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Die Papstbulle "Venerabilem". Die politischen Ziele und Ansichten von Innozenz III.

Titel: Die Papstbulle "Venerabilem". Die politischen Ziele und Ansichten von Innozenz III.

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 17 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Martin Mühlenberg (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Papstbulle Venerabilem (RNI 621) stellt eines der aussagekräftigsten, uns erhaltenen hochmittelalterlichen Zeugnisse über die päpstliche Auffassung des Verhältnisses zwischen „Imperium“ und „Sacerdotium“ dar. Papst Innozenz III., der sich in den staufisch-welfischen Thronstreit einmischte, spricht sich in „Venerabilem“ mit radikalen Worten eindeutig für den Welfen Otto IV. aus und begründet weiterhin sowohl seine Ablehnung des Staufers, Philipp v. Schwaben, als auch sein Recht, sich als Oberhaupt der Christenheit in die Belange des Reiches einzumischen. „Venerabilem“ stellt die päpstliche Antwort auf ein staufisches Protestschreiben (RNI 61) über die Einmischung eines päpstlichen Legaten in die deutsche Königswahl dar. Betrachtet man sowohl das staufische Protestschreiben, als auch „Venerabilem“, lassen sich uralte, nie bereinigte Gegensätze zwischen der staufischen und der päpstlichen Auffassung des Imperiums erkennen. Die z.T. ungewohnt aggressive Ausdrucksweise der Briefe lässt schon die Brisanz der Lage erahnen, da sowohl der staufischen, als auch der päpstlichen Seite klar sein musste, dass anhand des Präzedenzfalles der Doppelwahl von 1198 ein Stück Verfassungsgeschichte geschrieben wird, bei der sich nur eine Auffassung über das Verhältnis zwischen Imperium und Papsttum durchsetzen kann.
Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, sowohl verschiedene Argumentationsstränge Innozenz III. in „Venerabilem“ kritisch zu beleuchten, da ihm von der Forschung oft strikte Parteinahme zu Gunsten Ottos IV. vorgeworfen wurde, als auch den Quellenwert von „Venerabilem“ im Hinblick auf die Frage der Entstehung des Kurfürstenkollegs zu erörtern. Methodologisch wird sich an eine historische Einordnung des Thronstreites eine knappe Quelleninterpretation von „Venerabilem“ anschließen. Zum besseren Verständnis folgt hierauf ein kurzer Exkurs zu den politischen Zielen Innozenz III. und eine Annäherung an die RNI, ehe die Argumente Innozenz III., so wie der Quellenwert von „Venerabilem“ hinsichtlich der Entstehung des Kurfürstenkollegs beleuchtet werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.1. Einleitung

1.2. Historische Einordnung

2. Quelleninterpretation

3.1. Politische Ziele Innozenz´ III.

3.2. Annäherung an die RNI/ an das Thronstreitregister

4.1. Mehrheitsverhältnis und contemptus

4.2. Mehrheitsverhältnis und idoneitas

4.3. Innozenz III. Auffassung der translatio imperii

4.4. Innozenz III. und die Entscheidungsbefugnis der Reichsfürsten

4.5. Innozenz´ III. Gründe gegen Philipp von Schwaben

5. „Venerabilem“ als Hinweis für die Entstehung des Kurfürstenkollegs

6. Resümee

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die päpstliche Bulle „Venerabilem“ von Innozenz III. im Kontext des staufisch-welfischen Thronstreits. Das primäre Ziel besteht darin, die Argumentationsstrategien des Papstes kritisch zu beleuchten und den Quellenwert des Dokuments für die historische Entstehung des Kurfürstenkollegs zu analysieren.

  • Analyse der päpstlichen Auffassung des Verhältnisses zwischen Imperium und Sacerdotium.
  • Untersuchung der juristischen Argumentation gegen Philipp von Schwaben und der Parteinahme für Otto IV.
  • Historische Einordnung der Bulle in den Prozess der Entstehung des Kurfürstenkollegs.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Theorie der „Prinzipalwähler“ als Vorstufe des späteren Kurkollegs.
  • Einfluss des kanonischen Rechts auf die deutsche Königswahl.

Auszug aus dem Buch

4.3. Innozenz III. Auffassung der translatio imperii

Innozenz ist in „Venerabilem“ der festen Überzeugung, die Kirche habe aus eigener Vollmacht die translatio imperii „a grecis […] in germanos“ vorgenommen. Deswegen sieht er im Kaiser nur den Träger der kirchlichen Funktion des defensor. Hieraus leitet er neben dem Wahlrecht der Fürsten, welches als Privileg der Kirche an sie vergeben wurde auch ein eigenes Mitspracherecht „zur Prüfung der Person, die zum König gewählt und zum Kaisertum erhoben werden soll,“ ab.

Hier prallen also zwei divergierende Auffassungen über das Verhältnis von Papst und Kaiser aufeinander. Innozenz III. leitet das Kaisertum aus der translatio imperii ab und sieht es so nicht nur als dem Apostolischen Stuhl untergeordnet, sondern auch als, nötigenfalls, nur temporär vergeben an. Die Kaiserkrönung durch den Papst ist also eine freie Handlung, die er den deutschen Königen zugesteht.

Die Staufer hingegen sehen sich in der Tradition des Heerkaisertums. Argumente hierfür sehen sie nach der Erklärung Barbarossas an Papst Hadrian IV. von 1155 v.a. darin, dass sich die deutschen Kaiser, namentlich Karl der Große und Otto I., ihr Kaisertum durch das Schwert erobert hätten, wie u.a. der Bericht Widukinds von Corvey über die Lechfeldschlacht 955, nach deren Ausgang Otto I. von seinen Kriegern spontan zum imperator ausgerufen wurde, bestätigte. Hieraus resultiert die Auffassung der Deutschen, dass sie ihr imperium allein Gottes Fügung und eigener Tüchtigkeit verdanken. Problematisch hierbei ist nur, dass mit dieser Argumentation der sakrale Charakter, der das Kaisertum von anderen Reichen abhebt, weitgehend auf der Strecke bleibt.

