In dieser Arbeit stehen die Analysen von drei unterschiedlichen CFaR-Verfahren – dem Bottom-up-Ansatz, der CFaR-Berechnung mittels Regressionsanalyse und dem Top-down-Ansatz – im Mittelpunkt. Bevor auf diese Verfahren eingegangen wird, wird der CFaR von dem eng verwandten Risikomaß Earnings at Risk (EaR) abgegrenzt. Um die drei genannten Verfahren, die sich in ihrer Grundidee und in den verwendeten statistischen Berechnungsmethoden grundsätzlich unterscheiden, vergleichen zu können, ist es notwendig, Anforderungskriterien zu formulieren, die von einem optimal zur Risikomessung geeigneten CFaR-Verfahren im Unternehmen erfüllt werden sollten. Inwieweit die Kriterien von den einzelnen Verfahren erfüllt werden können, wird zum der Arbeit analysiert.
Aus dem Inhalt:
- Cash Flow at Risk und Earnings at Risk,
- Anforderungen,
- Der Bottom-ui-Ansatz,
- Cash Flow at Risk mittels Regressionsanalyse,
- Der Top-down-Ansatz
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Cash Flow at Risk und Earnings at Risk
3. Anforderungen an ein Cash Flow at Risk-Verfahren
4. Verfahren I: Der Bottom-up-Ansatz
4.1 Grundidee
4.2 Exposure Mapping
4.3 Langfristige Prognosen
4.4 Ermittlung des Cash Flow at Risk
4.5 Darstellung des Bottom-up-Ansatzes an einem Beispiel
4.5.1 Ausgangssituation und Identifikation der Risikofaktoren
4.5.2 Aufstellen der Exposure Map
4.5.3 Simulation von Preispfaden
4.5.4 Cash Flow at Risk-Berechnung
4.6 Kritische Analyse des Bottom-up-Ansatzes
5. Verfahren II: Cash Flow at Risk-Berechnung mittels Regressionsanalyse
5.1 Grundidee
5.2 Multiple Regressionsanalyse
5.3 Cash Flow at Risk-Berechnung
5.4 Anwendung des Verfahrens an einem Beispiel
5.5 Kritische Analyse des Verfahrens
6. Verfahren III: Der Top-down-Ansatz
6.1 Grundidee
6.2 Ein-Schritt-Prognosen
6.3 Vergleichbare Unternehmen
6.4 Cash Flow at Risk-Berechnung
6.5 Modifikationen des Top-down-Ansatzes
6.6 Kritische Analyse des Top-down-Ansatzes
7. Abschließender Vergleich der Verfahren
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Analyse und der methodische Vergleich dreier verschiedener Ansätze zur Ermittlung des Cash Flow at Risk (CFaR), um deren Eignung für die unternehmerische Risikomessung zu bewerten. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, inwieweit diese Verfahren unternehmensrelevante Risiken quantifizieren und als Basis für Hedging-Strategien sowie zur Sicherung der Liquidität dienen können.
- Grundlagen des CFaR im Vergleich zu Earnings at Risk (EaR)
- Methodische Analyse des Bottom-up-Ansatzes mittels Exposure Mapping und Simulationen
- Einsatz der multiplen Regressionsanalyse zur direkten Risikokuantifizierung
- Anwendung des Top-down-Ansatzes unter Verwendung vergleichbarer Unternehmenskategorien
- Kritische Würdigung der Verfahren anhand definierter Anforderungskriterien
Auszug aus dem Buch
4.1 Grundidee
Änderungen von Marktpreisrisiken beeinflussen den Wert eines Portfolios. Bei dem Bottom-up-Ansatz steht dieses Phänomen, d. h. die Auswirkung der Marktpreisrisiken auf den zukünftigen Cash Flow bzw. auf dessen Komponenten, im Mittelpunkt. Mit Hilfe des so genannten Exposure Mapping wird der Effekt der Marktpreisrisiken auf die einzelnen Komponenten der Zielgröße in Form von Gleichungen abgebildet.20 Bevor die Ausführungen zur Grundidee des Bottum-up-Ansatzes fortgeführt werden, soll jedoch an dieser Stelle zunächst der Begriff Exposure erläutert werden. Als zu untersuchende Zielgröße wird in dieser Arbeit der zukünftige Cash Flow zum Ende eines Prognosezeitraums betrachtet. Das Exposure gibt in dieser Hinsicht an, in welchem Ausmaß der Cash Flow von den zu betrachtenden Risiken gelenkt bzw. beeinflusst wird. Adler und Dumas (1984) definieren Exposure als den Betrag, der durch die zukünftige Sensitivität der Zielgröße in Folge von zufälligen Schwankungen der Risikofaktoren ausgedrückt wird. Dementsprechend spiegelt eine Exposure Map, wie bereits oben erwähnt, die Einflüsse der relevanten Risikofaktoren auf die Komponenten der Zielgröße wider.
