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Dekonstruktion der Großstadtwahrnehmung in Rilkes "Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge"

Titel: Dekonstruktion der Großstadtwahrnehmung in Rilkes "Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge"

Hausarbeit , 2013 , 25 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Julia Koch (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Zeit der Jahrhundertwende konfrontiert das Individuum mit einem großstädtischen Leben, das sich grundlegend von den Erfahrungen früherer Generationen unterscheidet. Im Zuge der industriellen Revolution verändert sich die wirtschaftliche und soziale Wirklichkeit nachhaltig. Der veränderte Lebens- und Erfahrungsraum hat einen großen Einfluss auf das Individuum, welches sich einer enormen Beschleunigung des Lebens gegenübergestellt sieht. Die Großstadt ist ein Ort der Reizüberflutung, die das Subjekt zwingt, seine Wahrnehmung den veränderten Bedingungen seiner Umwelt anzupassen.
Diese Veränderung der Perzeption geht mit einer Infragestellung der traditionellen Erzählform einher, da diese an der Darstellung dieser neuen Wirklichkeit zu scheitern scheint. Rilkes Werk „Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“ zeigt den Versuch, der neuen großstädtischen Lebensform in der Darstellung des Textes gerecht zu werden. Die Unmöglichkeit des Erzählens einer sich kontinuierlich entwickelnden Handlung wird im einzigen Prosawerk Rilkes nicht nur durch die Hauptfigur selbst thematisiert, sondern zeigt sich auch in der Zerstückelung des Textes, der sich als eine Sammlung verschiedener Textfragmente präsentiert.
Die Destruktion nimmt den ursprünglichen Sinn und damit die kausale Kohärenz, gleichzeitig wird durch die Konstruktion des neuen Textgefüges ein anderer Sinnhorizont eröffnet.In der Untersuchung der Darstellungsweise des Textes soll herausgearbeitet werden, dass die Aufzeichnungen eine Dekonstruktion tradierter Erzählformen repräsentieren, deren Konzept darin besteht, der großstädtischen Wirklichkeit adäquat zu begegnen. Dabei sollen jene Elemente hervorgehoben werden, die die Komponenten dieses Dekonstruktionsvorhabens darstellen. Betont werden hierbei die Wahrnehmungsveränderungen, insbesondere das Motiv des „Sehen Lernens“, die Unmöglichkeit der erzählerischen Darstellung großstädtischer Wahrnehmungen und die Verwendung impressionistischer Verfahren, die die Aufzeichnungen prägen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung Dekonstruktion

3. Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge

3.1 Die Struktur der Aufzeichnungen

3.2 Veränderung der Wahrnehmung

3.3 Impressionistische Darstellungsweise

3.4 Erzählproblematik

3.5 Der Leser als Souverän

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Rainer Maria Rilkes „Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“ als eine Dekonstruktion tradierter Erzählformen verstanden werden kann, um der komplexen, großstädtischen Wirklichkeit des frühen 20. Jahrhunderts adäquat zu begegnen.

  • Die Dekonstruktion als theoretischer Rahmen zur Literaturanalyse
  • Die Auswirkungen großstädtischer Reizüberflutung auf die menschliche Wahrnehmung
  • Die Auflösung klassischer Erzählstrukturen und des allwissenden Erzählers
  • Der Einsatz impressionistischer Verfahren zur Darstellung subjektiver Eindrücke
  • Die veränderte Rolle des Lesers in einem fragmentierten, offenen Textgefüge

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Struktur der Aufzeichnungen

Die Aufzeichnungen beginnen mit einem Eintrag, der auf den 11. September datiert wird. Die Überschreibung dieser ersten Aufzeichnung mit Orts- und Zeitangabe lässt die Aufzeichnungen zu Beginn an ein Tagebuch erinnern. Doch stellt sich im weiteren Verlauf der Lektüre heraus, dass jene Ordnung und Einheitlichkeit, die im Tagebuchroman durch die chronologische Reihung und kausale Motivierung entsteht, in Rilkes Werk nicht mehr zu finden ist.

Neben der ersten Aufzeichnung ist lediglich der siebzehnte Eintrag durch eine Ortsbestimmung gekennzeichnet, weitere Zeitangaben gibt es zu den Einträgen nicht. Die Sammlung der Aufzeichnungen zeigt sich als eine Montage unterschiedlicher Texttypen. Sie beinhalten Maltes Reflexionen zur Gegenwart in Paris, seine Vorstellungen und Gedanken und die Erinnerung an zurückliegende Erfahrungen. Die unterschiedlichste Art der Kombinierung dieser Texttypen korrespondiert mit der Abkehr von jeder Art kontinuierlichen, zielorientieren und kohärenten Erzählens. Sabina Becker spricht in diesem Zusammenhang von einer Zersetzung der geschlossenen epischen Großform als Konzept urbaner Poetik. Die Aneinanderreihung der voneinander unabhängigen Prosateile, die Fragmente und Skizzen, die Maltes Vorstellungen und Gedankenwelt symbolisieren, deren mosaikartige Zusammensetzung, entspricht der kaleidoskopartigen Struktur der Großstadt. Das städtische Leben präsentiert sich Malte in einer Komplexität, Unüberschaubarkeit und Fragmentierung, die er nicht mehr zu einer inneren Einheit verbinden kann. Mit dem Fehlen einer geschlossenen, chronologischen und kausal erzählten Handlung wird auch die Unmöglichkeit offengelegt, die Struktur des städtischen Lebens im traditionellen Roman zu fassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des großstädtischen Lebens zur Jahrhundertwende ein und begründet die Wahl der Dekonstruktion als analytisches Instrument zur Untersuchung von Rilkes Werk.

