Durch das steigende Risiko werden immer mehr Menschen aus dem Arbeitsmarkt verdrängt weil ihre Leistungsfähigkeit aufgrund vielfälltiger Probleme abnimmt. Wo setzt Case Management hier an? Krankheitsbedingte Menschen wollen meist eine rasche Rückkehr an ihren Arbeitsplatz, dazu brauchen sie aber häufig eine Begleitung. Case Management ermöglicht Ihnen bei psychosozialen oder krankheitsbedingten Schwierigkeiten eine prozessorientierte Begleitung zur Wiedereingliederung in die Arbeitswelt. Nebst den positiven sozialpolitischen Folgen ist Case Management dadurch auch volkswirtschaftlich ein Gewinn. Arbeitnehmende, die sich trotz Problemen unterstützt und wertgeschätzt fühlen, tragen mehr zum Erfolg eines Unternehmens bei als wenn Sie mit ihren Problemen alleingelassen werden und dadurch erkranken.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Methodisches Vorgehen
1.3. Aufbau der Arbeit
2. Definition Case Management
2.1. Entstehung Case Management
2.2. Das entwickelte Case Management
3. Case Management im Akut-Krankenhaus
3.1. Präambel zum Beispiel „Case Management im Akut-Krankenhaus“
3.2. Erforderliche Voraussetzungen
3.3. Bestehende Anforderungen
3.4. Gemachte Erfahrungen
3.4.1. Patientenbeispiel Case Management
4. Case Management – Eine kritische Reflektion
4.1. Das Notwendige und das Erreichte
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert den aktuellen Stand und die zukünftigen Perspektiven von Case Management in verschiedenen Leistungsbereichen des Gesundheitswesens, wobei der Fokus auf dem Akut-Krankenhaus liegt. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie Case Management zur Optimierung von Behandlungsprozessen, zur Senkung der Verweildauer und zur effizienteren Versorgung beitragen kann, und beleuchtet kritisch die Erfolgsfaktoren sowie die Herausforderungen bei der Implementierung.
- Grundlagen und Entstehungsgeschichte von Case Management
- Prozessoptimierung und Schnittstellenmanagement im Akut-Krankenhaus
- Anforderungen an die interdisziplinäre Zusammenarbeit und Rollenverteilung
- Kritische Analyse von Praxis- und Ausbildungsstandards
- Herausforderungen bei der Wirksamkeitsmessung und Kostenbetrachtung
Auszug aus dem Buch
3.4.1. Patientenbeispiel Case Management
Als Fallbeispiel nennen wir eine onkologische Schmerzpatientin nach einer Tumorresektion der linken Brust, wo die Care Managerin ihr Augenmerk vor allem auf die Kontinuität der neuen Schmerzmedikation zu Hause richtet. Die Patientin versteht nicht auf Anhieb, dass sie dank des neuen Dossierungsschemas deutlich weniger Schmerzen hat. Hier wirkt die Care Managerin klärend und erläutert, dass die Patientin durch vorbeugende Massnahmen unterwünschte Arzneimittelnebenwirkungen vermeiden kann, welche durch die Schmerzmedikamente auftreten. Um die lückenlose Weiterversorgung zu Hause sicherzustellen, involviert die Care Managerin ebenfalls den Hausarzt, mit dem Ziel, seine Sichtweise bei der Austrittsplanung einzubeziehen. Andererseits hat die Patientin nun die Möglichkeit direkte Unterstützung von der Arztpraxis zu erhalten, z.B. Richten eines Tablettendispensers durch die medizinische Praxisassistentin. Diese Massnahme sollte dazu führen, dass die Patientin nicht mehr täglich die Hausarztpraxis aufsuchen muss. Die Care Managerin verpflichtet sich für die Koordination, Organisation und den Informationstransfer aller beteiligten Berufsgruppen: intern den Stations- und Oberarzt, das Pflegeteam, den Schmerzdienst sowie der Onkologe. Neben dem Hausarzt war auch die Apotheke, die als externe Partnerorganisation der Patientin die neu benötigten Medikamente bereitstellte. Diese stellte für die Patientin die verordneten Medikamente in drei Tagesdosen in individuell hergestellten Blistern zur Verfügung um so die Einnahme zu vereinfachen. Der häusliche Pfegedienst übernimmt nebst der Patientenpflege auch die Koordination der Einnahme. Die Patientin beanspruchte für die Heimkehr nach Hause einen Patientenfahrdienst, welcher durch die Care Managerin organisiert wurde. Bei der Patientin kam es bei der Umsetzung des angestrebten Austrittzeitpunktes, bedingt durch somatische Reaktionen, zweimal zu kurzfristigen Verschiebungen, welche eine Kette von Umdisponierung nötig machten. Dank der Intervention der Case Mangenerin konnte ein erneuter Verbleib im Spital über das Wochenende vermieden werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Case Managements als Instrument zur Unterstützung bei krankheitsbedingten Schwierigkeiten ein und skizziert das methodische Vorgehen sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Definition Case Management: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung des Konzepts im US-amerikanischen Sozialwesen und definiert die Rolle des Case Managements als prozessorientierte Spezialdisziplin zur Begleitung von Patienten.
