In Anbetracht umfangreicher Finanzhilfen für Staaten und Banken formiert sich zunehmend Widerstand innerhalb der Bevölkerung. Seien es Protestbewegungen wie „Occupy: Wall Street“ oder Parteineugründungen wie die „Alternative für Deutschland“, immer mehr Teile der Bevölkerung zeigen Interesse an finanzpolitischen Entscheidungen und üben Kritik an dem bisherigen Umgang mit den Akteuren der Finanzbranche. Auch die Politik hat diesen Kurs eingeschlagen und sucht nach Wegen und Möglichkeiten, wie man insbesondere Banken an den Kosten der Krise beteiligen kann. Nach langwierigen Debatten hat sich die gewünschte Lösung in Form einer Finanztransaktionssteuer (FTS) herauskristallisiert.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen dieser Steuer auf Kreditinstitute und deren Kunden. Es soll ein Überblick über deren theoretische Funktionsweise und die daraus resultierenden Änderungen gegeben werden. Zu Beginn wird der politische Prozess aufgezeigt, welcher 2010 seinen Anfang nahm und an dessen Ende eine FTS stehen soll. Anschließend wird der eigentliche Richtlinienvorschlag hinsichtlich seiner Funktionsweise und der verfolgten Ziele analysiert. Diese Analyse benötigt der Leser, um die sich ergebenden Veränderungen auf den Eigenhandel von Kreditinstituten zu verstehen, welche das folgende Kapitel behandelt. Die aufgeführten Veränderungen sind nicht abschließend, viel mehr wurde versucht, den Fokus auf drei Kernbereiche zu beschränken. In Anbetracht der Begrenztheit des Arbeitsumfangs wurde auf die Berechnung quantitativer Veränderungen verzichtet. Kapitel 5 widmet sich den Auswirkungen auf Privatanleger. Zur Verdeutlichung wurden hierbei die Mehrkosten von drei typischen Produkten errechnet. Dem Leser soll es dadurch möglich sein, differenzierte Kenntnisse über die resultierenden Veränderungen zu gewinnen, die es ihm erlauben, Schlussfolgerungen für andere Marktteilnehmer zu ziehen.
Inwieweit die FTS ein Garant für die Erfüllung der gewünschten Ziele ist, zeigt das abschließende Kapitel auf. Aufgrund der Aktualität des Themas finden nur Studien, Gesetze und Positionen Berücksichtigung, die bis zum 01.10.2013 erschienen sind.
Inhaltsverzeichnis
- Hinführung zum Thema
- Hintergrund zur Entstehungsgeschichte
- Das Konzept der Finanztransaktionssteuer
- Zielsetzung
- Ausgestaltung
- Auswirkungen auf den Eigenhandel von Kreditinstituten
- Liquiditätsversorgung
- Steigende Refinanzierungskosten
- Absicherungsgeschäfte
- Auswirkungen auf Privatanleger
- Vermögensbildung
- Altersvorsorge
- Abschließende Wertung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert die Auswirkungen der Finanztransaktionssteuer (FTS) auf Kreditinstitute und deren Kunden. Sie beleuchtet den politischen Entstehungsprozess der FTS, erklärt die theoretische Funktionsweise der Steuer und untersucht die daraus resultierenden Veränderungen im Eigenhandel von Kreditinstituten sowie die Auswirkungen auf Privatanleger.
- Politischer Prozess der Einführung der FTS
- Theoretische Funktionsweise und Ziele der FTS
- Auswirkungen der FTS auf den Eigenhandel von Kreditinstituten
- Auswirkungen der FTS auf Privatanleger
- Bewertung der FTS hinsichtlich ihrer Zielerreichung
Zusammenfassung der Kapitel
Hinführung zum Thema
Dieses Kapitel führt in das Thema der Finanztransaktionssteuer (FTS) ein und erläutert die Motivation für die Einführung dieser Steuer im Kontext der Finanzkrise. Es werden die Kritikpunkte an der Finanzbranche und der Umgang der Politik mit der Krise beleuchtet.
Hintergrund zur Entstehungsgeschichte
Das Kapitel beleuchtet die Entstehung der Finanztransaktionssteuer im Kontext der globalen Finanzkrise von 2007. Es werden die finanziellen Hilfen für Banken und Staaten sowie die politische Debatte über die angemessene Beteiligung von Banken an den Krisenkosten beschrieben.
Das Konzept der Finanztransaktionssteuer
Dieses Kapitel erklärt die Zielsetzung und Ausgestaltung der Finanztransaktionssteuer. Es werden die verschiedenen Konzepte und die verfolgten Ziele der Steuer erläutert.
Auswirkungen auf den Eigenhandel von Kreditinstituten
Dieses Kapitel untersucht die Auswirkungen der FTS auf den Eigenhandel von Kreditinstituten. Es werden die Folgen für die Liquiditätsversorgung, die Refinanzierungskosten und die Absicherungsgeschäfte von Kreditinstituten analysiert.
Auswirkungen auf Privatanleger
Dieses Kapitel beleuchtet die Auswirkungen der FTS auf Privatanleger. Es werden die Folgen für die Vermögensbildung und die Altersvorsorge von Privatanlegern betrachtet.
Schlüsselwörter
Finanztransaktionssteuer, Finanzkrise, Kreditinstitute, Privatanleger, Eigenhandel, Liquiditätsversorgung, Refinanzierungskosten, Absicherungsgeschäfte, Vermögensbildung, Altersvorsorge, politische Debatte, EU-Mitgliedsstaaten, Zielsetzung, Ausgestaltung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel der Finanztransaktionssteuer (FTS)?
Das Ziel ist es, Banken an den Kosten der Finanzkrise zu beteiligen, Spekulationen einzudämmen und eine neue Einnahmequelle für Staaten zu schaffen.
Wie wirkt sich die FTS auf den Eigenhandel von Banken aus?
Die Steuer kann zu einer Verringerung der Liquidität, steigenden Refinanzierungskosten und einer Verteuerung von Absicherungsgeschäften führen.
Welche Folgen hat die Steuer für Privatanleger?
Privatanleger müssen mit Mehrkosten bei der Vermögensbildung und der Altersvorsorge rechnen, da Transaktionskosten für Wertpapiere und Fonds steigen.
Wann begann der politische Prozess zur Einführung der FTS?
Die Debatte nahm im Jahr 2010 nach der globalen Finanzkrise an Fahrt auf, getrieben durch öffentlichen Widerstand und Kritik an der Finanzbranche.
Ist die FTS ein Garant für stabilere Finanzmärkte?
Die Arbeit analysiert kritisch, ob die Steuer die gewünschten Ziele tatsächlich erreicht oder ob Marktteilnehmer in Länder ohne FTS ausweichen.
- Arbeit zitieren
- Roman Safronov (Autor:in), 2013, Evaluierung des Vorschlages der Europäischen Kommission über eine Finanztransaktionssteuer und Auswirkungen auf Kreditinstitute und deren Kunden, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/279617