2. Begriffsbestimmung Dekonstruktion: Dieses Kapitel erläutert theoretische Ansätze der Dekonstruktion nach Jacques Derrida und Paul de Man, um das Werkzeug für die anschließende Textanalyse zu etablieren.

3. Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge: Hier wird der historische Kontext der Werkentstehung sowie Rilkes persönliches Verhältnis zur Stadt Paris und zur Objektwelt dargelegt.

3.1 Die Struktur der Aufzeichnungen: Das Kapitel analysiert die fragmentierte, tagebuchähnliche Montage-Technik des Werkes, welche die Unmöglichkeit eines traditionellen epischen Erzählens in der modernen Großstadt widerspiegelt.

3.2 Veränderung der Wahrnehmung: Hier wird das Motiv des „Sehen Lernens“ untersucht, das zeigt, wie die großstädtische Erfahrung die Grenzen zwischen Innen- und Außenwelt für den Protagonisten verwischt.

3.3 Impressionistische Darstellungsweise: Dieses Kapitel beleuchtet den Einsatz impressionistischer Stilelemente, wie Farbbeschreibungen und Rhythmik, zur Wiedergabe der städtischen Reizüberflutung.

3.4 Erzählproblematik: Hier wird die Krise des Erzählens thematisiert, die durch den Verlust eines ordnenden, allwissenden Erzählers gekennzeichnet ist.

3.5 Der Leser als Souverän: Das letzte Unterkapitel schildert, wie die Textform den Leser in eine aktive, schöpferische Rolle drängt, um den fragmentierten Sinn des Werkes selbst zu konstituieren.

4. Fazit: Die abschließenden Ergebnisse bestätigen die These, dass die Dekonstruktion als ästhetische Strategie Rilkes Werk als einen bedeutenden Beitrag zur literarischen Moderne auszeichnet.

5. Literaturverzeichnis: Aufzählung aller verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Dekonstruktion, Großstadtwahrnehmung, Rilke, Malte Laurids Brigge, Poststrukturalismus, Erzählkrise, Impressionismus, Moderne, Fragmentierung, Wahrnehmungswandel, Subjektivität, Romanform, Paris, Literaturanalyse, Schreibweise

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert Rainer Maria Rilkes „Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“ unter dem Aspekt, wie die moderne, großstädtische Lebenswelt des frühen 20. Jahrhunderts die traditionelle Romanform dekonstruiert.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die Dekonstruktionstheorie, die durch Urbanisierung veränderte Sinneswahrnehmung, impressionistische Erzählverfahren und die Krise des traditionellen Erzählens.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Die Untersuchung zielt darauf ab, nachzuweisen, dass Rilkes Text eine bewusste Dekonstruktion tradierter Erzählweisen darstellt, um die Fragmentierung der großstädtischen Wirklichkeit adäquat künstlerisch abzubilden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die sich primär auf die dekonstruktivistische Literaturtheorie stützt, ergänzt durch Ansätze der Erzähltheorie und historische Kontexte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, gefolgt von einer detaillierten Analyse von Struktur, Wahrnehmung, impressionistischen Stilmitteln, der Erzählproblematik und der neuen Leserrolle innerhalb des Werkes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Dekonstruktion, Großstadtwahrnehmung, Erzählkrise, Fragmentierung, Impressionismus und die Subjektivierung der Wahrnehmung.

Welche Rolle spielt die Stadt Paris für den Protagonisten Malte?

Paris fungiert als paradigmatischer Ort der Moderne, der durch Reizüberflutung, Anonymität und ständige Bewegung das traditionelle Weltbild des Protagonisten erschüttert und ihn zu einem neuen, künstlerischen Sehen zwingt.

Was bedeutet der „Leser als Souverän“ im Kontext dieser Arbeit?

Da der Text auf eine ordnende, allwissende Erzählinstanz verzichtet, muss der Leser aktiv und souverän die einzelnen, losen Textfragmente miteinander verknüpfen und den Sinnzusammenhang eigenständig konstruieren.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Dekonstruktion der Großstadtwahrnehmung in Rilkes "Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge"
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Institut für neuere deutsche und europäische Literatur)
Note
2,0
Autor
Julia Koch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
25
Katalognummer
V279847
ISBN (Buch)
9783656737155
ISBN (eBook)
9783656737223
Sprache
Deutsch
Schlagworte
dekonstruktion großstadtwahrnehmung rilke aufzeichnungen malte laurids brigge
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Koch (Autor:in), 2013, Dekonstruktion der Großstadtwahrnehmung in Rilkes "Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/279847
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Leseprobe aus  25  Seiten
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