Über einen Zeitraum von bspw. einem Jahr werden Prognosen für die Entwicklung der Marktpreise simuliert. Wird die Simulation 1.000-fach durchgeführt, ergeben sich daraus 1.000 unterschiedliche Werte für die Komponenten der Zielgröße. Bei diesem Vorgang müssen allerdings auch Wechselwirkungen in Form von Korrelationen zwischen den einzelnen Marktpreisrisiken berücksichtigt werden. Im Anschluss daran werden die einzelnen Komponenten zusammengeführt und in einem Histogramm dargestellt. Aus diesem Histogramm lässt sich der gesuchte CFaR ermitteln. Die beschriebenen Schritte werden in den folgenden Abschnitten zunächst allgemein erläutert. Anschließend erfolgt zur Verdeutlichung der Thematik eine Darstellung an einem Beispiel. Kapitel 4 schließt mit einer kritischen Analyse des Verfahrens.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Analyse von drei unterschiedlichen CFaR-Verfahren und formuliert die Anforderungskriterien für deren Bewertung.
2. Cash Flow at Risk und Earnings at Risk: In diesem Kapitel wird das CFaR-Konzept definiert und vom eng verwandten Risikomaß Earnings at Risk (EaR) abgegrenzt.
3. Anforderungen an ein Cash Flow at Risk-Verfahren: Hier werden die Kriterien erarbeitet, die ein optimales CFaR-Verfahren im Risikomanagement erfüllen sollte, insbesondere zur Sicherung der Unternehmensexistenz.
4. Verfahren I: Der Bottom-up-Ansatz: Dieses Kapitel erläutert den Bottom-up-Ansatz, bei dem die Auswirkungen von Marktpreisrisiken auf einzelne Cash-Flow-Komponenten mittels Exposure Mapping modelliert werden.
5. Verfahren II: Cash Flow at Risk-Berechnung mittels Regressionsanalyse: Hier wird ein Verfahren vorgestellt, das den direkten Zusammenhang zwischen Marktpreisen und Cash Flow durch statistische Regressionsanalysen vereinfacht abbildet.
6. Verfahren III: Der Top-down-Ansatz: Der Top-down-Ansatz wird analysiert, welcher Cash-Flow-Verteilungen aus historischen Daten vergleichbarer Unternehmen ableitet, ohne einzelne Risikofaktoren explizit zu identifizieren.
7. Abschließender Vergleich der Verfahren: In diesem abschließenden Vergleich werden die drei Verfahren anhand der zuvor definierten Anforderungskriterien bewertet.
Schlüsselwörter
Cash Flow at Risk, CFaR, Risikomanagement, Marktpreisrisiken, Bottom-up-Ansatz, Regressionsanalyse, Top-down-Ansatz, Exposure Mapping, Prognose, Simulation, Korrelation, Risikokuantifizierung, Liquiditätssicherung, Volatilität, Hedging
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Konzeption und den Berechnungsverfahren des Cash Flow at Risk (CFaR) als Instrument des betrieblichen Risikomanagements.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die Identifizierung von Marktpreisrisiken, die Methoden der Risikoquantifizierung und die Bewertung der Eignung verschiedener CFaR-Modelle für die Unternehmenspraxis.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, drei verschiedene CFaR-Methoden zu vergleichen und zu prüfen, ob sie die notwendigen Kriterien erfüllen, um Liquiditätsrisiken frühzeitig zu erkennen und Hedging-Maßnahmen abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse sowie die mathematische und statistische Modellierung der drei Verfahren (Bottom-up, Regressionsanalyse, Top-down), ergänzt durch fiktive Praxisbeispiele.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung und kritische Analyse der drei Verfahren: den Bottom-up-Ansatz, die Regressionsanalyse und den Top-down-Ansatz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Risikomanagement, CFaR, Marktpreisrisiken, Simulation, Exposure Mapping, Volatilität und finanzwirtschaftliche Absicherung.
Wie unterscheiden sich die Verfahren bei der Identifizierung von Risikofaktoren?
Der Bottom-up-Ansatz und die Regressionsanalyse identifizieren unternehmensspezifische Risikofaktoren explizit, während der Top-down-Ansatz bewusst darauf verzichtet und das Risiko über die historische Entwicklung der Cash Flows vergleichbarer Branchengruppen approximiert.
Warum ist die Wahl des Prognosezeitraums bei diesen Verfahren wichtig?
Der Prognosezeitraum ist entscheidend, da kurzfristige Beobachtungen oft nicht ausreichen, um die langfristigen Auswirkungen von Marktpreisrisiken auf die Liquidität und Investitionsplanung eines Unternehmens korrekt abzubilden.
- Arbeit zitieren
- Diplom-Kaufmann Benedikt Niemann (Autor:in), 2006, Konzept und Berechnungsverfahren des „Cash Flow at Risk“, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/280380