Evaluation „gehört zu den schwierigsten Prozessen der Schulentwicklung. Gibt es dafür nicht genügend Zeit und Kompetenz (...), dann wird sie ein einmaliges Erlebnis bleiben, an das man sich mit Freude, Schrecken oder Langeweile erinnert.“ Altrichter beschreibt Evaluation als einen systematischen Prozess des Bestimmens von Qualitätskriterien für die pädagogische Praxis. Evaluation erfordert das Sammeln und Analysieren von Informationen, um auf deren Basis Bewertungsurteile sowie begründete Weiterentwicklungen für die pädagogische Praxis zu ermöglichen. Kempfert/Rolff heben ebenso den Prozesscharakter von Evaluation hervor, indem sie betonen, dass Evaluation keineswegs etwas Einmaliges und Punktuelles sei, sondern etwas Dauerhaftes.
Inhaltsverzeichnis
1. Qualitätssicherung durch Evaluation
2. Sinn und Nutzen von Evaluation
3. Externe Evaluation
4. Interne Evaluation
5. Zusammenwirken von externer und interner Evaluation
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von interner und externer Evaluation als zentrale Instrumente der Qualitätssicherung im schulischen Kontext. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Kombination beider Evaluationsformen Schulentwicklungsprozesse systematisch gesteuert, reflektiert und optimiert werden können, um langfristig die Leistungsfähigkeit von Bildungseinrichtungen zu sichern.
- Grundlagen der Qualitätssicherung in der Schule
- Potenziale und Funktionen von Evaluation
- Konzepte und Ziele der externen Evaluation
- Bedeutung und Herausforderungen der internen Evaluation
- Strategien für ein synergetisches Zusammenwirken beider Ansätze
Auszug aus dem Buch
3. Externe Evaluation
Unter Lehrkräften und Schulleitungen ist externe Evaluation ein kontroverses Thema. Die einen halten es für ein zentralistisches Kontrollverfahren, das in moderner Verpackung daherkommt, für die anderen stellt es ein unverzichtbares Werkzeug der Schulentwicklung und Qualitätssicherung dar. Externe Evaluation, auch Fremdevaluation genannt, bedingt, dass die maßgebliche Verantwortung für die Gestaltung und Durchführung einer Evaluation außerhalb der einzelnen Schule liegt und von Personen realisiert wird, die nicht unmittelbar in den Arbeitsprozess an der Schule einbezogen sind. Externe Evaluation kann zum einen von der Schule selbst in Auftrag gegeben werden, z.B. Peer-Review oder sie wird der Schule von außen auferlegt, z.B. durch eine Schulvisitation.
Die Ziele der externen Evaluation bestehen darin: „Schulen eine Rückmeldung über ihren Leistungsstand zu geben. Die Vergleichbarkeit der Schulen und ihrer Anforderungen zu sichern. Schulentwicklung anzuregen. Grundlagen der Berichterstattung zu gewinnen. Die Einhaltung von eingeräumten Frei- und Gestaltungsräumen zu gewährleisten.“
Ferner leitet sich die Notwendigkeit externer Evaluation aus zwei Begründungen her: Da ist die Tatsache, dass Selbstbeobachtungen nahezu zwangsläufig einseitig und möglicherweise deshalb zu wenig selbstkritisch sind. Wenn Selbstbeobachtung nicht durch Fremdbeobachtung ergänzt wird, dann kann die eigene Wahrnehmung zu selektiv werden. Das Bildungssystem ist eines der teuersten gesellschaftlichen Einrichtungen. Aufgrund zunehmend leerer Staatskassen steht die Schule unter einem enormen Rechtfertigungsdruck und ist so gezwungen ihre Qualität nach außen zu dokumentieren.
Externe Evaluation ist somit ein positiver Beitrag zur Schulentwicklung. Fremdevaluation muss folglich auch im Interesse der Schule selbst sein. Ein Kollegium, das auf externe Evaluation verzichtet, handelt selbstgenügsam und unprofessionell. Es wiegt sich möglicherweise in falscher Sicherheit, was im günstigsten Fall zu Stillstand führt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Qualitätssicherung durch Evaluation: Das Kapitel führt in den Prozesscharakter von Evaluation ein und unterscheidet zwischen Mikro-, Makro- und umfassenden Perspektiven zur Bestimmung von Qualitätskriterien.
2. Sinn und Nutzen von Evaluation: Hier werden die Potenziale von Evaluation als Instrument der Selbstreflexion, Steuerung, Rechenschaftslegung und Öffentlichkeitsarbeit kritisch beleuchtet.
3. Externe Evaluation: Dieses Kapitel thematisiert die Vor- und Nachteile sowie die Ziele extern durchgeführter Evaluationsverfahren wie Schulvisitationen oder Peer-Reviews.
4. Interne Evaluation: Der Fokus liegt auf der schulischen Eigenverantwortung bei der Selbstevaluation zur Stärkung der Stärken und zur Professionalisierung der Lehrkräfte.
5. Zusammenwirken von externer und interner Evaluation: Abschließend wird ein kombiniertes Modell empfohlen, bei dem beide Evaluationsformen synergetisch genutzt werden, um Qualität nachhaltig zu entwickeln.
Schlüsselwörter
Qualitätssicherung, Evaluation, Schulentwicklung, Interne Evaluation, Externe Evaluation, Selbstreflexion, Schulprogramm, Qualitätsmanagement, Schulleitbild, Schulprofil, Schulvisitation, Selbstevaluation, Fremdevaluation, Bildungsqualität, Organisationsentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Rolle von interner und externer Evaluation als essenzielle Instrumente, um die Qualität schulischer Arbeit systematisch zu sichern und weiterzuentwickeln.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen den Nutzen von Evaluation, die begriffliche Einordnung von Schulprogrammen, Leitbildern und Profilen sowie die spezifischen methodischen Ansätze der internen und externen Bewertung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Schulen durch den reflektierten Einsatz von internen und externen Evaluationsmechanismen ihre Leistungsfähigkeit steigern und einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess etablieren können.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Synthese bestehender wissenschaftlicher Konzepte zur Schulentwicklung und zum Qualitätsmanagement im Bildungswesen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Evaluation, die detaillierte Analyse der internen sowie externen Evaluationsformen und deren erfolgreiche Verzahnung in der Schulpraxis.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Qualitätsmanagement, Schulentwicklung, Selbstevaluation, Fremdevaluation und lernende Organisation charakterisiert.
Warum wird eine Kombination aus interner und externer Evaluation empfohlen?
Eine reine Selbstevaluation birgt die Gefahr der Manipulation oder Betriebsblindheit, während eine rein externe Evaluation als zu starkes Kontrollinstrument empfunden werden kann; erst die Kombination bietet Objektivität bei gleichzeitiger Akzeptanz.
Wie trägt Evaluation zur Professionalisierung von Lehrkräften bei?
Durch Selbstevaluationsverfahren werden Lehrkräfte angeregt, ihr eigenes Handeln zu reflektieren, Stärken zu identifizieren und gezielt an ihrer pädagogischen Kompetenz zu arbeiten.
- Quote paper
- Studienrat/Qualitätsmanager Ralph Ulewski (Author), 2007, Interne und externe Evaluation als Mittel der Qualitätssicherung in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/282117