Das Ziel dieser Arbeit ist es, mittels der Gegenüberstellung von Chancen und Risiken eine Aussage über die Zukunftsfähigkeit des Bitcoin-Systems zu treffen. Insbesondere sollen dabei die Auswirkungen und bestehenden Risiken für das konventionelle Bankensystem erörtert werden.
Die digitale Währung Bitcoin erfreut sich einem großen medialen Interesse. Ihr Ursprung ist auf das Jahr 2008 zurück zu führen. Der Zeitpunkt der Einführung war damals äußerst passend, da die Weltwirtschaft noch mit den Folgen der Finanzkrise beschäftigt und das Vertrauen in das bestehende Bankensystem erschüttert war. Ein revolutionäres Zahlungssystem, losgelöst von staatlicher Kontrolle, gewann somit innerhalb weniger Jahre eine Vielzahl an Nutzer und Befürworter. Zudem zeigt die sehr ausgeprägte kritische Auseinandersetzung mit Bitcoin seitens der Presse und aufsichtsrechtlichen Behörden die Notwendigkeit für Staaten, Banken, Unternehmen und private Verbraucher, sich mit dem Thema Bitcoin ernsthaft auseinander zu setzen.
Die technisch aufwendige Konzeption des Systems Bitcoin ist auf den ersten Blick sehr kompliziert und abstrakt. Zudem ist die Währung ausschließlich digital vorhanden und damit für den Normalverbraucher nur schwer greifbar. Trotzdem nehmen die Nutzerdichte, Bitcoin-Transaktionen und die Zahl der Akzeptanzstellen stetig zu. Aufgrund dessen ist eine kontroverse öffentliche Diskussion entstanden, bei der Banken und selbst staatliche Institutionen Bitcoin unterschiedlich bewerten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen der Geldtheorie
2.1 Formen von Geld
2.2 Funktionen von Geld
2.2.1 Zahlungsmittelfunktion
2.2.2 Wertaufbewahrungsfunktion
2.2.3 Recheneinheitsfunktion
2.3 Geldnachfrage
2.4 Geldmengendefinition
2.5 Geldschöpfung
3. Bitcoin
3.1 Die Geschichte hinter Bitcoin
3.2 Funktionsweise von Bitcoin
3.2.1 Grundlage Kryptografie
3.2.2 Peer to Peer Netzwerk
3.2.3 Wallet und Bitcoin-Adressen
3.2.4 Transaktionen
3.2.5 Blockchain
3.2.6 Mining
3.3 Bitcoin in der Praxis
4. Bitcoin und das konventionelle Bankensystem
4.1 Sind Bitcoin Geld?
4.2 Rechtliche Rahmenbedingungen
4.3 Bitcoin als Spekulationsobjekt
4.4 Risiken für den Bankensektor
5. Allgemeine Risiken
5.1 Verlustrisiko
5.2 Verbotsrisiko
5.3 Kontrollrisiko
5.4 Deflationsrisiko
6. Chancen
6.1 Wertsteigerungschance
6.2 Marktchance
6.3 Kostenchance
7. Alternative digitale Währungen
7.1 Kryptische Währungen
7.2 Sonstige digitale Währungen
8. Conclusio
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelor-Thesis untersucht das Bitcoin-System als digitale Währung, um auf Basis einer Gegenüberstellung von Chancen und Risiken deren Zukunftsfähigkeit und die potenziellen Auswirkungen auf das konventionelle Bankensystem zu bewerten.
- Grundlagen der Geldtheorie und moderne Geldschöpfungsprozesse
- Technische Funktionsweise von Bitcoin (Blockchain, Mining, Kryptografie)
- Rechtliche Einordnung und regulatorische Herausforderungen für den Bankensektor
- Analyse der Volatilität, Verlustrisiken und Sicherheitsproblematik
- Chancen von Bitcoin hinsichtlich Wertsteigerung und Kosteneffizienz im Zahlungsverkehr
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Grundlage Kryptografie
Die Basis für die Sicherheit des Bitcoin-Systems ist die Übertragung mit verschlüsselten Informationen. Die Ursprünge der Kryptografie liegen schon im alten Ägypten, wo diese für Geheimschriften genutzt wurde. Das Konzept der bekannten Verschlüsselungsmaschine „Enigma“, die von Deutschland während des zweiten Weltkrieges benutzt wurde, beruhte ebenfalls auf einer kryptografischen Technik.
