Thematisch geht es in diesen Essay um die Sozialisation in Schulen. Die Schüler lernen nicht nur anhand eines Lehrplans, sondern auch durch die Teilnahme an sozialen Situationen. Diese unbewussten Sozialisationseffekte werden konträr in einer kritischen/negativen Varianten und einer positiven/affirmativen Sichtweise beurteilt. Zunächst möchte ich die Sozialisation definieren. Anschließend werde ich sowohl die kritische/negative Sichtweise als auch die positive/affirmative Sichtweise mit ihren jeweiligen Vertretern beschreiben. Im letzten Teil möchte ich Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Sichtweise hervorheben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sozialisation in Schulen
2.1 Die kritische/negative Sichtweise nach Jules Henry
2.2 Die positive/affirmative Sichtweise nach Robert Dreeben
3. Vergleich: Gemeinsamkeiten und Unterschiede
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Dieser Essay setzt sich kritisch mit dem Konzept der unbewussten Sozialisation in Schulen auseinander, indem er die konträren Positionen von Jules Henry und Robert Dreeben gegenüberstellt, um aufzuzeigen, wie schulische Strukturen die Persönlichkeitsentwicklung und das spätere Rollenverständnis in der Gesellschaft prägen.
- Definition und theoretische Grundlagen der Sozialisation
- Analyse der kritischen Perspektive auf schulisches Konkurrenzstreben
- Untersuchung der affirmativen Sichtweise hinsichtlich Normen wie Leistung und Unabhängigkeit
- Vergleich der Auswirkungen des „heimlichen Lehrplans“ auf das Kindeswohl
- Reflexion über die Vorbereitung auf das Erwachsenenleben in einer Industriegesellschaft
Auszug aus dem Buch
Die kritische/negative Sichtweise nach Jules Henry
Als erstes möchte ich die Ansichten eines Vertreters der kritischen/negativen Position Jules Henry darstellen, der seine Überlegungen durch Unterrichtsanalysen beschreibt. Anhand des Musikunterrichts verdeutlicht Henry, dass in der schulischen Sozialisation das Konkurrenz-, Leistungs-, und Dominanzstreben der Kinder aktiviert wurde (vgl. Henry 1975 S. 39). Der Maßstab an dem sich die Kinder beim Singen orientieren ist die Lehrerin. Die Kinder übernehmen die Tonlage der Lehrerin und folglich auch falsche Tonlagen. Auch musikalische Kinder zweifeln dann an der eigenen Musikalität. Bei der Auswahl der Lieder wetteiferten die Kinder um die Aufmerksamkeit der Lehrerin, da alle ihre Lieblingslieder singen wollten und somit die anderen Kinder übertreffen wollten (vgl. ebd.)
Nach Henry ist der Unterricht [...] eine Lektion in der Kunst, aus einer beliebigen Situation den höchstmöglichen Gewinn für sich selbst herauszuschlagen (vgl. ebd.). Aus der schulischen Sichtweise ist es wichtig, dass die Kinder sich in eine entfremdete Welt einfügen. Die Entfremdung wird als neue Lebensregel übernommen mit der Folge, dass Minderwertigkeitsgefühle bei Kindern entstehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der schulischen Sozialisation ein und erläutert die Absicht, die unbewussten Effekte aus kritischer und affirmativer Sicht gegenüberzustellen.
2. Sozialisation in Schulen: Dieser Teil definiert den Begriff der Sozialisation und analysiert die gegensätzlichen Ansätze von Jules Henry und Robert Dreeben im schulischen Kontext.
3. Vergleich: Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Hier werden die Gemeinsamkeiten, wie die Existenz eines „geheimen Lehrplans“, sowie die Unterschiede im Schreibstil und der gesellschaftlichen Bewertung beider Autoren herausgearbeitet.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass beide Autoren die Schule als prägende Instanz für das Erwerbsleben sehen, wobei sie die Notwendigkeit dieser Sozialisationsnormen unterschiedlich beurteilen.
Schlüsselwörter
Sozialisation, Schule, Heimlicher Lehrplan, Jules Henry, Robert Dreeben, Unterrichtsanalyse, Konkurrenzprinzip, Leistung, Entfremdung, Unabhängigkeit, Gesellschaftskritik, Industriegesellschaft, Normen, Persönlichkeitsentwicklung, Erziehung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den unbewussten Sozialisationsprozessen, die Kinder während ihrer Schulzeit durchlaufen und wie diese ihre Persönlichkeit formen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Definition von Sozialisation, die Analyse schulischer Interaktionsmuster und der Vergleich zwischen kritischen und affirmativen theoretischen Sichtweisen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch den Vergleich zweier gegensätzlicher Positionen aufzuzeigen, wie Schule als Institution durch einen „heimlichen Lehrplan“ auf die Gesellschaft vorbereitet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die sich auf Unterrichtsanalysen von Jules Henry sowie die normtheoretischen Ausführungen von Robert Dreeben stützt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Ansätze von Henry und Dreeben detailliert vorgestellt, gefolgt von einer vergleichenden Gegenüberstellung ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sozialisation, Entfremdung, Leistungsprinzip, heimlicher Lehrplan und schulische Konkurrenz geprägt.
Warum empfindet Jules Henry den Musikunterricht als kritisch?
Henry sieht darin eine Schule des Wettbewerbs und der Dominanz, da Kinder dazu angehalten werden, sich unterzuordnen und andere zu übertreffen, anstatt Freude am Lernen zu entwickeln.
Wie bewertet Robert Dreeben das Leistungsprinzip?
Dreeben betrachtet das Leistungsprinzip als eine notwendige gesellschaftliche Norm, die Kinder durch die Schule erlernen, um sich in einer industriellen Gesellschaft erfolgreich zu behaupten.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2014, Entwicklung von kritischen und affimativen Sichtweise in der Sozialisation durch die Schule, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/282860