Die vorliegende Ausarbeitung behandelt das vermutlich im Sommer 1895 entstandene Gedicht "Die Beiden" von Hugo von Hofmannsthal. Hofmannsthal datierte dieses Gedicht in seinem Brief an den Vater vom 29. September 1904 mit 1896, wobei er sich wahrscheinlich am Erstdruck orientierte. Es wurde zum ersten Mal am 25. Dezember 1896 in der Wiener Allgemeinen Zeitung veröffentlicht.
Einer kurzen Biographie des Dichters, für die das Literatur Lexikon - Autoren und Werke deutscher Sprache und die Neue Deutsche Biographie als Grundlage dienten, schließt sich eine Fassung des Gedichtes "Die Beiden" an. In einer anderen Fassung liegt das Gedicht in einer leicht veränderten Rechtschreibung oder gegliedert in vier statt in drei Strophen vor.
In der metrischen Analyse des Gedichtes soll zunächst der Frage nach der Gattungszugehörigkeit von "Die Beiden" nachgegangen werden. Im Anschluss daran sollen der Versfuß, das Reimschema, sowie Besonderheiten in der Wortwahl und im Aufbau des Gedichtes geklärt werden.
Bei der inhaltlichen Analyse von "Die Beiden" findet besonders die Interpretation von Wilhelm Schneider Beachtung. Außerdem werden die Interpretationen von Dirk Schindelbeck und Martina Lauster mit einbezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Kurze Biographie des Dichters Hugo von Hofmannsthal
3. Die Beiden
4. Analyse: Die Beiden von Hugo von Hofmannsthal
4.1 Analyse der Form des Gedichtes
4.2 Inhaltliche Analyse des Gedichtes
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich einer eingehenden formalen und inhaltlichen Untersuchung des Gedichtes "Die Beiden" von Hugo von Hofmannsthal, um dessen Gattungszugehörigkeit zu klären und die symbolische Bedeutung der zentralen Motive zu ergründen.
- Biographischer Kontext zu Hugo von Hofmannsthal
- Metrische Untersuchung und Reimschema des Gedichtes
- Analyse der sprachlichen Gestaltung und Stilmittel
- Interpretation des Leitmotivs "Hand" und dessen symbolischer Gehalt
Auszug aus dem Buch
4.2 Inhaltliche Analyse des Gedichtes
Das Gedicht Die Beiden von Hugo von Hofmannsthal erzählt von einer (ersten?) Begegnung zwischen einem Mann und einer Frau. Die erste Strophe beschreibt das Mädchen, das – einen Becher mit Wein in der Hand haltend – dem Mann entgegen geht. In der zweiten Strophe wird dem Leser der Mann vorgestellt: er reitet auf einem Pferde – ihr entgegen – und bringt dieses auf lockere Art und Weise zum Stehen. Die dritte Strophe schließlich beschreibt die Begegnung der Beiden. Beide scheinen innerlich so aufgeregt zu sein, dass der Becher mit dem Wein zu Boden fällt, als sie ihn überreichen bzw. er ihn entgegennehmen möchte.
Zunächst einmal ist festzustellen, dass die 14 Zeilen des Gedichtes durch das Wort Hand, das als Leitmotiv gelten kann, zusammengehalten werden. Aufgrund seiner exponierten Stellung als Reimwort im ersten Vers aller drei Strophen, sowie als Binnenreim der dritten Strophe ist zu fragen, welche Bedeutung dem Wort Hand in dem Gedicht zukommt. Die Schilderung dessen, was zwischen den Beiden vorgeht, ist fast ausschließlich auf die Gebärde ihrer Hände beschränkt. Ihre Hand hält den Becher, als sie auf den Reiter zugeht; seine Hand wiederum ist es, die das Pferd zu kontrollieren scheint. Als sich die Hände der Beiden näher kommen, um den Becher zu überreichen bzw. zu entgegenzunehmen, finden sie einander nicht, so dass der Wein verschüttet wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Es wird der Entstehungskontext des Gedichtes erläutert sowie die methodische Vorgehensweise der metrischen und inhaltlichen Analyse dargelegt.
2. Kurze Biographie des Dichters Hugo von Hofmannsthal: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über den Lebensweg des Autors, seine familiäre Herkunft und seine literarische Entwicklung bis zur Jahrhundertwende.
3. Die Beiden: Hier wird der Originaltext des Gedichtes zur weiteren Analyse bereitgestellt.
4. Analyse: Die Beiden von Hugo von Hofmannsthal: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil der Arbeit, in dem zunächst die Form, das Metrum und das Reimschema untersucht werden, bevor eine tiefgreifende inhaltliche Interpretation erfolgt.
Schlüsselwörter
Hugo von Hofmannsthal, Die Beiden, Lyrik, Gedichtanalyse, Sonett, Ballade, Metrik, Reimschema, Leitmotiv, Hand, Literaturwissenschaft, Wiener Moderne, Symbolik, Interpretation, Verslehre
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit bietet eine umfassende Analyse des Gedichtes "Die Beiden" von Hugo von Hofmannsthal unter Berücksichtigung literaturwissenschaftlicher Methoden.
Welche thematischen Schwerpunkte werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der biographischen Einordnung des Dichters, der formalen Untersuchung des Gedichtes hinsichtlich Metrik und Reim sowie der inhaltlichen Deutung der zentralen Szene.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Gattungszugehörigkeit des Gedichtes zu prüfen und durch die Analyse der Sprachbilder und Motive den seelischen Zustand der Protagonisten aufzudecken.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine werkimmanente Interpretation angewandt, die durch den Einbezug der Forschungsliteratur, insbesondere der Deutungen von Schneider, Schindelbeck und Lauster, ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?
Der Hauptteil gliedert sich in die formale Analyse, die Fragen zur Gattung, das Reimschema und eine detaillierte inhaltliche Interpretation der Strophen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Lyrik, Hofmannsthal, Leitmotiv, Symbolik und die spezifische Analyse von Form und Inhalt des Gedichtes.
Warum wird das Wort "Hand" als Leitmotiv bezeichnet?
Es erscheint an zentralen Stellen als Reimwort und Binnenreim und dient als Ausdruck der seelischen Regung und Interaktion zwischen den beiden Figuren.
Welche Bedeutung hat das "Beben" der Protagonisten für die Deutung?
Das Beben symbolisiert die Erschütterung durch die erste Begegnung und die Liebe auf den ersten Blick, die durch den verschütteten Wein ihre äußere Entsprechung findet.
- Arbeit zitieren
- Eliane Rittlicher (Autor:in), 2014, Hugo von Hofmannsthal 'Die Beiden'. Analyse und Interpretation, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/283813