Bei dieser Arbeit werden Ratingkategorisierung, Ratingprozess und rechtliche Rahmenbedingungen individuell dargestellt. Anschließend werden Unterschiede, Gemeinsamkeiten
Anfang der Arbeit wird kurz auf die bekanntesten Ratingagenturen eingegangen. Anschließend werden deren Ratingkategorien dargestellt und die jeweiligen Auswirkungen erläutert. Der Ratingprozess wird am Beispiel von Standard and Poor‘s kurz aufgezeigt. Anschließend wird das Versagen der Ratingagenturen und die Kritik an diesen Instituten behandelt. Danach werden die wichtigsten Erläuterungen der Europäischen Union bezüglich Ratingagenturen dargestellt.
Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit internen Ratings. Es wird dabei das interne Rating der genossenschaftlichen Volks- und Raiffeisenbanken aufgezeigt, insbesondere die Ratingkategorisierung und der Prozess. Anschließend werden die wichtigen Vorschriften erläutert, die direkten Einfluss auf das interne Rating ausüben. Historische Regulierungen unter Basel I und II werden aufgegriffen und zu den aktuellen Regulierungen unter Basel III hingeführt. Hierbei werden auch die Auswirkungen dieser Regelungen auf die Unternehmen aufgezeigt. Danach werden die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) dargestellt. Im letzten Abschnitt werden das interne und das externe Rating verglichen, wobei hier auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede eingegangen wird. Bei den Gemeinsamkeiten werden Ratingkriterien und Ratingmigration genauer dargestellt. Abschließend werden weltweite Auswirkungen und Tendenzen erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Von der ersten Krise bis heute
1.2. Vorgehensweise in der Arbeit
2. Externes Rating
2.1. Ratingagenturen
2.2. Ratingprozess
2.3. Kritik / Versagen
2.4. Verordnungen des Europaparlamentes und -rates
3. Internes Rating
3.1. Bankeninterne Klassifizierung am Beispiel der Volksbanken
3.2. Regulatorische Vorschriften
3.2.1. Basel I
3.2.2. Basel II
3.2.3. Basel III
3.2.4. Mindestanforderungen an das Risikomanagement
4. Gemeinsamkeiten und Unterschiede
4.1. Gemeinsamkeiten
4.1.1. Ratingkriterien
4.1.2. Ratingmigration
4.2. Unterschiede
5. Auswirkungen und Tendenzen
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert und vergleicht das externe und interne Rating von Finanzinstituten vor dem Hintergrund historischer Krisen und aktueller regulatorischer Anforderungen. Das zentrale Ziel ist es, die Unterschiede, Gemeinsamkeiten sowie die Auswirkungen beider Ratingformen auf die Kreditvergabe und die Finanzierungssituation von Unternehmen aufzuzeigen.
- Analyse und Vergleich von internen und externen Ratingformen
- Darstellung der Auswirkungen von Finanzkrisen auf die Ratingregulierung
- Einfluss regulatorischer Rahmenbedingungen wie Basel I, II, III und MaRisk
- Untersuchung von Ratingkriterien und der Ermittlung von Ratingmigrationen
- Betrachtung aktueller Tendenzen zur Reduzierung der Abhängigkeit von großen Ratingagenturen
Auszug aus dem Buch
2.3. Kritik / Versagen
Das bedeutendste Versagen der großen Ratingagenturen erfolgte vor der Weltfinanzkrise 2007. In den USA wurden vermehrt Immobilienkredite ohne Sicherheiten vergeben. Diese Kredite wurden wiederum in sogenannte Asset-Backed-Securities (ABS) verbrieft und auf dem Weltmarkt gehandelt. Diese ABS waren in verschiedenen Kategorien erhältlich. Neben einer angemessenen Rendite erhielten diese Papiere auch ein gutes Rating, weshalb sie auf dem internationalen Markt äußerst beliebt waren. Obwohl nach einiger Zeit bekannt war, dass Kredite ohne Sicherheiten vergeben wurden, erhielten die ABS weiterhin ein sehr gutes Rating aller drei großen Ratingagenturen, was wiederum die Popularität dieser Papiere steigerte. Letztlich kollabierte der US-Amerikanische Immobilienmarkt und die ABS waren trotz dreifachem sehr guten Ratings plötzlich wertlos. Das Resultat war unter anderem die Insolvenz der US-Investment Bank Lehman Brothers im Jahr 2008 und der Totalverlust bei vielen privaten Anlegern.