3. Case Management im Akut-Krankenhaus: Anhand des Beispiels eines Akut-Spitals werden die Voraussetzungen, Anforderungen und praktischen Erfahrungen dargelegt, wobei der Fokus auf der Prozessverantwortung und dem Schnittstellenmanagement liegt.
4. Case Management – Eine kritische Reflektion: Hier erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit der Begrifflichkeit, den Herausforderungen bei der Implementierung, den Qualitätsstandards sowie der Wirksamkeit des Instruments.
5. Fazit und Ausblick: Das Kapitel fasst die Erkenntnisse im Kontext steigender Gesundheitskosten zusammen und fordert weitere Analysen zur Effizienz und Wirksamkeit des Case Managements.
Schlüsselwörter
Case Management, Gesundheitswesen, Akut-Krankenhaus, Patientenversorgung, Prozessmanagement, Schnittstellenkoordination, Wiedereingliederung, Versorgungsqualität, Fallmanagement, Kosteneffizienz, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Qualitätsstandards, stationäre Behandlung, chronisch Kranke, Pflege.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Konzept des Case Managements und untersucht dessen Anwendung, Herausforderungen und Wirksamkeit, insbesondere im stationären Sektor des Gesundheitswesens.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen umfassen die Definition und Herkunft, die organisatorische Einbettung im Akut-Krankenhaus, die Rolle der Pflegefachkräfte sowie eine kritische Reflektion der Wirksamkeit und Kostenaspekte.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, den Stand des Case Managements anhand des Beispiels eines Akut-Spitals zu analysieren und zu prüfen, inwieweit dadurch Patientenprozesse optimiert und die Versorgungsqualität verbessert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden vorwiegend qualitative Daten aus Institutionen im Gesundheitswesen, Fachverbänden sowie vorhandene Studien und Erfahrungsberichte ausgewertet und kritisch analysiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der praktischen Umsetzung im Akut-Krankenhaus, der Rolle der Case Managerin, der Patientenbetreuung und den Auswirkungen auf die Aufenthaltsdauer sowie die Prozessabläufe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Case Management, Prozessmanagement, Akut-Krankenhaus, Patientenorientierung, Schnittstellenkoordination und interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Warum spielt die Pflege eine entscheidende Rolle im Case Management?
Pflegekräfte sind aufgrund ihres 24-Stunden-Kontakts zu Patienten, ihrer steuernden Funktion in den Behandlungsprozessen und ihrer fachlichen Schnittstellenkompetenz prädestiniert für die Prozessverantwortung im Case Management.
Welche Bedeutung hat das beschriebene Patientenbeispiel für die Arbeit?
Das Beispiel illustriert die praktische, koordinative Arbeit der Case Managerin (Care Managerin) bei einer komplexen onkologischen Patientin und zeigt auf, wie durch gezielte Interventionen und Informationstransfer die lückenlose Versorgung sichergestellt wird.
Wie bewertet der Autor die Wirksamkeit von Case Management?
Der Autor stellt eine differenzierte Sichtweise dar: Während in Fallbeispielen Erfolge bei der Senkung der Verweildauer sichtbar sind, zeigt die internationale Studienlage keine eindeutige Evidenz für die Wirksamkeit, was auf die Komplexität der Patientensituationen zurückzuführen ist.
- Arbeit zitieren
- Stefan Wiedemann (Autor:in), 2014, Case Management in der Entwicklung. Stand und Perspektiven einzelner Leistungsbereiche des Gesundheitswesens, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/283479