Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um die überarbeitete Magisterarbeit, die der Autor im Jahre 2007 am Archäologischen Institut, Abt. II Archäologie und Geschichte der römischen Provinzen sowie Hilfswissenschaften der Altertumskunde der Goethe Universität Frankfurt eingereicht hatte. Aufgabenstellung dieser Arbeit war die vollständige Aufnahme und Auswertung der Befunde und Funde einer frühalamannischen Siedelstelle, die im Ortsgebiet von Aalen-Unterrombach-Hofherrnweiler in der Talaue des Sauerbachs gefunden worden war. Die Siedelungsreste wurden 1997 und 1998 vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart unter Leitung von Rüdiger Krause im Rahmen einer Notgrabung (LDA 1997-18) beim Bau der B 29 in Teilen freigelegt. Sie datiert aufgrund dendrochronologischer Untersuchungen spätestens zu Anfang des 4. Jhs. n. Chr.
Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkungen
I. Einleitende Grundlagen
1. Forschungsgeschichte
2. Naturräumliche Gegebenheiten
a) Topographie und Geologie
b) Klima und Boden
c) Anbindung an die römische Infrastruktur
3. Dendrodatierung
II. Befunde
1. Analyse der Befunde: Methode und Problematik
2. Fläche 1
a) Gruben und Gräben sowie flächige Befunde
b) Pfosten
c) Gebäudestrukturen
3. Fläche 2
a) Römischer Straßenverlauf
b) Randliche Gebäudestrukturen
c) Hofflächenbegrenzung
d) Gebäudestrukturen innerhalb der Hoffläche
4. Fläche 3
III. Funde
1. Münzen und Metallobjekte
a) Münzen
b) Bronze
c) Eisen
2. Bein
3. Glas
4. Keramik: Methode und Problematik
a) Reliefsigillata
b) Glatte und unbestimmbare Sigillata
c) Terra Nigra und Glanztonware
d) Gebrauchskeramik/Tongrundige Ware (TW)
e) Gebrauchskeramik/Tongrundige Ware, handaufgebaut (TW, handaufgebaut)
f) Warengruppe 1 (WG1)
g) Warengruppe 2 (WG2)
h) Warengruppe 3 (WG3)
i) Warengruppe 4 (WG4)
j) Verbrannte/unbestimmbare Ware
6. Baukeramik und Hüttenlehm
7. Stein
a) Bearbeitete Steinobjekte
b) Unbearbeitetes Gestein
c) Erze
8. Hölzer und Pfosten
9. Schlacken
IV. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende archäologische Studie widmet sich der systematischen Aufnahme und Auswertung von Funden und Befunden einer frühalamannischen Siedlung, die in Aalen-Unterrombach-Hofherrnweiler entdeckt wurde. Das primäre Ziel besteht darin, durch eine detaillierte Analyse der baulichen Strukturen sowie der Keramik und anderer Fundgattungen ein besseres Verständnis der Siedlungsstrukturen und der Lebensbedingungen dieser germanischen Neusiedler im 4. Jahrhundert n. Chr. zu erlangen, wobei insbesondere die Kontakte zur römischen Infrastruktur und die zeitliche Einordnung untersucht werden.
- Archäologische Untersuchung einer frühalamannischen Siedlungsstelle
- Analyse von Baustrukturen (Speicherbauten, Grubenhäuser) und Siedlungsbefunden
- Typologische und chronologische Auswertung des Fundmaterials (Keramik, Metall, Glas)
- Dendrochronologische Datierung der Siedlungsaktivitäten
- Diskussion der Siedlungskontinuität und -kontakte am Limes nach der römischen Zeit
Auszug aus dem Buch
1. Analyse der Befunde: Methode und Problematik
Mit der Grabung von Aalen-Sauerbach können über 300 Einzelbefunde, zumeist Pfostengruben, vorgelegt werden, von denen sich mehr als die Hälfte in Fläche 1 befinden. Eine Interpretation der Befunde erwies sich in dieser Fläche als sehr schwierig, da sich die Befundsituation zunächst als ein – wie es G. Fingerlin so treffend formuliert hatte – „fast unauflösbares Pfostengewirr“ darstellte. Vermeintliche Zusammengehörigkeiten einzelner Pfostengruben aufgrund von paarigem Auftreten, Fluchten oder rechtwinkliger Stellung ließen sich – zumindest in Fläche 1 – bei einer rein zweidimensionalen Auswertung nicht sinnvoll deuten. Daher wurde in einem zweiten Schritt eine Analyse der Tiefen der Pfostengruben vorgenommen. Idealiter bilden sich hierbei zusammengehörige Einzelbefunde – und damit interpretierbare Baustrukturen – durch ähnliche Tiefen der Pfostensetzungen ab.
