Unter Qualitätsmanagement versteht man nach der DIN EN ISO 9000:2000 „Aufeinander abgestimmte Tätigkeiten zum Leiten und Lenken einer Organisation bezüglich Qualität“. Dementsprechend wird davon ausgegangen, dass Prozesse in einer Wechselwirkung zueinander stehen und erkannt, verstanden und gehandhabt werden müssen. Die Kenntnis von Prozessen dient der Wirksamkeit einer Organisation und der Umsetzung von Qualitätszielen. In der DIN EN ISO 9000:2000 wird Qualität als „Grad, in dem ein Satz inhärenter Merkmale Anforderungen erfüllt“ definiert. Inhärente Merkmale (aus dem Lateinischen: „einer Einheit innewohnend“) sind im Krankenhaus Teile eines Prozesses bzw. eines Systems, also z.B. eines Prozesses, der die Wundbehandlung umfasst.
Nun ist die Krankenpflege nicht unbedingt als Ort bekannt, wo Normen und Anforderungen rasch wechseln. Trotzdem muss sich auch diese Berufsgruppe den Anforderungen des Qualitätsmanagements stellen, damit die Qualität nicht sinkt: „das alte Festschreiben von Standards für viele Jahrzehnte taugt nichts mehr. Je mehr Dienstleistungen und Managementfähigkeiten in die Produktion einfließen, desto wichtiger wird es, Normen und Standards zur Qualitätssicherung permanent weiterzuentwickeln". W. Edward Deming entwickelte in den fünfziger Jahren den nach ihm benannten Deming-Kreis, das PDCAModell, das die Grundlage qualitätssichernder Standards wie der ISO 9001 darstellt: Plan-Do-Check-Act - plane, mache, prüfe, handle - und dann wieder von vorn - ein permanenter Kontrollprozess, bei dem der Standard nur mehr Ausgangspunkt der Qualität ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1. Was ist Qualität?
2.2. Was ist Qualitätsmanagement?
2.3. Definition „Management“
3. Organisatorische Rahmenbedingungen
3.1. Qualitätsbeurteilung
3.2. Die Strukturqualität
3.2.1. Ist-Zustand:
3.2.2. Soll-Zustand:
3.2.3. Qualifikation der Mitarbeiter
3.2.4. Schulung des Personals
3.3. Die Prozessqualität
3.3.1. Prozessorientierter Ansatz:
3.3.2. Prozesse
3.3.3. Pflegerische Maßnahmen
3.3.4. Wunddokumentation
3.3.5. Anforderungen an Vorgabedokumente
3.3.6. Bestimmung des Wundzustandes
3.4. Die Ergebnisqualität
3.5.1. Gesundheitsfortschritt
3.5.2. Kontrolle von Nachweisdokumenten
4. Eigene Stellungnahme
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Implementierung eines strukturierten Qualitätsmanagements im Krankenhaus, wobei das Wundmanagement als exemplarisches Anwendungsfeld dient. Ziel ist es, die Voraussetzungen für eine einheitliche und nachvollziehbare Wunddokumentation zu schaffen, um sowohl die Qualität der Patientenversorgung zu steigern als auch juristische Anforderungen zu erfüllen und die Effizienz der Pflegeprozesse zu optimieren.
- Grundlagen des Qualitätsmanagements im klinischen Kontext
- Analyse und Optimierung der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität
- Standardisierung der Wunddokumentation und -behandlung
- Bedeutung der Personalqualifikation und Schulung im Wundmanagement
- Vergleich von Prozessmodellen (PDCA-Regelkreis, Pflegeprozess)
Auszug aus dem Buch
3.3.2. Prozesse
Bevor eine Durchführung von Handlungen stattfindet, ist es notwendig, Prozesse durch eine detaillierte Prozessanalyse aller Prozesse im Krankenhaus abzugrenzen. Der Ausgangspunkt für diese Prozessanalyse ist eine Übersicht aller Prozesse, die im Haus vorhanden sind. Dabei erleichtert die Sortierung nach Schlüsselprozessen die Zuordnung der verschiedenen Unternehmensprozesse. Die Zuordnung der spezifischen Unternehmensprozesse kann z.B. in einer Liste der Prozesse erfolgen. Um einen spezifischen Prozess abzugrenzen, erleichtert die Abfrage bestimmter Merkmale die Analyse und Dokumentation.
Zu den möglichen Merkmalen gehören z.B.
Das Feststellen von Eigentümer, Kunde und Lieferanten des Prozesses
Welches Ziel soll erreicht werden?
Wer oder was gibt den Anstoß des Prozesses?
Die Inputs - Grundlagen des Prozesses
Wie und durch wen (Verantwortliche) bzw. mit wem (Schnittstellen) wird der Prozess durchgeführt?
