Nachdem im technischen Bereich durch die umfassende Realisierung des Einsatzes modernster Steuerungs- und Produktionstechniken kaum noch Innovationspotential zur Minimierung des Produktionsaufwandes besteht, bietet sich in der logischen Folge eine Optimierung des Personaleinsatzes an. Hierdurch fanden in der Vergangenheit grundlegende Veränderungen in der Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, in der Struktur sowie in der Personalplanung der Unternehmen statt. Unterstützt wurden sie entscheidend durch das kapitalistisch-marktwirtschaftliche Wirtschaftssystem.
Die Sichtweisen auf das Personalcontrolling unterscheiden sich heute merklich von den Konzepten aus den Anfängen der Personalentwicklung. Diese Entwicklung der Personalplanung - welche immer Effizienz und Effektivität als Ziel hatte - hängt in bedeutendem Maß mit einer Sicht auf den Menschen zusammen, welche auch Kritik findet. Der Glaube an eine selbstverschuldete Arbeitslosigkeit, die wiederholte Forderung nach einer Senkung der Staatsquote sowie die Klage über falsch oder gar nicht ausgebildete Jugendliche oder Langzeitarbeitslose zeigen, dass die Arbeitsmarkttheorien der Neoklassik wieder an Bedeutung gewinnen.
In der vorliegenden Arbeit soll auf die Grenzen des derzeit betriebenen Personalcontrolling als Steuerungsmittel der Personalplanung hingewiesen werden und hierbei insbesondere auf den theoretischen Hintergrund - die Sichtweise auf den Menschen als so genanntes Humankapital - eingegangen werden.
Am Begriff des Humankapitals machen sich sowohl Auseinandersetzungen darüber fest ob dieser normativ vertretbar ist, als auch, ob Humankapital überhaupt messbar ist. Das (...) Zitat Albert Einsteins, welches (...) Titel dieser Arbeit ist, beschreibt die Problematik passend. Neben einer Quantifizierungsproblematik von Humankapital, soll die in der Neoklassik vorherrschende Annahme von einem nach ‚rational-choice‘ handelnden Arbeitnehmer und die in der Humankapitaltheorie vorgenommene Gleichsetzung von Humankapital mit Sachkapital kritisch betrachtet werden. Genauer soll auf die Grenzen des Personalcontrolling, insbesondere die Schwierigkeiten beim Erfassen und Steuern der menschlichen Arbeitskraft, jedoch auch auf moralische Bedenken bezüglich der Sicht auf den Menschen als ökonomischen Wert eines Unternehmens eingegangen werden. Die Beleuchtung von sozialen Faktoren individueller Bildungsentscheidungen bezieht unter anderem die Sozialtheorie Pierre Bourdieus (...) mit ein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Personalcontrolling
3. Das Humankapital (nach der Humankapitaltheorie)
3.1 Humankapital als Objekt der Personalentwicklung
3.2 Eine kritische Betrachtung der Humankapitaltheorie
4. Problemfelder und Grenzen des Personalcontrolling
4.1 Die Quantifizierungsproblematik des Humankapitals
4.2 Exkurs: Zur Erklärung von Bildungsentscheidungen
4.3 Die ‚Menschenökonomie‘ in der Kritik
5. Kontroverse Standpunkte
6. Bilanzierende Schlussfolgerungen und alternative Wege
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und praktischen Grenzen des Personalcontrollings. Dabei steht insbesondere die kritische Auseinandersetzung mit der Humankapitaltheorie im Fokus, um aufzuzeigen, inwiefern die ökonomische Vermessung menschlicher Arbeitsleistung an ethische und methodische Grenzen stößt.
- Theoretische Fundierung des Personalcontrollings durch die Humankapitaltheorie
- Die Quantifizierungsproblematik und ihre Auswirkungen auf die betriebliche Praxis
- Soziologische Perspektiven und Kritik an der Ökonomisierung menschlicher Arbeitskraft
- Ansätze für ein emanzipatives und mitarbeiterorientiertes Personalcontrolling
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
„Nicht alles, was zählbar ist, zählt - nicht alles, was zählt, ist auch zählbar.“
Nachdem im technischen Bereich durch die umfassende Realisierung des Einsatzes modernster Steuerungs- und Produktionstechniken kaum noch Innovationspotential zur Minimierung des Produktionsaufwandes besteht, bietet sich in der logischen Folge eine Optimierung des Personaleinsatzes an. Hierdurch fanden in der Vergangenheit grundlegende Veränderungen in der Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, in der Struktur sowie in der Personalplanung der Unternehmen statt. Unterstützt wurden sie entscheidend durch das kapitalistisch-marktwirtschaftliche Wirtschaftssystem.
