Die Geschichte der Umweltkatastrophen, die durch Öl verursacht wurden, ist so alt wie die Geschichte der Ölförderung selbst. Es verging in den letzten Jahrzehnten kaum ein Jahr, in dem sich kein Ölunglück ereignete. Die Katastrophen haben weitreichende Folgen: Die Umwelt wird beeinträchtigt, die Flora und Fauna wird mit unabsehbaren Folgen gestört und vielen Menschen wird die wirtschaftliche Lebensgrundlage genommen. Die Katastrophen, so gravierend sie auch für die Bevölkerung und das Ökosystem waren, scheinen jedoch keine längerfristigen Auswirkung auf die Geschäfte der Ölkonzerne gehabt zu haben. So erweckt es den Anschein, dass es den Konzernen gelingt die Schuld an den Unglücken auf Einzelpersonen zu verlagern.
Dabei stellt sich die Frage, ob Umweltkatastrophen langfristige Auswirkungen für die Unternehmen haben oder ob es lediglich zu kurzfristigen Empörungen kommt. Gelingt es den Unternehmen wirklich unbeschadet aus den Katastrophen herauszugehen und gehen auch die Kunden nach einer kurzen Phase des Boykottes zur Normalität über?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung – Hat eine Umweltkatastrophe langfristige Auswirkungen für das Unternehmen?
2. Ölunglücke – Parallelen und Unterschiede
2.1. Die Havarie der „Amoco Cadiz“
2.2. Die Havarie der „Exxon Valdez“
2.3. Die undichte Pipeline des Prudhoe Bays
3. Deepwater Horizon – Das größte Ölunglück der Geschichte
3.1. British Petroleum – Ein gewachsener Konzern
3.2. Exogener Schock und Reaktionen des Unternehmens
3.3. Public Relations und Agenda Setting
3.4. Gesellschaftlicher Protest und Wertewandel
3.5. Geänderte staatliche Regulierungen
4. Fazit – Ändern Umweltkatastrophen etwas?
5. Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob Umweltkatastrophen in der Ölindustrie langfristige ökonomische oder soziale Auswirkungen auf die betroffenen Unternehmen haben oder ob diese nach einer kurzfristigen Phase der öffentlichen Empörung zur Normalität zurückkehren.
- Historische Analyse bedeutender Ölkatastrophen (Amoco Cadiz, Exxon Valdez, Prudhoe Bay).
- Detaillierte Fallstudie der Deepwater-Horizon-Katastrophe unter CSR-Aspekten.
- Untersuchung von Kommunikationsstrategien und Public Relations in Krisenzeiten.
- Analyse gesellschaftlicher Proteste und deren Einfluss auf Unternehmenswerte.
- Bewertung politischer Konsequenzen und staatlicher Regulierungen für die Ölindustrie.
Auszug aus dem Buch
3.3. Public Relations und Agenda Setting
In der PR-Arbeit tat sich vor allem Tony Hayward, CEO von BP, hervor. Hayward versuchte die Krise möglichst klein zu reden und löste mit folgender Aussage Empörung aus: „The Gulf of Mexico is a very big ocean. The amount of oil and dispersant we are putting into it is tiny in relation to the total water volume.“ Während der Zeit, in der das Bohrloch noch offen war und Öl in den Ozean floss, stand Tony Hayward immer wieder mit ähnlichen Aussagen im Fokus der Öffentlichkeit.
Peter Metzinger, ein Berater für Krisenkommunikation, hielt Tony Hayward für unvorbereitet. Er habe keine Kommunikationsstrategie gehabt und habe sich nicht in diejenigen herein versetzen können, die seine Botschaften interpretieren. BP habe es an einem Plan für eine Krise solchen Ausmaßes gefehlt und sei somit schlecht vorbereitet gewesen. Es wurde versäumt, die Erwartungen der Öffentlichkeit aktiv zu managen und man habe die Themenführerschaft an die Politik abgegeben.
