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Von der Unschuld der Besessenen. Die Erscheinungsformen des Bösen in den lukanischen Dämonen- und Satansberichten

Titel: Von der Unschuld der Besessenen. Die Erscheinungsformen des Bösen in den lukanischen Dämonen- und Satansberichten

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2014 , 36 Seiten , Note: 1

Autor:in: Esther Joas (Autor:in)

Theologie - Biblische Theologie

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Seit der Aufklärung begreift sich der Mensch als Subjekt seines Schicksals. Er allein ist verantwortlich für das gelingende Leben. Mittels seines Verstandes rationalisiert er das Übersinnliche und versteht den Menschen und die Welt als mess- und berechenbar. Neben dem mechanistischen Modell der Schulmedizin entstand so unter anderem die subjektivistische Anschauung von Krankheit als Ausdruck eines unbewältigten oder verfehlten Lebens. Aus jener Tradition heraus versteht die Psychoanalyse geistige Krankheit als ’Projektion’ verdrängter innerer Gefühle oder Konflikte, deren Heilung durch verstandesmäßiges Begreifen des Verdrängten erhofft wird. Die Evangelien des Neuen Testaments erklären dagegen viele Formen psychischer - und auch physischer - Krankheit mit Besessenheit. Dabei handelt es sich gewissermaßen um eine ’Introjektion’, d.h. die Einwohnung eines dem Individuum gegenüber äußerlichen Geistes in dessen Innerem. Der Mensch ist dann zunächst Opfer eines von außen hereinbrechenden Schicksals. Während die gesamte altorientalische und jüdische Antike apotropäische Riten zur Abwehr des Dämonischen wie auch Praktiken der Dämonenvertreibung kannte, eröffnet die neutestamentliche Anschauung eine neue Dimension. Einzig wirksam sind demnach nicht kultische Reinheitsriten, sondern die Hinwendung zu Gott und seinem Heil. Dies gilt nicht nur in Bezug auf dämonische Besessenheit, sondern vor allem für die teuflische Versuchung. Besonders der Evangelist Lukas sucht hier eine Balance zwischen Ausgeliefertsein und Eigenverantwortung des Menschen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Traditionsgeschichtlicher Hintergrund Satans und der Dämonen im Neuen Testament

2.1 Satan in der alttestamentlichen und frühjüdischen Literatur

2.1.1 Satan im Alten Testament

2.1.2 Satan und andere ‚böse Mächte‘ in der frühjüdischen Literatur

2.2 Die Tradition des jüdischen Dämonismus

2.2.1 Dämonen in der griechischen Antike

2.2.2 Dämonische Gestalten im Alten Testament

2.2.3 Dämonen und unreine Geister in der frühjüdischen Literatur

3 Neutestamentliche Satan- und Dämonenvorstellungen

3.1 Dämonen

3.2 Satan

4 Die Erscheinungsformen des Bösen bei Lukas

4.1 Satan als Engel der Finsternis

4.1.1 Extrakorporale Handlungen

4.1.2 Die intrakorporale Handlung

4.2 Satan als Dämonenfürst

4.2.1 Satans Fall (Lk 10,18)

4.2.2 Die Beelzebul-Kontroverse (Lk 11,14-23)

4.2.3 Die Heilung einer gekrümmten Frau am Sabbat (Lk 13,10-17)

4.3 Dämonen als unreine Bastard-Wesen

4.3.1 Das ‚Dämonen-Logion‘ (Lk 11,24-26)

4.3.2 Die Heilung des Besessenen in Kafarnaum (Lk 4,33-36)

4.3.3 Die Heilung des Besessenen von Gerasa (Lk 8,26-39)

4.3.4 Die Heilung eines besessenen Knaben (Lk 9,37-43a)

4.4 Schlussfolgerungen

5 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Spannung zwischen Äußerlichkeit und Innerlichkeit beim Wirken des Bösen im Lukasevangelium. Das primäre Ziel ist es, die Rolle Satans und der Dämonen bei Lukas traditionsgeschichtlich zu verorten und zu klären, welche anthropologischen Auswirkungen das Wirken dieser Mächte für den Menschen hat.

  • Traditionsgeschichtliche Herleitung der Dämonen- und Satanvorstellungen
  • Analyse des neutestamentlichen Sprachgebrauchs hinsichtlich dämonischer Phänomene
  • Untersuchung lukanischer Exorzismusberichte und deren theologischer Intention
  • Abgrenzung der verschiedenen Erscheinungsformen des Bösen bei Lukas

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Extrakorporale Handlungen

Gemäß der Versuchungsszene, die alle drei synoptischen Evangelien überliefern (vgl. Mt 4,1-11; Mk 1,12f; Lk 4,1-13), besteht Jesus die Prüfungen Satans, der hier wie im Buch Hiob als „Agent Gottes“ fungiert. Interessant sind die unterschiedlichen Nuancen in den Berichten von Matthäus und Lukas. Vier Beobachtungen seien genannt:

Während Matthäus mit den Verben προσέρχομαι (V. 3) und παραλαμβάνω (V. 5.8) das von außen Herantreten des Teufels betont, pointiert Lukas mit den Worten ἀνάγω (V.5) und ἄγω (V.9) das Angeführtwerden durch den Teufel.

