Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema aus des politischen Liberalismus bei John Rawls bzw. speziell mit §1, der den Titel „Die Idee einer konstruktivistischen Konzeption“ trägt.
John Rawls besagt von Anfang an, dass sich die konstruktivistische Konzeption von einer umfassenden moralischen Lehre unterscheidet. Er unterscheidet sich daher laut Rawls auch vom rationalen Intuitionismus. Letztere Lehre beschreibt er durch vier Merkmale, um dann mit vier Gegenmerkmalen die Unterschiede zum politischen Konstruktivismus aufzuzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der rationale Intuitionismus
2.1 Merkmale des rationalen Intuitionismus
2.2 Kritik am rationalen Intuitionismus
3. Der politische Konstruktivismus
3.1 Merkmale des politischen Konstruktivismus
3.2 Abgrenzung zum rationalen Intuitionismus
4. Vergleich mit der Diskursethik
5. Fazit und Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieses Essays ist die vergleichende Analyse der konstruktivistischen Konzeption nach John Rawls im Kontrast zum rationalen Intuitionismus, um die Grundlagen einer liberalen und demokratischen politischen Ordnung zu erläutern.
- Gegenüberstellung von rationalem Intuitionismus und politischem Konstruktivismus
- Die Rolle der praktischen Vernunft bei der Regelbildung
- Bedeutung des Pluralismus für eine gerechte Gesellschaft
- Parallelen zwischen dem Konstruktivismus und der Diskursethik
- Partizipation des Bürgers am Prozess der politischen Konstruktion
Auszug aus dem Buch
Die Idee einer konstruktivistischen Konzeption
John Rawls besagt von Anfang an, dass sich die konstruktivistische Konzeption von einer umfassenden moralischen Lehre unterscheidet. Er unterscheidet sich daher laut Rawls auch vom rationalen Intuitionismus. Letztere Lehre beschreibt er durch vier Merkmale, um dann mit vier Gegenmerkmalen die Unterschiede zum politischen Konstruktivismus aufzuzeigen.
Das erste Merkmal des rationalen Intuitionismus besteht darin, dass die darin aufgestellten Grundsätze und Urteile als „wahre Aussagen über eine unabhängige moralische Wertordnung betrachtet werden“ (S. 172), d.h., dass sie uneingeschränkt akzeptiert und NICHT hinterfragt werden.
Das zweite Merkmal besteht laut Rawls darin, dass „oberste moralische Grundsätze von der theoretischen Vernunft erkannt werden“ und diese Wertordnung „in Gottes Vernunft [liege] und den göttlichen Willen [leite]“ (S. 172), d.h. dass die Regeln und Gesetze von Gott persönlich kommen und somit auch nicht anfechtbar sind.
Das dritte Merkmal besteht für Rawls darin, dass diese Lehre auf „keine umfassendere Konzeption der Person angewiesen ist“ (S. 172), sondern einzig und allein auf die „intuitive Erkenntnis oberster Grundsätze“ (S. 173), d.h. dass der Mensch durch „Intuition“ erkennen muss, dass die Regeln und Gesetze vernünftig sind und diese „Erkenntnis“ in ihm den Wunsch erzeugt, diesen vorgeschriebenen Regeln und Gesetzen „um ihrer selbst willen zu folgen“ (S. 173). Er hinterfragt nicht die Regeln, sondern akzeptiert sie intuitiv als gut und wendet sie an.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der 3. Vorlesung von John Rawls und Vorstellung des Fokus auf §1 zur konstruktivistischen Konzeption.
2. Der rationale Intuitionismus: Detaillierte Darstellung der vier Merkmale des rationalen Intuitionismus, der auf vorgegebenen, göttlichen oder moralischen Wertordnungen basiert.
3. Der politische Konstruktivismus: Erläuterung der vier konträren Merkmale des Konstruktivismus, der Regeln als Ergebnis praktischer Vernunft und aktiver menschlicher Beteiligung begreift.
4. Vergleich mit der Diskursethik: Analyse der Übereinstimmungen zwischen Rawls' Ansatz und Jürgen Habermas' Diskursethik hinsichtlich des Zieles eines übergreifenden Konsenses.
5. Fazit und Zusammenfassung: Zusammenführende Betrachtung der Freiheit zur Selbstbestimmung der Bürger innerhalb eines demokratischen Grundgerüsts.
Schlüsselwörter
John Rawls, Politischer Liberalismus, Konstruktivismus, Rationaler Intuitionismus, Praktische Vernunft, Gerechtigkeit, Pluralismus, Diskursethik, Universallehre, Gesellschaftsvertrag, Bürgerrechte, Politische Konzeption, Demokratie, Moralische Wertordnung, Gerechtigkeitssinn
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Essay primär?
Das Essay behandelt die 3. Vorlesung von John Rawls zum Thema politischer Liberalismus, speziell die Gegenüberstellung von rationalem Intuitionismus und politischem Konstruktivismus.
Was sind die zentralen Themenfelder des Textes?
Die zentralen Felder sind die Herkunft moralischer und politischer Grundsätze, der Unterschied zwischen theoretischer und praktischer Vernunft sowie die demokratische Teilhabe.
Was ist die grundlegende Forschungsfrage des Autors?
Die Arbeit untersucht, wie sich die konstruktivistische Auffassung von einer umfassenden moralischen Lehre unterscheidet und warum sie für eine faire soziale Kooperation in einer liberalen Gesellschaft essenziell ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird in diesem Essay angewandt?
Der Autor nutzt die vergleichende Textanalyse, indem er die Merkmale des rationalen Intuitionismus mit den Gegenmerkmalen des politischen Konstruktivismus von Rawls gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die vier Merkmale des rationalen Intuitionismus, die vier konträren Merkmale des Konstruktivismus sowie die Parallelen zur Diskursethik von Jürgen Habermas.
Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind politischer Konstruktivismus, rationale Intuition, praktische Vernunft, Pluralismus und demokratisches Grundgerüst.
Warum lehnt der Konstruktivismus die Einordnung unter "Universallehren" ab?
Weil der Konstruktivismus keine vorgegebenen, festen Wahrheiten akzeptiert, sondern Regeln durch einen diskursiven Prozess der Bürger selbst schaffen möchte, anstatt sie bloß zu befolgen.
Wie unterscheidet sich die "praktische Vernunft" von der "theoretischen Vernunft" im Text?
Die praktische Vernunft erschafft aktiv Regeln und Gesetze, während die theoretische Vernunft gegebene Gegenstände oder Wahrheiten als unhinterfragbar akzeptiert.
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- Dahi Koch (Author), 2010, John Rawls Politischer Liberalismus. Eine Zusammenfassung zur Idee der konstruktivistischen Konzeption, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/283639