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Fehdeführung als Mittel rechtlicher Selbsthilfe am Beispiel der Billunger im 10. Jahrhundert

Titel: Fehdeführung als Mittel rechtlicher Selbsthilfe am Beispiel der Billunger im 10. Jahrhundert

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 24 Seiten , Note: 1.3

Autor:in: Fatih Özbay (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

"Das war das Ende Wichmanns, und so endeten fast alle, die die Waffen erhoben hatten gegen den Kaiser [deinen Vater]“ In einem heroischen und tragischen Stil, beendet Widukind die Sachsengeschichte in der ersten Fassung mit dem Schicksal des jungen Wichmann. Doch was waren die Hintergründe dieses Untergangs? War es ein Einzelfall oder steckte Methode hinter dem Zugrundegehen dieser Königsopposition? Die Geschichte Deutschlands in der Mitte des 10. Jahrhunderts ist die Geschichte der Erhebungen gegen den König. Grund dafür war Ottos Herrschaftsverständnis: Er vertrat die Unteilbarkeit des Reiches anstatt andere wie sein Vater Heinrich I. an der Herrschaft zu beteiligen. So akkumulierte Otto die Macht in seiner Hand mittels rücksichtsloser Herrschaft. Diese Herrschaft durchbrach bestehende Konventionen der Zeit und schlug sich in Brüskierungen und Affronts nieder. Die Folge war die Empörung zwischen Brüdern, Vettern, Söhnen und Onkeln. Diese Empörungen entluden sich wiederum in Fehden, die je nach Fall unterschiedliche Formen annahmen, aber eine bestimmte Struktur aufwiesen.
Das Ziel dieser Untersuchung ist es deshalb herauszufinden, welche Auswirkungen die Er-nennung Hermann Billungs zum princeps militiae für die familieninterne Hierarchie der Bil-lunger hatte. Dies wird im Rahmen der Aufstände Wichmanns und seiner Söhne dargestellt und vor dem Hintergrund des historischen Kontextes diskutiert werden. Dabei wird insbe-sondere der Fragestellung nachgegangen, welche Form diese Auseinandersetzung annahm und welchen Möglichkeiten und Grenzen dabei die Fehdeführung der Wichmannschen Linie unterlag. Ferner, inwiefern die grenzenlose Selbstjustiz der Söhne Wichmanns der dignitas eines Adligen überhaupt noch Rechnung tragen konnte?
Aus diesem Grund wird zunächst die Struktur ottonischer Herrschaft dargestellt, um die Konventionen in Bezug auf Konfliktführung und -beilegung im 10. Jahrhundert deutlich zu machen. Danach werden die einzelnen Erhebungen sowohl Wichmanns als auch seiner Söh-ne chronologisch im Kontext der Zeit durch Quellenanalyse und -einbezug diskutiert werden.
Die wichtigste Literatur umfasst vor allem die Erkenntnisse von ALTHOFF und KAMP in Bezug auf die Konfliktführung und -beilegung im 10 Jahrhundert sowie die Forschungserkenntnisse von ALTHOFF, aber auch FREYTAG zum Geschlecht der Billunger. Darüber hinaus zur Organisation von Königsoppositionen von ALTHOFF und FICHTENAU sowie die Darstellungen der Aufstände Wichmanns durch B

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Quellenkritik

1.2. Struktur ottonischer Herrschaft

1.2.1. Konfliktführung und -beilegung im 10. Jahrhundert

2. Fehdekaskaden zwischen der Hermannschen und Wichmannschen Linie der Billunger

2.1. Konfliktbeginn zwischen Hermann Billung und Wichmann I.

2.1.1. Sächsisch-fränkische Adelserhebung (937/38)

2.2. Konfliktfortsetzung zwischen Hermann Billung und Wichmanns Söhnen Wichmann II. und Egbert

2.2.1. Liudolfingischer Aufstand (952/953)

2.2.2. Aufstände Wichmanns II. (955-967)

3. Fazit: Vom sächsischen Adel zum Rebell – vom Rebell zum slawischen Heerführer

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Untersuchung analysiert die Auswirkungen der Ernennung Hermann Billungs zum princeps militiae auf die interne Hierarchie der Billunger sowie die daraus resultierenden Aufstände der Wichmannschen Linie vor dem Hintergrund ottonischer Herrschaftskonventionen.

