In der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden, warum Menschen Dinge selbst anfertigen obwohl sie in einer Überflussgesellschaft leben, in der sie sich eigentlich alles kaufen könnten. Zu Beginn möchte die Autorin in Kapitel 2 auf die Geschichte des Selbermachens eingehen und untersuchen, welche Faktoren dazu beigetragen haben könnten, dass eine ursprünglich überlebensnotwendige Tätigkeit zu einer Trendbewegung wurde. Danach sollen einige aktuelle Ausprägungen des Selbermachens exemplarisch in den Bereichen Hobby, Gegenkulturen sowie Wissen und Medien betrachtet werden. Anschließend möchte die Autorin einen kleinen Ausblick auf mögliche zukünftige Entwicklungen des Selbstmachtrends geben. In Kapitel 3 sollen dann psychologische Erklärungsansätze für den DIY-Trend gebildet werden. Um zu erklären was Menschen überhaupt zu ihren Handlungen bewegt, werden zu Beginn in Kapitel 3.1 psychologische Grundlagen der menschlichen Motivation dargelegt. Dabei orientiert sich die Autorin an der Selbstbestimmungstheorie (SBT) der Psychologen Deci und Ryan (1993, 2002), welche dann die Grundlage für die weiteren Ausführungen bilden soll. Anschließend wird die Autorin in Kapitel 3.2 untersuchen, inwiefern externale Einflüsse dazu beitragen könnten, dass Menschen Dinge wieder selbst anfertigen möchten. Dabei sollen die ökonomischen Faktoren Arbeit und Konsum, aber auch der soziale Faktor Gesellschaft betrachtet werden. In Kapitel 3.3 soll abschließend untersucht werden, was das Selbermachen in einem Menschen bewirkt und was die tatsächlichen Beweggründe dafür sein könnten, dass sich diesem Trend immer mehr Menschen anschließen. In Kapitel 4 bildet die Autorin dann letztendlich praktische Implikationen für Unternehmen bzgl. des Marketings und der Mitarbeiterorientierung. Zum Schluss zieht die Autorin in Kapitel 5 ihr Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung und Aufbau der Arbeit
2. Der Trend des Selbermachens
2.1 Historie
2.1.1 Selbermachen im 19. Jahrhundert
2.1.2 Do-it-yourself wird zum Trend
2.2 Heutige Ausprägungen des Do-it-yourself-Trends
2.2.1 Hobby
2.2.2 Gegenkulturen
2.2.3 Wissen und Medien
2.3 Mögliche Entwicklungen
3. Psychologische Erklärungsansätze für den Trend des Selbermachens
3.1 Basale Erklärungsansätze
3.1.1 Bedürfnisse
3.1.2 Emotionen
3.1.3 Motivation
3.1.4 Die psychologischen Bedürfnisse und das Selbst
3.2 Externale Erklärungsansätze
3.2.1 Arbeit
3.2.2 Konsum
3.2.3 Gesellschaft
3.3 Internale Erklärungsansätze
3.3.1 Kompetenz und Wirksamkeit
3.3.2 Soziale Umwelt
3.3.3 Autonomie und Selbstbestimmung
4. Praktische Implikationen bezüglich des Do-it-yourself-Trends
4.1 Kundenorientiert
4.2 Mitarbeiterorientiert
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen Beweggründe hinter dem modernen Do-it-yourself-Trend (DIY) in einer Überflussgesellschaft, in der Konsumgüter jederzeit käuflich verfügbar sind, und leitet daraus praktische Implikationen für Unternehmen ab.
