Wir leben in einer Zeit, in der die Landesgrenzen, sowohl für die Bevölkerung als auch für die Wirtschaft, immer bedeutungsloser geworden sind. Internationale Produkte sind aus der heutigen Gesellschaft kaum noch wegzudenken. Der Außenhandel gewinnt zunehmend an Bedeutung. Mittlerweile wollen zwei Drittel der bereits im Ausland tätigen Unternehmen ihre Auslandsaktivitäten weiter ausbauen. Der Export spielt dabei eine zentrale Rolle. Er ist ganz klar das bedeutendste Element für Unternehmen zur Ausbreitung der Geschäftsaktivitäten auf internationale Märkte. Im Jahr 2011 haben bereits 91 Prozent aller im Ausland tätigen deutschen Unternehmen Waren exportiert. Zudem ist der Schritt ins Ausland über eine Zusammenarbeit mit selbständigen Kooperationspartnern sowie eine Zusammenarbeit mit ausländischen Zulieferern und Produzenten sehr beliebt. Ungefähr ein Drittel der im Ausland tätigen deutschen Unternehmen arbeiten im internationalen Markt mit rechtlich selbständigen Tochterunternehmen, sowie mit eigenen Niederlassungen.
Beliebtester Auslandsmarkt sind die westeuropäischen Länder. Weiterhin gewinnt der asiatische Markt zunehmend an Bedeutung für deutsche Unternehmen, dicht gefolgt von Russland und Osteuropa. Die USA sind mit knapp sieben Prozent Anteil am deutschen Export ebenso ein wichtiger Abnehmer und nach China der wichtigste Handelspartner für Deutschland außerhalb der EU.
Hinter der Ausweitung der Geschäftsaktivitäten über die Landesgrenzen steckt bei den meisten Unternehmen eine konkrete Strategie, die zur Erreichung unterschiedlicher Ziele eingesetzt wird. Deutsche Unternehmen verfolgen unterschiedlichste Strategien um im internationalen Konkurrenzkampf bestehen zu können: von einem Massenanbieter mit einem aggressiven Kostensenkungsprogramm über einen Premiumanbieter mit einzigartigen Produkteigenschaften bis hin zu einem Nischenanbieter, der sich auf ein bestimmtes Marktsegment konzentriert.
Internationalisierungsstrategien müssen bestimmten Anforderungen gerecht werden. Bei der Formulierung der Strategien sollten die 5 Stoßrichtungen der Internationalisierung beachtet werden (Markeintritts- und Marktbearbeitungsstrategien, Timingstrategien, Koordinationsstrategien, Zielmarktstrategie, Allokationsstrategie).
Auch die deutschen Sportartikelhersteller Adidas und Puma sind grenzüberschreitend tätig. Die Produktionen der beiden Unternehmen sind weltweit vertreten. Sowohl Puma als auch Adidas haben sich beinahe in ein virtuelles Unternehmen verwandelt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Einführung in die Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Methodisches Vorgehen
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Internationalisierung
2.1 Begriff Internationalisierung
2.2 Motive/Ziele der Internationalisierung
2.3 Problembereiche bei einer Internationalisierung
3 Internationalisierungsstrategie
4 Markteintritts- und Marktbearbeitungsstrategie
4.2.1 Franchising
4.2.2 Export
4.2.3 Lizenzierung
4.2.4 Joint Venture
4.2.5 Tochtergesellschaft
5 Das Konzept von Perlmutter
6 Branchenstruktur- und Wettbewerbsanalyse nach Porter
7 Wettbewerbsstrategie- / Vorteile
7.1 Wettbewerbsstrategien
7.2 Wettbewerbsvorteile
8 Adidas
8.1 Vorstellung des Unternehmens
8.2 Internationalisierungsstrategie von Adidas
8.3 Markteintritts-/Marktbearbeitungsstrategie Adidas
8.4 Perlmutter Konzept bei Adidas
8.5 Wettbewerbsstrategie Adidas nach Porter
9 Puma
9.1 Vorstellung des Unternehmens
9.2 Internationalisierungsstrategie von Puma
9.3 Markteintritts-/Marktbearbeitungsstrategie Puma
9.4 Perlmutter Konzept bei Puma
9.5 Wettbewerbsstrategie Puma nach Porter
10 Wettbewerbskräfte in der internationalen Sportartikelbranche
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, mit welchen Internationalisierungsstrategien die Sportartikelhersteller Adidas und Puma ihre Marktpositionen weltweit ausbauen und sich in einem intensiven Wettbewerb behaupten. Der Fokus liegt dabei auf der theoretischen Fundierung der Internationalisierung sowie der praktischen Analyse beider Unternehmen anhand strategischer Konzepte.