Zusammenfassung der Kapitel

1.1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Papstbulle „Venerabilem“ als Zeugnis des Thronstreits ein und definiert die methodische Herangehensweise an die Quellenanalyse.

1.2. Historische Einordnung: Dieses Kapitel skizziert die politische Lage nach dem Tod Heinrichs VI. und die daraus resultierende Doppelwahl von 1198.

2. Quelleninterpretation: Hier werden die Struktur und die juristische Argumentationsweise der Bulle „Venerabilem“ einer ersten Untersuchung unterzogen.

3.1. Politische Ziele Innozenz´ III.: Das Kapitel erläutert die territorialen Ambitionen des Papstes bezüglich des Kirchenstaates und die Nutzung des Thronstreits zur Durchsetzung dieser Ziele.

3.2. Annäherung an die RNI/ an das Thronstreitregister: Diese Analyse widmet sich dem Zweck der „Regestum Innocentii III Papae“ und deutet die Parteinahme des Papstes als Innominatkontrakt.

4.1. Mehrheitsverhältnis und contemptus: Der Abschnitt prüft die argumentative Umkehrung des Contemptus-Vorwurfs durch den Papst und dessen Verbindung zur Staufer-Ablehnung.

4.2. Mehrheitsverhältnis und idoneitas: Hier wird untersucht, wie der Papst die Eignung (Idoneitas) Ottos IV. begründet und warum diese Argumentation oft nur eine untergeordnete Rolle spielte.

4.3. Innozenz III. Auffassung der translatio imperii: Das Kapitel vergleicht die päpstliche Translationslehre mit der staufischen Tradition des Heerkaisertums.

4.4. Innozenz III. und die Entscheidungsbefugnis der Reichsfürsten: Hier wird dargelegt, wie der Papst das Schiedsgericht der Fürsten torpedierte, um seinen Kandidaten durchzusetzen.

4.5. Innozenz´ III. Gründe gegen Philipp von Schwaben: Eine kritische Prüfung der Vorwürfe gegen Philipp, insbesondere der Kollektivschuld und des Meineids.

5. „Venerabilem“ als Hinweis für die Entstehung des Kurfürstenkollegs: Dieses Kapitel analysiert die Rolle der „Prinzipalwähler“ und den Kern der späteren Kurfürstenbildung.

6. Resümee: Die Zusammenfassung bewertet die Bulle als radikales Zeugnis und Meilenstein der mittelalterlichen Verfassungsgeschichte.

Schlüsselwörter

Venerabilem, Innozenz III., Thronstreit, Papsttum, Imperium, Translatio imperii, Kurfürstenkolleg, Otto IV., Philipp von Schwaben, Kanonisches Recht, Contemptus, Idoneitas, Wahlkönigtum, Prinzipalwähler, Verfassungsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Bulle „Venerabilem“ als zentrales Dokument, in dem Papst Innozenz III. seine Position im staufisch-welfischen Thronstreit juristisch begründet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Neben dem direkten Inhalt der Bulle stehen das Verhältnis von Papsttum und Kaisertum, die Entstehung des Wahlkönigtums sowie die Rolle der frühen deutschen Kurfürsten im Fokus.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Die Untersuchung zielt darauf ab, die von Innozenz III. in „Venerabilem“ verwendeten Argumentationsstränge kritisch zu prüfen und deren historische Relevanz für die Entstehung des Kurfürstenkollegs einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt eine historische Quelleninterpretation, die den Text kritisch im Kontext zeitgenössischer Dokumente und späterer Rechtsentwicklungen betrachtet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse päpstlicher Machtansprüche, den Vorwürfen gegen Philipp von Schwaben, der Rolle Ottos IV. sowie dem Konzept der Prinzipalwähler.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie „translatio imperii“, „contemptus“, „idoneitas“, „Kanonisches Recht“ und „Innominatkontrakt“.

Wie bewertet die Arbeit die Parteinahme des Papstes?

Der Autor stellt die Parteinahme als politisch motiviertes Kalkül dar, bei dem Innozenz III. versuchte, durch juristische Argumente einseitige Vorteile für die Kirche zu sichern.

Was ist das Konzept der „Prinzipalwähler“ in diesem Werk?

Das Werk diskutiert die These, dass durch die Kölner Erzbischöfe eine exklusive Gruppe von Wählern definiert wurde, deren Stimme für die Legitimität der Wahl unentbehrlich war, was als Vorläufer des Kurfürstenkollegs gilt.

Warum wird die „Venerabilem“ als Wendepunkt bezeichnet?

Sie gilt als Meilenstein, da sie theoretische Rechtsnormen in die deutsche Königswahl einführte und den Weg zum formalisierten Wahlkönigtum ebnete.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Papstbulle "Venerabilem". Die politischen Ziele und Ansichten von Innozenz III.
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Note
1,5
Autor
Martin Mühlenberg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
17
Katalognummer
V279753
ISBN (eBook)
9783656735366
ISBN (Buch)
9783656735373
Sprache
Deutsch
Schlagworte
papstbulle venerabilem ziele ansichten innozenz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martin Mühlenberg (Autor:in), 2010, Die Papstbulle "Venerabilem". Die politischen Ziele und Ansichten von Innozenz III., München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/279753
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