Gemeinsames Musizieren ist seit jeher ein wichtiger Bestandteil der Musikkultur. Gesang begleitete die Menschen bei der täglichen Arbeit und hatte einen wichtigen rituellen Charakter. Mit der Entwicklung von Instrumenten, die Klänge losgelöst von der menschlichen Stimme erzeugen konnten, versuchte man, die Natur nachzuahmen.
Die folgende Arbeit soll zunächst einen Überblick über die historische Entwicklung des instrumentalen Ensemblespiels an (allgemeinbildenden) Schulen geben, bevor relevante Theorien, Ideen und Denkanstöße der Musikpädagogik näher untersucht und dargelegt werden.
Aus dem Inhalt:
- Klassenmusizieren und Musikklasse
- Lerntheoretischer und Integrativer Ansatz
- Zum Begriff "Musikalische Bildung"
- Ästhetisch-musikalische Bildung: Kreavität
Inhaltsverzeichnis
1. Historische Entwicklung der Musizierpraxis an allgemeinbildenden Schulen
1.1. Historische Entwicklung der Musizierpraxis an allgemeinbildenden Schulen bis zum Ersten Weltkrieg
1.2. Entwicklung der Musizierpraxis an allgemeinbildenden Schulen im 20. Jh.
2. Theoretische Begründungen der Musikpädagogik zum praktischen Musizieren an allgemeinbildenden Schulen
2.1. Zu den Begriffen ‚Klassenmusizieren‘ und ‚Musikklasse‘
2.2. Lerntheoretischer Ansatz (Kognitionspsychologie)
2.3. Integrativer Ansatz – Entwicklung der Persönlichkeit
2.4. Kulturerschließender, handlungsorientierter Ansatz
3. Musikpädagogische Perspektiven zur ‚Musikalischen Bildung‘
3.1. Zum Begriff ‘Musikalische Bildung’
3.2. Ästhetisch-musikalische Bildung: Kreativität
3.3. Kommunikative Musikdidaktik
3.4. „Kritik des Klassenmusikanten“
4. Methodisch-didaktische Aspekte des praktischen Musizierens an allgemeinbildenden Schulen
4.1. Didaktische Argumentationen für praktisches Musizieren
4.2. Ziele und Arbeitsbereiche des praktischen Musizierens
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die musikpädagogische Fundierung der Musizierpraxis an allgemeinbildenden Schulen. Ziel ist es, den Stellenwert von Klassenmusizieren kritisch zu beleuchten und theoretische Ansätze sowie methodisch-didaktische Argumentationen für das praktische Musizieren im schulischen Kontext zu analysieren.
- Historische Entwicklung des instrumentalen Ensemblespiels in der Schule
- Theoretische Begründung des Klassenmusizierens und der Bläserklasse
- Musikpädagogische Perspektiven auf den Begriff der musikalischen Bildung
- Kritische Analyse von Modellen des praktischen Musizierens im Musikunterricht
- Methodisch-didaktische Gestaltung des Musikunterrichts durch handlungsorientierte Konzepte
Auszug aus dem Buch
2.1. Zu den Begriffen ‚Klassenmusizieren‘ und ‚Musikklasse‘
In der ‚älteren‘ Literatur sind die Begriffe wenig vorhanden; Erwe spricht zunächst vom unterrichtlichen Musizieren und erwähnt nur nebenbei das ‚Klassenmusizieren‘. Im Gegensatz zur ergebnisorientierten, qualitativ wertvollen Aufführung etwa eines Schulensembles wird ‚Klassenmusizieren‘ anders betrachtet:
„Im Unterschied zur Arbeit klassenübergreifender Musiziergruppen steht beim Musizieren im Unterricht weniger das vorführbare Resultat im Vordergrund als die pädagogische Funktion. Musizieren im Unterricht ist eher prozess- als produktorientiert.“
Das Musizieren im Klassenverband ist in jüngerer Zeit auf dem Weg, zu einem vielversprechenden aber nicht widerspruchsfreien Trend zu werden. Fortschreitende Schulautonomie und Profilbildung tragen dazu bei, dass Aktionsräume für einen erweiterten Musikunterricht eröffnet werden. Didaktik und Unterrichtsforschung verweisen auf die Notwendigkeit und die Erfolgschancen eines praxisorientierten Musikunterrichts und es lässt sich eine intensive Fachdiskussion und Materialentwicklung feststellen. Gleichzeitig ist es wichtig, eine klare Begriffsbildung einzuführen, die es der fachwissenschaftlichen Diskussion ermöglicht, sich stets im Klaren zu sein, wovon überhaupt die Rede ist. Im Folgenden soll deshalb der Versuch unternommen werden, die beiden Begriffe ‚Klassenmusizieren‘ und ‚Musikklasse‘ aufeinander zu beziehen. Ferner gehen die Bemühungen dahin, das Modell ‚Bläserklasse‘ in diese Begrifflichkeiten einzuordnen. Die Grundlage der Überlegungen bildet der Beitrag von Johannes Bähr, dessen Ausführungen hinterfragt und überprüft werden sollen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Historische Entwicklung der Musizierpraxis an allgemeinbildenden Schulen: Dieses Kapitel zeichnet den Weg des instrumentalen Ensemblespiels von mittelalterlichen Klosterschulen bis zum 20. Jahrhundert nach und beleuchtet den Einfluss politischer und gesellschaftlicher Reformen.