- Grundlagen der Internationalisierung und strategische Motivationsfaktoren
- Markteintritts- und Marktbearbeitungsstrategien im globalen Wettbewerb
- Anwendung des EPRG-Konzepts nach Perlmutter
- Branchenstrukturanalyse und Wettbewerbsstrategien nach Porter
- Vergleichende Analyse der Internationalisierungsaktivitäten von Adidas und Puma
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Franchising
Beim Franchising sieht der Franchisegeber hauptsächlich den Vertrieb im Vordergrund. Es definiert ein Vertriebssystem was auf einer Partnerschaft basiert, mit dem Ziel der Verkaufsförderung. Der Franchisegeber erstellt dabei ein ausführliches unternehmerisches Gesamtkonzept genannt „Business Package“ oder auch „Business Format“, welches von den Franchisenehmern vorschriftsgemäß in einem ausgesuchten Gebiet umgesetzt wird. Die Voraussetzung für ein Franchiseverhältnis ist ein Franchisevertrag beider Parteien der ein Dauerschuldverhältnis darstellt.26
Dadurch dass die Franchisenehmer rechtlich selbständig sind, verringert der Franchisegeber sein Risiko, da im Falle eines Scheiterns der Franchisenehmer selbstständig haften muss. Ein weiterer Vorteil des Franchising ist, das Unternehmen Auslandsmärkte bearbeiten können, ohne einen großen Kapitaleinsatz aufbringen zu müssen, da das benötigte Kapital vom Franchisenehmer aufgebracht wird. Es können sich allerdings auch Nachteile für den Franchisegeber ergeben. Ihm ist es nicht immer möglich die Franchisenehmer auf vorschriftsgemäßes Handeln zu überprüfen, wie es zum Beispiel bei Tochtergesellschaften möglich ist. Durch Fehlverhalten von einzelnen Franchisenehmern kann das Image des gesamten Franchisesystems leiden.27
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einführung erläutert die zunehmende Bedeutung der Internationalisierung für deutsche Unternehmen und definiert die Problemstellung sowie das methodische Vorgehen der Bachelorthesis.
2 Internationalisierung: Das Kapitel definiert den Begriff der Internationalisierung, beleuchtet Motive wie Pull- und Push-Faktoren und erörtert zentrale Problembereiche.
3 Internationalisierungsstrategie: Hier wird der strategische Rahmen erläutert, insbesondere die fünf Stoßrichtungen, die Unternehmen bei der Formulierung internationaler Strategien berücksichtigen müssen.
4 Markteintritts- und Marktbearbeitungsstrategie: Dieses Kapitel stellt detailliert die verschiedenen Formen der Marktbearbeitung dar, darunter Franchising, Export, Lizenzierung, Joint Venture und die Gründung von Tochtergesellschaften.
5 Das Konzept von Perlmutter: Vorstellung des EPRG-Konzepts, welches qualitative Managementmerkmale wie Werte und Einstellungen zur Unterscheidung von Internationalisierungsarten nutzt.
6 Branchenstruktur- und Wettbewerbsanalyse nach Porter: Einführung in die Branchenanalyse und die fünf Wettbewerbskräfte, die die Attraktivität und Rentabilität eines Marktes bestimmen.
7 Wettbewerbsstrategie- / Vorteile: Erläuterung der Wettbewerbsstrategien nach Porter, wie Kostenführerschaft und Differenzierung, sowie die Bedeutung von Wettbewerbsvorteilen.
8 Adidas: Eine tiefgehende Analyse von Adidas, einschließlich Unternehmensvorstellung, internationaler Strategie, Anwendung des Perlmutter-Konzepts und Porters Wettbewerbsstrategien.
9 Puma: Eine detaillierte Analyse von Puma, analog zu Adidas, mit Fokus auf die Entwicklung, die Internationalisierungsstrategie und die strategische Neuausrichtung.
10 Wettbewerbskräfte in der internationalen Sportartikelbranche: Die Anwendung der Fünf-Kräfte-Analyse von Porter auf die spezifische Situation der Sportartikelbranche im Wettbewerb zwischen Adidas, Puma und globalen Konkurrenten.
Schlüsselwörter
Internationalisierung, Markteintrittsstrategie, Adidas, Puma, Perlmutter Konzept, EPRG-Modell, Wettbewerbsstrategie, Porter, Fünf-Kräfte-Modell, Differenzierungsstrategie, Franchising, Export, Joint Venture, Sportartikelbranche, Globalisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Internationalisierungsstrategien der beiden deutschen Sportartikelhersteller Adidas und Puma in einem wettbewerbsintensiven globalen Markt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Thesis?
Zentrale Themen sind Internationalisierungsmodelle, Markteintrittsformen, die Managementkonzepte nach Perlmutter sowie die Wettbewerbsanalyse nach Porter.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, mit welchen spezifischen Methoden und strategischen Ansätzen Adidas und Puma internationale Märkte bearbeiten, um ihre Wettbewerbsposition zu sichern und auszubauen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine literaturbasierte Analyse durchgeführt, die theoretische Konzepte (Perlmutter, Porter) auf die praktischen Unternehmensbeispiele Adidas und Puma anwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Internationalisierungs- und Wettbewerbsstrategien sowie die detaillierte empirische Analyse der beiden genannten Unternehmen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Internationalisierung, Marktbearbeitung, Differenzierungsstrategie, EPRG-Modell, Wettbewerbsvorteile und Sportartikelbranche.
Wie unterscheidet sich die Internationalisierungs-Motivation von Adidas und Puma laut der Arbeit?
Adidas wird primär Push-Faktoren (Wettbewerbsdruck durch Nike) zugeordnet, während Puma seine Aktivitäten stärker durch Pull-Faktoren (freiwillige Erschließung von Potenzialen) vorangetrieben hat.
Welchen Einfluss hat das Perlmutter-Konzept auf die Analyse der beiden Unternehmen?
Das Konzept ermöglicht die Einordnung der Managementstrukturen beider Unternehmen in das regiozentrische Prinzip, bei dem homogene Ländergruppen regional zusammengefasst werden.
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- Roy Wesche (Author), 2014, Internationalisierungsstrategien am Beispiel von Adidas und Puma, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/284502