Überforderung, Gereiztheit, Erschöpfung – dies sind Gemütszustände, die uns heutzutage im Berufsleben begegnen und mitunter Auslöser bzw. Konsequenzen von Stress. Stress nimmt in einem gesteigerten Ausmaß Einfluss auf Individuen bzw. auf die gesamte Gesellschaft. Es wird postuliert, dass ein Mehr an Stress zu einer ungesünderen Lebensweise führt. Diese wiederum drückt sich durch Bewegungsmangel, unausgewogene Ernährung sowie sozialem Rückzug negativ aus.
Die Folgen zeigen sich in häufig auftretenden physischen und psychischen Beschwerden und Erkankungen. Körper und Geist sind aus dem Gleichgewicht geraten – im Volksmund spricht man bildhaft davon „den Boden unter den Füßen zu verlieren“. Dieser mentale und physische Halt, den man droht zu verlieren, kann mit dem Verlust der Standfestigkeit assoziiert werden. Die Standfestigkeit sorgt für eine stabile Balance auf physischer sowie psychischer Ebene und kann durch Faktoren wie Stress in ihrer Gesamtheit negativ beeinflusst werden.
Noch vor Beginn der heutigen Leistungsgesellschaft entwickelte Joseph Pilates, der Begründer der Pilates-Methode, 1923 eine Trainingsmethode, die unter anderem darauf abzielt, Zentrierung und Stärkung der Körpermitte, Aktivierung und Kräftigung der tief liegenden Haltemuskulatur, sowie Wahrnehmung und Entlastung gestresster Körperregionen zu erarbeiten. Anhand dieser Trainings-prinzipien, wird in der vorliegenden Arbeit beleuchtet, ob und welche positiven Auswirkungen die Pilates-Methode auf die Stressprävention bzw. auf die Standfestigkeit hat.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1. Problemaufriss
1.2. Zentrale Fragestellung
1.3. Physiotherapeutische Relevanz
1.4. Methodische Vorgehensweise
2. BEGRIFFSERKLÄRUNG
2.1. Gesundheit
2.2. Prävention
2.2.1. Formen der Prävention
2.3. Stress
2.3.1. Arten von Stress
2.3.2. Die Stressreaktion
2.3.3. Stress am Arbeitsplatz in Österreich – Zahlen & Fakten
2.3.4. Stressoren im Berufsalltag
2.4. Standfestigkeit
2.4.1 Sensomotorik
2.4.2 Psychomotorik
2.4.3 Die Atmung
3. STRESS UND STANDFESTIGKEIT
3.1. Wechselwirkung zwischen Stress & Standfestigkeit
3.2. Einfluss körperlicher Aktivität auf Stress
3.3. Einfluss körperlicher Aktivität auf die Standfestigkeit
4. PILATES-METHODE
4.1. Entwicklung und Hintergrund
4.2. Trainingsmethoden
4.3. Grundprinzipien der Pilates-Methode
4.4. Power-House – das Kraftzentrum
5. NUTZEN DER PILATES-METHODE
6. CONCLUSIO & AUSBLICK
7. ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Einfluss von Stress auf die Standfestigkeit von Menschen im Berufsalltag und evaluiert, ob die Pilates-Methode als begleitende physiotherapeutische Maßnahme der Primärprävention geeignet ist, Stress zu reduzieren und die Standfestigkeit zu fördern. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Integration von Pilates als ergänzendes physiotherapeutisches Angebot.
- Grundlagen von Stress, Prävention und der Definition von Standfestigkeit
- Die Wechselwirkung zwischen Stressbelastungen und physischer bzw. psychischer Balance
- Die Wirkweise der Pilates-Methode und ihrer zentralen Prinzipien
- Empirische Evidenz zur Wirksamkeit von Pilates auf Körper und Geist
- Potentiale der Pilates-Methode in der physiotherapeutischen Primärprävention
Auszug aus dem Buch
4.4. Power-House – das Kraftzentrum
Joseph Pilates interpretiert das „Power-House“ als physisches Zentrum, wodurch von der Körpermitte ausgehende Bewegungen die ideale Umsetzung des individuellen Energiepotentials ermöglichen – Energie impliziert in diesem Zusammenhang sowohl körperliche als auch geistige Kraft und Vitalität. Das Power-House ist in jeder Pilatesübung integriert, bildet eine stabile Arbeitsbasis, fördert die Koordination der zentralen Körperregionen und stützt die Wirbelsäule in der Bewegung durch eine aktive, muskuläre Stabilisation der Bauch- und Rückenmuskulatur.