- Historische Entwicklung des Selbermachens
- Aktuelle DIY-Ausprägungen in Hobby, Gegenkulturen und Medien
- Psychologische Motivation mittels Selbstbestimmungstheorie (SBT)
- Externale Einflüsse durch Arbeit, Konsum und Gesellschaft
- Kunden- und mitarbeiterorientierte Ansätze für Unternehmen
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Hobby
Da es heutzutage sehr viele verschiedene Bereiche, Möglichkeiten und Formen von DIY gibt, werden aufgrund des Umfangs dieser Arbeit nur ausgewählte Formen des Selbermachens dargestellt. Und gleich zu Beginn steht ein sehr populäres DIY-Phänomen, das Heimwerken. Es erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit und ist längst keine reine Männerdomäne mehr, wie die Abbildung 3 im Anhang auf Seite A.2 veranschaulicht. Unter Heimwerken wird allgemein die Tätigkeit verstanden, mit der in der Freizeit mit eigenem Budget und mit den verschiedensten Materialien und Hilfsmitteln Dinge im Haus oder Garten selbst hergestellt, repariert, renoviert, verschönert, verbessert, umfunktioniert, installiert oder befestigt werden (Honer, 2011, S.26-27). Dabei umfasst das Heimwerken jeglichen Aufgabenbereich der auf dem eigenen Grund und Boden anfallen kann. In dieser Arbeit sollen jedoch nur diejenigen Heimwerker betrachtet werden, die Dinge aus Leidenschaft selber machen. Sie werden auch gerne als „Bastler“ oder „Bohrer“ bezeichnet und es gibt kaum noch etwas am und um das Haus, das nicht von ihnen bearbeitet werden könnte. Dabei liegt der Fokus der Heimwerker meist darauf, so viel wie möglich selbst zu machen und das auf einem immer höheren Qualitätsniveau. Sie genießen die Zeit des Selbermachens und entdecken immer mehr den Zusatznutzen des selbstbestimmten Arbeitens (Honer, 2011, S.26-27). Die Motivationen für die DIY-Aktivitäten sind also für viele zum einen die gewonnene Lebensfreude die aus Selbstgemachtem hervorgeht und zum anderen die Kreativität, die sie in ihren Projekten ausleben können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung und Aufbau der Arbeit: Diese Einleitung skizziert den Wandel des Selbermachens von einer Überlebensnotwendigkeit hin zum heutigen Lifestyle-Trend und legt die wissenschaftliche Forschungsstruktur dar.
2. Der Trend des Selbermachens: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des DIY in Deutschland nach und beleuchtet aktuelle Ausprägungen wie Hobby, Gegenkulturen sowie die Rolle von Medien und Internet.
3. Psychologische Erklärungsansätze für den Trend des Selbermachens: Hier werden mittels der Selbstbestimmungstheorie motivationale Faktoren analysiert, die erklären, warum Menschen in einer modernen Konsumgesellschaft dennoch selbst tätig werden.
4. Praktische Implikationen bezüglich des Do-it-yourself-Trends: Dieses Kapitel überträgt die Erkenntnisse auf unternehmerische Kontexte und diskutiert Ansätze für Kunden- und Mitarbeiterorientierung.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und schließt mit der Einschätzung, dass der DIY-Trend Ausdruck eines tiefsitzenden menschlichen Bedürfnisses nach Selbstwirksamkeit und Identität ist.
Schlüsselwörter
Do-it-yourself, Selbermachen, Heimwerken, Selbstbestimmungstheorie, Motivation, Psychologie, Konsumgesellschaft, Nachhaltigkeit, Selbstentfremdung, Selbstwirksamkeit, Handarbeit, Urban Gardening, Prosumer, Autonomie, Identitätsbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit untersucht die gesellschaftlichen und psychologischen Ursachen des heutigen Do-it-yourself-Trends, obwohl eine moderne Überflussgesellschaft alle Produkte leicht verfügbar macht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Historie des Selbermachens, aktuelle DIY-Formen, die psychologische Selbstbestimmungstheorie nach Deci und Ryan sowie die Auswirkungen von Arbeit, Konsum und Gesellschaft auf das Individuum.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, wissenschaftlich zu ergründen, warum Menschen aus Leidenschaft und Überzeugung Dinge selbst anfertigen und welche psychologischen Bedürfnisse dadurch befriedigt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse und greift zur psychologischen Fundierung auf anerkannte Theorien (z.B. Selbstbestimmungstheorie) zurück, ergänzt durch explorative Interviews.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl externe gesellschaftliche Faktoren (Arbeitswelt, Konsum) als auch interne psychologische Motive (Bedürfnisse, Motivation, Flow) detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Selbermachen (DIY), Selbstbestimmung, psychologische Bedürfnisse, Selbstwirksamkeit, Entfremdung, Konsumkritik und Individualität.
Welche Rolle spielen Co-Working-Spaces und Repair Cafés in der Argumentation?
Diese dienen als Beispiele für neue gemeinschaftliche DIY-Formen, die den Aspekt der "Hilfe zur Selbsthilfe" betonen und zeigen, wie soziale Interaktion und Wissensaustausch psychologische Bedürfnisse erfüllen.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Rolle von Unternehmen?
Die Autorin schlussfolgert, dass Unternehmen den Trend zum DIY durch proaktive Angebote wie "Open Innovation" oder die Förderung von Mitarbeiterwerkstätten nutzen sollten, statt nur auf passive Konsumenten zu setzen.
- Quote paper
- Hanna Peichl (Author), 2014, Marke Eigenbau. Gesellschaftliche Ausprägungen und psychologische Erklärungen des Do-It-Yourself-Trends, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/280089