Spätestens seitdem es mehrere neue Fernsehformate gibt in denen Missstände in Unternehmen aufdeckt werden, ist das Thema Mitarbeiter-Führung wieder in aller Munde. So verkleiden sich in „Undercover Boss“ Geschäftsführer großer Firmen als Praktikanten, um anschließend in der eigenen Firma in einer niedrigen Position zu arbeiten. Oftmals sind die Chefs dann in der Show total überfordert mit den Vorgaben die sie selbst an die Mitarbeiter gestellt haben. Zudem wird häufig festgestellt, dass immenser Druck ausgeübt wird und die Mitarbeiter daher unter ständigem Stress stehen. Leider sind solche Probleme nicht fiktiv und im nur Fernsehen zu finden, sondern können beinahe auf der ganzen Welt und in allen Branchen beobachtet werden. Aufgrund vieler Fehler und fehlenden Tugenden wie „Demut“ oder „Vorbild sein“ werden Führungskräfte von der breiten Masse kaum noch als Repräsentanten des „kleinen Mannes“ (bzw. der Arbeiter und Angestellten) gesehen.
Doch was kann gegen diese Problematik unternommen werden und wie können Führungskräfte Vorbild und Chef zugleich sein? Eine mögliche Antwort bietet „Servant Leadership“ und präsentiert eine neue Fragestellung: Was kann ich für andere tun, damit sie eine persönliche Weiterentwicklung erfahren und die gemeinschaftlichen Ziele erfolgreich erreichen können? Aufgrund dieser wechselseitigen Beziehung wird die Führungskraft in der „Servant Leadership“ auch als „Diener“ seiner Mitarbeiter bezeichnet.
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit den Grundlagen des „Servant Leadership“ anhand des Buches „Seven Pillars of Servant Leadership“ von James Sipe und Don Frick auseinander.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Leadership und Management
3. Grundlagen des „Servant Leadership“ nach „Seven Pillars of Leadership“
3.1 Begrifflichkeiten von Dienen und Führen
3.2 Die sieben Säulen des „Servant Leadership“
3.2.1 Person of Character
3.2.2 Puts People First
3.2.3 Skilled Communicator
3.2.4. Compassionate Collaborator
3.2.5 Foresight
3.2.6 Systems Thinker
3.2.7 Moral Authority
4. Christliche Verbindung zu „Servant Leadership“
5. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des "Servant Leadership" als alternativen Führungsstil, um auf aktuelle Missstände in der Mitarbeiterführung zu reagieren. Die zentrale Forschungsfrage beschäftigt sich damit, wie Führungskräfte durch das Modell des dienenden Führens Vorbild sein und gleichzeitig die persönliche Weiterentwicklung sowie die Zielerreichung ihrer Mitarbeiter fördern können.
- Grundlagen und Abgrenzung von Leadership und Management
- Einführung in die "Seven Pillars of Servant Leadership" nach Sipe und Frick
- Analyse der sieben Kernkompetenzen für dienende Führungskräfte
- Betrachtung der christlichen Wurzeln und Anknüpfungspunkte des Konzepts
- Reflexion der praktischen Anwendbarkeit in modernen Organisationen
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Person of Character
Die erste Säule wird von ihnen „Person of Character“ genannt und lässt sich frei mit „Charakterstärke“ übersetzen. Demnach lebt, liebt und führt ein dienender Anführer nur nach seinem inneren Gewissen und lässt sich nicht von anderen Wertesystemen, wie etwa dem Gesetz oder einer Religion beeinflussen. Er findet stets wieder zum jedem Menschen innewohnenden Gewissen zurück und handelt dementsprechend. Guter Charakter bedeutet, das Gute zu kennen, es zu fühlen und schließlich, das Gute auch zu tun.
Über diese drei Stufen lässt sich guter Charakter auch erlernen und ist nicht etwas, womit wir geboren werden oder eben nicht. Ebenfalls zur Säule der Charakterstärke gehört es, aufrichtig zu sein und die Aufrichtigkeit zu bewahren, da ein Anführer so Vertrauen gewinnt und dieses selbst dann nicht verliert, sollte er oder sie einen Fehler begehen. Des Weiteren ist Bescheidenheit ein Teil guten Charakters und eine wichtige Eigenschaft des Servant Leaders. Sich nicht über andere zu stellen, bedeutet, für andere Ideen und Denkweisen offen zu bleiben, was schließlich zu besseren und ausgewogenen Entscheidungen führt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die aktuelle Kritik an gängigen Führungsstilen durch Fernsehformate und führt das Konzept des "Servant Leadership" als möglichen Lösungsansatz ein.
2. Leadership und Management: Das Kapitel differenziert zwischen den Begriffen Führung und Management und erläutert die Bedeutung von Leadership als ganzheitlichen Prozess der Organisationsentwicklung.
