Im Sommersemester 2012 entschieden sich in Deutschland 16.355 Personen dazu, ein wirtschaftswissenschaftliches Studium zu beginnen. Gemäß dem „unicensus13“ der univativ GmbH & Co. KG studieren 83,9 % der 1.254 befragten Studenten, da sie sich von einem höheren Abschluss bessere Jobchancen erhoffen. Dabei gaben 68,5 % der befragten Studenten an, dass die Anforderungen in Stellenanzeigen keinen Einfluss auf deren Karriereplanung haben und 50,0 % der befragten Studenten haben sich noch nie mit den Anforderungen in Stellenanzeigen beschäftigt. Es liegt nahe, dass die Chancen von Hochschulabsolventen am Arbeitsmarkt wesentlich verbessert werden könnten, wenn diese schon während des Studiums die Erfüllung der Anforderungen von zukünftigen Arbeitgebern anstreben würden.
Der Schwerpunkt dieser Abschlussarbeit liegt bei Studierenden, welche ihr Studium auf die betriebliche Steuerlehre ausgerichtet haben. Den Studierenden bietet sich aufgrund dieser Spezialisierung eine Auswahl an bestimmten Berufen, bei welchen das betriebliche Steuerrecht im Vordergrund steht oder welche dies zumindest als wesentlichen Aufgabenbereich beinhalten. Sieht man sich hierzu die Anforderungsprofile der Stellenanzeigen potentieller zukünftiger Arbeitgeber an, so steht man vor dem Problem, dass diese eine Vielzahl an unterschiedlichen Anforderungen beinhalten, die meist sehr unterschiedlich formuliert und im Hinblick auf ihre Aussage zum Teil schwer zu definieren sind. Deshalb lassen sich die Art und der Umfang der Anforderungen nicht unmittelbar aus den Stellenanzeigen entnehmen.
Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, die wesentlichen Anforderungen für die Berufe, welche mit dem Studium der betrieblichen Steuerlehre angestrebt werden können, empirisch herauszuarbeiten und diese jeweils verständlich zu erläutern.
Damit soll folgende Forschungsfrage geklärt werden: Welche Anforderungen werden im Wesentlichen in Stellenanzeigen an Studierende der betrieblichen Steuerlehre seitens der potentiellen zukünftigen Arbeitgeber gestellt?
Inhaltsverzeichnis
II. Einleitung
III. Stand der Forschung
IV. Definition des Begriffs der Steuern und der betrieblichen Steuerlehre
V. Studiengänge mit dem Schwerpunkt der betrieblichen Steuerlehre
VI. Begriff der Anforderung und Definition des Anforderungsprofils
VII. Grundlagen zur empirischen Analyse
A. Begriffe der empirischen Analyse
B. Vorgang der empirischen Analyse
1. Grundgesamtheit und Stichprobe
2. Form der Datenerhebung und Festlegung der Merkmale
3. Vorgang der Analyse
VIII. Auswahl der zu analysierenden Stellenanzeigen
IX. Analyse der Stellenanzeigen bezüglich der wesentlichen Anforderungen
A. Fachkompetenz
1. Elementares und spezialisiertes Allgemeinwissen
a) Zahlenverständnis
b) Sprachkenntnisse
c) EDV-Kenntnisse
(1) MS Office
(2) DATEV
(3) SAP
(4) Sonstige Software
2. Studienabschluss und Notenschnitt
3. Berufsexamina und Weiterbildung
a) Steuerberater
b) Wirtschaftsprüfer
4. Berufserfahrung
5. Berufsspezifische Fähigkeiten und Spezialwissen
a) Steuerrecht
b) Rechnungslegung
c) Wirtschaftsprüfung
d) Betriebswirtschaft
e) Berufsspezifische Abläufe
B. Methodenkompetenz
1. Analytisches Denken
2. Strukturiertes Denken
3. Ganzheitliches Denken
4. Systematisches Denken
C. Sozialkompetenz
1. Kommunikationsfähigkeit
2. Teamfähigkeit
3. Kontaktfähigkeit
4. Konfliktfähigkeit und Kritikfähigkeit
D. Persönlichkeitskompetenz
1. Selbständigkeit
2. Eigenverantwortung bzw. Verantwortungsbewusstsein
3. Selbstverwirklichung
X. Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, die in Stellenanzeigen geforderten Kompetenzen für Absolventen der betrieblichen Steuerlehre empirisch zu identifizieren und zu erläutern, um Studierenden eine bessere Orientierung für ihre Karriereplanung zu bieten.