Die Outputs - Was sind die Ergebnisse des Prozesses?
Vorgehensweise bei Änderungen
Wie erfolgt eine Bewertung des Prozesses, z.B. anhand welcher Kennzahlen?
Die Grundlage bilden hierbei bekanntermaßen Organigramme oder - sofern vorhanden - Stellen- oder Aufgabenbeschreibungen. Auch Flussdiagramme z.B. aus früheren Projekten können herangezogen werden. Die Schlüsselprozesse sind ausgehend von den Kundenforderungen über die Leistungserbringung, z.B. Produktions- oder Dienstleistungsprozesse, festzulegen. Dabei ist es sinnvoll, sich an den Kunden-Lieferanten-Beziehungen innerhalb des Unternehmens zu orientieren. Die Basis hierbei bildet die Übersicht der Unternehmensprozesse (Schlüsselprozesse).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der subjektiven Wundbeschreibung im klinischen Alltag ein und skizziert das Ziel, durch ein strukturiertes Wundmanagement eine einheitliche Dokumentationsgrundlage zu schaffen.
2. Definitionen: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe Qualität, Qualitätsmanagement und Management auf Basis der DIN EN ISO Normen definiert und in den Krankenhauskontext übertragen.
3. Organisatorische Rahmenbedingungen: Dieser Hauptteil analysiert die für das Qualitätsmanagement relevanten Dimensionen (Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität) und erläutert deren Anwendung am Beispiel der Wundversorgung und -dokumentation.
4. Eigene Stellungnahme: Die Autorin resümiert, dass Qualität als Gesamtsystem zu verstehen ist, wobei der Patient im Zentrum steht und eine qualifizierte, transparente Dokumentation unabdingbar für den Behandlungserfolg ist.
Schlüsselwörter
Qualitätsmanagement, Wundmanagement, Pflegedokumentation, Prozessqualität, Strukturqualität, Ergebnisqualität, PDCA-Regelkreis, Wundheilung, Pflegeprozess, Standardisierung, Gesundheitsfortschritt, Patientenversorgung, Wunddokumentation, Krankenhaus, Patientenzufriedenheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Notwendigkeit und Implementierung eines Qualitätsmanagementsystems im Krankenhaus, mit einem besonderen Fokus auf die Optimierung der Versorgung und Dokumentation von Wunden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind das Qualitätsmanagement, die Definition von Prozess- und Strukturqualität, die Anwendung von Pflegestandards und die strategische Einführung eines Wundmanagementsystems.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es, einen Weg aufzuzeigen, wie durch ein strukturiertes Wundmanagement eine einheitliche, nachvollziehbare und qualitätsorientierte Dokumentation im Krankenhaus etabliert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen zu Qualitätsmanagement-Normen sowie eine empirische Bestandsaufnahme (Umfrage unter Mitarbeitern) und Prozessanalysen im Krankenhaus.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Strukturqualität (Mitarbeiter, Richtlinien), Prozessqualität (Prozessorientierter Ansatz, Wunddokumentation) und Ergebnisqualität (Gesundheitsfortschritt, Messbarkeit).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Wundmanagement, Qualitätsmanagement, Pflegedokumentation, Prozessqualität und Patientenorientierung.
Wie unterscheidet sich der aktuelle Ist-Zustand vom angestrebten Soll-Zustand in der Wunddokumentation?
Der Ist-Zustand ist durch eine unsystematische, subjektive und firmengebundene Dokumentation gekennzeichnet, während der Soll-Zustand eine einheitliche, systemübergreifende Dokumentation vorsieht, die in das KIS integriert ist.
Welche Rolle spielt das TIME-Prinzip in dieser Untersuchung?
Das TIME-Prinzip wird als einheitliches Kriteriensystem für die Wundbeschreibung vorgeschlagen, um die bisherige mangelnde Standardisierung im Krankenhaus zu überwinden.
Warum wird der PDCA-Regelkreis auf den Pflegeprozess angewandt?
Der PDCA-Regelkreis (Plan-Do-Check-Act) dient als wissenschaftliches Modell, um die Pflegehandlung kontinuierlich zu überwachen, zu messen und systematisch zu verbessern.
Welche Bedeutung haben "Bedarfsverbände" für das Qualitätsmanagement?
Bedarfsverbände tragen zur Wirtschaftlichkeit bei, da die Wechselintervalle individuell an den Heilungsverlauf angepasst werden, was sowohl die Material- als auch die Personalkosten optimiert.
- Quote paper
- Eva Maria Weber (Author), 2006, Qualitätsmanagement im Krankenhaus unter besonderer Berücksichtigung der Pflege von Wunden, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/284239