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Öffentlich geförderte Beschäftigung im Kontext der bundesdeutschen Arbeitsmarktpolitik

Paradigmenwechsel auf dem Zweiten Arbeitsmarkt durch Einführung von Hartz IV

Titel: Öffentlich geförderte Beschäftigung im Kontext der bundesdeutschen Arbeitsmarktpolitik

Bachelorarbeit , 2013 , 41 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Bachelor Marc Hampel (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit erläutert eingangs, was von der Literatur als „zweiter Arbeitsmarkt“ verstanden wird. Dieser Begriff kann auch zu einer Missverständlichkeit, z. B. im Sinne eines zusätzlichen, minderwertigen Arbeitsmarktes, führen. Dabei wird zunächst die Situation vor der Hartz IV–Reform aus dem Jahr 2002 beleuchtet und dargestellt wie die arbeitsmarktpolitische Sichtweise diesen Begriff in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts verstanden hat. Anschließend wird erläutert warum es überhaupt einen öffentlich geförderten Beschäftigungssektor gibt und wie sich dieser legitimiert.
Im Folgenden werden die verschiedenen Instrumente dargestellt, welche der zweite Arbeitsmarkt seit Einführung des Bundessozialhilfegesetz seit 1969 hervorgebracht hat. Dabei wird immer auch ein Blick auf die gesamte arbeitsmarktpolitische Situation geworfen. Anschließend wird ein Vergleich zwischen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, welche in den 80er und 90er Jahren eine wichtige Rolle spielten, und den mittlerweile am häufigsten genutzten Instrument – den Arbeitsgelegenheiten angestellt. In den letzten Jahren werden immer mehr Forderungen nach einem sozialen Arbeitsmarkt laut. Gewerkschaften sowie Parteien haben verschiedene Ansätze dazu entwickelt, welche in dieser Arbeit vorgestellt und diskutiert werden. Abschließend wird die Methode des Casemanagement als eine Methode der Sozialen Arbeit vorgestellt, um zu verdeutlichen was der Paradigmenwechsel für den Sozialarbeiter vor Ort bedeutet, wenn seit 2005 vom „Fördern und Fordern“ und von „Kundenorientierung“ gesprochen wird.




Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Begriffsdefinition des zweiten Arbeitsmarktes

1.1 Legitimation des zweiten Arbeitsmarktes

1.1.1 Die ökonomische Legitimation des zweiten Arbeitsmarktes

1.1.2 Die soziale Legitimation des zweiten Arbeitsmarktes

1.1.3 Die politische Legitimation des zweiten Arbeitsmarktes

1.1.4 Motive und Ziele

2. Aktive Arbeitsmarktpolitik

2.1 Entwicklung der Arbeitsförderung in Deutschland

2.1.1 Von der ersten Arbeitslosenversicherung (AVAVG) 1927 zum AFG

2.1.2 Arbeitsmarktpolitische Instrumente nach der Wiedervereinigung

2.1.3 Von der aktiven zu einer aktivierenden Arbeitsmarktpolitik

2.1.4 Arbeitsmarktinstrumente der Hartz-Reform

3. Arbeitsmarktpolitische Instrumente im Vergleich

3.1 Ziele der Maßnahmen geförderter Beschäftigung

3.2 Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen versus Arbeitsgelegenheiten

3.2.1 Die Maßnahmen im direkten Vergleich

4. Forderung eines sozialen Arbeitsmarktes

4.1 Forderungen des DGB

4.2 Gesetzinitiativen der Parteien SPD und Bündnis 90/ Die Grünen

4.3 Gesetzentwurf der Fraktion Die Linke

4.4 Voraussetzungen für öffentlich geförderte Beschäftigung

4.4.1 Kostenrahmen der öffentlich geförderten Beschäftigung

4.5 Kontrolle der Arbeitsmarktwirkungen

5. Casemanagement in der Beschäftigungsförderung

5.1 Selektive Wirkungen in der Beschäftigungsförderung

5.2 Die Beratungspraxis im Jobcenter

Zielsetzung & Forschungsthemen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Paradigmenwechsel in der deutschen Arbeitsmarktpolitik hin zur aktivierenden Arbeitsmarktpolitik und analysiert die Rolle des öffentlich geförderten Beschäftigungssektors als Instrument zur Integration von Langzeitarbeitslosen.

  • Definition und Legitimation des sogenannten zweiten Arbeitsmarktes
  • Historische Entwicklung der Arbeitsmarktinstrumente von der AVAVG bis zu den Hartz-Reformen
  • Vergleichende Analyse von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) und Arbeitsgelegenheiten
  • Diskussion politischer Forderungen für einen sozialen Arbeitsmarkt
  • Rolle des Casemanagements im Kontext von „Fördern und Fordern“

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Die Maßnahmen im direkten Vergleich