Auch verlässt der lukanische Teufel Jesus nicht einfach wie andernorts der Hirte seine neunundneunzig Schafe (ἀφίημι, vgl. Mt 4,11; 18,12), sondern er lässt von ihm ab (ἀφίστημι ἀπό τινος, Lk 4,13). Die Vokabel ἀφίστημι impliziert körperliche und seelische Entfesselung, aber auch Rebellion und Feindschaft. So schreibt Lukas über den Galiläer Judas, er habe eine Menge des Volkes „entfesselt“ (ἀπέστησεν λαόν, Apg 5,37). Wie Hanna am Tempel haftet und nie von ihm weicht (οὐκ ἀφίστατο, Lk 2,37), so lassen die Wachen gleich von Paulus ab, als er sich als römischer Bürger entpuppt (ἀπέστησαν ἀπ’ αὐτοῦ, Apg 22,29). In Lk 8 wird das Abfallen vom Glauben zur Zeit der Anfechtung (ἐν καιρῷ πειρασμοῦ ἀφίστανται; V. 13) dem Haften am Glauben (κατέχω, V. 15) gegenübergestellt. Und zu denen die Unrecht getan haben, spricht der Hausherr: Weicht von mir! (ἀπόστητε ἀπ’ ἐμοῦ, Lk 13,27). Auch von einem Engel Gottes heißt es, er ließ von Petrus ab (ἀπέστη ὁ ἄγγελος ἀπ’ αὐτοῦ, Apg 12,10). Wenn Lukas nun berichtet, dass der Satan von Jesus ablässt, dann spielt er sowohl auf die körperliche Dimension des Entfesselns als auch auf die Semantik der Anfeindung an.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung nach der Spannung zwischen Äußerlichkeit und Innerlichkeit bei der Darstellung des Bösen im Lukasevangelium vor und skizziert das methodische Vorgehen.

2 Traditionsgeschichtlicher Hintergrund Satans und der Dämonen im Neuen Testament: Dieses Kapitel arbeitet die Wurzeln des Dämonismus im Alten Testament sowie in der frühjüdischen Literatur heraus, um den Hintergrund für das neutestamentliche Verständnis zu klären.

3 Neutestamentliche Satan- und Dämonenvorstellungen: Hier werden die zentralen Begrifflichkeiten (Satan, Dämon, unreiner Geist) im Neuen Testament analysiert und in ihren Kontext eingeordnet.

4 Die Erscheinungsformen des Bösen bei Lukas: Das Kapitel untersucht spezifisch die lukanische Darstellung des Bösen, unterteilt in Satans Wirken und die Rolle der Dämonen anhand verschiedener Exorzismusberichte.

5 Schluss: Das Schlusskapitel resümiert die Ergebnisse über die Vermittlungsfunktion des lukanischen Dämonismus zwischen Mensch und Kosmos und betont die Hoffnung auf Vollendung.

6 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Lukasevangelium, Satan, Dämonen, Exorzismus, Böses, Traditionsgeschichte, neutestamentliche Theologie, unreine Geister, Versuchung, Besessenheit, Anthropologie, Kosmologie, Reinheit, Glauben, Gebet.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Wirken des Bösen, insbesondere in Form von Satan und Dämonen, innerhalb des Lukasevangeliums und analysiert die religiöse und anthropologische Bedeutung dieser Mächte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die traditionsgeschichtliche Herkunft des Dämonenglaubens, die Unterscheidung zwischen dem Wirken Satans und dem der Dämonen bei Lukas sowie die Auswirkungen auf die Besessenen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die spezifische lukanische Perspektive auf die Spannung zwischen innerlicher und äußerlicher Anfechtung durch das Böse herauszuarbeiten und zu klären, ob der Mensch für seinen Zustand selbst verantwortlich gemacht wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine text- und literarkritische Methode angewandt, die durch traditions- und motivgeschichtliche Analysen des lukanischen Textes ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den alttestamentlichen und frühjüdischen Hintergrund, die neutestamentliche Terminologie und insbesondere die lukanischen Berichte über Exorzismen und die Versuchung Jesu.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Lukasevangelium, Satan, Dämonen, Exorzismus, Traditionsgeschichte, Versuchung und die Spannung zwischen kultischer Reinheit und dem Glauben.

Wie unterscheidet sich die lukanische Sicht auf Dämonen von der anderer Evangelisten?

Lukas verbindet die dämonische Besessenheit häufiger mit der individuellen Verantwortung und betont stärker die Souveränität Jesu gegenüber den Mächten des Bösen.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen Satan und Dämonen für Lukas eine Rolle?

Lukas differenziert zwischen Satan als dem Anstifter und dem Oberhaupt und den Dämonen als unreinem, aus den Geistern der verstorbenen Giganten stammenden Wesen, um die Art der Bedrohung für den Menschen präziser zu fassen.

Welche Rolle spielt die Reinheit im lukanischen Kontext?

Reinheit ist bei Lukas primär eine moralisch-religiöse Kategorie; das Wirken Jesu stellt die Gemeinschaft wieder her, anstatt den Menschen lediglich auf eine rein rituelle Ebene zu reduzieren.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Von der Unschuld der Besessenen. Die Erscheinungsformen des Bösen in den lukanischen Dämonen- und Satansberichten
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Neues Testament)
Note
1
Autor
Esther Joas (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
36
Katalognummer
V285064
ISBN (eBook)
9783656853275
ISBN (Buch)
9783656853282
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Dämonismus Lukasevangelium Erscheinungsformen des Bösen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Esther Joas (Autor:in), 2014, Von der Unschuld der Besessenen. Die Erscheinungsformen des Bösen in den lukanischen Dämonen- und Satansberichten, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/285064
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Leseprobe aus  36  Seiten
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