Während der gesamten Zeit der Katastrophe war die Aufmerksamkeit der Medien auf BP gerichtet. Durch die Aussagen von Tony Hayward geriet BP immer wieder in der Kritik der Öffentlichkeit und es wurde ein negatives Bild des Konzerns geschaffen. Am 17.06.2010 musste Tony Hayward das Krisenmanagement abgeben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung – Hat eine Umweltkatastrophe langfristige Auswirkungen für das Unternehmen?: Das Kapitel führt in die Fragestellung ein, ob Katastrophen lediglich zu kurzfristigen Boykotten führen oder das Unternehmen langfristig schädigen.
2. Ölunglücke – Parallelen und Unterschiede: Hier werden die historischen Katastrophen Amoco Cadiz, Exxon Valdez und Prudhoe Bay analysiert, um Muster in der Unternehmensreaktion und der öffentlichen Wahrnehmung zu identifizieren.
3. Deepwater Horizon – Das größte Ölunglück der Geschichte: Dieser Hauptteil beleuchtet die Geschichte von BP, den Ablauf der Katastrophe, die PR-Krisenkommunikation, gesellschaftliche Proteste und die regulatorischen Nachwirkungen.
4. Fazit – Ändern Umweltkatastrophen etwas?: Das Fazit fasst zusammen, dass die untersuchten Katastrophen bisher kaum langfristige wirtschaftliche Schäden bei den Konzernen hinterlassen haben.
5. Bibliographie: Ein Verzeichnis der verwendeten Quellen, Nachrichtenmagazine und wissenschaftlichen Arbeiten.
Schlüsselwörter
Ölkatastrophe, Deepwater Horizon, British Petroleum, Corporate Social Responsibility, Krisenkommunikation, Umweltschutz, Öffentlichkeitsarbeit, Boykott, Unternehmensimage, Tiefseebohrungen, Nachhaltigkeit, Ökonomische Auswirkungen, Soziale Folgen, Regulierung, Ölindustrie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob Umweltkatastrophen in der Ölbranche langfristige negative Konsequenzen für die verursachenden Unternehmen nach sich ziehen oder ob der Effekt auf eine kurzzeitige öffentliche Empörung begrenzt bleibt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Felder sind Krisenmanagement, Public Relations, die gesellschaftliche Reaktion auf Umweltverschmutzung und die staatliche Regulierung der Ölindustrie.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, ob Umweltkatastrophen Unternehmen dauerhaft schaden oder ob diese nach einer Phase des Boykotts zur geschäftlichen Normalität zurückkehren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor verwendet eine qualitative Analyse auf Basis zeitgenössischer Medienberichte, wissenschaftlicher Dissertationen und Unternehmensberichte, um eine Fallstudie über BP und einen historischen Vergleich durchzuführen.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert am Beispiel der Deepwater Horizon den CSR-Kreislauf: vom exogenen Schock über PR-Fehltritte und gesellschaftlichen Protest bis hin zu staatlichen Regulierungsänderungen.
Welche Schlüsselwörter beschreiben die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Ölkatastrophe, Krisenkommunikation, Corporate Social Responsibility, BP und gesellschaftlicher Protest.
Warum war die PR-Strategie von BP während der Deepwater-Horizon-Krise so erfolglos?
Die Strategie scheiterte primär an den verbalen Fehltritten des damaligen CEO Tony Hayward, der die Krise bagatellisierte, anstatt die Erwartungen der Öffentlichkeit proaktiv zu managen.
Inwiefern unterscheiden sich die gesellschaftlichen Reaktionen bei der „Amoco Cadiz“ und der „Exxon Valdez“?
Während die französische Bevölkerung bei der Amoco Cadiz sehr solidarisch und aktiv bei der Reinigung half, war die Reaktion bei Exxon Valdez durch eine Abhängigkeit von Exxon als wichtigstem Arbeitgeber der Region geprägt, was den Protest eher begrenzte.
- Quote paper
- Jan-Philip Sasse (Author), 2014, Die sozialen und ökonomischen Auswirkungen von Ölkatastrophen am Beispiel der Deepwater Horizon, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/283405