- Analyse von Anforderungsprofilen in Stellenanzeigen
- Unterscheidung zwischen Fach-, Methoden-, Sozial- und Persönlichkeitskompetenz
- Vergleich der Anforderungen zwischen "Big Four", kleineren Kanzleien und Industrieunternehmen
- Untersuchung der Bedeutung von Zusatzqualifikationen wie Steuerberaterexamen und IT-Kenntnissen
- Evaluierung der Erwartungen an Hochschulabsolventen
Auszug aus dem Buch
a) Zahlenverständnis
Zahlenverständnis bedeutet, sich mit Zahlen besonders gut auszukennen bzw. gut mit Zahlen umgehen zu können. Zahlenaffinität bedeutet darüber hinaus, eine Vorliebe für Zahlen zu haben. Es konnte nachgewiesen werden, dass das Zahlenverständnis nicht angeboren und eng an die Sprache gekoppelt ist. Das Verständnis sollte nicht auf das reine Zählen beschränkt sein, sondern auch die vier Grundrechenarten, Prozentrechnung und das Rechnen mit Brüchen und Dezimalzahlen sollten sicher beherrscht werden. Spezielle Kenntnisse im Bereich der Wirtschaftsmathematik, wie sie im Rahmen des Studiums der Wirtschaftswissenschaften vermittelt werden, ergänzen das grundlegende Zahlenverständnis.
Schon aus den gesetzlichen Normen ist erkennbar, dass bei der Anwendung der Gesetze ein gutes Zahlenverständnis notwendig ist. Betrachtet man z.B. § 32a EStG zur Berechnung der tariflichen Einkommensteuer für einen Steuerpflichtigen mit einem zu versteuernden Einkommen zwischen 13.470 € und 52.881 €, ergibt sich die tarifliche Einkommensteuer aus der Formel „228,74 ∙ z + 2 397 ∙ z + 971”, wobei z „ein Zehntausendstel des 13 469 Euro übersteigenden Teils des auf einen vollen Euro-Betrag abgerundeten zu versteuernden Einkommens“ ist (vgl. § 32a Abs. 1 S. 1 Nr. 3 und S. 4 EStG).
Zusammenfassung der Kapitel
II. Einleitung: Beschreibt die Ausgangslage, die Bedeutung des Studiums der betrieblichen Steuerlehre und das Ziel der empirischen Untersuchung von Stellenanzeigen.
III. Stand der Forschung: Überblickt aktuelle Umfragen zu Kompetenzen von Hochschulabsolventen und deren Relevanz für den Arbeitsmarkt.
IV. Definition des Begriffs der Steuern und der betrieblichen Steuerlehre: Definiert die steuerrechtlichen Grundlagen und das Fachgebiet der betrieblichen Steuerlehre.
V. Studiengänge mit dem Schwerpunkt der betrieblichen Steuerlehre: Erläutert verschiedene akademische Ausbildungsmöglichkeiten mit steuerlicher Spezialisierung.
VI. Begriff der Anforderung und Definition des Anforderungsprofils: Erklärt die theoretischen Konzepte von Anforderungsprofilen im Personalwesen.
VII. Grundlagen zur empirischen Analyse: Beschreibt die methodische Vorgehensweise der Datenerhebung und Analyse.
VIII. Auswahl der zu analysierenden Stellenanzeigen: Legt die Kriterien und Quellen für die Auswahl der 317 analysierten Stellenanzeigen fest.
IX. Analyse der Stellenanzeigen bezüglich der wesentlichen Anforderungen: Detaillierte Untersuchung der geforderten Fach-, Methoden-, Sozial- und Persönlichkeitskompetenzen.
X. Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und gibt Hinweise für Studierende sowie Hochschulen.
Schlüsselwörter
Betriebliche Steuerlehre, Stellenanzeigen, Anforderungsprofil, Fachkompetenz, Methodenkompetenz, Sozialkompetenz, Persönlichkeitskompetenz, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Empirische Analyse, Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, MS Office, DATEV, SAP
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, welche spezifischen beruflichen Anforderungen Unternehmen in Stellenanzeigen an Studierende der betrieblichen Steuerlehre stellen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Untersuchung deckt ein breites Spektrum ab, das von fachlichen Qualifikationen wie Steuerrecht und IT-Softwarekenntnissen bis hin zu Soft Skills wie Teamfähigkeit und analytischem Denken reicht.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist es, ein transparentes Bild der Anforderungen an Absolventen zu vermitteln, um diesen eine frühzeitige und zielgerichtete Vorbereitung auf den Berufseinstieg zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es wird eine empirische Inhaltsanalyse von 317 Stellenanzeigen durchgeführt, die im Mai 2014 erhoben wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der vier Kompetenzbereiche: Fachkompetenz, Methodenkompetenz, Sozialkompetenz und Persönlichkeitskompetenz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Anforderungsprofil, Steuerberater, Fachkompetenz, empirische Analyse und Kompetenzentwicklung beschreiben.
Wie unterscheidet sich die Anforderung an "Big Four"-Gesellschaften im Vergleich zu anderen Unternehmen?
Die Arbeit stellt fest, dass "Big Four"-Unternehmen deutlich höhere Anforderungen an einen sehr guten Studienabschluss und fließende Englischkenntnisse stellen, während andere Unternehmen stärker auf spezifische Anwendungssoftware oder Berufserfahrung fokussieren.
Welche Bedeutung haben IT-Kenntnisse für den Einstieg in steuerliche Berufe?
IT-Kenntnisse sind essenziell; während MS Office eine Basis darstellt, sind DATEV- und SAP-Kenntnisse je nach Arbeitgeber (Steuerberatung vs. Industrieunternehmen) von entscheidender Bedeutung.
- Quote paper
- Raphaela Fellinger (Author), 2014, Anforderungsprofile in Stellenanzeigen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/282550