Für ein Unternehmen ist es, wenn es dauerhaft Bestand haben möchte, von großer Wichtigkeit seine aktuelle und seine zukünftige Lage zu kennen, bzw. abzuschätzen. Für diese Aufgaben ist vor allem die Kostenplanung ein sehr nützliches Instrument, da man dadurch sowohl einen strukturierten und organisierten Blick in die Zukunft werfen kann, als auch die aktuellen Kosten einer Periode mit den geplanten Kosten dieser Periode vergleichen kann und man so einen Ansatzpunkt hat, um eventuelle Probleme aufzudecken.
Die Einzelkosten lassen sich ohne allzu großen Aufwand planen, wenn das Absatzziel definiert ist und man dann Stücklisten und Stücklohnkosten heran zieht. Bei den Gemeinkosten ist es ähnlich; solange sie verursachungsgerecht über Verteilungsschlüssel zugerechnet werden können, z.B. bei Energiekosten oder den Kosten für Hilfs- und Betriebsmittel. Kann allerdings kein verursachungsgerechter Maßstab gefunden werden, wie bei der Verwaltung oder Forschung und Entwicklung, da kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen deren Kosten und der Absatzmenge des Unternehmens besteht, muss man hier einen zumeist fixen Kostenbetrag, also Budgets für diese Kostenstellen veranschlagen.
Da man aber die Höhe der Budgets nicht aus der Luft greifen sollte, muss man die Zahlen in einem Planungsprozess unter Zuhilfenahme von weiteren Planungsinstrumenten ermitteln.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1. Hinführung zum Thema
1.2. Problemstellung
2 Budgetierung
2.1. Begriffsklärung
2.2. Budgetdifferenzierung
2.2.1. In Abhängigkeit von der Bezugsgröße
2.2.2. Nach Umfang der Wertvorgaben
2.2.3. Nach Entscheidungseinheiten
2.2.4. Nach der Geltungsdauer
2.3. Budgeterstellung
2.4. Budgetüberwachung
3 Planbilanzen
3.1. Handels- und Steuerrechtliche Bilanz
3.2. Besonderheiten der Planbilanz
4 Plangewinn- und Verlustrechnung
4.1. Handelsrechtliche Gewinn- und Verlustrechnung
4.2. Besonderheiten der Plangewinn- und Verlustrechnung
5 Finanzplanung
5.1. Begriffsklärung
5.2. Langfristige Finanzplanung
5.3. Mittelfristige Finanzplanung
5.4. Kurzfristige Finanzplanung
6 Zusammenhang im Rahmen der Budgetierung
6.1. Relevante Informationen
6.2. Abhängigkeiten
7 Fazit
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die methodische Verknüpfung der drei zentralen Steuerungsinstrumente Planbilanz, Plangewinn- und Verlustrechnung sowie Finanzplanung, um deren Informationen effektiv für den unternehmerischen Budgetierungsprozess nutzbar zu machen.
- Grundlagen und Differenzierung der Budgetierung
- Methodik der Budgeterstellung und -überwachung
- Rolle der Planbilanz in der Unternehmenssteuerung
- Besonderheiten der Plangewinn- und Verlustrechnung
- Systematik der kurz-, mittel- und langfristigen Finanzplanung
Auszug aus dem Buch
6.2. Abhängigkeiten
Bei der Erstellung der genannten Planinstrumente muss man darauf achten, dass keines von ihnen isoliert geplant wird. Vielmehr sollten Planbilanz, Plan-GuV und Finanzplanung parallel nebeneinander und unter Berücksichtigung ihrer Wechselwirkungen untereinander entstehen. Alleine wenn man eine Planbilanz aufstellen möchte braucht es Teilpläne aus allen Bereichen des Unternehmens, auch aus der Finanzplanung, um alle Akiva und Passiva des nächsten Geschäftsjahres auszuweisen. Für die Finanzplanung ist es ebenso wichtig, die Pläne aus den Teilbereichen vorliegen zu haben, um Investitionen, Finanzierungen, Einzahlungen und Auszahlungen in der Planung zu berücksichtigen. Auch die Plan-GuV benötigt viele Informationen aus dem Unternehmen, vor allem jene, die Erträge und Aufwendungen verursachen. Über all dem steht am Ende der Prozess der Budgetierung, der die gesamten Abhängigkeiten koordinieren muss, um den Abteilungen einen Kostenbetrag zuweisen zu können.
