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Zur Shop-Startseite › Politik - Region: Naher Osten, Vorderer Orient

Der Imrali-Friedensprozess

Wie ermöglichten die türkischen Eliten die Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen mit der PKK?

Titel: Der Imrali-Friedensprozess

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 27 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Politik - Region: Naher Osten, Vorderer Orient

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der aktuelle Waffenstillstand und die Wiederaufnahme der Friedensgespräche zwischen der türkischen Regierung und der terroristischen „Partiya Karkerên Kurdistan“ (PKK, dt.: Arbeiterpartei Kurdistan) haben erneut die Hoffnung geweckt, einen nun mittlerweile seit drei Jahrzehnten anhaltenden Konflikt zu beenden. Schätzungen zufolge hat der Konflikt im Südosten der Türkei bisher 35.000 Menschen auf beiden Seiten der Konfliktlinie das Leben gekostet.
Nach zahlreichen Bemühungen der türkischen Regierung um die Aufnahme von Friedensverhandlungen in den vergangenen Jahren gab es von der amtierenden Regierung des Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan 2009 mit der sogenannten Initiative der „Demokratischen Öffnung“ erstmals Bemühungen, die Rechte der kurdischen Minderheit zu stärken und so zu einer Lösung der in Kurdenfrage zu gelangen. Doch durch die fehlende politische Unterstützung der Opposition und einem gesellschaftlichen Interessenmangel für eine friedliche Lösung der Kurdenfrage lief auch diese bedeutende Initiative in eine erneute Sackgasse.
Der aktuelle „İmralı-Friedensprozess“ gilt nun als einer der erfolgversprechendsten in der bisherigen Konfliktgeschichte. Erstmals hat sich eine türkische Regierung dazu bereit erklärt, den seit 1999 inhaftierten Anführer der PKK und Nationalheld für die schätzungsweise 15 Millionen Kurden in der Türkei, Abdullah Öcalan, als einen Verhandlungsführer der Kurden des Landes zu akzeptieren. Auch auf der kurdischen Seite wurden Zugeständnisse im Rahmen der Friedensverhandlungen gemacht: Unter Öcalans Einfluss haben die Repräsentanten der pro-kurdischen „Barış ve Demokrasi Partisi“ (BDP, dt.: Partei des Friedens und der Demokratie) von den Forderungen nach einem autonomen kurdischen Nationalstaat Abstand genommen und einen Rückzug der bewaffneten Kämpfer aus der Türkei befohlen. Auch innerhalb der Gesellschaft gibt es mittlerweile eine tendenziell große Zustimmung für die erneute Aufnahme von Friedensgesprächen mit der PKK.
Der neu initiierte Friedensprozess wirft hierbei zwei interessante Fragen auf: (1.) Inwiefern unterscheidet sich der İmralı-Friedensprozess von der „Demokratie-Initiative“ 2009, sodass nun erstmals eine reale Chance auf eine Konfliktbeilegung besteht?; (2.) Welche Veränderungen fanden innerhalb der türkischen Gesellschaft statt, dass eine friedliche Lösung der Kurdenfrage nun als legitim und wünschenswert angesehen wird?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Annäherung an den Forschungsgegenstand