Verglichen wurden die drei Beschäftigungsmaßnahmen Arbeitsgelegenheit in der Entgeltvariante, Arbeitsgelegenheit in der Mehraufwandsvariante und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Ziel der Untersuchungen war es, zu ermitteln, ob eine der Maßnahmen eine bessere Alternative für die TeilnehmerInnen gewesen wäre. Es wurden TeilnehmerInnen untersucht, die jeweils im Frühsommer 2005 eine der drei Maßnahmen begannen und je Fall und Maßnahme bis 2008 beendet waren. Überprüft wurde diese These der höheren Lock-in-Effekte während der Maßnahme. Möglich wurde dies, indem die TeilnehmerInnen der Maßnahmen mit über 850 Euro Einkommen mit den Effekten der darunter liegenden Teilnehmern verglichen wurden. Hier zeigte sich kein signifikanter Unterschied (Hohmeyer/Wolff 2010 S.24). Nach acht Monaten führt die AGH in der Entgeltvariante jedoch zu deutlich höheren Beschäftigungschancen als die AGH (MAE). Bei TeilnehmerInnen von ABM zeigt sich dieser Effekt nach zwölf Monaten. Die Mehraufwandsentschädigung als Variante der AGH wäre somit eine schlechtere Alternative für die TeilnehmerInnen anderer Maßnahmen. Betrachtet man die Zahlen, wie viele der Personen sich nach Beginn der Maßnahme in regulärer Beschäftigung befanden, ergeben sich ähnliche Ergebnisse: Die AGH in der Mehraufwandsvariante kommt zu den schlechtesten Ergebnissen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Begriffsdefinition des zweiten Arbeitsmarktes: Dieses Kapitel erläutert die terminologische Unschärfe des Begriffs und beleuchtet die ökonomische, soziale sowie politische Legitimation für die Existenz eines öffentlich geförderten Sektors.

2. Aktive Arbeitsmarktpolitik: Der Abschnitt skizziert den Wandel der deutschen Arbeitsmarktinstrumente von den Anfängen der Arbeitslosenversicherung bis zur aktivierenden Arbeitsmarktpolitik unter den Hartz-Gesetzen.

3. Arbeitsmarktpolitische Instrumente im Vergleich: Es erfolgt eine detaillierte Gegenüberstellung von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und Arbeitsgelegenheiten hinsichtlich ihrer Wirkungsweise und Erfolgsaussichten für die Teilnehmer.

4. Forderung eines sozialen Arbeitsmarktes: Hier werden verschiedene politische Ansätze und Anforderungen von Gewerkschaften und Parteien an einen sozialen Arbeitsmarkt sowie Fragen der Finanzierung und Kontrolle diskutiert.

5. Casemanagement in der Beschäftigungsförderung: Das Kapitel befasst sich mit der Methode des Casemanagements im Jobcenter und den daraus resultierenden selektiven Effekten in der Beratungspraxis.

Schlüsselwörter

Zweiter Arbeitsmarkt, Arbeitsmarktpolitik, Arbeitsförderung, Hartz-Reformen, Langzeitarbeitslosigkeit, Aktivierung, Arbeitsgelegenheiten, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Casemanagement, soziale Legitimation, Beschäftigungsförderung, Jobcenter, Förderinstrumente, Arbeitsmarktintegration.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Thema dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Bedeutung und Entwicklung des öffentlich geförderten Beschäftigungssektors innerhalb der deutschen Arbeitsmarktpolitik und untersucht den Wandel der zugrunde liegenden Paradigmen.

Welche Themenbereiche stehen im Fokus?

Zu den Schwerpunkten gehören die Legitimation des zweiten Arbeitsmarktes, der Wandel von der aktiven zur aktivierenden Arbeitsmarktpolitik, der Instrumentenvergleich sowie die Rolle des Casemanagements.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, den Paradigmenwechsel im Umgang mit Arbeitslosigkeit zu verdeutlichen und kritisch zu hinterfragen, wie Instrumente des zweiten Arbeitsmarktes zur Integration in den ersten Arbeitsmarkt beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer deskriptiven Auswertung bestehender Evaluationsstudien zu den Wirkungen verschiedener arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung ab 1927, vergleicht spezifische Instrumente wie ABM und AGH und diskutiert die Forderungen verschiedener politischer Akteure nach einem sozialen Arbeitsmarkt.

Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zentral sind Begriffe wie Arbeitsmarktpolitik, Aktivierung, Langzeitarbeitslosigkeit, Casemanagement und der Vergleich zwischen verschiedenen Förderinstrumenten.

Was bedeutet der in der Arbeit thematisierte "Lock-in-Effekt"?

Der Lock-in-Effekt beschreibt das Phänomen, dass Teilnehmer während einer Maßnahme ihre Suchaktivitäten am regulären Arbeitsmarkt reduzieren, was die unmittelbare Beschäftigungswahrscheinlichkeit negativ beeinflussen kann.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Casemanagements im Jobcenter?

Der Autor weist darauf hin, dass Casemanagement zwar als innovative Methode gilt, aber auch Risiken wie die Selektion von Klienten („Creaming“) und eine einseitige Fokussierung auf Disziplinierung statt auf individuelle Unterstützung mit sich bringen kann.

Ende der Leseprobe aus 41 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Öffentlich geförderte Beschäftigung im Kontext der bundesdeutschen Arbeitsmarktpolitik
Untertitel
Paradigmenwechsel auf dem Zweiten Arbeitsmarkt durch Einführung von Hartz IV
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Politik)
Note
2,0
Autor
Bachelor Marc Hampel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
41
Katalognummer
V278968
ISBN (Buch)
9783656829355
ISBN (eBook)
9783656831310
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arbeitsmarkt Arbeitslosigkeit ALG II Jobcenter Hartz IV Beschäftigungspolitik Wandel Paradigmenwechsel Sozialhilfe SGB II SGB III SGB XII Sozialer Arbeitsmarkt Gerhard Schröder Reform
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bachelor Marc Hampel (Autor:in), 2013, Öffentlich geförderte Beschäftigung im Kontext der bundesdeutschen Arbeitsmarktpolitik, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/278968
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Leseprobe aus  41  Seiten
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