Den Ausgangspunkt für einen Budgetierungsprozess bilden Planungsziele aus der strategischen Unternehmensplanung, die für den Planungshorizont des Budgets konkretisiert, bzw. abgeleitet werden. Geht man z.B. von einem Absatz- bzw. Umsatzziel aus, da dies meist der Engpass in einer Unternehmensplanung ist, findet man diese Zielvorgabe in der Plan-GuV, optimaler Weise gegliedert nach den einzelnen Produkten die das Unternehmen produziert. Da der Planumsatz aber nicht nur davon abhängt, wieviel man theoretisch verkaufen könnte, sondern auch davon, wieviel man im Rahmen der Vorfinanzierung und der Kapazitäten herstellen kann, steht die Plan-GuV in Wechselwirkung mit der Finanzplanung und der Planbilanz. Sollte sich im Rahmen der Planung des Umsatzes für die Plan-GuV ergeben, dass am Markt potenziell langfristig mehr verkauft werden kann als mit den aktuellen Anlagen möglich ist, müsste zunächst in der Finanzplanung bestimmt werden, ob die Aufstockung des Anlagevermögens in den Finanzplan passt und wie die Investition finanziert werden soll. Eine solche Entscheidung hat ebenfalls Auswirkungen auf die Planbilanz, da sich zum einen die Summe der Anlagegüter verändern würde und zum anderen, da die Anlage vermutlich mit Fremdkapital finanziert wird, die Schulden steigen würden, daraufhin dann eine von der Unternehmensführung gewollte Eigenkapitalquote möglicherweise nicht mehr zu halten ist und somit neuer Abstimmungsbedarf entsteht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung erläutert die Notwendigkeit einer strukturierten Kostenplanung und stellt die Problematik der Koordination verschiedener Planungsinstrumente im Budgetierungsprozess dar.
2 Budgetierung: Dieses Kapitel definiert Budgets als Steuerungsinstrument, beschreibt deren Differenzierungsmöglichkeiten sowie die methodischen Ansätze zur Erstellung und Überwachung.
3 Planbilanzen: Es wird die Bedeutung der Planbilanz als Zusammenfassung der internen Planung erläutert, wobei insbesondere die Unterschiede zur handels- und steuerrechtlichen Bilanz herausgestellt werden.
4 Plangewinn- und Verlustrechnung: Das Kapitel behandelt die Plan-GuV als Instrument zur Darstellung der prognostizierten Ertragslage und diskutiert deren spezifische Anforderungen im Planungsprozess.
5 Finanzplanung: Hier werden die Ziele und Methoden der kurz-, mittel- und langfristigen Liquiditätssicherung sowie deren Integration in das betriebliche Planungssystem dargelegt.
6 Zusammenhang im Rahmen der Budgetierung: Dieses zentrale Kapitel analysiert, wie die Instrumente Planbilanz, Plan-GuV und Finanzplanung in Wechselwirkung zueinanderstehen und durch die Budgetierung koordiniert werden.
7 Fazit: Die abschließende Betrachtung bewertet das Zusammenspiel der Instrumente als effektives Kontrollsystem, warnt jedoch vor der notwendigen Abwägung zwischen Genauigkeit und Wirtschaftlichkeit.
Schlüsselwörter
Budgetierung, Controlling, Planbilanz, Plangewinn- und Verlustrechnung, Finanzplanung, Liquiditätssicherung, Unternehmensplanung, Soll-Ist-Vergleich, Abweichungsanalyse, Kostenvorgabe, Planungsinstrumente, Gegenstromverfahren, Erfolgsrechnung, Unternehmenssteuerung, Wirtschaftlichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Darstellung und Verknüpfung der wesentlichen betriebswirtschaftlichen Planungsinstrumente (Planbilanz, Plan-GuV, Finanzplanung) im Kontext der operativen Budgetierung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die Budgetierungssystematik, der Aufbau von Planrechnungen sowie die Koordination von wechselseitigen Abhängigkeiten innerhalb der Unternehmensplanung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie die Informationen aus Planbilanz, Plan-GuV und Finanzplanung gefiltert und miteinander in Verbindung gesetzt werden können, um den Budgetierungsprozess effektiv zu steuern.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Fundierung und strukturierte Analyse der Zusammenhänge zwischen den genannten Planungsinstrumenten unter Einbeziehung gängiger Controlling-Literatur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden nacheinander die Budgetierung, die Planbilanz, die Plangewinn- und Verlustrechnung sowie die Finanzplanung erläutert, gefolgt von einer Synthese ihrer Abhängigkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch die Begriffe Budgetierung, Controlling, Planbilanz, Liquiditätssicherung und Unternehmenssteuerung gekennzeichnet.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Planbilanz und steuerrechtlicher Bilanz wichtig?
Da die steuerrechtliche Bilanz externen Zwecken (Steuerzahllast) dient, ist für die interne Planung eine Loslösung von gesetzlichen Bewertungsvorschriften notwendig, um realistische Zukunftserwartungen abzubilden.
Welche Rolle spielt das Gegenstromverfahren bei der Budgetierung?
Das Gegenstromverfahren kombiniert Bottom-Up-Vorschläge der Abteilungen mit Top-Down-Vorgaben der Unternehmensführung, um einen realistischen, akzeptierten Konsens zu finden.
- Quote paper
- Bernd Ladenhaus (Author), 2014, Die Zusammenhänge von Plangewinn- und Verlustrechnung, Planbilanz und Finanzplanung im Rahmen der Budgetierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/284024