2.1 Die historische Entwicklung des Konfliktes

2.2 Der Prozess der Demokratischen Öffnung 2009

2.3 Der İmralı- Friedensprozess 2013

3. Der theoretische Rahmen: Michael Barnett´s „Trinity of Identity, Narratives and Frames”

3.1 Identity

3.2 Narratives

3.3 Frames

4. Operationalisierung und methodischer Zugang

4.1 Hypothesen und Kategorienbildung

4.3 Methodischer Zugang

4.3.1 qualitative Inhaltsanalyse

4.3.2 Univariate Datenanalyse

5. Der Framingprozess der türkischen Eliten und die Auswirkungen auf die Akzeptanz des İmralı-Friedensprozess

5.1 Das `Framing` der Narrative der Zusammengehörigkeit: von „Bergtürken“ zu „Brüdern“

5.2 Das ´Framing` der Bedeutung der BDP: Die Partei als Grundpfeiler des Friedens

5.3 Das `Framing`des Wohlstandes: die wirtschaftlichen Vorteile eines Friedens

5.4 Das Ergebnis des ´Framingprozesses`: Die gesellschaftliche Zustimmung zum Friedensprozess

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie die türkische politische Elite durch den gezielten Einsatz von Narrativen und Framing-Strategien ein gesellschaftliches Klima schafft, das den aktuellen Friedensprozess mit der PKK als legitim und wünschenswert darstellt. Ziel ist es, den rhetorischen Wandel von der Stigmatisierung hin zur Inklusion zu analysieren und dessen Einfluss auf die öffentliche Zustimmung zu evaluieren.

  • Analyse des türkisch-kurdischen Konflikts und bisheriger Friedensbemühungen.
  • Anwendung des theoretischen Konzepts "Trinity of Identity, Narratives and Frames" nach Michael Barnett.
  • Untersuchung offizieller Regierungskommunikation mittels qualitativer Inhaltsanalyse.
  • Auswertung quantitativer Daten zur gesellschaftlichen Zustimmungsentwicklung.
  • Vergleich der "Demokratischen Öffnung" 2009 mit dem aktuellen İmralı-Friedensprozess.

Auszug aus dem Buch

5.1 Das `Framing` der Narrative der Zusammengehörigkeit: von „Bergtürken“ zu „Brüdern“

Seit der Gründung der türkischen Republik 1924 wurde die Bevölkerung des Landes als eine Einheit verstanden. Dennoch war besonders die kurdische Bevölkerung in den vergangenen Jahrzehnten einer starken rechtlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Marginalisierung ausgesetzt. Ausdruck fand dieser Umstand, die Generierung einer nationalen Einheit und gleichzeitige Stigmatisierung der Kurden, auch in der kurdenpolitischen Rhetorik der türkischen Eliten.

Der in der Vergangenheit offiziell verwendete Begriff der „Bergtürken“ stellt dabei einen Ethnophaulismus für die kurdische Bevölkerung dar. Diese Stigmatisierung lässt sich auf die von Atatürk etablierte Staatsdoktrin zurückführen, nach welcher auch die Kurden als Staatsbürger des Landes und somit als Türken verstanden wurden. Die Kurden würden demnach keine eigene Ethnie bilden und seien türkischen Ursprungs. Aufgrund ihrer Beheimatung im Südosten des Landes und im Kandilgebirge wurden sie daher als offiziell als „Bergtürken“ bezeichnet. Mit diesem Begriff, der die Kurden einerseits abwertet, andererseits als zum Türkentum zugehörig klassifiziert, wurden in der Vergangenheit die kurdischen Bestrebungen nach Gleichberechtigung deligitimiert.

Weiterhin fand ein Stigmatisierung der Kurden als "schlechte Kurden" oder als „Terroristen" statt, um eine Trennlinie zu den „guten und loyalen Bürgern“ zu ziehen. Seit Beginn des Konfliktes in den 1980er Jahren wurde den Kurden von der türkischen Bevölkerung oft die Schuld am Terrorismus zugesprochen, die kurdische Bevölkerung wurde mit den bewaffneten Kämpfern der PKK gleichgesetzt. Mit der Beschreibung des Konfliktes als "Kurdenfrage", „Kurdenproblem“ oder auch „Kurdenkonflikt“ entbindet sich die türkische Regierung bzw. türkischen Staat zudem von der Verantwortung: „The phrasing lumps Kurds together as an undifferentiated entity, and distances them from the Turkish Republic. It also suggests that blame for the lack of resolution rests on the Kurds themselves.”

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in den aktuellen Waffenstillstand und den Friedensprozess zwischen der Türkei und der PKK ein und formuliert die Forschungsfrage zur Rolle der Eliten.

