Die Verbindung von Mode und Technik erschafft völlig neue Bereiche von Produktinnovationen. Die Grundidee, warum Technologie in Kleidung und Textilien angewandt wird, ist, einen Mehrwert zu erzielen.
Der Begriff Hightech-Textilien ist seit Ende der 90er Jahre der Oberbegriff für Funktionstextilien und Technologische Textilien. Er dient beiden Kategorien als eine übergeordnete Bezeichnung.
Im Weltmarkt haben ca. 75% der Textilien einen Zusatznutzen. Die Kategorie Funktionstextilien umfasst funktionelle Bekleidung, welche die physikalischen oder chemischen Eigenschaften des Körpers begünstigen soll. Hier stehen besonders die Wettertauglichkeit und die körperliche Leistung im Fokus. Unter dem Begriff technische Textilien werden alle technologischen Textilinnovationen zusammengefasst, die als Werkstoffe in der verarbeitenden Industrie eingesetzt werden. In dieser Ausarbeitung werden diese beiden Unterscheidungen der Hightech-Textilien genauer beleuchtet und mit Beispielen bekräftigt.
Hightech-Textilien werden durch die Ergänzung von Elektronik zu intelligenten Textilien. Sie sind in beiden Segmenten vertreten und ermöglichen die Erschließung weiterer Produktinnovationen mit zusätzlichen Funktionseigenschaften. Intelligente Textilien sollen in ihrer Funktion mitdenken - also auf bestimmte Körperfunktionen und Umwelteinflüsse selbstständig reagieren.
Unterschieden werden hier zwei Arten der Integration von Elektronik. Zum einen gibt es die Möglichkeit, elektronische Systeme an die Textilien anzubringen bzw. in diese zu integrieren. Hier werden Körperfunktionen im Grunde substituiert. In jedem Fall dienen sie dem Träger des intelligenten Kleidungsstücks aber als Hilfestellung in seiner Umwelt. Dies kann in Teilen auch als modischen Ausdrucks verstanden werden. Die andere Art von intelligenter Kleidung dient einem ganz anderen Motiv. Mit ihr werden die Gefühle und Emotionen des Trägers ausgedrückt. Auf diese besondere und noch sehr neue Form von intelligenter Kleidung wird im letzten Teil dieser Arbeit behandelt. Hierfür ist es im Vorwege wichtig, sowohl den Bereich der Hightech-Bekleidung, also der Funktionsbekleidung, als auch der industriellen Werkstoffe, also die technologischen Textilien, zu erläutern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Arten von Hightech-Textilien und deren Anwendungsgebiete
2.1. Funktionstextilien
2.2. Technische Textilien
2.3. Intelligente Kleidung mittels Elektronik
2.3.1. Elektronik an Textilien
2.3.2. Kleidung aus elektronischen Materialien
3. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die technologische Evolution im Bereich der Textilien und analysiert, wie moderne Mikroelektronik sowohl funktionelle als auch emotionale Mehrwerte in der Bekleidung schafft. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich dabei mit der Differenzierung zwischen unterstützender Funktionstechnologie und innovativen, gefühlsausdrucksstarken Materialentwicklungen.
- Definition und Abgrenzung von Hightech-Textilien
- Die Rolle der Elektronik in der Funktionsbekleidung
- Technische Innovationen und B2B-Anwendungen
- Integration von Mikroelektronik als Designelement
- Intelligente Kleidung zur Kommunikation biometrischer Zustände
Auszug aus dem Buch
2.3.2. Kleidung aus elektronischen Materialien
Ein ganz neuer, von den anderen Hightech-Textilien differenzierter Bereich, bietet intelligente Kleidung, die aus elektronisch hergestellten Materialien gefertigt wurde. Diese Kleidungsstücke haben die Fähigkeit die Gefühle des Trägers auszudrücken.
Diese Materialien sind nicht die herkömmlichen Textilien für Funktionsbekleidung. Gewebe oder Gewirke aus den natürlichen oder chemischen Fasern werden bei diesen Kleidungsstücken höchstens als modischer Zusatz genutzt. Für die Funktion Emotionen sichtbar zu machen, werden jedoch hochmoderne mikroelektronische Technologien angewandt, um diese neuen innovativen Materialien herzustellen.
Hersteller neuer Materialien halten sich grundsätzlich bedeckt, was die Angaben der genauen Bestandteile und Herstellungsprozesse betrifft. Bekannt ist, dass verschiedene biometrische Sensoren Daten wie Herzfrequenz, Schweißbildung und selbst die galvischen Aktivitäten der Haut sammeln und darauf mit einer meist optischen Veränderung reagieren.
