Die folgende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Urkunde MGH DH IV 298 von König Heinrich IV. Zunächst wird die eigene Übersetzung vorgestellt, bevor auf die äußeren Merkmale, also dem Überlieferungszustand etc., eingegangen wird. Anschließend werden die inneren Merkmale geklärt, beginnend mit dem Urkundenaufbau, gefolgt von der Datierung, sowie der Bestimmung der Notare. Im zweiten Kapitel wird der Inhalt der Urkunde vorgestellt. Dabei werden zuerst die genannten Personen und Orte geklärt und identifiziert. Darauf folgt ein Vergleich der Dispositio mit dem Kopfregest der MGH. Als Abschluss wird die Urkunde in den Kontext des Investiturstreites gesetzt, und überprüft, ob diese tatsächlich ein Kampfmittel in diesem Streit war.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Form des Diploms
1.1 Übersetzung
1.2 Äußere Merkmale
1.3 Innere Merkmale
1.3.1 Urkundenaufbau
1.3.2 Datierung
1.3.3 Notar
2. Inhalt der Urkunde
2.1 Aussteller und Empfänger/Personen
2.2 Orte
2.3 Die Dispositio der Urkunde
3. Einordnung in das Seminarthema
Zielsetzung und Themenfelder
Die vorliegende Arbeit analysiert die Urkunde MGH DH IV 298 von König Heinrich IV. Das primäre Ziel besteht darin, durch eine diplomatische Untersuchung von Form und Inhalt die Funktion dieser Urkunde im Kontext des Investiturstreits zu bestimmen und zu prüfen, ob die darin enthaltene Grafschaftsverleihung als gezieltes politisches Kampfmittel eingesetzt wurde.
- Diplomatische Analyse der Urkundenform (Struktur, Datierung, Notat)
- Biografische Identifikation der beteiligten Akteure (Heinrich IV., Werner von Straßburg, Berthold I.)
- Geografische Einordnung der genannten Orte und Gebiete
- Historische Kontextualisierung im Spannungsfeld zwischen Königtum, Adel und Investiturstreit
- Untersuchung der Verleihung als Instrument der Machtpolitik
Auszug aus dem Buch
1.3.1 Urkundenaufbau
Den Anfang der Urkunde macht das Protokoll, welches seinerseits mit der Invocatio anfängt. Diese ist eine „zweifache Anrufung Gottes“, die durch das Chrismon, welches eine monogrammatische Invokation darstellt, eingeleitet wird. Ihr folgt die verbale Invokation, durch die Worte In nomine sanctae et individuae trinitatis. In der Intitulatio nennt sich der Aussteller selbst beim Namen, sowie seinen Titel. Hier verschmilzt die Intitulatio mit der Devotionsformel divina favente clementia rex, was auf die Erwählung durch die Gnade Gottes, und nicht durch „eigene Machtvollkommenheit“ zurück zu führen ist. Damit schließt das Protokoll.
Die Arenga (Saluti nostrae et regni consulere credimus.... in regni et honoris nostri stabilitate fundatricem habemus.) leitet den Hauptteil der Urkunde ein, dem Kontext. Sie beinhaltet keine Rechtsgeschäfte, soll aber dazu überführen, und beschreibt zudem den Grund der Ausstellung. Inhaltlich betont sie „die Verpflichtung des Herrschers für das Wohl und die Verteidigung der Kirche“ zu sorgen. Auch wenn hier keine rechtlichen Inhalte vorhanden sind, so ist die Arenga ein wichtiger Teil für den Aussteller, denn hier kann er, frei von festen Formen, „seine Gelehrsamkeit und Belesenheit beweisen“. Im Gegensatz zu Goettings Aussage, dass die Arenga meist nur ein kurzer Satz ist, finden wir hier eine sehr ausgeschmückte Arenga.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in das Untersuchungsobjekt MGH DH IV 298 und Vorstellung der methodischen Vorgehensweise bei der Analyse.
1. Form des Diploms: Detaillierte Untersuchung der äußeren Beschaffenheit und der inneren Strukturmerkmale, einschließlich Datierung und Identifikation des Notars.
2. Inhalt der Urkunde: Analyse der beteiligten Personen, der geografischen Orte und der rechtlichen Dispositio der Urkunde.
3. Einordnung in das Seminarthema: Historische Einbettung der Urkunde in den Investiturstreit und Bewertung als politisches Instrument Heinrichs IV.
Schlüsselwörter
Heinrich IV., Investiturstreit, Urkunde, MGH DH IV 298, Diplomatik, Grafschaftsverleihung, Breisgau, Werner von Straßburg, Berthold I. von Kärnten, Reichskirche, Königsgewalt, Mittelalter, Recht, Machtpolitik, Canossa
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit einer speziellen Urkunde König Heinrichs IV. (MGH DH IV 298), in der er einem treuen Bischof eine Grafschaft überträgt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die diplomatische Formanalyse mittelalterlicher Urkunden, die Rolle der Reichskirche und die Machtpolitik während des Investiturstreits.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu klären, ob die Urkunde und das darin vollzogene Rechtsgeschäft als politisches Kampfmittel Heinrichs IV. gegen seine adligen Widersacher dienten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine klassische diplomatische Quellenanalyse angewandt, die sich mit Aufbau, Form und Inhalt der Urkunde befasst und diese in ihren historischen Kontext einordnet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die formale Analyse der Urkunde, die Identifikation von Akteuren und Orten sowie die Einordnung der Urkunde in die zeitgenössische Konfliktlage des Investiturstreits.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Neben dem Investiturstreit und Heinrich IV. sind vor allem Begriffe wie Grafschaftsverleihung, Diplomatik und Reichspolitik zentral für das Verständnis der Arbeit.
Welche Bedeutung hatte die Arenga in der untersuchten Urkunde?
Die Arenga dient als rhetorische Einleitung, in der der Herrscher seine religiöse Verantwortung betont und seine Gelehrsamkeit zur Schau stellt, auch wenn sie keine direkten Rechtsinhalte enthält.
Warum wurde die Grafschaft Breisgau dem Bischof von Straßburg verliehen?
Die Verleihung war ein gezielter politischer Akt, um dem abgesetzten Berthold I. von Kärnten seine Machtbasis zu entziehen und sie einem loyalen Anhänger des Königs zu übertragen.
- Quote paper
- Tobi Alasentie (Author), 2014, Die Verleihung der Herzog Berthold I. von Kärnten entzogenen Grafschaft im Breisgau an das Bistum Straßburg durch König Heinrich IV., Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/278503