Die moderne Kryptografie funktioniert asymmetrisch. Das bedeutet, es wird ein digitales Schlüsselpaar eingesetzt. Der öffentliche Schlüssel codiert die Nachricht und der vom Benutzer geheim gehaltene private Schlüssel wird zur Entschlüsselung der Nachricht eingesetzt.33
Bitcoin beruhen ebenfalls auf diesem asymmetrischen Verfahren. Der private Schlüssel ermöglicht dem Inhaber, Daten, die mit dem öffentlichen Schlüssel codiert sind zu entschlüsseln. Zudem kann der Privat-Key digitale Signaturen erstellen und Überweisungen authentifizieren. Daher ist dieser mit einer persönlichen Unterschrift vergleichbar. Die digitale Signatur wird aus dem privaten Schlüssel und den zu signierenden Daten beziehungsweise Hashwerten berechnet.34
Ein Hashwert, beziehungsweise Hash-Algorithmus ist ein Datensatz mit einer vorgegeben Länge, der als hexadezimale Zeichenkette codiert ist und aus beliebigen Eingabedaten gewonnen werden kann. Er wird anhand eines Algorithmus berechnet, der eine große Eingabemenge auf eine kleinere Zielmenge abbildet. Der Name stammt dabei vom englischen „to hash“, in der deutschen Übersetzung „Zerhacken“, ab, was auf die Eingabedaten durchaus zutrifft. Es ist theoretisch nicht möglich, von einem Hash-Wert auf die zugrundeliegende Datenmenge zu schließen. Zudem ist ein Hash-Wert immer einzigartig, weshalb Informatiker im Zusammenhang von der Endgültigkeit eines Hash-Werts sprechen.35 Diese Eigenschaft macht das System für die Behandlung von sensiblen Daten, wie zum Beispiel Passwörtern, sehr interessant.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas, des Ziels der Arbeit und des methodischen Vorgehens bei der Untersuchung von Bitcoin.
2. Grundlagen der Geldtheorie: Definition und Funktionen von Geld sowie Erklärung der Geldschöpfung in einem zweistufigen Bankensystem.
3. Bitcoin: Detaillierte Erläuterung der Entstehung, der technischen Konzeption, des Netzwerks und des Mining-Prozesses.
4. Bitcoin und das konventionelle Bankensystem: Untersuchung der rechtlichen Einordnung, der Volatilität und der spezifischen Risiken und Einsatzmöglichkeiten für Banken.
5. Allgemeine Risiken: Analyse der grundlegenden Bedrohungen wie Verlust-, Verbots-, Kontroll- und Deflationsrisiko für alle Nutzer.
6. Chancen: Darstellung der Potenziale von Bitcoin als Wertanlage und Zahlungsmittel sowie der damit verbundenen Kosten- und Marktvorteile.
7. Alternative digitale Währungen: Einblick in weitere kryptische sowie durch große IT-Konzerne betriebene digitale Währungsmodelle.
8. Conclusio: Zusammenfassendes Resümee über das Bitcoin-System und die Aussichten im Hinblick auf staatliche Regulierung und Konkurrenzfähigkeit.
Schlüsselwörter
Bitcoin, digitale Währung, Kryptografie, Blockchain, Mining, Bankensystem, Volatilität, E-Geld, Geldschöpfung, Spekulation, BaFin, Zahlungsverkehr, Peer-to-Peer, Rechtliche Rahmenbedingungen, IT-Sicherheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Bitcoin als digitale Währung, ihrer technischen Funktionsweise sowie der kritischen Auseinandersetzung mit ihren Chancen und Risiken im Kontext des konventionellen Finanzsektors.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Geldtheorie, der Kryptografie hinter Bitcoin, der regulatorischen Einordnung in Deutschland, der Risikoanalyse sowie der Bewertung von Bitcoin als Spekulationsobjekt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, durch eine fundierte Gegenüberstellung von Chancen und Risiken eine fundierte Aussage über die Zukunftsfähigkeit des Bitcoin-Systems zu treffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und den Vergleich theoretischer Konzepte des konventionellen Banken- und Geldsystems mit den realen technischen und ökonomischen Gegebenheiten der Kryptowährung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der technischen Architektur (Blockchain/Mining), die rechtliche Einordnung durch Institutionen wie die BaFin, die Analyse der Kursschwankungen sowie die Untersuchung von Risiken für Banken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Bitcoin, Blockchain, Kryptowährung, Geldschöpfung, Volatilität, Bankenregulierung und digitale Sicherheit.
Warum ist eine Einlagensicherung bei Bitcoin ein kritisches Thema?
Da Bitcoin dezentral organisiert sind, fehlt eine zentrale Institution, die Einlagen schützt; bei technischen Fehlern oder Diebstahl droht dem Nutzer daher ein unwiederbringlicher Totalverlust.
Welche Herausforderungen bestehen für Banken beim Umgang mit Bitcoin?
Neben operationellen Risiken und unklaren rechtlichen Rahmenbedingungen erschwert vor allem die extreme Volatilität von Bitcoin ein klassisches Hedging oder eine seriöse Kreditvergabe auf Basis dieser Währung.
- Arbeit zitieren
- Oliver Cherek (Autor:in), 2014, Bitcoin. Risiken und Chancen einer digitalen Währung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/281627