Anhand einer Hypothese werden in der vorliegenden Bachelorarbeit die folgenden Fragestellungen beantwortet; in welcher Relation das Text- und Bildelement zueinander stehen, an welcher Stelle von Werbeanzeigen der Phraseologismus als sprachliches Mittel auftritt und welches Ziel damit für die Text-Bild-Beziehung erreicht wird.
Jene genannten Leitfragen werden mittels einer qualitativen Analyse, welche sich einer Werbeanzeige eingehend widmet, bearbeitet.
Die Frage nach der Text-Bild-Beziehung ist für diese Forschungsarbeit allerdings von höherer Relevanz.
In der qualitativen Analyse werden zwei ausgewählte Werbeanzeigen fokussiert; diese entstammen eines selbst erstellten Korpus, welches sich im Anhang dieser Forschungsarbeit befindet.
Darüber hinaus wird eine quantitative Analyse durchgeführt, welche wiederum des Korpus entstammt. Die quantitative Analyse widmet sich den Fragestellungen, wie viele der Anzeigen
Phraseologismen enthalten, und ob diese in der Nennform oder modifiziert auftreten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition und Intention von Werbung
3. Was ist ein Phraseologismus?
4. Schnittstelle von Phraseologie und Werbung
5. Aktueller Forschungsstand der Phraseologie
6. Korpusaufbau
6.1 Methodisches Vorgehen zur Identifizierung und Validierung der Phraseologismen
6.1.1 Wörterbuch
6.1.2 Google
6.1.3 Informantenbefragung
7. Quantitative Analyse
8. Beschreibung des Analysemodells
8.1 Durchführung der qualitativen Analyse (Abb.1)
8.1.1 Auswertung der Ergebnisse
8.2 Durchführung der qualitativen Analyse (Abb.2)
8.2.1 Auswertung der Ergebnisse
9. Fazit
10. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Rolle und Verwendung von Phraseologismen in der spanischen Anzeigenwerbung. Das primäre Ziel besteht darin, die Interdependenz zwischen Text- und Bildelementen bei der Interpretation von Werbeanzeigen zu analysieren und zu klären, inwiefern Phraseologismen zur Erregung von Aufmerksamkeit und zur Differenzierung des Produktes beitragen.
- Untersuchung des Zusammenwirkens von sprachlichen Phraseologismen und visuellen Elementen.
- Methodische Identifizierung und Validierung von Phraseologismen in einem selbst erstellten Korpus aus spanischen Printmedien.
- Vergleich der Häufigkeit von Phraseologismen in Nennform gegenüber modifizierten Varianten.
- Analyse der Werbewirkung durch den Einsatz von Phraseologismen in der Schlagzeile.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Wer nicht wirbt, der stirbt. Dieser Phraseologismus erfreut sich großer Bekanntheit, da er die Relevanz, die der Werbung heutzutage zukommt präzise definiert.
Da auf dem Markt ein immenser Konkurrenzdruck herrscht, ist es von ausgeprägter Signifikanz, das eigene Produkt gegen Konkurrenzprodukte abzugrenzen. Die Werbefachleute versuchen dies unter anderem durch die individuelle und originelle Beschaffenheit der Werbeanzeigen zu erreichen, durch welche die Erregung von Aufmerksamkeit seitens des Rezipienten erfolgen soll. Hierfür spielen Phraseologismen eine wichtige Rolle; sie werden instrumentalisiert, um beim Rezipienten einen Effekt zu erzeugen. Zumal sie als feste Einheit, vergleichbar mit einer Vokabel, im alltäglichen Sprachgebrauch fest verankert sind, besteht darüber hinaus eine hohe Chance, dass der potentielle Konsument die Werbebotschaft in Verbindung mit diesen im Gedächtnis behält. In der Werbung können sie zudem nicht nur in ihrer bekannten, sondern auch in einer vom Original abgewandelten Form auftreten.
Was Werbeanzeigen betrifft, so treten Phraseologismen – modifizierte und nicht modifizierte – im Gegensatz zu Radiospots, nahezu ausschließlich in Verbindung mit einem Bildelement auf. Bei der Interpretation treten beide in eine Wechselbeziehung: Das Phrasem bzw. modifizierte Phrasem gibt einen Hinweis darauf, unter welchem Aspekt das Bild zu betrachten ist, das Bild wiederum lenkt die Interpretation des verbalen Textes (Grunig 1998:132; Balsliemke 2001: 30f; Hirner 2008: 30). Diese beiden Komponenten entfalten in der Regel durch ihr Zusammenwirken die Werbebotschaft der Anzeige. Die vorliegende Forschungsarbeit, die das Thema Phraseologismen in der Anzeigenwerbung impliziert, nimmt sich zur Aufgabe eben jene Annahme, dass Bild und Text bei der Interpretation in eine Wechselbeziehung zueinander treten kritisch zu überprüfen und anhand von eigenhändig erzielten Ergebnissen und Erkenntnissen Stellung zu dieser zu beziehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die Relevanz von Phraseologismen in der Werbung und definiert die zwei zentralen Fragestellungen zur Text-Bild-Beziehung.
