Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der beruflichen Eingliederung der Schüler der Sonderschule für Lernbehinderte. Hierzu wird ein Berufseingliederungsprojekt, das Jobcoaching-Projekt der Universität zu Köln, genauer betrachtet. Kern der Arbeit ist die Analyse und der Vergleich von fünf Interviews, welche mit ehemaligen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Jobcoaching-Projekts geführt wurden. Das Augenmerk wird besonders auf die Bedeutung und die Funktion von Schlüsselqualifikationen bei der beruflichen Eingliederung gerichtet. Aufbau der Arbeit: In Kapitel 1.1 wird der Begriff „Lernbehinderung“ kurz definiert. Kapitel 1.2 beschreibt die Aktualität der Thematik „Berufsvorbereitung und -Eingliederung von lernbehinderten Schülern“. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der derzeitigen Arbeitsmarktsituation unter der besonderen Berücksichtigung von „Schlüsselqualifikationen“. Ebenso werden Defizite hinsichtlich der kognitiven Leistungsfähigkeit und emotionale Probleme von Abgängern der Sonderschule für Lernbehinderte aufgezeigt. Kurz wird auf die Richtlinien der Berufsvorbereitung durch das Fach Arbeitslehre in der Sonderschule für Lernbehinderte eingegangen. Zum Abschluss von Kapitel zwei werden verschiedene Methoden der beruflichen Rehabilitation (unter Einbeziehung rechtlicher Grundlagen) genannt. In Kapitel drei werden zwei eigene Fragestellungen formuliert. Kapitel vier umfasst den methodischen Teil der Arbeit. Zunächst wird das Forschungsprojekt Jobcoaching detailliert dargestellt. Des Weiteren werden der qualitative Forschungsansatz und die in dieser Arbeit angewendete Methode der Datenerhebung beschrieben. Am Schluss dieses Kapitels wird die Auswahl der Interviewpartner erläutert. [...]
Inhaltsverzeichnis
VORWORT
1. EINLEITUNG
1.1 Definition von „Lernbehinderung“
1.2 Aktualität der Thematik „Berufsvorbereitung und -eingliederung von lernbehinderten Schülern“
2. STAND DER FORSCHUNG
2.1 Die Arbeitsmarktsituation im Hinblick auf Abgänger der Schule für Lernbehinderte betrachtet
2.2 Die besondere Bedeutung von „Schlüsselqualifikationen“ für die Berufseingliederung Lernbehinderter
2.2.1 Was sind „Schlüsselqualifikationen“?
2.2.2 Bedeutsamkeit der „Schlüsselqualifikationen“ auf dem Arbeitsmarkt
2.2.3 Möglichkeiten zum Erwerb von „Schlüsselqualifikationen“
2.3 Kognitive Leistungsfähigkeit
2.4 Emotionale Probleme der lernbehinderten Jugendlichen
2.5 Richtlinien zur Berufsvorbereitung in der Sonderschule für Lernbehinderte
2.6 Maßnahmen zur Berufseingliederung
3. EIGENE FRAGESTELLUNG
4. METHODE
4.1 Forschungsprojekt Jobcoaching
4.1.1 Was ist das Jobcoaching?
4.1.2 Inhalte des Jobcoachings
4.1.3 Ziele des Jobcoaching-Projekts
4.2 Methodisches Vorgehen
4.2.1 Qualitative Sozialforschung
4.2.2 Die Datenerhebung
4.3 Auswahl der Interviewpartner
5. DIE AUSWERTUNG
5.1 Rahmenbedingungen
5.2 Das Interview
5.3 Die Transkription
5.4 Analyse der fünf Interviews
5.4.1 Interview 1: Ali
5.4.2 Interview 2: Sonja
5.4.3 Interview 3: Sven
5.4.4 Interview 4: David
5.4.5 Interview 5: Andreas
5.5 Gesamtauswertung und Vergleich der fünf Einzelanalysen
6. DISKUSSION
6.1 Anmerkungen zur Methode
6.2 Beantwortung der Fragestellung
6.3 Notwendigkeit der Förderung von Schlüsselqualifikationen im Rahmen der vorberuflichen Bildung in Schulen für Lernbehinderte
6.4 Fazit
7. ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung und Forschungsgegenstand
Die vorliegende Arbeit untersucht die berufliche Eingliederung von Schülern der Sonderschule für Lernbehinderte durch das Jobcoaching-Projekt der Universität zu Köln, wobei ein besonderer Fokus auf der Bedeutung und Vermittlung von Schlüsselqualifikationen liegt.
- Analyse des Konzepts des Jobcoaching-Projekts hinsichtlich der Förderung von Schlüsselqualifikationen.
- Untersuchung der beruflichen Perspektiven ehemaliger Teilnehmer durch qualitative Interviews.
- Identifikation der Bedeutung von Schlüsselqualifikationen auf dem heutigen Arbeitsmarkt für lernbehinderte Schulabgänger.
- Vergleich und Auswertung von Erfahrungen der Teilnehmer mit der individuellen Betreuung durch Jobcoaches.
- Ableitung von Empfehlungen für die zukünftige Gestaltung berufsvorbereitender Maßnahmen.