Nach der Finanzkrise lag auf europäischer Ebene allgemein die Meinung vor, dass die Ratingagenturen zu spät reagiert haben. So wurden vor der Krise die Ratings nicht angepasst. Selbst mit deren Beginn fand keine Anpassung statt. Dies wird unter anderem den Interessenskonflikten, der internen Führungsstruktur zugeschrieben. So erfolgen diese Anpassungen meist erst zu einem Zeitpunkt, zu dem bereits jedem die neue wirtschaftliche Situation eines Unternehmens bekannt war. Erfahrene Investoren konnten bereits vorzeitig reagieren, weshalb sich Marktkurse oft bereits vor einer Ratingänderung verändern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über die historischen Spekulationskrisen und führt in die Notwendigkeit von Ratingverfahren zur Risikobewertung ein.
2. Externes Rating: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise, den Prozess und die Kritik an internationalen Ratingagenturen sowie die regulatorischen Maßnahmen der EU.
3. Internes Rating: Hier werden bankinterne Klassifizierungen und die regulatorischen Rahmenbedingungen durch Basel I, II, III sowie die MaRisk ausführlich dargestellt.
4. Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Dieser Abschnitt vergleicht interne und externe Ratings hinsichtlich ihrer Kriterien, der Ratingmigration und der grundlegenden Motivationsunterschiede.
5. Auswirkungen und Tendenzen: Das Kapitel diskutiert aktuelle Maßnahmen zur Verringerung der Abhängigkeit von externen Ratings und zukünftige Marktentwicklungen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die zukünftige Relevanz und Interdependenz beider Ratingformen im sich wandelnden regulatorischen Umfeld.
Schlüsselwörter
Externes Rating, Internes Rating, Basel III, Risikomanagement, MaRisk, Bonität, Ratingagenturen, Finanzkrise, Kreditrisiko, Eigenkapital, Asset-Backed-Securities, Ratingmigration, Liquidität, Bankenaufsicht, Regulatorik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse und dem Vergleich von externen und internen Ratings von Finanzinstituten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Ratingkategorisierung, dem Ratingprozess, rechtlichen Rahmenbedingungen und den Auswirkungen der Regulierung auf Banken und Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Ratingformen herauszuarbeiten und deren Auswirkungen auf die Kreditvergabe zu analysieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Dokumentenanalyse, ergänzt durch die Untersuchung von regulatorischen Anforderungen und Fallbeispielen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der externen Ratingagenturen, das interne Rating der Volksbanken sowie die Auswirkungen von Basel I, II, III und MaRisk.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Rating, Basel III, Risikomanagement, Bonität und Finanzmarktregulierung geprägt.
Warum haben die Ratingagenturen vor der Finanzkrise 2007 versagt?
Sie bewerteten riskante Asset-Backed-Securities trotz bekannt fehlender Sicherheiten über einen langen Zeitraum positiv, was zu einem Vertrauensverlust und zum Zusammenbruch des Marktes führte.
Welche Rolle spielt die MaRisk bei internen Ratings?
MaRisk liefert den Leitfaden zur institutionellen Einrichtung des Risikomanagements, wozu unter anderem die Identifizierung und Überwachung wesentlicher Risiken gehört.
Was unterscheidet interne von externen Ratings bezüglich der Transparenz?
Externe Ratings sind öffentlich zugänglich, während interne Ratings aufgrund des Bankgeheimnisses nur dem betroffenen Kunden mitgeteilt werden.
Wie reagieren Banken auf die strengeren Eigenkapitalregeln von Basel III?
Banken versuchen die höheren Kosten durch Anpassung der Kreditkonditionen an die Kunden weiterzugeben, was insbesondere mittelständische Unternehmen trifft.
- Arbeit zitieren
- Michael Guggenberger (Autor:in), 2014, Externes und Internes Rating im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/282822