3. Grundlagen des „Servant Leadership“ nach „Seven Pillars of Leadership“: Hier werden die historischen Wurzeln bei Robert Greenleaf sowie das auf James Sipe und Don Frick basierende Modell der sieben Säulen vorgestellt.
3.1 Begrifflichkeiten von Dienen und Führen: Dieser Abschnitt räumt mit dem Missverständnis auf, dass "Dienen" in der Führungsschwäche impliziert, und ordnet es als motivierende, zielorientierte Handlung ein.
3.2 Die sieben Säulen des „Servant Leadership“: Dieses Kapitel gibt einen strukturellen Überblick über die sieben wesentlichen Eigenschaften, die das Fundament für das Handeln einer dienenden Führungskraft bilden.
3.2.1 Person of Character: Fokus auf Charakterstärke, Gewissen und Bescheidenheit als Basis für integres Führungshandeln.
3.2.2 Puts People First: Erläutert die Mentor-Mentalität, bei der die Bedürfnisse und das Wachstum der Mitarbeiter über rein profitorientierte Ziele gestellt werden.
3.2.3 Skilled Communicator: Behandelt die Notwendigkeit von Einfühlungsvermögen, aktivem Zuhören und klarer, empathischer Kommunikation.
3.2.4. Compassionate Collaborator: Beschreibt die Rolle der Führungskraft als Teamarbeiter, der Beziehungen fördert und Konflikte konstruktiv löst.
3.2.5 Foresight: Beleuchtet die Bedeutung von Weitblick, Kreativität und dem proaktiven Umgang mit zukünftigen Entwicklungen.
3.2.6 Systems Thinker: Erklärt die Fähigkeit, Handlungen strategisch auf organisatorischer, relationaler und individueller Ebene zu reflektieren.
3.2.7 Moral Authority: Fokussiert auf die moralische Autorität, die durch Verantwortung, Vertrauen und das Teilen von Macht entsteht.
4. Christliche Verbindung zu „Servant Leadership“: Untersucht das Beispiel Jesu als Servant Leader und die symbolische Bedeutung des Dienens.
5. Fazit: Das Fazit resümiert die persönlichen Erkenntnisse des Autors über die Umsetzbarkeit und den Mehrwert des Servant-Leadership-Ansatzes.
Schlüsselwörter
Servant Leadership, dienende Führung, Führungskraft, Charakterstärke, Mitarbeiterführung, Unternehmensführung, Sipe und Frick, Personalentwicklung, Management, Mentor-Mentalität, Unternehmenskultur, Ethik, Kommunikation, Teamarbeit, soziale Organisationen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse des Führungskonzepts "Servant Leadership" und dessen Potenzial, moderne Arbeitswelten menschlicher und effektiver zu gestalten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Felder sind die Abgrenzung von klassischem Management, die detaillierte Vorstellung der sieben Säulen dienender Führung sowie die ethischen und praktischen Aspekte der Mitarbeiterförderung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Mehrwert von "Servant Leadership" aufzuzeigen und zu prüfen, wie Führungskräfte durch eine dienende Haltung persönliches Wachstum bei Mitarbeitern anregen können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine fundierte Literaturanalyse, insbesondere basierend auf dem Standardwerk "Seven Pillars of Servant Leadership" von Sipe und Frick.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Konzepts, die Detaillierung der sieben Führungssäulen sowie eine Reflexion über die christlichen Bezüge des Modells.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind dienende Führung, Charakterstärke, moralische Autorität, Systemdenken und Mitarbeiterzentrierung.
Warum wird im Kontext von Servant Leadership von "Dienen" gesprochen?
Dienen ist hier nicht als Unterwürfigkeit zu verstehen, sondern als motivierende Führung, die anderen Menschen hilft, ihr Potenzial voll zu entfalten, um gemeinsam höhere Ziele zu erreichen.
Können die Anforderungen der sieben Säulen in der Praxis vollständig erfüllt werden?
Die Arbeit räumt ein, dass die Anforderungen sehr hoch sind und es weniger um ein perfektes Abbild geht, sondern vielmehr um einen kontinuierlichen Prozess der persönlichen Weiterentwicklung der Führungskraft.
Welche Rolle spielt die "Moral Authority" in diesem Modell?
Die moralische Autorität ist die siebte Säule und umfasst das Schaffen einer Kultur der Verantwortung, das Teilen von Macht und das Vorleben von Standards, die Respekt und Vertrauen fördern.
Wie ist die Rezeption des Konzepts in Deutschland?
Die Autorin stellt fest, dass das Konzept zunehmend in deutschen Konzernen und Non-Profit-Organisationen Anwendung findet und als vielversprechender Ansatz für den Umgang mit Kollegen betrachtet wird.
- Arbeit zitieren
- Richard Rouge (Autor:in), 2014, Servant-Leadership. Ein besserer Führungsstil?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/281955