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Schaffen die Vereinten Nationen den ewigen Frieden? Der Vergleich von Kants „Zum Ewigen Frieden“ und der Charta der Vereinten Nationen

Title: Schaffen die Vereinten Nationen den ewigen Frieden? Der Vergleich von Kants „Zum Ewigen Frieden“ und der Charta der Vereinten Nationen

Seminar Paper , 2013 , 67 Pages , Grade: 1,1

Autor:in: Tim Richter (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)

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Summary Excerpt Details

Was wäre es für eine Welt, in der alle Kriegsgründe eliminiert und Frieden nicht nur die Ruhe zwischen zwei Stürmen sei, sondern ewiger Zustand ist? Ein Ideal, das erstmals vom französischen Abbé St. Pierre formuliert wurde, angesichts dessen, „daß das Verhältnis der europäischen Mächte untereinander eigentlich ein Kriegszustand ist“ . Und da ein Friedenszustand ein Ordnungszustand sein müsse, entwarf der Abt für die europäischen Staaten fünf Grundartikel. Diese Grundartikel fassen das Ideal eines dauerhaften Friedenszustandes in einem durch Rechtssetzung im Staat und zwischen den Völkern getragenen Bund.

Im Rahmen dieser Debatte erhebt Immanuel Kant seine Stimme und ergänzt das Staatsbürgerrecht und Völkerrecht um ein überstaatliches, kosmopolitisches Recht, damit der Frieden als weltbürgerliches Ideal realisiert ist: „Die Idee einer mit dem natürlichen Rechte des Menschen zusammenstimmenden Konstitution: daß nämlich die dem Gesetz Gehorchenden auch zugleich, vereinigt, gesetzgebend sein sollen, liegt bei allen Staatsformen zugrunde, und das gemeine Wesen, welches ihr gemäß [...] ein platonisches Ideal heißt, ist nicht ein leeres Hirngespinst, sondern die ewige Norm für alle bürgerliche Verfassung überhaupt, und entfernet allen Krieg.“

Könnte eine solche auf Normen aufgebaute Friedensordnung heute nicht durch die Charta der Vereinten Nationen realisiert sein - sowohl in Idee als auch in Struktur? Schaffen die Vereinten Nationen den ewigen Frieden?

Eine Frage, die durch einen Vergleich der Prämissen, Argumente und Konzepte aus der Friedensschrift mit dem Gründungsdokument der Vereinten Nationen, der Charta, beantwortet wird. Nach einer (natürlich die „Schlaglichter“ fokussierenden) historischen Kontextuierung der Friedensschrift wird auf Konzepte und Begrifflichkeiten aus dem Werk Kants eingegangen werden. Da die Friedensschrift in ein Gesamtwerk eingebettet ist und insofern Bezüge zu anderen Texten nicht ausbleiben, werden diejenigen Begriffe und Definitionen vorgestellt, ohne die ein Verständnis der Friedensschrift nur schwerlich zu erlangen ist.

In einem zweiten Schritt werden die Konzepte und Begriffe der UN-Charta vorgestellt, um sie in den rechtlichen Rahmen des Systems der Vereinten Nationen zu setzen und im dritten und letzten Schritt dieser Arbeit mit den weltbürgerrechtlichen, völkerrechtlichen und staatsbürgerlichen Denkweisen aus der Friedensschrift in Verbindung zu setzen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Der Friedensbegriff