  • Konfliktführung und Rechtsnormen im 10. Jahrhundert
  • Struktur und Dynamik ottonischer Königsoppositionen
  • Die Entwicklung von Familienkonflikten zu Reichskonflikten
  • Die Bedeutung von Ritualen wie deditio und clementia
  • Quellenkritische Einordnung der Sachsengeschichte des Widukind von Korvei

Auszug aus dem Buch

Fehdekaskaden zwischen der Hermannschen und Wichmannschen Linie der Billunger

Im Folgenden sollen die Aufstände Wichmanns I. und seiner Söhne Wichmann II. und Egbert näher untersucht werden. In diesem Rahmen wird jeweils (1) die politische Dimension des Konfliktes erschlossen, indem der historische Kontext dargestellt wird. (2) Danach wird der Fall vor dem Hintergrund der der Quellen untersucht, (3) um Rückschlüsse auf die Form und Eigenschaft der einzelnen Fehden zu schließen.

2.1. Konfliktbeginn zwischen Hermann Billung und Wichmann I.

2.1.1. Sächsisch-fränkische Adelserhebung (937/38)

Der Konfliktbeginn zwischen Hermann und Wichmann I. lässt sich sehr gut im Rahmen des Aufstandes vom sächsisch-fränkischen Adel verstehen, weil sie das Grundproblem von Ottos Herrschaft nachzeichnet. Dabei soll auf den relevanten Rahmen Bezug genommen werden:

Heinrich I. erreichte die Konsolidierung seiner Herrschaft nicht zuletzt dadurch, dass Bündnisse und Freundschaftspakte (amicitae) unter den Großen der Führungselite geschlossen wurden. So wurden die Großen ebenfalls zu Herrschaftsträgern, was allerdings eine Einschränkung der königlichen Machtbefugnisse nach sich zog. Otto hingegen kehrte von dieser Herrschaftspraxis ab. Er bestand auf den königlichen Vorrang, indem dieser höhere Machtbefugnisse gegenüber den Großen in Anspruch stellte. Damit wurden nicht nur etablierte Normen der Zeit durchbrochen, sondern mehrere gravierende Krisen zu Beginn und im Laufe der Herrschaft provoziert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung nach den Hintergründen des Untergangs der Wichmannschen Linie und der Rolle der Konfliktführung unter König Otto I. vor.

1.1. Quellenkritik: Hier wird die Glaubwürdigkeit und der historische Kontext der Sachsengeschichte des Widukind von Korvei sowie weiterer relevanter Quellen kritisch bewertet.

1.2. Struktur ottonischer Herrschaft: Dieses Kapitel erläutert die Mechanismen königlicher Machtausübung und die Spielregeln bei der Entstehung und Beilegung von Konflikten im 10. Jahrhundert.

1.2.1. Konfliktführung und -beilegung im 10. Jahrhundert: Der Abschnitt detailliert die ritualisierten Abläufe von Fehden, Unterwerfungen (deditio) und Milde (clementia) als Teil politischer Kommunikation.

2. Fehdekaskaden zwischen der Hermannschen und Wichmannschen Linie der Billunger: Eine Untersuchung der konkreten Auseinandersetzungen innerhalb der Billunger-Familie und deren politischer Einbettung.

2.1. Konfliktbeginn zwischen Hermann Billung und Wichmann I.: Analyse der Rivalität nach der Ernennung Hermanns zum princeps militiae und dem Einfluss der sächsisch-fränkischen Adelserhebung.

