Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Finanzierungsinstrument des Mezzanine-Kapitals (MK), dessen Wesen zunächst im zweiten Kapital mit wesentlichen Charakteristika sowie Vor- und Nachteilen vorgestellt wird. Im dritten Kapital werden drei für MS geeignete Ausprägungen des MK näher betrachtet. Dabei handelt es sich um die fremdkapitalnahen Formen des nachrangigen Darlehens (nD), des partiarischen Darlehens (pD) und der typischen stillen Beteiligung (tsB). Im vierten Kapitel wird in einem Fazit die Frage beantwortet, ob MK für MS eine Alternative zur klassischen Kreditfinanzierung sein kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Herausforderungen der Mittelstandsfinanzierung
2 Mezzanine-Kapital und dessen Charakteristika
3 Ausgewählte Arten von Mezzanine-Kapital
3.1 Nachrangige Darlehen
3.2 Partiarische Darlehen
3.3 Typische stille Beteiligungen
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Relevanz von Mezzanine-Kapital als Finanzierungsalternative für den deutschen Mittelstand, um die Lücke zwischen klassischem Fremdkapital und Eigenkapital zu schließen, ohne die bestehenden Eigentumsverhältnisse zu beeinträchtigen.
- Finanzierungsproblematik mittelständischer Unternehmen bei Kreditvergaben.
- Charakteristika und Abgrenzung von Mezzanine-Kapital.
- Analyse der Instrumente: Nachrangige Darlehen, partiarische Darlehen und typische stille Beteiligungen.
- Bewertung der Eignung von Mezzanine-Kapital als ergänzender Finanzierungsbaustein.
Auszug aus dem Buch
3.1 Nachrangige Darlehen
Das nD ist ein Darlehen nach §§ 448 ff. BGB und mit Abstand das bedeutendste mezzanine Finanzierungsinstrument. Es kommt der klassischen Fremdfinanzierung am nächsten und unterscheidet sich von dieser dadurch, dass i.d.R. keine Sicherheiten gestellt werden und zudem eine Rangrücktritterklärung vereinbart wird. Die dadurch entstehende Nachrangigkeit führt den mezzaninen Charakter herbei. Zwar kann der Inhalt und der Umfang des Rangrücktritts frei vereinbart werden, jedoch ist für die Anerkennung des nD als wirtschaftliches EK ein allgemeiner Nachrang gegenüber allen erstrangigen Gläubigern erforderlich. Dadurch werden nD-Geber im Fall der Liquidation oder Insolvenz nach allen vorrangigen Gläubigern, jedoch vor EK-Gebern bedient. Die Nachrangigkeit und die für die Anerkennung als wirtschaftliches Eigenkapital erforderliche, längerfristige Laufzeit von mehr als fünf Jahren erhöhen das Ausfallrisiko für den nD-Geber. Dieses im Vergleich zu erstrangigen Darlehen höhere Risiko wird durch eine entsprechend höhere Rendite kompensiert, die zwischen neun und 17 Prozent liegt und sich aus laufenden oder endfälligen erfolgsunabhängigen Zinszahlungen und variablen erfolgsabhängigen Zusatzvergütungen zusammensetzt. Letztere treten in Form von Non-Equity Kickern, virtuellen oder reellen Equity Kickern auf. Bei der Gestaltung der Vergütungsstruktur gilt: Je sicherer dem nD-Geber die erfolgsabhängige Vergütung zusteht, desto geringer kann die laufende, fixe Vergütung vereinbart werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Herausforderungen der Mittelstandsfinanzierung: Beleuchtung der Finanzierungsengpässe mittelständischer Unternehmen, bedingt durch Basel II/III und den fehlenden Zugang zu Kapitalmärkten.
2 Mezzanine-Kapital und dessen Charakteristika: Definition der Mischform zwischen Eigen- und Fremdkapital sowie Erläuterung der wesentlichen Merkmale wie Nachrangigkeit und flexible Vergütung.
3 Ausgewählte Arten von Mezzanine-Kapital: Detaillierte Betrachtung der drei Instrumente nachrangiges Darlehen, partiarisches Darlehen und typische stille Beteiligung hinsichtlich ihrer Struktur und Vorteile.
4 Fazit: Einschätzung von Mezzanine-Kapital als ergänzendes Instrument zur Optimierung der Finanzierungsstruktur, das jedoch die klassische Bankfinanzierung nicht ersetzt.
Schlüsselwörter
Mezzanine-Kapital, Mittelstand, Fremdkapital, Eigenkapital, nachrangiges Darlehen, partiarisches Darlehen, stille Beteiligung, Finanzierungsalternative, Bankkredit, Basel II, Basel III, Eigenkapitalquote, Kicker-Komponente, Wachstumsfinanzierung, Unternehmensnachfolge.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Mezzanine-Kapital als flexible Finanzierungsmöglichkeit für mittelständische Unternehmen, die aufgrund restriktiverer Kreditvergaben der Banken vor Finanzierungsproblemen stehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Abgrenzung von Mezzanine-Kapital gegenüber klassischen Finanzierungsformen sowie die spezifischen Ausprägungen nachrangige Darlehen, partiarische Darlehen und typische stille Beteiligungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist zu klären, inwieweit Mezzanine-Finanzierungen eine echte Alternative oder eine sinnvolle Ergänzung zur klassischen Bankkreditfinanzierung für mittelständische Unternehmen darstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die auf Basis aktueller Fachpublikationen und rechtlicher Rahmenbedingungen die Einsatzmöglichkeiten von Mezzanine-Kapital erörtert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Charakteristika von Mezzanine-Kapital und die detaillierte Vorstellung von drei für den Mittelstand geeigneten Instrumenten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Eigenkapitalähnlichkeit, Fremdkapitalcharakter, Nachrangigkeit, Finanzierungsspielraum, Vergütungsstruktur und der Mittelstand als primäre Zielgruppe.
Warum spielt die Eigenkapitalquote bei der Mezzanine-Finanzierung eine so große Rolle?
Da viele Mittelständler keinen Zugang zum Kapitalmarkt haben, ermöglicht Mezzanine-Kapital die Stärkung der wirtschaftlichen Eigenkapitalbasis, was wiederum das Rating bei Banken verbessert und somit den Zugang zu weiterem, günstigerem Fremdkapital erleichtern kann.
Welche Rolle spielen "Kicker" bei der Gestaltung der Vergütung?
Kicker-Komponenten, wie etwa Equity oder Non-Equity Kicker, ermöglichen dem Kapitalgeber eine erfolgsabhängige Rendite, ohne die Stabilität der Eigentumsstruktur des Unternehmens zu gefährden.
Worin besteht der wesentliche Unterschied zwischen einer typischen und einer atypischen stillen Beteiligung?
Während die typische stille Beteiligung weitgehend fremdkapitalähnlich strukturiert ist, zeichnet sich die atypische stille Beteiligung durch erweiterte Mitwirkungsrechte aus und ist damit dem Equity Mezzanine zuzuordnen.
Warum ist Mezzanine-Kapital für Familienunternehmen besonders attraktiv?
Es bietet die Möglichkeit, Finanzierungsbedarfe zu decken, ohne Mitspracherechte an externe Dritte abgeben zu müssen, was insbesondere bei Nachfolgeregelungen hilft, eine Zersplitterung der Eigentumsverhältnisse zu vermeiden.
- Arbeit zitieren
- Christian Sander (Autor:in), 2014, Mezzanine-Kapital als Finanzierungsalternative für mittelständische Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/282610