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Qualitative Sozialforschung
Die qualitative Sozialforschung ermöglicht es, der Komplexität eines Themas gerecht zu werden. Standardisierte quantitative Methoden sind eingeschränkt und können nur begrenzt etwas zu einem umfangreichen und vielseitigen Thema beitragen. Es können nicht alle Faktoren berücksichtigt werden. Die qualitative Sozialforschung dagegen lässt ein Mehr-Methoden-Design zu. Mit Mehr-Methoden-Design ist gemeint, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, Daten zu gewinnen und diese zu interpretieren. So können qualitative und quantitative Methoden kombiniert werden (das trifft auf diese Arbeit jedoch nicht zu) und die Ergebnisse zusammengeführt werden. Dieses Mehr-Methoden-Design ermöglicht, den Untersuchungsgegenstand aus verschiedenen Perspektiven betrachten zu können (Fischer, 2000).
Bei der qualitativen Forschung geht es nicht darum, konkrete Hypothesen über einen (sozialen) Sachverhalt aufzustellen und zu überprüfen, sondern um die Generierung, das heißt die Entdeckung von Theorieaussagen anhand empirischer Daten. Denn „Eine Entdeckung ist zum Beispiel schon anhand eines einzigen Interviews, einer Beobachtung oder eines Dokumentes möglich“ (Brüsemeister, 2000, S.21).
In der qualitativen Analyse wird im Gegensatz zur quantitativen Analyse nichtnumerisches Material analysiert. Die Beobachtungsrealität wird nicht in Zahlen abgebildet. Qualitatives Material ist häufig verbaler Art, das heißt, es handelt sich vor allem um Texte wie Beobachtungsprotokolle, Briefe oder Interviewtexte. Andere Objekte, zum Beispiel Zeichnungen oder Filme, zählen jedoch auch zu qualitativem Material. Dadurch, dass qualitatives Material mehr Details als ein Messwert enthält, scheint es „reichhaltiger" (Bortz & Döring, 1995, S. 272).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der beruflichen Eingliederung lernbehinderter Schüler und Vorstellung des Fokus auf das Jobcoaching-Projekt sowie auf Schlüsselqualifikationen.
2. STAND DER FORSCHUNG: Darstellung der Arbeitsmarktsituation für Lernbehinderte, Definition von Schlüsselqualifikationen und Erörterung notwendiger Fördermaßnahmen.
3. EIGENE FRAGESTELLUNG: Formulierung der Forschungsfragen bezüglich der Vermittlung von Schlüsselqualifikationen im Jobcoaching und der Wahrnehmung durch die Teilnehmer.
4. METHODE: Detaillierte Beschreibung des Jobcoaching-Projekts sowie der methodischen Grundlage der qualitativen Sozialforschung für die durchgeführten Interviews.
5. DIE AUSWERTUNG: Dokumentation der Rahmenbedingungen der Interviews sowie detaillierte Einzelauswertung der fünf Teilnehmerinterviews inklusive einer Gesamtschau.
6. DISKUSSION: Reflexion der angewendeten Methode, Beantwortung der Forschungsfragen und Diskussion über die Notwendigkeit von Schlüsselqualifikationen in der vorberuflichen Bildung.
7. ZUSAMMENFASSUNG: Kurzer Rückblick über die Gliederung und die zentralen Ergebnisse der vorliegenden Arbeit.
Schlüsselwörter
Berufliche Eingliederung, Sonderschule für Lernbehinderte, Jobcoaching, Schlüsselqualifikationen, Berufsvorbereitung, Qualitative Sozialforschung, Lernstörungen, Arbeitsmarkt, Handlungskompetenz, Sozialkompetenz, Selbstwirksamkeit, Praxiserfahrung, Praktikum, Schulentlassung, Berufswahl.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie erfolgreich das Jobcoaching-Projekt der Universität zu Köln lernbehinderte Jugendliche bei ihrem Einstieg in den Arbeitsmarkt unterstützt hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die berufliche Eingliederung von Förderschülern, die Rolle von Schlüsselqualifikationen und die Wirksamkeit pädagogischer Unterstützungsmaßnahmen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es zu analysieren, ob und wie Schlüsselqualifikationen im Jobcoaching vermittelt wurden und wie die Teilnehmer selbst diesen Prozess wahrgenommen haben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin wählte eine qualitative Forschungsstrategie und führte fünf leitfadenbasierte Interviews mit ehemaligen Teilnehmern des Jobcoachings durch.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Arbeitsmarktsituation und Schlüsselqualifikationen sowie in die empirische Auswertung der Teilnehmerinterviews.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Jobcoaching, berufliche Eingliederung, Schlüsselqualifikationen und Lernbehinderung charakterisiert.
Wie bewerten die befragten Teilnehmer das Jobcoaching?
Die Teilnehmer äußerten sich überwiegend positiv über das Projekt und hoben besonders den Praxisbezug durch Praktika hervor, wobei Kritik an der Art der Betreuung durch einzelne Jobcoaches geäußert wurde.
Welche Rolle spielt die geschlechtsspezifische Betreuung?
Die Auswertung zeigt, dass bei der weiblichen Teilnehmerin Probleme bei der Beziehung zum männlichen Jobcoach auftraten, während die männlichen Teilnehmer eher positive Vertrauensverhältnisse berichteten.
- Quote paper
- Daniela Viereck (Author), 2004, Befragung ehemaliger Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Jobcoaching-Projekts , Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/27643