Menschliche als auch computervermittelte Kommunikation im Unterricht hat einen grundlegenden Einfluss auf die Lehr- und Lernprozesse des Menschen. Bei der Wissensvermittlung im klassischen Präsenzunterricht liegt das Hauptaugenmerk bei der Face-to-Face-Kommunikation zwischen Lehrenden und Lernenden. In diesem Fall beeinflusst vor allem der menschliche Bezug zwischen den Lehrenden und Lernenden das Kommunikationsverhalten und damit auch die Lehr-/Lernprozesse. Im digitalen Zeitalter sind Lehrende und traditionelle Lehrmateria-lien nicht mehr die einzige Wissensquelle im Unterricht. Heute können unter-richtsrelevante Informationen auch mit Hilfe des Internets oder über Lernsoftware vermittelt werden. Für diese computervermittelte Kommunikation können die Lernenden auf textbasierte, auditive und visuelle Technologien zurückgreifen, wobei sich je nach eingesetzter Technologie unterschiedliche Auswirkungen auf das Kommunikationsverhalten und damit auch auf die Lehr-/Lernprozesse ergeben (Hartmann, 2005, S. 673–693).
Ziel dieser Arbeit ist es, anhand der Unterrichtspraxis im Fach Sachunterricht der Grundschule VS Laab die Kommunikationsfaktoren aufzuzeigen, die den Lehr-/Lernprozessen förderlich sind bzw. diese behindern können
Inhaltsverzeichnis
1 Kommunikation im Unterricht und der Einfluss auf Lehr-/Lernprozesse
2 Unterrichtspraxis im Sachunterricht der Grundschule VS Laab
2.1 eHistoryQuests und Teaching Presence
2.2 eHistoryQuests und Cognitive und Social Presence
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die verschiedenen Kommunikationsfaktoren zu identifizieren, die im schulischen Kontext Lehr- und Lernprozesse entweder unterstützen oder hemmen können, wobei der Fokus auf einem spezifischen Lernszenario mit eHistoryQuests in einer Grundschule liegt.
- Einfluss menschlicher und computervermittelter Kommunikation auf Lernprozesse
- Einsatz von eHistoryQuests in der Grundschulpraxis
- Die Rolle der Teaching Presence bei der Gestaltung von Lernszenarien
- Bedeutung der Cognitive und Social Presence für den Lernerfolg
- Kooperatives Lernen in einer Community of Inquiry
Auszug aus dem Buch
2.1 eHistoryQuests und Teaching Presence
Zu den Aufgabenfeldern der Lehrenden in der Teaching Presence gehören die Konzeption, die Gestaltung und Vorbereitung von Lehr-/Lernszenarien (Design and Organization), die Unterstützung des Lehr-/Lerndiskurses während der gemeinsamen Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit den Lerninhalten (Facilitating Discourse) und die inhaltliche Unterstützung (Direct Instruction) (Boos, 2008, S. 32; Czerwionka & de Witt, 2006, S. 123–124).
Für den ersten Arbeitsschritt, Hinführung zum Thema, müssen die Lehrenden unter anderem Überlegungen anstellen, wie sie ihre Schülerinnen und Schüler auf das geschichtliche Thema einstimmen, z. B. über einen Projektausflug zum Heimatmuseum oder über einen zum geschichtlichen Thema passenden Film oder direkter über erlebnispädagogische Angebote wie z. B. Theateraufführungen, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, Geschichtsexpertinnen und Geschichtsexperten.
Für den zweiten Arbeitsschritt, Gruppeneinteilung, müssen die Lehrenden bereits im Vorfeld überlegen, wie die Zuteilung der Schülerinnen und Schüler zu den Gruppen erfolgen sollte, damit die Zusammenarbeit und Kommunikation der Mitglieder untereinander optimal funktioniert, und damit im dritten und vierten Arbeitsschritt die gewünschten Endergebnisse erzielt werden. Wichtige Kriterien, die es hierbei zu berücksichtigen gilt, sind einerseits, dass die Schülerinnen und Schüler gut zusammen arbeiten können, andererseits die Gruppengröße.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Kommunikation im Unterricht und der Einfluss auf Lehr-/Lernprozesse: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung menschlicher und technischer Kommunikationsformen für Lernprozesse im digitalen Zeitalter und definiert das Ziel der Arbeit.
2 Unterrichtspraxis im Sachunterricht der Grundschule VS Laab: Dieser Teil beschreibt den Einsatz von eHistoryQuests in der Grundschule und die methodische Umsetzung des kooperativen Lernens.
2.1 eHistoryQuests und Teaching Presence: Hier werden die Aufgaben der Lehrenden in Bezug auf Konzeption, Organisation und Unterstützung der Lernenden detailliert analysiert.
2.2 eHistoryQuests und Cognitive und Social Presence: Dieses Kapitel thematisiert, wie durch Kommunikation und soziale Einbindung in der Lerngemeinschaft Bedeutung generiert und Lernerfolg erzielt wird.
Schlüsselwörter
Kommunikationsfaktoren, Lehr-Lernprozesse, eHistoryQuests, PrimarWebQuest-Methode, Grundschule, Sachunterricht, Community of Inquiry, Teaching Presence, Cognitive Presence, Social Presence, kooperatives Lernen, computervermittelte Kommunikation, Bildungsmedien, Lernklima, Feedback.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Kommunikationsfaktoren auf Lehr- und Lernprozesse, insbesondere im Kontext computervermittelter Lernumgebungen in der Grundschule.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Kommunikation im Unterricht, der Einsatz der eHistoryQuest-Methode sowie das Konzept der Community of Inquiry bestehend aus Teaching, Cognitive und Social Presence.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, anhand eines konkreten Praxisbeispiels aufzuzeigen, welche Faktoren Kommunikation fördern oder behindern und wie diese den Lernerfolg beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine praxisorientierte Analyse eines Lernszenarios (eHistoryQuests) unter Anwendung bildungswissenschaftlicher Theorien zur Kommunikation in Lerngemeinschaften vorgenommen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Phasen eines eHistoryQuests und die spezifischen Rollen der Lehrkraft sowie die Bedeutung der sozialen Interaktion für die Wissenskonstruktion der Schüler.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie eHistoryQuests, Kommunikationsfaktoren, Grundschule und das Drei-Säulen-Modell der Presence (Teaching, Cognitive, Social) charakterisiert.
Warum ist die Gruppenzusammensetzung bei eHistoryQuests so wichtig?
Eine heterogene Gruppenzusammensetzung unterstützt den Austausch zwischen leistungsstärkeren und leistungsschwächeren Schülern und fördert ein soziales Miteinander, das für den gemeinsamen Lernerfolg essenziell ist.
Welche Rolle spielt Feedback im untersuchten Szenario?
Permanentes, unmittelbares und individuelles Feedback wird als entscheidender Faktor identifiziert, um das Zugehörigkeitsgefühl zur Lerngemeinschaft zu stärken und den Lernprozess zu optimieren.
- Quote paper
- BSc, MA Tamara Rachbauer (Author), 2010, Kommunikationsfaktoren, die Lehr-/Lernprozesse fördern bzw. behindern können, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/279765