Durch die Globalisierung der Wirtschaft kommt es zu einer verstärkten Komplexität sowie zunehmenden Dynamik der unternehmerischen Prozesse und Umwelt. Zusätzlich hierzu haben zahlreiche Bilanzskandale unter anderem von Flowtex, Enron und Comroad zu einer anhaltenden Unsicherheit, der Bevölkerung bzw. der jeweiligen Anspruchsgruppen, hinsichtlich der Kontrollmethoden der eingesetzten Wirtschaftsprüfer sowie ihre Effektivität, geführt. Das Interesse von Shareholder und Stakeholdern liegt in der Sicherstellung einer glaubwürdigen und zuverlässigen Unternehmensberichterstattung. Daher ist das Ziel dieser Arbeit mit der geschäftsrisikoorientierten Prüfung eine Methode zu Erlangung von Prüfungsnachweisen darzustellen. Dieser Ansatz wurde in den letzten 20 Jahren sowohl von zahlreichen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften ständig neu überarbeitet bzw. neu ausgerichtet als auch von der Organisation des International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) mit international gültigen Normen ausgerüstet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1. Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2. Aufbau und Vorgehensweise der Arbeit
2. Begriffsabgrenzung und Verortung
2.1. Geschäftsrisikoorientierter Prüfungsansatz
2.2. Grundgedanke, Ziel und Entwicklung
3. Geschäftsrisikoorientierter Prüfungsprozess
3.1. Analyseverfahren
3.2. Prüfungsprozess
3.3. Prüfungsqualität
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, den geschäftsrisikoorientierten Prüfungsansatz als moderne und effektive Methode zur Erlangung von Prüfungsnachweisen im Rahmen einer Abschlussprüfung vorzustellen und kritisch zu erörtern.
- Grundlagen des geschäftsrisikoorientierten Prüfungsansatzes
- Identifikation und Analyse von Geschäftsrisiken und -prozessen
- Struktur eines idealtypischen Prüfungsprozesses in sechs Phasen
- Steigerung der Prüfungsqualität und Effektivität durch einen holistischen Ansatz
Auszug aus dem Buch
2.1 Geschäftsrisikoorientierter Prüfungsansatz
Eine Abschlussprüfung hat unter anderem das Ziel mit hinreichender Sicherheit sowie unter Beachtung der Wirtschaftlichkeits- und Wirksamkeitsgrundsätze (Effizienz und Effektivität) Aussagen über das Prüfungsrisiko eines Unternehmens zu liefern. Das Prüfungsrisiko wird daher als die Wahrscheinlichkeit angesehen, dass der Abschlussprüfer den Jahresabschluss oder aber ein Prüffeld bzw. ein Lagebericht trotz erheblicher Mängel akzeptiert. Dabei ist jedoch nicht außer Acht zu lassen, dass eine 100 % Gewährleistung der Sicherheit ausgeschlossen ist. In der Praxis wird daher ein Prüfungsrisiko von 5 % als angemessen und von 10 % sogar noch als gerechtfertigt angesehen. Um dieses Prüfungsrisiko einzuschränken ist deshalb ein risikoorientierter Prüfungsansatz anzuwenden. Dieser Ansatz fordert vom Abschlussprüfer eine ausdrückliche Auswahl sowie eine zielgerichtete Beschaffung von Informationen welche für die Beurteilung des Prüfungsrisikos bedeutsam sind. Darüber hinaus liefert dieser Ansatz mit einer Betrachtung der Geschäftsrisiken und Geschäftsprozesse (geschäftsrisikoorientierte Prüfung), der betrieblichen Funktionsbereiche des Mandanten (Tätigkeitskreise) sowie mit der Systematik der Rechnungslegung (abschlusspostenorientierte Prüfung) verschiedene spezifische Anwendungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Darstellung der Relevanz geschäftsrisikoorientierter Prüfungen angesichts zunehmender Wirtschaftskomplexität und Bilanzskandale sowie Erläuterung des methodischen Aufbaus.
2. Begriffsabgrenzung und Verortung: Definition und Einordnung des geschäftsrisikoorientierten Prüfungsansatzes in den Kontext der modernen Wirtschaftsprüfung sowie Erläuterung der zugrunde liegenden Zielsetzungen.
3. Geschäftsrisikoorientierter Prüfungsprozess: Detaillierte Analyse der notwendigen Instrumente, der Prozessphasen einer Prüfung und der Faktoren, die zur Steigerung der Prüfungsqualität beitragen.
4. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Wirksamkeit dieses Prüfungsansatzes und kritische Würdigung der Grenzen einer Abschlussprüfung.
Schlüsselwörter
Geschäftsrisikoorientierte Prüfung, Abschlussprüfung, Prüfungsrisiko, Geschäftsrisiko, Geschäftsprozesse, Wirtschaftsprüfer, Rechnungslegung, Risikobeurteilung, Prüfungsqualität, Strategisches Management, Wirtschaftlichkeitsgrundsätze, Prüfungsnachweise, Unternehmensberichterstattung, Stakeholder, Abschlussprüfungsprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den geschäftsrisikoorientierten Prüfungsansatz, der darauf abzielt, durch die Identifikation von Geschäftsrisiken und Geschäftsprozessen aussagekräftige Prüfungsnachweise für Abschlussprüfungen zu erlangen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Grundlagen des Risikomanagements in der Prüfung, die Analyse von Geschäftsprozessen und die Strukturierung eines mehrphasigen Prüfungsprozesses.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Funktionsweise und den Mehrwert einer geschäftsrisikoorientierten Prüfung darzulegen und aufzuzeigen, wie dadurch die Qualität und Effizienz einer Abschlussprüfung verbessert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine deskriptive und analytische Methode verwendet, die sich auf einschlägige Fachliteratur, Rechnungslegungsnormen (ISA) sowie Prüfungsstandards (IDW PS) stützt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinitionen, die Analyse der verschiedenen Phasen des Prüfungsprozesses sowie die detaillierte Betrachtung der Faktoren, die zur Sicherung der Prüfungsqualität beitragen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Geschäftsrisiko, Prüfungsrisiko, Risikofrüherkennung, Prozessanalyse und Abschlussprüfung geprägt.
Was unterscheidet den geschäftsrisikoorientierten Ansatz von herkömmlichen Methoden?
Der geschäftsrisikoorientierte Ansatz konzentriert sich nicht nur auf die Posten des Jahresabschlusses, sondern explizit auf die zugrunde liegenden Geschäftsprozesse und Risiken, die das Erreichen der Unternehmensziele gefährden könnten.
Wie definiert der Autor das Geschäftsrisiko?
Im Kontext dieser Arbeit wird das Geschäftsrisiko als die Gefahr definiert, dass der Mandant seine definierten unternehmerischen Zielsetzungen nicht erreicht.
Welche Rolle spielt der Faktor Zeit für die Qualität der Prüfung?
Der Autor betont, dass eine hohe Prüfungsqualität nur dann gewährleistet ist, wenn der Prozess nicht unter unangemessenem Zeitdruck stattfindet, da die Analyse komplexer Geschäftsabläufe eine gründliche und zeitintensive Auseinandersetzung erfordert.
Welche Bedeutung hat die Unabhängigkeit des Prüfers?
Die Unabhängigkeit wird als unabdingbare Voraussetzung für eine qualitativ hochwertige Prüfung betrachtet, da nur so ein objektives Urteil und die notwendige Gewissenhaftigkeit sichergestellt werden können.
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- Master of Science Basem EL-Bouz (Author), 2011, Methoden zur Erlangung von Prüfungsnachweisen: Geschäftsrisikoorientierte Prüfung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/279612