1.2. Vorgehen und Struktur der Arbeit

1.3. Historischer Kontext der Friedensschrift

2. Kontext und Text der Friedensschrift

2.1. Relevante Begrifflichkeiten

2.1.1. Widerstandsrecht

2.1.2. Staat als Rechtsinstitution zweiter Ordnung

2.1.3. Vorrechtliche Naturzustand

2.1.4. Staatsaufbau

2.1.5. Kriegsdefinition und -gründe

2.1.6. Ein Friedensbund

2.2. Friedensschaffung durch Verrechtlichung

2.3. Drei rechtsrelevante Dimensionen

2.3.1. ius civitatis

2.3.1.1. leges latae

2.3.2. ius gentium

2.3.2.1. leges strictae

2.3.3. ius cosmopoliticum

3. Die Charta der Vereinten Nationen

3.1. Historische Kontextuierung

3.2. Der Text der Charta

3.2.1. Frieden und Sicherheit

3.2.2. Menschenrechte & Wirtschaft und Entwicklung

3.2.2.1. Schutz der Menschenrechte

3.2.2.2. Soziale und wirtschaftliche Sicherung

3.2.3. Streitschlichtung und Völkerrechtsentwicklung

4. Frieden durch Internationalisierung als Rechtsfortschritt

4.1. Die Friedensbegriffe

4.1.1. Frieden durch Sicherheit

4.1.1.1. Souveränitätsgarantie

4.1.1.2. Grundsatz der Nichteinmischung

4.1.1.3. Auflösung stehender Heere

4.1.2. Frieden durch Recht

4.1.2.1. Förderalismus freier Staaten

4.1.2.2. Entwicklung von Völkerrecht

4.1.2.3. Schaffung eines Rechtssprechungsorgans

4.1.2.4. Rechtskompatibilität

4.1.2.5. Setzung von Kriegsrecht

4.1.2.6. Friedensvertraglichkeit

4.1.2.7. Recht der allgemeinen Hospitalität

4.1.3. Sicherheit durch Wohlstand

4.2. Idealismus vs. Realismus

4.3. Die Philosophie der Friedensschrift in den Vereinten Nationen

5. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Frage zu beantworten, ob die Vereinten Nationen den ewigen Frieden schaffen können. Durch einen Vergleich der Prämissen, Argumente und Konzepte aus Immanuel Kants „Zum Ewigen Frieden“ mit dem Gründungsdokument der Vereinten Nationen, der Charta, wird untersucht, inwieweit das kantische Ideal einer Friedensordnung heute durch die UN realisiert sein könnte.

  • Vergleich der kantischen Friedensschrift mit der Charta der Vereinten Nationen
  • Analyse der Bedeutung von Rechtsetzung auf staatlicher, völkerrechtlicher und kosmopolitischer Ebene
  • Untersuchung der strukturellen und normativen Ähnlichkeiten zwischen Kants Friedenskonzept und dem UN-System
  • Diskussion über die Wirksamkeit von Souveränitätsgarantien und Friedenssicherung durch Recht und Zusammenarbeit

Auszug aus dem Buch

2.1. Relevante Begrifflichkeiten

Für das Verständnis der Friedensschrift sind einige Begriffe notwendig vorzustellen, ohne die ein Verständnis des Textes mit Blick auf die rechtliche Formalität oder der Vergleich mit dem Charta-Text nur schwerlich möglich wäre.

2.1.1. Widerstandsrecht

Prinzipiengenau ordnet Kant dem Untertan per se kein Widerstandsrecht gegen den Staat zu. Im Unterschied zu anderen Staatstheoretikern wie von Bodin, Grotius, Locke oder Pufendorf verneint Kant ein solches Recht,30

„denn nur durch Unterwerfung unter seinen allgemein-gesetzgebenden Willen ist ein rechtlicher Zustand möglich, also kein Recht des Aufstandes (seditio), noch weniger des Aufruhrs (rebellio), am allerwenigsten gegen ihn als einzelne Person (Monarch) unter dem Vorwande des Mißbrauchs seiner Gewalt (tyrannis), Vergreifung an seine Person, ja an seinem Leben (monarchmachismus sub specie tyrannicidii).“

Den Grund, weswegen ein Volk selbst einen „unerträglich ausgegebenen Mißbrauch“ gehorsam zu ertragen habe, sieht Kant in der notwendigen Letztbegründbarkeit des Rechts:31

„daß sein Widerstand wider die höchste Gesetzgebung selbst niemals anders als gesetzwidrig, ja als die ganze gesetzliche Verfassung zernichtend gedacht werden muß. Denn um zu demselben befugt zu sein, müßte ein öffentliches Gesetz vorhanden sein, welches diesen Widerstand des Volks erlaubte, d.i. die oberste Gesetzgebung enthielte eine Bestimmung in sich, nicht die oberste zu sein und das Volk als Unterthan in einem und demselben Urtheile zum Souverän über den zu machen, dem es unterthänig ist; welches sich widerspricht und wovon der Widerspruch durch die Frage alsbald in die Augen fällt: wer denn in diesem Streit zwischen Volk und Souverän Richter sein sollte (denn es sind rechtlich betrachtet doch immer zwei verschiedene moralische Personen); wo sich dann zeigt, daß das erstere es in seiner eigenen Sache sein will.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Ideal des ewigen Friedens ein und erläutert den Friedensbegriff Kants sowie die Struktur der Arbeit, die einen Vergleich mit den Vereinten Nationen anstrebt.