Die Sichtweisen auf das Personalcontrolling unterscheiden sich heute merklich von den Konzepten aus den Anfängen der Personalentwicklung. Diese Entwicklung der Personalplanung - welche immer Effizienz und Effektivität als Ziel hatte - hängt in bedeutendem Maß mit einer Sicht auf den Menschen zusammen, welche auch Kritik findet. Der Glaube an eine selbstverschuldete Arbeitslosigkeit, die wiederholte Forderung nach einer Senkung der Staatsquote sowie die Klage über falsch oder gar nicht ausgebildete Jugendliche oder Langzeitarbeitslose zeigen, dass die Arbeitsmarkttheorien der Neoklassik wieder an Bedeutung gewinnen.
In der vorliegenden Arbeit soll auf die Grenzen des derzeit betriebenen Personalcontrolling als Steuerungsmittel der Personalplanung hingewiesen werden und hierbei insbesondere auf den theoretischen Hintergrund - die Sichtweise auf den Menschen als so genanntes Humankapital - eingegangen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Personalplanung und kritische Beleuchtung des Personalcontrollings im Kontext der Humankapitaltheorie.
2. Das Personalcontrolling: Definition und Aufgabenbereiche des Personalcontrollings sowie die historische Einordnung der Personalentwicklung.
3. Das Humankapital (nach der Humankapitaltheorie): Theoretische Herleitung des Begriffs Humankapital und Untersuchung der Humankapitaltheorie als Grundlage für Personalentscheidungen.
3.1 Humankapital als Objekt der Personalentwicklung: Analyse der Einbringung von Qualifikationen und Motivation in den betrieblichen Wertschöpfungsprozess.
3.2 Eine kritische Betrachtung der Humankapitaltheorie: Auseinandersetzung mit der Gleichsetzung von Mensch und Kapital sowie der theoretischen Angreifbarkeit des Modells.
4. Problemfelder und Grenzen des Personalcontrolling: Darstellung der Schwierigkeiten bei der Erfassung und Steuerung menschlicher Leistung.
4.1 Die Quantifizierungsproblematik des Humankapitals: Analyse des Problems, qualitative menschliche Faktoren in quantitative Kennzahlen zu überführen.
4.2 Exkurs: Zur Erklärung von Bildungsentscheidungen: Untersuchung sozioökonomischer Faktoren und der Rolle von Bildungsentscheidungen außerhalb der reinen Humankapitaltheorie.
4.3 Die ‚Menschenökonomie‘ in der Kritik: Ethische Betrachtung der Bewertung des Menschen als rein ökonomische Größe.
5. Kontroverse Standpunkte: Gegenüberstellung der Kritik an der Ökonomisierung mit Argumenten, die das Humankapital als Wertschätzung des Mitarbeiters betrachten.
6. Bilanzierende Schlussfolgerungen und alternative Wege: Synthese der Ergebnisse und Aufzeigen von Ansätzen für ein mitarbeiterorientiertes Personalcontrolling.
Schlüsselwörter
Personalcontrolling, Humankapital, Humankapitaltheorie, Personalentwicklung, Personalplanung, Quantifizierung, Ökonomisierung, Arbeitsmarkt, Sozialkapital, Pierre Bourdieu, Unternehmensführung, Mitarbeiterorientierung, Rational-Choice, Qualifikation, Effizienz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Grenzen des Personalcontrollings als Steuerungsinstrument, insbesondere unter kritischer Betrachtung der Humankapitaltheorie.
Welche zentralen Themenfelder behandelt das Dokument?
Themen sind die Theorie des Humankapitals, die Probleme der Quantifizierung von Arbeitsleistung, die ethische Kritik an der Ökonomisierung des Menschen sowie Ansätze für eine emanzipative Personalentwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wo das Personalcontrolling bei der Steuerung menschlicher Arbeitskraft an seine Grenzen stößt und welche alternativen, mitarbeiterorientierteren Wege existieren.
Welche methodischen Ansätze werden zur Analyse genutzt?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, bezieht soziologische Theorien wie die von Pierre Bourdieu ein und hinterfragt kritisch betriebswirtschaftliche Steuerungsinstrumente.
Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Humankapitals, die kritische Diskussion der Messbarkeit (Quantifizierung) und die ethische Bewertung der Betrachtung von Menschen als ökonomische Ressource.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Personalcontrolling, Humankapital, Quantifizierungsproblematik, Ökonomisierung, Humankapitaltheorie und mitarbeiterorientierte Personalentwicklung.
Warum wird das Humankapital als "Unwort des Jahres" thematisiert?
Das Dokument greift die Debatte um das "Unwort des Jahres 2004" auf, um die ethischen Bedenken gegen eine primär ökonomische Bewertung aller Lebensbezüge und des Menschen als bloße "Kapitaleinheit" zu verdeutlichen.
Welche Rolle spielt die Theorie von Pierre Bourdieu in dieser Analyse?
Die Theorie von Pierre Bourdieu wird als Ergänzung oder Alternative zur Humankapitaltheorie herangezogen, um soziale Faktoren wie Herkunft und kulturelles Kapital bei Bildungsentscheidungen besser erklären zu können.
- Arbeit zitieren
- Lilian Leopold (Autor:in), 2014, Die Grenzen des Personalcontrolling, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/282345