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Wie sahen Juden in der frühen Neuzeit Nichtjuden? Eine Untersuchung anhand jüdischer Märchen

Titel: Wie sahen Juden in der frühen Neuzeit Nichtjuden? Eine Untersuchung anhand jüdischer Märchen

Hausarbeit , 2013 , 15 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Karl Hollerung (Autor:in)

Geschichte - Allgemeines

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Frage, wie Juden Nichtjuden gesehen haben, wird bislang in der Forschung erstaunlich wenig thematisiert. Meist wird vielmehr umgekehrt erörtert, wie Nichtjuden Juden gesehen haben. Bereits Hannah Arendt beklagte diesen Trend in der Geschichtswissenschaft und betonte, dass die Abneigung der Christen gegenüber den Juden durchaus auf Gegenseitigkeit beruht habe und die Juden ihren christlichen Nachbarn in ihrem religiösen Fanatismus allgemein sehr ähnlich gewesen seien. Die Gründe dafür sind mit Sicherheit auch in der Befürchtung zu suchen, bei der Untersuchung dieser Frage auf negative Einstellungen von Juden über Nichtjuden zu stoßen und sich somit möglicherweise dem Vorwurf des Antisemitismus auszusetzen. Gut möglich, dass sich diese Tendenz auch hinsichtlich der Erforschung anderer, gerade religiöser Minderheiten weltweit beobachten lasse, da man menschlich immer geneigt ist, einem verfolgten Menschen keine negativen Eigenschaften zuzutrauen. Dabei ist es bei der Betrachtung zwischenmenschlicher Konflikte natürlich immer notwendig, die Ansichten beider Seiten im Blick zu haben, auch wenn eine Seite in jeder Hinsicht vom Wohlwollen der anderen abhängig ist.
Der hier untersuchte Zeitraum erstreckt sich vom 16. Jahrhundert bis zur ersten Hälfte des 17. Jh. Das ist der Zeitraum, den die neben den jüdischen Märchen verwendeten Quellen abdecken. Untersucht wird das aschkenasische Judentum in den deutschsprachigen Gebieten, Polen sowie Böhmen/Mähren.
Zunächst einmal soll ein Überblick über die Art der vorliegenden Märchen verschafft werden, wobei hier auch auf die Frage eingegangen werden soll, inwiefern es sich überhaupt um Märchen handle. Untersucht werden soll dann anschließend im Einzelnen (in der Reihenfolge) die Sichtweise der Juden auf die nichtjüdische Obrigkeit, auf Nichtjuden im Allgemeinen sowie auf die christliche Religion. Dies bietet sich an, da es in der Einstellung der Juden zu den jeweiligen Herrschern der von ihnen bewohnten Länder einerseits und den restlichen Nichtjuden andererseits Unterschiede gab, wie wir noch sehen werden. Weiterhin versteht es sich von selbst, dass in diesem behandelten Zeitraum die Religion eine außerordentlich wichtige Rolle spielte, nicht zuletzt wegen der Reformation. Aus diesem Grunde muss auch die Sichtweise der Juden auf die christliche Religion untersucht werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Grundsätzliches über die vorliegenden Märchen

Die Einstellung der Juden zur nichtjüdischen Obrigkeit

Die Einstellung der Juden zu Nichtjuden allgemein

Jüdische Einstellung zum Christentum

Fazit

Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von Juden zu Nichtjuden in der Frühen Neuzeit anhand einer Analyse jüdischer Märchen und Sagen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich die soziale Einstellung der jüdischen Gemeinschaft gegenüber Herrschern, der christlichen Umwelt und der nichtjüdischen Mehrheitsgesellschaft in den Erzählungen widerspiegelt und ob sich daraus Rückschlüsse auf die gelebte Realität ziehen lassen.

  • Analyse der Sichtweise auf die nichtjüdische Obrigkeit.
  • Untersuchung der Wahrnehmung von Nichtjuden im Alltag.
  • Reflektion jüdischer Einstellungen zum Christentum.
  • Bewertung des Wahrheitsanspruchs und der utopischen Elemente in jüdischen Märchen.
  • Vergleich zwischen märchenhaften Darstellungen und historischen Fakten.

Auszug aus dem Buch

Die Einstellung der Juden zu Nichtjuden allgemein

Hier soll es um Nichtjuden gehen, die keine Machtfunktion ausfüllten, die also wie die Juden Untertanen ihres Herrschers waren.