Eine Ausstellung für solche Kleidungsstücke gab es im Jahr 2012 in Wien mit dem Namen Technosensual. Das Innere nach außen zu kehren, die Gefühle für seine Umwelt sichtbar und messbar zu machen, ist der wesentliche Bestandteil dieser Kleidungsstücke. Dort vertreten war auch das Modell „Intimacy 2.0“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Verbindung von Mode und Technik ein und erläutert die Relevanz des Begriffs Hightech-Textilien als Oberbegriff für moderne Materialinnovationen.
2. Arten von Hightech-Textilien und deren Anwendungsgebiete: Dieses Kapitel klassifiziert den Markt in funktionelle und technische Textilien und beschreibt deren spezifische Anwendungsgebiete sowie die zunehmende Bedeutung von Mikroelektronik.
2.1. Funktionstextilien: Hier werden physiologische Vorteile wie Wettertauglichkeit und Feuchtigkeitsschutz in der Sportbekleidung analysiert, wobei der Fokus auf dem Tragekomfort und funktionalen Polyamid-Materialien liegt.
2.2. Technische Textilien: Dieses Kapitel betrachtet Textilien als industrielle Werkstoffe, die vorwiegend im B2B-Markt Anwendung finden, wie etwa beim temperaturregulierenden Konzeptfahrzeug „smart forvision“.
2.3. Intelligente Kleidung mittels Elektronik: Es wird die Synergie von Textilien und Mikroelektronik untersucht, wobei zwischen der Anbringung von Elektronik und der Nutzung vollständig elektronischer Materialien unterschieden wird.
2.3.1. Elektronik an Textilien: Dieser Abschnitt erläutert die Integration leitfähiger Strukturen, die Körperfunktionen unterstützen oder substituieren können, beispielsweise durch beheizbare Textilien.
2.3.2. Kleidung aus elektronischen Materialien: Hier wird der Fokus auf innovative Designansätze wie „Intimacy 2.0“ gelegt, bei denen biometrische Daten genutzt werden, um Emotionen visuell durch Materialveränderungen auszudrücken.
3. Schluss: Der Schluss fasst die Erkenntnisse zusammen und betont den Trend, dass technologische Innovationen zunehmend als Alleinstellungsmerkmal patentiert werden, um den menschlichen Ausdruck durch Kleidung zu erweitern.
Schlüsselwörter
Hightech-Textilien, Funktionstextilien, Technische Textilien, Intelligente Kleidung, Mikroelektronik, Produktinnovation, Smart forvision, Biometrische Sensoren, Intimacy 2.0, Wearable Technology, Textilindustrie, Funktionsbekleidung, Leitfähige Fasern, Outdoorbranche, Technosensual
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Anwendung von Hightech-Textilien, die moderne Elektronik nutzen, um den Funktionsumfang klassischer Kleidung zu erweitern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf Funktionsbekleidung, industriellen technischen Textilien sowie der neuesten Generation von intelligenter, emotional reagierender Kleidung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die verschiedenen Kategorien der Hightech-Textilien zu systematisieren und aufzuzeigen, wie Elektronik sowohl zur Leistungssteigerung als auch zum Ausdruck von Emotionen beitragen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und Deskription aktueller Marktentwicklungen sowie Fallbeispiele aus der Industrie und Designforschung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Funktions- und technischen Textilien sowie eine detaillierte Differenzierung zwischen elektronisch unterstützten und aus elektronischen Materialien bestehenden Kleidungsstücken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Hightech-Textilien, intelligente Kleidung, Mikroelektronik, Biometrie, Funktionsbekleidung und technische Textilinnovationen.
Was macht das Projekt "Intimacy 2.0" so besonders?
Das Projekt nutzt E-Folien, die bei zunehmender Erregung der Trägerin transparent werden, und verbindet somit Technologie mit der nonverbalen Kommunikation von Emotionen.
Welche Rolle spielt die Mikroelektronik in der modernen Outdoor-Bekleidung?
Während sie primär zur Funktionalitätssteigerung (z.B. Heizsysteme) eingesetzt wird, ist die größte Herausforderung aktuell die Widerstandsfähigkeit der Elektronik bei alltäglicher Nutzung und Pflege.
- Quote paper
- Nicki Wittenbecher (Author), 2013, Intelligente Kleidung. Hightech-Textilien als Spiegel von Gefühlen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/276675