2. Definition und Intention von Werbung: Dieses Kapitel differenziert zwischen verschiedenen Werbearten und erläutert die Absicht der wirtschaftlichen Werbung, das Konsumverhalten durch sprachliche und visuelle Reize zu steuern.
3. Was ist ein Phraseologismus?: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Phraseologie dargelegt, wobei Eigenschaften wie Polylexikalität, Festigkeit und Idiomatizität definiert werden.
4. Schnittstelle von Phraseologie und Werbung: Das Kapitel beleuchtet den funktionalen Einsatz von Phraseologismen in Werbeanzeigen, um Aufmerksamkeit zu generieren und Marken einprägsamer zu gestalten.
5. Aktueller Forschungsstand der Phraseologie: Ein Überblick über zentrale wissenschaftliche Positionen von Sabban und Hemmi hinsichtlich der Werbewirkung und der Modifikation von Phrasemen.
6. Korpusaufbau: Beschreibung des Auswahlprozesses für die untersuchten spanischen Printmedien und der methodischen Schritte zur Identifizierung der Phraseologismen.
6.1 Methodisches Vorgehen zur Identifizierung und Validierung der Phraseologismen: Detaillierte Darstellung der drei angewandten Validierungsmethoden: Wörterbuchabgleich, Google-Suche und Informantenbefragung.
6.1.1 Wörterbuch: Kritische Würdigung der lexikographischen Validierung durch das Wörterbuch der Real Academia Española.
6.1.2 Google: Erläuterung der Google-Methode zur Überprüfung der aktuellen Frequenz von Phraseologismen im Sprachgebrauch.
6.1.3 Informantenbefragung: Beschreibung der Expertenbefragung eines spanischen Muttersprachlers zur qualitativen Validierung des Korpus.
7. Quantitative Analyse: Darstellung der Ergebnisse zur Häufigkeit von Phraseologismen in den 143 untersuchten Anzeigen sowie deren Form (Nennform vs. Variation).
8. Beschreibung des Analysemodells: Vorstellung des gewählten qualitativen Analysemodells, das auf Ansätzen von Janich, Brandt und Hennecke basiert.
8.1 Durchführung der qualitativen Analyse (Abb.1): Anwendung des Analysemodells auf eine Werbeanzeige für Matratzen der Firma Simmons.
8.1.1 Auswertung der Ergebnisse: Zusammenfassung der Erkenntnisse zur Text-Bild-Beziehung der ersten Analyse.
8.2 Durchführung der qualitativen Analyse (Abb.2): Anwendung des Analysemodells auf eine Werbeanzeige für IKEA-Spielzeug.
8.2.1 Auswertung der Ergebnisse: Synthese der Ergebnisse zur zweiten Analyse und Vergleich der Interdependenz zwischen Text und Bild.
9. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen und Überprüfung der eingangs aufgestellten Hypothesen.
10. Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen.
Schlüsselwörter
Phraseologie, Werbung, Anzeigenwerbung, Phraseologismus, Text-Bild-Beziehung, Idiomatizität, Werbesprache, Modifikation, Korpusanalyse, Festigkeit, Polylexikalität, Werbewirkung, Interpretation, Spanisch, Printmedien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Einsatz und die Wirkung von Phraseologismen in spanischen Werbeanzeigen und untersucht dabei insbesondere, wie Text und Bild zusammenwirken, um eine Werbebotschaft erfolgreich zu vermitteln.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Phraseologie als Teildisziplin der Linguistik, die Werbesprache, die verschiedenen Formen der Modifikation von Phraseologismen sowie die Interdependenz zwischen sprachlichen und visuellen Elementen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu untersuchen, in welchem Verhältnis Text- und Bildelemente zueinander stehen und an welcher Stelle der Anzeige Phraseologismen auftreten, um die Aufmerksamkeit des Rezipienten zu maximieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine quantitative Analyse zur Häufigkeitsbestimmung mit einer qualitativen Analyse anhand eines ganzheitlichen Analysemodells. Zudem erfolgt eine methodische Validierung der Daten durch Wörterbuchabgleich, Internetsuche und eine Expertenbefragung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die detaillierte Beschreibung des Korpus und des methodischen Vorgehens sowie die qualitative Untersuchung zweier spezifischer Werbeanzeigen mittels eines induktiv angepassten Analysemodells.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Phraseologismus, Anzeigenwerbung, Text-Bild-Beziehung, Idiomatizität, Modifikation und Korpusanalyse.
Warum spielt das Kriterium der Idiomatizität eine so wichtige Rolle?
Die Idiomatizität beschreibt den übertragenen Sinn eines Phraseologismus. Je niedriger dieser Grad ist, desto größer ist meist der Spielraum für Modifikationen, die in der Werbung genutzt werden, um Aufmerksamkeit zu erregen.
Was ist das besondere Ergebnis bei der Analyse der IKEA-Anzeige?
Die Analyse zeigt eine einseitige Abhängigkeit: Das Bild ist isoliert verständlich, während der in der Schlagzeile verwendete Phraseologismus das Bild benötigt, um seinen inhaltlichen Bezug zur Märchenwelt und Kindheit klar zu kontextualisieren.
- Quote paper
- Luisa Groebe (Author), 2013, Phraseologismen in der spanischen Anzeigenwerbung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/277569