2. Theoretische Begründungen der Musikpädagogik zum praktischen Musizieren an allgemeinbildenden Schulen: Hier werden zentrale Begriffe wie 'Klassenmusizieren' und 'Musikklasse' definiert sowie lerntheoretische, entwicklungspsychologische und handlungsorientierte Ansätze zur Legitimation musikalischer Praxis diskutiert.
3. Musikpädagogische Perspektiven zur ‚Musikalischen Bildung‘: Das Kapitel analysiert den geschichtlichen Wandel des Begriffs 'Musikalische Bildung', setzt sich mit kommunikativer Musikdidaktik auseinander und hinterfragt das Konzept des Klassenmusizierens kritisch.
4. Methodisch-didaktische Aspekte des praktischen Musizierens an allgemeinbildenden Schulen: Abschließend werden konkrete Argumente für praktisches Musizieren zusammengefasst sowie Ziele und Arbeitsbereiche erörtert, um eine Grundlage für die methodische Umsetzung in der Schulpraxis zu bilden.
Schlüsselwörter
Musizierpraxis, Musikpädagogik, Klassenmusizieren, Musikklasse, Bläserklasse, Audiation, Musikalische Bildung, Handlungsorientierung, Musikunterricht, Kognitionspsychologie, Schulpraxis, Musikdidaktik, Ästhetische Erfahrung, Ensemblespiel, Instrumentalausbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und Bedeutung des praktischen Musizierens im Musikunterricht an allgemeinbildenden Schulen, wobei der Schwerpunkt auf Konzepten wie Klassenmusizieren und Bläserklassen liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit behandelt historische Entwicklungen, theoretische Begründungen aus der Musikpädagogik, unterschiedliche Bildungsbegriffe sowie didaktische Methoden zur Umsetzung aktiven Musizierens.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, eine fundierte theoretische und didaktische Einordnung der verschiedenen Formen des Klassenmusizierens vorzunehmen und deren Beitrag zur musikalischen Bildung kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender fachwissenschaftlicher Diskurse und die theoretische Auseinandersetzung mit musikpädagogischen Konzepten und Modellen.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil stehen die theoretischen Begründungsansätze für schulisches Musizieren, die Auseinandersetzung mit musikpädagogischen Begriffen sowie die Ableitung didaktischer Argumente für die Praxis im Vordergrund.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Musizierpraxis, Klassenmusizieren, musikalische Bildung, handlungsorientierter Musikunterricht und die kritische Auseinandersetzung mit musikpädagogischen Ansätzen.
Wie werden Bläserklassen in der Arbeit eingeordnet?
Bläserklassen werden als eine spezielle Form des 'erweiterten Musikunterrichts' und als eine Variante der 'Musikklasse' eingeordnet, deren Beitrag zur musikalischen Bildung im Kontext von Prozessen kritisch reflektiert wird.
Welche Rolle spielt die 'Kritik des Klassenmusikanten' nach Vogt?
Vogt kritisiert, dass Klassenmusizieren zu einer 'Normalisierungspraxis' verkommen könnte, wenn es primär auf Effizienz und materialgestützte Anpassung abzielt, anstatt ästhetische Reflexion und echte musikalische Bildung zu ermöglichen.
Was unterscheidet das 'Klassenmusizieren' vom 'Schulorchester'?
Während das klassische Schulorchester oft auf außerschulisch erworbenen Fertigkeiten basiert und produktorientiert ist, zielt das Klassenmusizieren auf die Einbeziehung aller Schüler im Unterricht und betont eher den Prozesscharakter.
Warum ist die 'Audiation' für das Musiklernen nach Gruhn relevant?
Audiation ist das Hören und Verstehen von Musik in der Vorstellung; sie bildet die Grundlage für innermusikalisches Denken und ist daher essenziell für einen nachhaltigen, auf wirklichem Verständnis basierenden Musikunterricht.
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- Norman Grüneberg (Author), 2008, Musizierpraxis und Musikpädagogik an allgemeinbildenden Schulen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/285126