Nachfolgend werden die Strukturen des Power-House näher erläutert:
- Die vordere Haltemuskulatur der Wirbelsäule, bestehend aus gerader (lat. M. rectus abdominis), schräger (lat. M. obliquus externus/internus), querverlaufender (lat. M. transversus abdominis) Bauchmuskulatur, gewährleistet die Stabilisierung der Wirbelsäule sowie das Heben und Senken des Brustkorbes. Der Fokus jeder Pilatesübung liegt in der Aktivierung des Transversus Abdominis, da dieser Muskel mit dem Becken, den Rippen sowie der Lendenwirbelsäule verbunden ist und somit eine wichtige Funktion für die Becken-Lenden-Stabilität hat. Ziel ist es, dadurch eine stabile Körperhaltung im Stehen und in Bewegung zu erreichen.
- Die hintere Haltemuskulatur der Wirbelsäule, welche als autochtone Rückenmuskulatur bezeichnet wird, besteht aus mehreren oberflächlich und tief verlaufenden Muskeln und wird auch unter dem Begriff Rückenstrecker (lat. M. erector spinae) zusammengefasst. Sie dient zur Stabilisation und Aufrichtung der Wirbelsäule, schützt die Bandscheiben und Wirbelgelenke.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Definiert den Problemaufriss sowie die zentrale Fragestellung und erläutert die physiotherapeutische Relevanz und methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2. BEGRIFFSERKLÄRUNG: Setzt sich wissenschaftlich mit den zentralen Begrifflichkeiten Gesundheit, Prävention, Stress und Standfestigkeit auseinander.
3. STRESS UND STANDFESTIGKEIT: Analysiert die komplexen Wechselwirkungen zwischen physischem und psychischem Stress sowie deren Einfluss auf die Standfestigkeit unter Berücksichtigung körperlicher Aktivität.
4. PILATES-METHODE: Beschreibt die Ursprünge, Trainingsmethoden, Grundprinzipien und die anatomische Bedeutung des Power-House bei der Pilates-Methode.
5. NUTZEN DER PILATES-METHODE: Stellt den physischen und geistigen Nutzen von Pilates anhand aktueller wissenschaftlicher Publikationen und Studien dar.
6. CONCLUSIO & AUSBLICK: Fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und diskutiert die Eignung von Pilates in der physiotherapeutischen Primärprävention sowie weiteren Forschungsbedarf.
7. ZUSAMMENFASSUNG: Bietet einen kompakten Überblick über die gesamte Arbeit, die zentralen Argumente und die Schlussfolgerung bezüglich der Eignung von Pilates.
Schlüsselwörter
Pilates, Stressprävention, Standfestigkeit, Primärprävention, Physiotherapie, Stressbewältigung, Power-House, Gesundheitsförderung, körperliche Aktivität, Sensomotorik, Psychomotorik, Lebensqualität, Muskelstabilität, Stressreaktion, Bewegung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob die Pilates-Methode als ergänzende, physiotherapeutische Maßnahme im Bereich der Primärprävention eingesetzt werden kann, um Stress im Berufsalltag zu reduzieren und die Standfestigkeit zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Felder sind die Definition und Wechselwirkung von Stress und Standfestigkeit sowie die theoretische und evidenzbasierte Auseinandersetzung mit der Pilates-Methode als Instrument zur Förderung körperlicher und geistiger Ressourcen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Fragestellung lautet: Inwiefern eignet sich die Pilates-Methode als ergänzendes Angebot in der physiotherapeutischen Primärprävention zur Stressreduktion im Berufsalltag und zur Förderung der Standfestigkeit?
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine nicht-empirische Forschungsarbeit, die auf einer umfassenden Literaturrecherche, der Analyse von Sekundärstatistiken und der Auswertung aktueller wissenschaftlicher Studien und Fachpublikationen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsabgrenzung, die Analyse der Wechselwirkung zwischen Stress und Standfestigkeit, die Beschreibung der Pilates-Methode sowie die Darstellung des Nutzens von Pilates anhand von Studienergebnissen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Pilates, Stressprävention, Standfestigkeit, Primärprävention, Physiotherapie, Power-House und körperliche Aktivität beschreiben.
Warum ist die Standfestigkeit für gestresste Berufstätige wichtig?
Standfestigkeit sorgt für eine stabile Balance auf physischer sowie psychischer Ebene. Stress kann diese Balance negativ beeinflussen, weshalb eine Stärkung der Standfestigkeit essenziell für die Erhaltung der Gesundheit ist.
Welche Rolle spielt das „Power-House“ bei der Stressreduktion?
Das Power-House bildet die stabile Arbeitsbasis jeder Pilatesübung. Durch die Aktivierung dieses Kraftzentrums wird die Wirbelsäule stabilisiert und ein bewusstes Gefühl für den eigenen Körper vermittelt, was zur Stressbewältigung beiträgt.
- Arbeit zitieren
- mag. Barbara Baumann (Autor:in), 2014, Pilates als begleitende physiotherapeutische Maßnahme zur Stressprävention im Berufsalltag, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/279961