Die Kenntnis über die Bedeutung der weichen Standortfaktoren Freizeit und Kultur ist wichtig, um die Freizeit- und Kulturangebote einer Region oder einer Stadt nachhaltig und konsequent zu vermarkten und um den wirtschaftlichen Akteuren in diesem Zusammenhang Handlungsempfehlungen zu geben. Diese Untersuchung erfolgt auf Basis von drei Unternehmensbefragungen, die zwischen 2002 und 2012 durchgeführt wurden und die die Bedeutung von einzelnen Standortfaktoren festgestellt haben. In der vorliegenden Arbeit wird zunächst die Bedeutung der Standortfaktoren Kultur und Freizeit für die befragten Unternehmen im Vergleich zu anderen Standortfaktoren sowie im Verlauf der Zeit untersucht. Des Weiteren wird betrachtet, inwieweit Unterschiede bezüglich der einzelnen Teilregionen des Mittleren Niederrheins erkennbar sind. Außerdem wird ausgewertet, ob sich die Wichtigkeit von Kultur und Freizeit nach Wirtschaftsbereichen unterscheidet. Die Untersuchung zeigt, dass Kultur und Freizeit aus Sicht der Unternehmen von untergeordneter Bedeutung im Vergleich zu anderen, zumeist harten Standortfaktoren, sind. Die Bedeutung von Kultur und Freizeit hat sich in der Vergangenheit seit 2002 empirisch kaum verändert. In nahezu allen Regionen gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen der wahrgenommenen Bedeutung und der Qualität der untersuchten Standortfaktoren. Die Qualität wird hierbei deutlich besser bewertet als die Bedeutung der untersuchten Faktoren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische und methodische Überlegungen
2.1 Weiche Standortfaktoren
2.2 Standortfaktoren Freizeit und Kultur
2.3 Methodische Vorgehensweise
3 Resultate der empirischen Analyse
3.1 Bedeutung von Kultur und Freizeit im Vergleich zu anderen Standortfaktoren im Verlauf der Zeit
3.2 Regionsanalyse
3.3 Analyse nach Wirtschaftszweigen
4 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Projektarbeit untersucht die Bedeutung und Qualität der weichen Standortfaktoren Kultur und Freizeit für unternehmerische Standortentscheidungen in der Region Mittlerer Niederrhein, basierend auf empirischen Unternehmensbefragungen aus den Jahren 2002 bis 2012.
- Analyse der Relevanz weicher Standortfaktoren im Vergleich zu harten Faktoren.
- Untersuchung der zeitlichen Entwicklung der Bedeutung von Kultur und Freizeit für Unternehmen.
- Regionale Differenzierung der Ergebnisse zwischen den Städten und Kreisen des Mittleren Niederrheins.
- Sektorale Auswertung der Standortpräferenzen nach verschiedenen Wirtschaftszweigen.
- Ableitung von Handlungsempfehlungen für die regionale Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung.
Auszug aus dem Buch
2.1 Weiche Standortfaktoren
Die Standortwahl ist eine Entscheidung mit langfristiger Wirkung, welche den Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens beeinflussen kann. Das Ziel einer unternehmerischen Standortentscheidung ist es daher, den Standort auszuwählen, welche die Standortanforderungen des Unternehmens am ehesten erfüllt. Die bestimmenden Größen des Auswahlprozesses sind die Standortfaktoren. „Standortfaktoren sind die maßgeblichen Kriterien, welche die Attraktivität für den Verbleib oder für die Ansiedlung eines Unternehmens an einem Ort ausmachen“.