2.1.1. Sächsisch-fränkische Adelserhebung (937/38): Untersuchung des Aufstandes, der als Reaktion auf die veränderte Herrschaftspraxis Ottos I. verstanden werden kann.

2.2. Konfliktfortsetzung zwischen Hermann Billung und Wichmanns Söhnen Wichmann II. und Egbert: Darstellung der Eskalation der Familienfehde in der zweiten Generation.

2.2.1. Liudolfingischer Aufstand (952/953): Einordnung der Rolle der Billunger im Kontext des großen Aufstandes gegen König Otto.

2.2.2. Aufstände Wichmanns II. (955-967): Analyse des finalen Scheiterns und des Abgleitens Wichmanns II. in den Dienst slawischer Fürsten.

3. Fazit: Vom sächsischen Adel zum Rebell – vom Rebell zum slawischen Heerführer: Die abschließende Zusammenfassung verdeutlicht den Prozess der Selbstdegradierung Wichmanns durch den Bruch mit den gesellschaftlichen Normen.

Schlüsselwörter

Billunger, Otto I., Konfliktführung, Fehde, deditio, clementia, Wichmann I., Wichmann II., Liudolfingischer Aufstand, Widukind von Korvei, Adelskritik, Rebellion, Herrschaftspraxis, Machtbefugnisse, Sachsen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und Eskalation von Fehden innerhalb der Familie der Billunger im 10. Jahrhundert unter der Herrschaft Ottos I.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind ottonische Herrschaftspraxis, der Wandel des Konfliktverhaltens im Hochmittelalter, die Rolle von Ritualen sowie die politische Geschichte der sächsischen Adelsfamilie der Billunger.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, warum die Fehden der Wichmannschen Linie entgegen typischer Muster eskalierten und wie sich dies auf die familieninterne Machtverschiebung auswirkte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quellenbasierte Analyse durchgeführt, die historische Kontexte mit Forschungsergebnissen zu den ottonischen "Spielregeln" der Politik verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert chronologisch die Konflikte zwischen Hermann Billung und seinem Bruder Wichmann I. sowie dessen Söhnen, inklusive des Liudolfingischen Aufstandes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Fehde, dynastische Rivalität, ottonische Herrschaft, deditio, clementia und politische Kommunikation im Mittelalter.

Warum spielt die Person Hermann Billung eine entscheidende Rolle für die Fehden?

Hermann Billung wurde von Otto I. als princeps militiae bevorzugt, was die Wichmannsche Linie in ihrer traditionellen Hierarchiestellung benachteiligte und somit den Konflikt auslöste.

Wie endete der Konflikt für die Wichmannsche Linie?

Der Konflikt endete für Wichmann II. nach einer Reihe von Aufständen und Bündnissen mit den Slawen mit einer tödlichen militärischen Niederlage.

Welchen Stellenwert hatten Rituale wie die "deditio" in dieser Arbeit?

Rituale dienten als gesellschaftlich anerkannte Kommunikationsmittel, um Konflikte zu beenden und die soziale Ordnung wiederherzustellen, ohne den Gegner vernichten zu müssen.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Fehdeführung als Mittel rechtlicher Selbsthilfe am Beispiel der Billunger im 10. Jahrhundert
Hochschule
Universität Paderborn  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Rache und Recht in der Ottonenzeit
Note
1.3
Autor
Fatih Özbay (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
24
Katalognummer
V283835
ISBN (eBook)
9783656836063
ISBN (Buch)
9783656836070
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ottonen Aufstand Wichmann Otto Fehde Rache Recht Mittelalter Konfliktführung 10. Jahrhundert
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Fatih Özbay (Autor:in), 2011, Fehdeführung als Mittel rechtlicher Selbsthilfe am Beispiel der Billunger im 10. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/283835
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Leseprobe aus  24  Seiten
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