eigenständiges Konzept“ aufgefasst (zit. nach A. Zick, 2004, S. 129). Seit dem entwickelte sich die Einstellungsforschung rasch zu einem der bedeutsamsten Themenbereiche der Sozialpsychologie. „Kein anderer Begriff taucht häufiger in der experimentellen und theoretischen Literatur auf.“ (Allport, 1935, S. 798 zit. nach Gollwitzer & Schmitt, 2006, S.149) Daher ist es auch nicht überraschend, dass jedes sozialpsychologische Lehrbuch das Thema Einstellungen als ein eigenes Kapitel umfasst.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zusammenfassung/Abstract: Die Arbeit fasst das Ziel der Untersuchung zusammen, Unterschiede zwischen Männern und Frauen in vier Einstellungsbereichen anhand einer Stichprobe von 40 Personen zu prüfen, und gibt einen Überblick über die Hauptergebnisse.
2. Einführung und Hypothesen: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Hintergrund der Einstellungsforschung sowie die sozial-kognitive Theorie nach Bandura und definiert die aufgestellten Alternativ- und Nullhypothesen.
3. Methoden: Hier wird das gewählte Forschungsdesign, der vollstandardisierte Fragebogen, die Likert-Skalierung sowie die Auswahl der Items für die vier Einstellungsbereiche detailliert beschrieben.
4. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Datenauswertung, inklusive der Mittelwertvergleiche und der Anwendung von t-Tests und Chi²-Tests zur Signifikanzprüfung.
5. Diskussion der Ergebnisse: Hier werden die Resultate interpretiert, kritisch hinsichtlich der Stichprobengröße und Repräsentativität hinterfragt und mit bestehender Fachliteratur verglichen.
Schlüsselwörter
Geschlechterforschung, Einstellungen, Leistungsmotivation, berufliche Zufriedenheit, Konfrontationsbereitschaft, Freude am Kochen, Likert-Skala, Signifikanztest, t-Test, Chi²-Test, Sozialpsychologie, Gender Studies, Statistik, empirische Untersuchung, Fragebogen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob es empirisch belegbare Unterschiede zwischen Männern und Frauen in spezifischen, psychologisch relevanten Einstellungen gibt.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind Leistungsmotivation, Zufriedenheit mit der beruflichen Situation, Freude am Kochen und die persönliche Konfrontationsbereitschaft.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, durch eine empirische Erhebung zu prüfen, ob sich Männer und Frauen tatsächlich in ihren Einstellungen unterscheiden, wie es im Alltag oft behauptet wird.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine quantitative Befragung mittels eines vollstandardisierten Fragebogens durchgeführt, wobei die Daten mittels Mittelwertvergleichen, t-Tests und Chi²-Tests statistisch analysiert wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung, die methodische Vorgehensweise bei der Fragebogenentwicklung, die Darstellung der statistischen Ergebnisse und deren wissenschaftliche Diskussion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie Geschlechterforschung, Einstellungen, quantitative Methoden, Signifikanzprüfung und Sozialpsychologie charakterisiert.
Warum wurde gerade die Konfrontationsbereitschaft als signifikant bewertet?
Die Berechnungen ergaben, dass bei dieser Variable der empirische t-Wert über dem kritischen t-Wert der Verteilung lag, was den Unterschied bei einem Signifikanzniveau von 5 % statistisch absichert.
Welche Rolle spielt die Repräsentativität der Stichprobe?
Der Autor weist explizit darauf hin, dass die Stichprobe mit 40 Personen aus dem Bekannten- und Kollegenkreis zu klein und wenig divers ist, um die Ergebnisse auf die gesamte Population zu verallgemeinern.
Wie gehen die Autoren mit dem Einfluss des Alters um?
Mittels des Chi²-Tests wurde geprüft, ob ein Zusammenhang zwischen Geschlecht und Alter besteht, was jedoch nicht bestätigt werden konnte.
- Quote paper
- Frida Rich (Author), 2014, Unterschiede in der Einstellungen von Männern und Frauen. Analyse durch einen Fragebogen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/285217