Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, auf welche Weise verschiedene Determinanten die Arbeitsweise der Pharmaindustrie verändern und welche Herausforderungen damit einhergehen. Dabei sollen untern anderem die gesetzlichen Rahmenbedingungen des deutschen Pharmamarktes, die Blockbuster-Strategie, die Kosten-Nutzenbewertung bei der Arzneimittel-Zulassung, der Marktanteilswettbewerb mit Generika-Herstellern und die zunehmende Patentenemanzipation berücksichtigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Aktuelle Herausforderungen für forschende Pharmaunternehmen
1.1 Gesetzliche Rahmenbedingungen des deutschen Pharmamarktes
1.2 Die Blockbuster-Strategie am Rande der Krise
1.2.1 Problem Innovationslücke - unzureichende Effizienz von Forschung und Entwicklung
1.2.2 Verringerte exklusive Vermarktungszeit
1.2.3 Patentausläufe und Patentangriffe
1.3 Kosten-Nutzenbewertung bei der Arzneimittel-Zulassung
1.4 Marktanteilswettbewerb mit Generika-Herstellern
1.5 Zunehmende Patientenemanzipation
2 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert, wie sich verschiedene ökonomische und gesetzliche Rahmenbedingungen auf die Arbeitsweise forschender Pharmaunternehmen auswirken und welche strategischen Herausforderungen sich daraus für die Marktpositionierung im deutschen und globalen Umfeld ergeben.
- Gesetzliche Regulierungen und deren Auswirkungen auf den Pharmamarkt
- Die Krise der traditionellen Blockbuster-Strategie in der Forschung
- Herausforderungen durch Patentabläufe und den Wettbewerb mit Generika
- Die zunehmende Bedeutung der Patientenemanzipation für das Pharmamarketing
Auszug aus dem Buch
1.2.1 Problem Innovationslücke - unzureichende Effizienz von Forschung und Entwicklung
Die Pharmabranche ist wie kaum eine zweite Industrie forschungsintensiv und damit einem hohen Risiko ausgesetzt. In der Regel investieren die Pharmakonzerne etwa ein Fünftel ihres Umsatzes in den Bereich Forschung & Entwicklung (F&E). Nach Angaben des VFA kostet die Erforschung und Entwicklung eines neuen Medikaments durchschnittlich 800 Mio USD. Davon entfallen mehr als die Hälfte auf gesetzlich vorgeschriebene klinische Prüfungen. Dabei hat sich die Zeitspanne von der Synthese bis zur Zulassung eines neuen Wirkstoffes innerhalb der letzten 30 Jahre jedoch von zwei auf zwölf Jahre verlängert.
Damit die Produkte den gesteigerten gesellschaftlichen und individuellen Anforderungen genügen, haben forschende Pharmaunternehmen im deutschen Markt ihre Gesamtausgaben für F&E seit 1996 von 2,45 Mrd. Euro kontinuierlich auf 4,07 Mrd. Euro im Jahre 2005 erhöht. Zusätzlich erschwerend wirkt sich aus, dass statistisch nur drei von zehn neu zugelassenen Arzneimitteln die erwarteten Einnahmen generieren. In den USA haben die im Verband der „Pharmaceutical Research and Manufacturers of America“ (PhRMA) zusammengeschlossenen großen amerikanischen Pharmaunternehmen ihre Ausgaben für F&E von 17 Mrd. USD im Jahr 1996 kontinuierlich auf 40 Mrd. USD im Jahre 2005 gesteigert - ca. 20 % ihres gesamten Umsatzes. Dies ist besonders im Hinblick darauf relevant, dass nach Angaben der PhRMA von 250 in der Präklinik getesteten Substanzen nur fünf in die klinischen Prüfungen gelangen, von denen nur eines schließlich als neues Arzneimittel zugelassen wird. Insgesamt erlangt in der Arzneimittelentwicklung nur eine von 500 Substanzen die Marktreife. Das finanzielle Risiko ist also gewaltig.