Für die Analyse der Tiefen war es zunächst erforderlich, anhand von Befundbeschreibungen und Profilzeichnungen den absoluten Höhenwert „H“ als den tiefsten Punkt des jeweiligen Befunds zu ermitteln; bei Pfostengruben entspricht dies den Grubensohlen. Aufgrund unvollständiger Höhenangaben in den Dokumentationsunterlagen war dies jedoch nicht immer möglich: In einigen Fällen fehlten die Angaben gänzlich, v. a. im südlichen Bereich von Fläche 1. Die Tatsache, dass weitere Pfostengruben vorhanden waren, erlaubte allerdings sicherere Zusammenfassungen und Ergänzungen von Einzelbefunden zu Grundrissen. Das völlige Fehlen dieser Pfostengruben hätte diesbezügliche Aussagen sehr viel spekulativer erscheinen lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitende Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Forschungsgeschichte, die naturräumliche Einbettung der Fundstelle und die Methode der Dendrodatierung.
II. Befunde: Hier erfolgt die detaillierte Vorstellung und Auswertung der Befunde aus den drei Grabungsflächen, wobei ein besonderer Fokus auf der Analysemethodik von Pfostengruben und Baustrukturen liegt.
III. Funde: Dieses Kapitel bietet eine systematische Klassifizierung und Analyse des Fundmaterials, unterteilt in Materialklassen wie Keramik, Metallobjekte, Glas und Stein.
IV. Zusammenfassung und Ausblick: Der Abschnitt fasst die Grabungsergebnisse zusammen und diskutiert deren Bedeutung für das Verständnis der frühalamannischen Besiedlung und siedlungsgeschichtliche Fragen.
Schlüsselwörter
Aalen-Sauerbach, frühalamannische Siedlung, Notgrabung, Pfostengruben, Dendrodatierung, Siedlungsstrukturen, Keramik, Baukeramik, Verhüttung, Römische Infrastruktur, Fundkatalog, Befundauswertung, Spätantike, Siedlungsarchäologie, Germanische Neusiedler.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Publikation ist eine archäologische Studie über eine frühalamannische Siedlung bei Aalen-Unterrombach, deren Reste im Rahmen einer Notgrabung beim Bau der B 29 freigelegt wurden.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?
Die Arbeit fokussiert auf die Siedlungsarchäologie, die Datierung mittels Dendrochronologie, die baulichen Strukturen (insbesondere Speicherbauten) und die typologische Auswertung des umfangreichen Fundmaterials.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist die vollständige Aufnahme und Auswertung der Funde und Befunde, um das Wissen über frühalamannische Siedlungsstrukturen im Raum Aalen zu erweitern und die Datierung der Besiedlung zu präzisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Es wurde eine Kombination aus archäologischer Befunddokumentation (Planum, Profile), einer tiefenorientierten Analyse der Pfostensetzungen und einer makroskopischen Klassifizierung der Keramik angewandt.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil ist in eine methodische Befundanalyse der drei Grabungsflächen sowie eine detaillierte Kategorisierung des Fundmaterials unterteilt.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Aalen-Sauerbach, Dendrodatierung, frühalamannische Siedlung, Baukeramik und die Analyse von Pfostengruben zur Rekonstruktion von Grundrissen.
Wie sicher ist die Datierung der Funde?
Die Datierung der Hölzer mittels Dendrochronologie ermöglicht eine präzise zeitliche Einordnung der Siedlung auf den Anfang des 4. Jahrhunderts n. Chr., während bei der Keramik aufgrund mangelnder vollständiger Typologien noch Unsicherheiten bestehen.
Welche Bedeutung haben die gefundenen Tubulusfragmente?
Die Tubulusfragmente deuten auf eine römische Station in der näheren Umgebung hin, die möglicherweise im Zusammenhang mit der Siedlung oder deren nachrömischer Weiternutzung steht.
- Arbeit zitieren
- M.A. Sascha Heckmann (Autor:in), 2007, Die frühalamannische Siedlung von "Aalen-Sauerbach", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/284084