Dieses Werk thematisiert die Street Art in Berlin und stellt dar, inwiefern diese Gesellschaftskritik ausübt. Der Autor geht der Frage nach, ob und wenn ja welche Missstände die Street Art-Werke kritisieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Street Art als anerkannte Kunstform
2.1. Definition des Begriffes „Street Art“
2.2. Herkunft
2.3. Entwicklung in Berlin
2.4. Unterschied zu Graffiti in den Absichten und Techniken der Künstler
3. Missstände, die in Berliner Street Art aufgezeigt werden
3.1. Kapitalismus
3.2. Konsumverhalten
3.3. Überwachungsstaat
3.4. Gentrifizierung
3.5. Massengesellschaft und fehlende Individualität
4. Zusammenfassung
5. Interview mit dem Street-Art-Künstler „RYBS“ in Berlin
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, inwiefern Berliner Street Art als Medium für gesellschaftskritische Auseinandersetzungen genutzt wird. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Künstler durch ihre Werke, Techniken und Motive spezifische Missstände reflektieren und den Betrachter zur kritischen Auseinandersetzung mit seinem Umfeld anregen.
- Kritik am Kapitalismus und dessen Auswirkungen auf das soziale Gefüge
- Analyse des Konsumverhaltens und der damit verbundenen Ressourcenverschwendung
- Die Thematisierung des Überwachungsstaates und der Rolle von Kontrollmechanismen im öffentlichen Raum
- Gentrifizierungsprozesse und deren Auswirkungen auf urbane Räume und Subkulturen
- Massengesellschaft sowie die Bedeutung von Individualität als Gegenpol
Auszug aus dem Buch
3.2. Konsumverhalten
Ein weiterer Missstand, gegen welchen sich Kritik in Berliner Street Art richtet, ist das momentane Konsumverhalten der Industrienationen. Die gesamte Menschheit konsumiert „1,5 mal so viele Ressourcen, wie die Erde jährlich erneuern kann“.
Dieser Umstand verschärft folgendes Problem: Übermäßiger Konsum wirkt sich negativ auf die Umwelt und die natürlichen Ressourcen aus. Dadurch werden die Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung verletzt. Außerdem messen heutzutage viele Menschen ihr Glück an ihrem persönlichen Konsumpotential. Die ständige Begierde nach „Mehr“ lässt sie rücksichtslos werden: viele sind sich dieser negativen Entwicklung zwar bewusst, aber „Nachhaltigkeitsorientierungen stehen oft im Konflikt zu anderen persönlichen Wünschen“.
Genau diese Einstellung wird von vielen Street-Artists kritisiert. Die folgenden beiden Werke wurden mit einem Stencil direkt auf eine Wand gesprüht und zeigen, wie die Street-Artists ihre Botschaft kurz aber eindeutig hinterlassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Einleitung in die Thematik der Street Art als Mittel der gesellschaftlichen Kritik in Berlin und Vorstellung des Aufbaus der Arbeit.
2. Street Art als anerkannte Kunstform: Definition und geschichtliche Herkunft der Street Art sowie Abgrenzung zu Graffiti hinsichtlich Technik und Intention.
3. Missstände, die in Berliner Street Art aufgezeigt werden: Detaillierte Analyse verschiedener thematischer Strömungen wie Kapitalismus, Konsum, Überwachung, Gentrifizierung und Massengesellschaft anhand konkreter Bildbeispiele.
4. Zusammenfassung: Resümee der Untersuchung, das die Bedeutung der künstlerischen Auseinandersetzung und die veränderte gesellschaftliche Wahrnehmung der Street-Artists hervorhebt.
5. Interview mit dem Street-Art-Künstler „RYBS“ in Berlin: Ein Experteninterview, das Einblicke in die Motivationen und Arbeitsweisen eines in Berlin aktiven Künstlers gewährt.
Schlüsselwörter
Street Art, Berlin, Gesellschaftskritik, Graffiti, Kapitalismus, Konsumverhalten, Überwachung, Gentrifizierung, Massengesellschaft, Individualität, Stencil, Paste-up, Urbaner Raum, Subkultur, Politische Kunst.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Rolle von Street Art im öffentlichen Raum Berlins als ein Medium, durch das Künstler aktiv Missstände der modernen Gesellschaft kritisieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit fokussiert sich auf fünf zentrale Bereiche: Kapitalismus, Konsumverhalten, Überwachungsstaat, Gentrifizierung sowie die Problematik der Massengesellschaft.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Intention und Vorgehensweise der Künstler zu verstehen und aufzuzeigen, auf welche Weise ihre Werke als gesellschaftskritische Kommentare fungieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin kombiniert eine theoretische Definition der Kunstform mit der Analyse von Fallbeispielen (konkrete Street-Art-Werke) sowie einem Experteninterview.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Beschreibung und Interpretation ausgewählter Street-Art-Werke, die verschiedene gesellschaftliche Missstände thematisieren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Street Art, Gentrifizierung, Kapitalismuskritik, öffentlicher Raum und soziale Individualität.
Wie unterscheidet sich laut der Arbeit Street Art von klassischem Graffiti?
Der Hauptunterschied liegt in der Intention: Während es beim klassischen Graffiti oft um Selbstdarstellung und „Fame“ geht, dient Street Art primär als künstlerisches Ausdrucksmittel zur Vermittlung inhaltlicher Botschaften.
Welche Bedeutung hat das Experteninterview für die Arbeit?
Das Interview mit dem Street-Artist „RYBS“ bietet einen unmittelbaren Einblick in die Szene-Motivationen und bestätigt die in der Theorie aufgestellten Thesen aus der direkten Praxis.
Wie spielt die Stadt Berlin eine Rolle für die behandelte Kunst?
Berlin wird aufgrund seiner internationalen Ausrichtung und der günstigen Möglichkeiten für Kunstschaffende als ein zentraler Nährboden für die Vielfalt und Aktivität der Street-Art-Szene dargestellt.
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- Paul Diestel (Author), 2013, Gesellschaftskritik in Berliner Street Art, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/278454