Die Anzahl der Märchen, in der solche Nichtjuden eine Rolle spielen, ist mit 31 wesentlich geringer als die Anzahl der Märchen mit nichtjüdischen Herrschern (43). Ein Grund dafür könnte in der Frühen Neuzeit sein, dass die Juden sich zunehmend von den Nichtjuden isolierten und die Entwicklungen in der christlichen Umwelt kaum noch wahrnahmen. Diese Herrscher schützten die Juden auch vermehrt vor Pogromen und ordneten allenfalls eine geordnete Vertreibung an. Aus diesem Grunde waren dann nichtjüdische Herrscher noch am ehesten im jüdischen Leben präsent. Auf der anderen Seite waren die Juden nach wie vor noch zahlreichen Diskriminierungen unterworfen, die eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben der Nichtjuden verhinderten. Einige jüdische Gelehrte priesen auch die Vorzüge eines solch isolierten Lebens, allen voran Rabbi Löw oder auch Maharal aus Prag, der die Verschiedenheit der Völker Jakob (die Juden) und Esau (die Christen) betonte, die beide permanent danach streben würden, einander zu vernichten. Aus diesem Grunde könnten diese beiden Völker nicht zusammenleben und es sei im Grunde genommen absolut wiedernatürlich, dass Juden mitten unter Christen leben müssen. Daher sei es unbedingt erforderlich, jeglichen Kontakt mit Nichtjuden möglichst zu vermeiden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit thematisiert die bisher in der Forschung vernachlässigte Perspektive jüdischer Wahrnehmung auf Nichtjuden im Zeitraum vom 16. bis zur ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Grundsätzliches über die vorliegenden Märchen: Es wird die Auswahl von 82 analysierten Märchen erläutert sowie die methodische Herausforderung diskutiert, diese als historische Quellen für die Frühe Neuzeit zu nutzen.

Die Einstellung der Juden zur nichtjüdischen Obrigkeit: Das Kapitel kategorisiert das Verhältnis zu Herrschern in Märchen, wobei Machtlosigkeit, Angst, aber auch eine gewisse Form der Loyalität gegenüber den Landesherren identifiziert werden.

Die Einstellung der Juden zu Nichtjuden allgemein: Hier wird der Wunsch nach Isolation von Nichtjuden analysiert, der sich in den Erzählungen durch utopische Wunschvorstellungen von einer reinen jüdischen Gesellschaft manifestiert.

Jüdische Einstellung zum Christentum: Die Analyse zeigt, dass das Christentum in den Märchen primär als feindselige oder minderwertige Religion dargestellt wird, mit nur seltenen Ansätzen einer differenzierten Gleichwertigkeit.

Fazit: Die Märchen spiegeln eine von Bedrohung und Abgrenzung geprägte Lebenswelt wider, in der freundschaftliche Kontakte zwischen Juden und Nichtjuden faktisch nicht existieren.

Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primärquellen und Sekundärliteratur zu jüdischer Sozialgeschichte.

Schlüsselwörter

Jüdische Märchen, Frühe Neuzeit, Aschkenasisches Judentum, Soziale Geschichte, Nichtjuden, Obrigkeit, Christentum, Isolation, Rabbi Löw, Diskriminierung, Jüdische Identität, Religionsgeschichte, Rabbiner, Ethnische Beziehungen, Quellenanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das gegenseitige Bild, das sich jüdische Gemeinden in der Frühen Neuzeit von ihren nichtjüdischen Mitmenschen machten, indem sie die Darstellungen in zeitgenössischen jüdischen Märchen und Sagen auswertet.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Wahrnehmung der politischen Obrigkeit, dem allgemeinen Zusammenleben mit nichtjüdischen Untertanen sowie der religiösen Sichtweise auf das Christentum.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die soziale Einstellung der Juden gegenüber der christlichen Mehrheitsgesellschaft zu entwickeln, um einen Ausgleich zur meist einseitig erforschten Perspektive der Nichtjuden auf die Juden zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine quellenkritische Inhaltsanalyse von 82 ausgewählten Märchen und Sagen, die im Kontext historischer Fakten der Frühen Neuzeit bewertet werden.

Was genau wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei inhaltliche Sektionen, die jeweils die Einstellung zu den Herrschern, zur nichtjüdischen Bevölkerung allgemein und zum christlichen Glauben detailliert analysieren.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit zusammenfassen?

Die wesentlichen Begriffe umfassen Jüdische Märchen, Frühe Neuzeit, Soziale Identität, Isolation, Religionskonflikte und die Wahrnehmung des Anderen.

Wie bewertet der Autor die Rolle des "Golem" im Kontext der Märchen?

Die Figur dient als Teil der Erzählwelt, die Wundermacht und Weisheit der jüdischen Gelehrten repräsentiert und oft zur Demonstration der Überlegenheit des Judentums genutzt wird.

Gibt es in den untersuchten Märchen positive Darstellungen von Nichtjuden?

Positive Darstellungen sind sehr selten und beschränken sich zumeist auf Herrscher, die Juden Gerechtigkeit widerfahren lassen, oder auf vereinzeltes Staunen über die Weisheit jüdischer Gelehrter.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wie sahen Juden in der frühen Neuzeit Nichtjuden? Eine Untersuchung anhand jüdischer Märchen
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Geschichte)
Veranstaltung
Sozialgeschichte im Märchen
Note
1,5
Autor
Karl Hollerung (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
15
Katalognummer
V278653
ISBN (Buch)
9783656715030
ISBN (eBook)
9783656715061
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Juden Märchen Frühe Neuzeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Karl Hollerung (Autor:in), 2013, Wie sahen Juden in der frühen Neuzeit Nichtjuden? Eine Untersuchung anhand jüdischer Märchen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/278653
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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