Erhöhte Ausgaben führen jedoch nicht zwangsläufig zu höheren Investitionsgewinnen und innovativeren Arzneimitteln. Die Anzahl der Zulassungen neu entwickelter Medikamente durch die FDA (Food and Drug Administration, amerikanische Zulassungsbehörde) sank von 53 im Jahre 1996 auf zuletzt 15 im Jahre 2005.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Aktuelle Herausforderungen für forschende Pharmaunternehmen: Einführung in die ökonomischen Determinanten und die spezifische Regulierungssituation des deutschen Pharmamarktes.
1.1 Gesetzliche Rahmenbedingungen des deutschen Pharmamarktes: Analyse des Einflusses politischer Maßnahmen und Budgeteinschränkungen auf das Marktwachstum in Deutschland.
1.2 Die Blockbuster-Strategie am Rande der Krise: Erörterung der abnehmenden Effizienz in der Forschung und Entwicklung von Blockbuster-Medikamenten.
1.2.1 Problem Innovationslücke - unzureichende Effizienz von Forschung und Entwicklung: Untersuchung der steigenden Kosten und Risiken bei der Wirkstoffentwicklung.
1.2.2 Verringerte exklusive Vermarktungszeit: Darstellung der verkürzten Zeiträume für die Marktexklusivität aufgrund regulatorischer und zeitlicher Hürden.
1.2.3 Patentausläufe und Patentangriffe: Beschreibung der strategischen Herausforderungen durch das Auslaufen von Patenten und die Zunahme von Patentanfechtungen.
1.3 Kosten-Nutzenbewertung bei der Arzneimittel-Zulassung: Erläuterung der Bedeutung von Nutzenbewertungen durch Institutionen wie das IQWiG für künftige Markterfolge.
1.4 Marktanteilswettbewerb mit Generika-Herstellern: Analyse der Wettbewerbsdynamik zwischen forschenden Unternehmen und Generika-Anbietern.
1.5 Zunehmende Patientenemanzipation: Beleuchtung der veränderten Rolle des Patienten als informierter Akteur im Gesundheitswesen.
2 Resümee: Zusammenfassende Einschätzung der strategischen Notwendigkeit für Pharmaunternehmen, sich an ein komplexer werdendes Umfeld anzupassen.
Schlüsselwörter
Pharmaindustrie, Forschung und Entwicklung, Blockbuster, Patentablauf, Generika, Kosten-Nutzen-Bewertung, Arzneimittelgesetz, Gesundheitsökonomie, Patientenemanzipation, Innovationslücke, Festbetragssystem, Zulassungsverfahren, Biosimilars, Marktexklusivität, Gesundheitspolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den aktuellen ökonomischen und regulatorischen Herausforderungen, vor denen forschende Pharmaunternehmen in Deutschland stehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Krise der Blockbuster-Strategie, der Generika-Konkurrenz, dem Patentrecht, neuen Zulassungsbedingungen und dem wachsenden Einfluss der Patienten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Identifikation der Faktoren, welche die Arbeitsweise der Pharmaindustrie verändern, und die Aufzeigung strategischer Optionen zur Sicherung der Marktposition.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse aktueller Marktdaten, gesetzlicher Rahmenbedingungen und der Auswertung bestehender Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Innovationslücke, die Problematik von Patentabläufen, das Festbetragssystem sowie die Auswirkungen von Kosten-Nutzen-Bewertungen auf die Produktstrategie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Pharmaindustrie, F&E-Effizienz, Blockbuster, Patentauslauf, Generika-Wettbewerb, Kostendruck im Gesundheitswesen und Patientenemanzipation.
Wie beeinflussen Biosimilars die aktuelle Strategie der Unternehmen?
Biosimilars stellen durch die hohen Anforderungen an die Nachahmung biopharmazeutischer Produkte eine neue, komplexe Hürde dar, die Investitionen und Ressourcen bindet und vor allem größeren Anbietern vorbehalten bleibt.
Welche Bedeutung hat die Patientenemanzipation für das Pharmamarketing?
Durch das Internet und einen höheren Bildungsstand informieren sich Patienten zunehmend selbstständig, was die Pharmaunternehmen zwingt, den Wert ihrer Innovationen aktiver zu belegen.
- Quote paper
- Dr. Christine Richter (Author), 2007, Aktuelle Herausforderungen für forschende deutsche Pharmaunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/284060