In der Literatur ist die grobe Einteilung in harte und weiche Standortfaktoren gebräuchlich. Dieser Einteilung liegt die Annahme zugrunde, dass harte und weiche Standortfaktoren komplementär sind und zusammen das gesamte Spektrum relevanter Bestimmungsgrößen für Standortentscheidungen abdecken. Weiche und harte Faktoren beeinflussen sich im Zeitablauf: Dort, wo die weichen Faktoren einmal sehr gut waren (z.B. in Regionen in Süddeutschland), hat die Qualität aufgrund der Überfüllung der Ballungs- und Naturräume abgenommen und gleichzeitig haben sich einige harte Faktoren (z.B. Verfügbarkeit von Flächen) verschlechtert. In Bezug auf Standortentscheidungen ist oftmals eine Kompensation weicher Qualitäten durch harte Faktoren möglich, jedoch ist noch unklar, ob und in welchem Umfang Defizite bei den harten Faktoren durch weiche Qualitäten kompensiert werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert das reziproke Beziehungsverhältnis zwischen Unternehmen und Standort und führt in die Relevanz weicher Standortfaktoren für die aktuelle Wirtschaftsforschung ein.
2 Theoretische und methodische Überlegungen: Dieses Kapitel klassifiziert Standortfaktoren in hart und weich, definiert Freizeit und Kultur im wirtschaftlichen Kontext und beschreibt die Methodik der zugrunde liegenden Unternehmensbefragung.
3 Resultate der empirischen Analyse: Der Hauptteil präsentiert die empirischen Ergebnisse, unterteilt in die Bedeutung der Faktoren im Zeitverlauf, eine regionale Analyse der Gemeinden sowie eine sektorspezifische Untersuchung der Wirtschaftszweige.
4 Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Kernergebnisse zusammen, wonach Kultur und Freizeit für Unternehmen eine untergeordnete Rolle spielen und konstatiert, dass sich die Bedeutung seit 2002 kaum verändert hat.
Schlüsselwörter
Standortfaktoren, weiche Standortfaktoren, Standortwahl, Mittlerer Niederrhein, Unternehmensbefragung, Kulturangebot, Freizeitangebot, Wirtschaftsförderung, Standortwettbewerb, Regionale Analyse, Standortqualität, Harte Standortfaktoren, Unternehmenserfolg, Strukturwandel, Kreative Klasse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welche Rolle weiche Standortfaktoren wie Kultur- und Freizeiteinrichtungen bei der Standortwahl von Unternehmen am Mittleren Niederrhein spielen und wie diese Faktoren bewertet werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Differenzierung zwischen harten und weichen Standortfaktoren, der empirischen Messung ihrer Bedeutung und der räumlichen sowie sektoralen Verteilung dieser Wahrnehmungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es zu ermitteln, ob Kultur und Freizeit für ansässige Unternehmen entscheidungsrelevant sind und wie sich die Bedeutung dieser Faktoren im Zeitraum zwischen 2002 und 2012 entwickelt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autoren nutzen eine quantitative Analyse auf Basis von Daten aus drei Unternehmensbefragungen der IHK Mittlerer Niederrhein, ergänzt um eine fundierte Literaturrecherche.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Rangfolge verschiedener Standortfaktoren, vergleicht die Qualität und Bedeutung in verschiedenen Teilregionen und untersucht Unterschiede zwischen verschiedenen Wirtschaftszweigen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Standortfaktoren, Mittlerer Niederrhein, Unternehmensbefragung, Kultur, Freizeit, Standortwettbewerb und Standortqualität.
Welche Diskrepanz ergibt sich aus dem Vergleich von Bedeutung und Qualität?
Es zeigt sich, dass Unternehmen die Qualität des vorhandenen Kultur- und Freizeitangebots meist deutlich besser bewerten als dessen tatsächliche Bedeutung für ihren geschäftlichen Erfolg.
Wie bewerten die Unternehmen die Rolle der Kultur im Vergleich zu harten Faktoren?
Die Analyse zeigt, dass Kultur und Freizeit aus Sicht der Unternehmen von untergeordneter Bedeutung bleiben, da harte Faktoren wie Steuern, Infrastruktur und Personalkosten weiterhin die Standortentscheidung dominieren.
- Quote paper
- Daniel Hasler (Author), Feyza Evci (Author), 2013, Bedeutung von Kultur- und Freizeiteinrichtungen für die Standortentscheidung von Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/282634