Nach einer kurzen Einleitung der Arbeit erfolgt eine Definition von "gitanos" gefolgt von einer kurzen Zusammenfassung der Situation der Zigeuner im Siglo de Oro. Anschließend werden Ort und Zeit der Handlung, Erzählperspektive und die Personen näher erläutert. Danach werden die Stereotype (Diebe, Kindesentführer, Schausteller und Wahrsager) anhand ausgewählter Textbeispiele analisiert. Ebenso wird auf die Gegenüberstellung von Gut und Böse, sowie auf den Schein als Sein eingegangen. Abschließend wird die Parallele zum Werk "el coloquio de los perros" gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition gitano
3 Zigeuner im Siglo de Oro
4 Novela de la Gitanilla
4.1 Ort und Zeit der Handlung
4.2 Erzählperspektive
4.3 Personen
4.3.1 Hauptfiguren
4.3.2 Nebenfiguren
4.4 Stereotype
4.4.1 Diebe
4.4.2 Kindesentführer
4.4.3 Schausteller und Wahrsager
4.5 Mehr Schein als Sein
4.6 Gegenüberstellung von Gut und Böse
5 Novela del coloquio de los perros
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung von Stereotypen über Zigeuner in Miguel de Cervantes' Novelle "Novela de la Gitanilla" sowie deren Reflexion und Kontrastierung in "Novela del coloquio de los perros" unter Berücksichtigung historischer Kontexte des Siglo de Oro.
- Analyse gängiger Stereotype wie Kriminalität, Diebstahl und Kindesraub
- Untersuchung der Differenz zwischen Schein und Sein bei den Protagonisten
- Charakterisierung der Zigeuner im sozialen Kontext des 17. Jahrhunderts
- Gegenüberstellung von moralischen Vorstellungen (Gut und Böse)
- Vergleichende Analyse der Novellen hinsichtlich ihrer Gesellschaftskritik
Auszug aus dem Buch
4.5 Mehr Schein als Sein
Cervantes macht in seinem Werk mehrfach Andeutungen, dass nicht alles so ist, wie es den Anschein macht. Dies bezieht sich vor allem auf das Dasein der Zigeuner, welches er, wie bereits beschrieben, gern mit Stereotypen in Verbindung bringt. Mit genau diesem Schein und Sein beginnt seine Novelle la Gitanilla. „Parece que los gitanos y gitanas solamente nacieron en el mundo para ser ladrones […].” [61] Mit diesen Worten verdeutlicht er, dass es scheint, als seien alle Zigeuner Kriminelle, als seien sie nur dazu geboren, um zu stehlen. Ein besonderes Augenmerk legt er vor allem auf Preciosa, indem er immer wieder andeutet, dass sie scheinbar doch keine Zigeunerin ist. Cervantes beginnt mit diesen Andeutungen am Anfang der Geschichte, wie folgendes Beispiel zeigt:
Una, pues, desta nación, gitana vieja, que podía ser jubilada en la ciencia de Caco, crió una muchacha en nombre de nieta suya, a quien puso [por] nombre Preciosa, y a quien enseñó todas sus gitanerías, y modos de emblecos, y tazas de hurtar. [61]
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz des Themas und der zentralen Fragestellung bezüglich der Stereotypisierung von Zigeunern bei Cervantes.
2 Definition gitano: Etymologische Herleitung des Begriffs und Einordnung der damit verbundenen gesellschaftlichen Vorurteile.
3 Zigeuner im Siglo de Oro: Historischer Überblick über die Situation und rechtliche Lage der Zigeuner im Spanien des 16. und 17. Jahrhunderts.
4 Novela de la Gitanilla: Hauptteil, der die Handlung, Figurenkonstellationen und die spezifische Ausgestaltung von Vorurteilen im Werk detailliert analysiert.
5 Novela del coloquio de los perros: Kontrastierende Betrachtung einer weiteren Novelle von Cervantes, die das Zigeunerbild in einem anderen Licht beleuchtet.
6 Fazit: Zusammenfassende Auswertung der Ergebnisse und kritische Reflexion der Doppelmoral im Umgang mit den dargestellten Personengruppen.
Schlüsselwörter
Miguel de Cervantes, Novela de la Gitanilla, Zigeuner, Sinti und Roma, Stereotype, Siglo de Oro, Kriminalität, Schein und Sein, Preciosa, Andrés Caballero, Literaturwissenschaft, Gesellschaftskritik, Vorurteile, Novela del coloquio de los perros, Literaturanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie Miguel de Cervantes in seinen Novellen mit gängigen gesellschaftlichen Stereotypen gegenüber Zigeunern umgeht und diese literarisch verarbeitet.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Themenkomplexe Kriminalität, soziale Ausgrenzung, die Diskrepanz zwischen moralischem Schein und tatsächlichem Sein sowie die Einflüsse des historischen Kontexts.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Cervantes Vorurteile einerseits bedient und andererseits durch die Charakterisierung seiner Protagonisten, insbesondere Preciosa und Andrés, subtil in Frage stellt.
Welche methodische Vorgehensweise wird gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Textanalyse der "Novela de la Gitanilla" sowie einem Vergleich mit "Novela del coloquio de los perros" unter Einbeziehung historischer Quellen.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil behandelt die Figurenkonstellation, die Analyse spezifischer Klischees (Diebe, Kindesentführer) und die thematische Gegenüberstellung von Gut und Böse.
Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Stereotype, Siglo de Oro, Schein und Sein sowie die Namen der Protagonisten Preciosa und Andrés Caballero bestimmt.
Warum spielt die Unterscheidung von "Schein und Sein" eine so wichtige Rolle?
Diese Unterscheidung ist entscheidend, da Cervantes durch sie entlarvt, dass die Identität seiner Hauptfiguren oft nicht mit dem gesellschaftlichen Bild des "kriminellen Zigeuners" korrespondiert.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Doppelmoral?
Die Autorin stellt fest, dass Cervantes' Werke eine Doppelmoral widerspiegeln, in der adlige Straftäter anders bewertet und behandelt werden als Zigeuner, was die soziale Ungerechtigkeit der Zeit betont.
- Arbeit zitieren
- Franziska Janke (Autor:in), 2014, Alle Zigeuner Kriminelle? Stereotype in Miguel de Cervantes` „Novela de la Gitanilla“, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/276399