2. Kontext und Text der Friedensschrift: Dieses Kapitel analysiert Kants Werk unter Berücksichtigung historischer und begrifflicher Aspekte, insbesondere die notwendige Verrechtlichung in drei Dimensionen.

3. Die Charta der Vereinten Nationen: Das Kapitel bietet eine Einführung in die UN-Charta als rechtliche Verfassung, erläutert die Hauptorgane und analysiert die Kernthemen Frieden, Sicherheit und Menschenrechte.

4. Frieden durch Internationalisierung als Rechtsfortschritt: Dieses Kapitel synthetisiert die Ergebnisse und stellt die Konzepte von Kants Friedensschrift den Mechanismen der Vereinten Nationen in einem qualitativ-vergleichenden Rahmen gegenüber.

5. Bibliographie: Ein Verzeichnis der verwendeten Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

Ewiger Friede, Immanuel Kant, Vereinte Nationen, Charta, Völkerrecht, Rechtsstaat, Republikanische Verfassung, Souveränität, Friedensbund, Internationalisierung, Menschenrechte, Sicherheit, Friedensstiftung, Weltbürgerrecht, Rechtsfortschritt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob die Vereinten Nationen (UN) das von Immanuel Kant in seiner Schrift „Zum Ewigen Frieden“ formulierte Ideal eines ewigen Friedens verwirklichen können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die Möglichkeiten der Friedensschaffung durch Verrechtlichung, die Rolle von staatlicher Souveränität, die Bedeutung internationaler Organisationen und der Schutz der Menschenrechte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, durch einen Vergleich der Konzepte aus Kants Friedensschrift mit der Charta der Vereinten Nationen zu klären, inwieweit das UN-System eine auf Normen aufgebaute Friedensordnung im kantischen Sinne darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Methode, indem sie die theoretischen Prämissen von Kant systematisch mit den praktischen Strukturen und Inhalten der UN-Charta vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Friedensschrift Kants und der UN-Charta, gefolgt von einem qualitativen Vergleich beider Systeme entlang der Dimensionen Völkerrecht, Menschenrechte und internationale Zusammenarbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Ewiger Friede, Vereinte Nationen, Völkerrecht, Republikanische Verfassung, Souveränität und Rechtsfortschritt.

Warum spielt der „Widerstandsrecht“-Begriff bei Kant eine Rolle für die Analyse?

Die Diskussion des Widerstandsrechts ist entscheidend, um Kants Verständnis von Staat und Recht als notwendige Voraussetzung für einen dauerhaften Friedenszustand zu begründen und die Stabilität des Rechtsstaates abzugrenzen.

Inwieweit unterscheiden sich Kants Idealismus und der Realismus der UN?

Die Arbeit zeigt, dass Kant einen idealistischen, philosophischen Entwurf vorlegt, während die UN-Charta eher pragmatisch und politisch-realistisch strukturiert ist, beide Systeme jedoch ähnliche teleologische Kongruenzen aufweisen.

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Details

Title
Schaffen die Vereinten Nationen den ewigen Frieden? Der Vergleich von Kants „Zum Ewigen Frieden“ und der Charta der Vereinten Nationen
College
University of Bonn  (Philosophische Fakultät)
Grade
1,1
Author
Tim Richter (Author)
Publication Year
2013
Pages
67
Catalog Number
V283928
ISBN (eBook)
9783656839729
ISBN (Book)
9783656839736
Language
German
Tags
Kant UN UNO Charta der Vereinigten Nationen Zum ewigen Frieden
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tim Richter (Author), 2013, Schaffen die Vereinten Nationen den ewigen Frieden? Der Vergleich von Kants „Zum Ewigen Frieden“ und der Charta der Vereinten Nationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/283928
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