Thema der Arbeit ist die Buchpreisbindung innerhalb der Europäischen Union. Auf eine allgemeine Erläuterung des Begriffs der Buchpreisbindung folgt im Hauptteil eine Darstellung der drei im europäischen Raum angewandten Preissysteme (keinerlei Preisbindung, Preisbindung auf privatrechtlicher sowie auf gesetzlicher Basis). Die Ergebnisse werden im Fazit kurz zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
I. Forschungsbericht
II. a) Buchpreisbindung – Ein allgemeiner Diskurs
II. b) Verschiedene Systeme der Buchpreisbindung innerhalb der EU
II. c) Uneinheitliche Union- Flickenteppich Europa
III. Fazit
IV. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Status Quo und die kontroversen Debatten rund um die Buchpreisbindung innerhalb der Europäischen Union, wobei insbesondere die unterschiedlichen Preissysteme und deren Auswirkungen auf den Buchmarkt analysiert werden.
- Definition und kulturpolitischer Stellenwert des "Doppelcharakters" des Buches.
- Darstellung der drei europäischen Preissysteme (gesetzlich, privatrechtlich, liberal).
- Analyse der Auswirkungen von Preisbindungen auf den Wettbewerb und die kulturelle Vielfalt.
- Diskussion von Alternativen zur klassischen Buchpreisbindung, wie staatliche Subventionen.
- Beurteilung der Marktentwicklung in Ländern ohne Preisbindung am Beispiel Großbritanniens.
Auszug aus dem Buch
II. a) Buchpreisbindung – Ein allgemeiner Diskurs
Das Buch wird gemeinhin als eine Ware mit Doppelcharakter betrachtet. Das bedeutet, dass es nicht nur als rein ökonomisches, sondern auch als kulturelles Gut verstanden wird und eine andere Behandlung erhält als die meisten anderen Wirtschaftsgüter. So gilt beispielsweise in den meisten europäischen Ländern ein verminderter Mehrwertssteuersatz für Bücher (z.B. in Deutschland 7% statt der üblichen 19%; in Österreich 10% statt 20%; in Schweden 6% statt 25%).
Als ein weiteres, vergleichsweise umstrittenes Instrument der Kulturförderung gilt die Buchpreisbindung, die unter anderem als Ersatz staatlicher Subventionen dienen soll. Sie ist europaweit sehr uneinheitlich geregelt ist und immer wieder dem Vorwurf, sie behindere den freien Wettbewerb, ausgesetzt. Ziele der Buchpreisbindung sind die Sicherung eines breiten Bücherangebotes, welche im Wesentlichen durch Mischkalkulationen ermöglicht wird (Mitfinanzierung anspruchsvoller, jedoch weniger gutverkäuflicher Titel durch das Bestsellergeschäft) und eines flächendeckenden Buchhandelsnetzes mit reichhaltigem Sortiment, qualifiziertem Personal und bibliographischem Apparat. Ein weiteres Ziel ist das Entgegenwirken von Konzentrationsprozessen, sodass die Marktdominanz diverser Großunternehmer nicht unnötig vergrößert wird.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Forschungsbericht: Einführung in den Entstehungshintergrund der Arbeit und Erläuterung der methodischen Basis sowie der zentralen Kontroverse um die Buchpreisbindung.
II. a) Buchpreisbindung – Ein allgemeiner Diskurs: Erörterung der theoretischen Grundlagen des Buches als kulturelles und ökonomisches Gut sowie der ökonomischen Ziele der Preisbindung.
II. b) Verschiedene Systeme der Buchpreisbindung innerhalb der EU: Klassifizierung der europäischen Preissysteme in drei Kategorien und Darstellung der regulatorischen Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten.
II. c) Uneinheitliche Union- Flickenteppich Europa: Konkrete Fallbeispiele für gesetzliche, privatrechtliche und liberale Preissysteme sowie deren Auswirkungen auf den jeweiligen Buchhandel.
III. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Vor- und Nachteile verschiedener Modelle sowie ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen und mögliche Alternativen zur Preisbindung.
IV. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten elektronischen Quellen und der gedruckten Forschungsliteratur.
Schlüsselwörter
Buchpreisbindung, Europäische Union, Kulturförderung, Wettbewerb, Mischkalkulation, Net Book Agreement, Buchmarkt, Buchhandel, Preissysteme, Kulturpolitik, Buch, Literatur, ökonomisches Gut, Preisstabilität, Gesetzgebung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Thematik der Buchpreisbindung im europäischen Raum und den damit verbundenen ökonomischen sowie kulturpolitischen Diskursen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die verschiedenen Preissysteme, der rechtliche Status der Preisbindung in der EU und die Auswirkungen auf den Buchhandel und die kulturelle Vielfalt.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine fundierte Darstellung der europäischen Preissysteme und eine kritische Auseinandersetzung mit der Frage, wie das Kulturgut Buch ökonomisch geschützt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung von Fachaufsätzen sowie der Untersuchung von Fallbeispielen und Marktdaten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definition der Buchpreisbindung, die Typologie der europäischen Preissysteme und zeigt anhand von Ländern wie Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien konkrete Auswirkungen auf.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie "Doppelcharakter des Buches", "Mischkalkulation", "Wettbewerbsrecht" und "europäische Harmonisierung" sind zentral für das Verständnis der Arbeit.
Wie unterscheidet sich die Situation in Deutschland von der in Großbritannien?
Während in Deutschland eine gesetzliche Preisbindung gilt, existiert in Großbritannien ein liberaler Markt, der nach der Aufhebung des Net Book Agreements zu einer stärkeren Marktkonzentration führte.
Welche Alternative zur Preisbindung wird diskutiert?
Als Alternative wird insbesondere das schwedische Modell der titelbezogenen Literatursubventionen sowie der selektive Vertrieb durch Buchhandlungen genannt.
- Arbeit zitieren
- B.A. Elisa Valerie Thieme (Autor:in), 2009, Buchpreisbindung im internationalen Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/283207