2. Annäherung an den Forschungsgegenstand: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über den Konflikt, beleuchtet das Scheitern der Initiative von 2009 und beschreibt den Beginn des aktuellen Prozesses.

3. Der theoretische Rahmen: Michael Barnett´s „Trinity of Identity, Narratives and Frames”: Hier wird das analytische Instrumentarium vorgestellt, das Identität, Narrative und Frames verknüpft, um strategische politische Kommunikation zu erklären.

4. Operationalisierung und methodischer Zugang: Dieses Kapitel definiert die Hypothesen und beschreibt die Methodik der qualitativen Inhaltsanalyse sowie der univariaten Datenanalyse.

5. Der Framingprozess der türkischen Eliten und die Auswirkungen auf die Akzeptanz des İmralı-Friedensprozess: Der Hauptteil analysiert konkret, wie Narrative verändert werden, um Legitimität für den Friedensprozess durch Brüderlichkeit, Inklusion der BDP und wirtschaftliche Versprechen zu gewinnen.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die Hypothese zum Framing und weist auf die Grenzen der Analyse sowie die Komplexität einer endgültigen Konfliktlösung hin.

Schlüsselwörter

Kurdenfrage, Friedensprozess, AKP, PKK, Framing, Identität, Narrative, Demokratische Öffnung, Legitimität, Ethnophaulismus, Türkei, politische Elite, BDP, Abdullah Öcalan, Konfliktbeilegung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Forschungsarbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie die türkische Regierung unter der AKP-Partei durch strategische Kommunikation versucht, den jahrzehntelangen Konflikt mit der kurdischen Bevölkerung friedlich zu lösen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die kurdisch-türkischen Beziehungen, der Wandel politischer Rhetorik, der Einfluss von Narrativen auf die nationale Identität und die ökonomischen Aspekte des Friedens.

Was ist das primäre Ziel der Studie?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie die politische Elite durch gezieltes Framing die öffentliche Wahrnehmung des Konflikts verändert, um notwendige politische Reformen und einen Friedensprozess gesellschaftlich zu legitimieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin verwendet eine Kombination aus qualitativer Inhaltsanalyse (von Reden und Statements) und der univariaten Analyse von Umfragedaten zur gesellschaftlichen Zustimmung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Umdeutung der Beziehung zwischen Türken und Kurden ("Brüderlichkeit"), der Rolle der Partei BDP als Verhandlungspartner und dem Versprechen wirtschaftlicher Wohlstandsgewinne durch den Frieden.

Welche Schlagworte charakterisieren die Untersuchung?

Typische Schlagworte sind Framing, Narrative, Kurdenkonflikt, Identitätspolitik, AKP-Politik und gesellschaftliche Akzeptanz.

Warum spielt das Konzept der "Trinity of Identity" eine so wichtige Rolle?

Es dient als theoretischer Rahmen, um zu erklären, dass politische Entscheidungen nicht nur aus institutionellen Gründen getroffen werden, sondern dass Eliten aktiv kulturelle Grundlagen schaffen müssen, um Handlungen wie Friedensverhandlungen als "wünschenswert" zu definieren.

Inwieweit hat sich die Einstellung der türkischen Bevölkerung laut der Studie verändert?

Die Studie stellt fest, dass die Zustimmung zum aktuellen Friedensprozess im Vergleich zur "Demokratischen Öffnung" von 2009 angestiegen ist, wobei sich dies jedoch nicht eindeutig als direkte Folge des Framings beweisen lässt.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Imrali-Friedensprozess
Untertitel
Wie ermöglichten die türkischen Eliten die Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen mit der PKK?
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
27
Katalognummer
V275939
ISBN (Buch)
9783656688655
ISBN (eBook)
9783656688662
Sprache
Deutsch
Schlagworte
imrali-friedensprozess eliten wiederaufnahme friedensverhandlungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2013, Der Imrali-Friedensprozess, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/275939
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Leseprobe aus  27  Seiten
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