In folgender Arbeit werde ich den Schwerpunkt auf interkulturelle Handlungssituation „Deutsch als Fremdsprache - Unterricht“ mit Bezug auf Problematik der nichtverbalen Kommunikation festlegen.
Durch nonverbale Kommunikation werden im Klassenraum täglich viele hunderte Kontextualisierungshinweise vermittelt. Sowohl Lehrer als auch Lerner verwenden Körpersprache als Hilfsmittel entweder bewusst oder unbewusst. Im Fremdsprachenunterricht kann es passieren, dass die Sprachlerner auf die Gesichtsausdrücke, Gestik und Körperhaltung des muttersprachlichen Lehrers anders reagieren, als von dem erwartet wird. Oder andersrum: der muttersprachliche Lehrer ist durch Körpersprache und nonverbales Verhalten der Lerner verwirrt. Vor allem, wenn es sich um nonverbale Kommunikation bei Menschen aus räumlich und kulturell sehr entfernten Kulturkreisen handelt (z.B. Vertreter der deutschen und asiatischen Kultur). Solche Situationen führen oft zu Missverständnissen, einem gegenseitigen Unwohlsein, und vielleicht sogar zu einer ablehnenden Position seitens der Sprachlerner gegenüber der Kultur der Zielsprache.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung.
2. Nonverbale Kommunikation und verschiedene parasprachliche Äußerungen.
2.1 Ist Körpersprache kulturspezifisch oder universell?
3. Nonverbale Kommunikation im DaF-Unterricht.
3.1 Techniken, Methoden und Unterrichtstrategien
3.1.1 Verhalten von Lehrkraft
3.1.2 Medien-Hilfsmitteln
3.1.3 DaF-Lehrwerke
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der nonverbalen Kommunikation im Unterricht "Deutsch als Fremdsprache" (DaF). Das Hauptziel besteht darin, die Bedeutung körpersprachlicher Signale für interkulturelle Lehr-Lern-Situationen zu analysieren und Wege aufzuzeigen, wie diese Sensibilität sowohl bei Lernenden als auch bei Lehrkräften gestärkt werden kann, um Missverständnisse zu vermeiden.
- Bedeutung nonverbaler Kommunikation bei interkulturellen Kontakten
- Kulturabhängigkeit versus Universalität von Körpersprache
- Didaktische Strategien zur Einbindung nonverbaler Mittel im DaF-Unterricht
- Rolle der Lehrkraft als Träger kommunikativer Kompetenz
- Einsatz von Medien und DaF-Lehrwerken zur Vermittlung nonverbaler Signale
Auszug aus dem Buch
2. Nonverbale Kommunikation und verschiedene parasprachliche Äußerungen.
Es wird nur selten bewusst, wie intensiv das nonverbale Verhalten unser Handeln und unsere Wahrnehmung beeinflusst. Nicht nur in alltäglichem Leben, sondern auch auf der pädagogischen Ebene ist das nonverbale Verhalten signifikant, und zwar bei Inhalt- und Bedeutungsvermittlung und bei der Steuerung des Kommunikationsprozesses.
Professor Albert Mehrabian, der seit den 60er Jahren ein Pionier in der Kommunikationsforschung ist, stellte in seinen Untersuchungen fest, dass der Wirkungsgrad einer Kommunikation von folgenden Faktoren gesteuert wird:
Verbal (gesprochene Worte) = 7%
Vokal (wie die Worte sich anhören) = 38%
Visuell (wie man dabei ausschaut) = 55%
Das sind nur 7% verbal und 93% nichtverbal.
Wenn man auch andere, konservativere Einschätzungen in Betracht zieht, setzen sie den Anteil der Kommunikation, die nichtverbal stattfindet, auf ca. 82%. Von daher geht es nicht darum was jemand sagt, sondern wie er das sagt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung.: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass Kommunikation bei interkulturellen Begegnungen weit über das gesprochene Wort hinausgeht und der Körper dabei als zentrales, oft unbewusstes Medium fungiert.
2. Nonverbale Kommunikation und verschiedene parasprachliche Äußerungen.: Das Kapitel erläutert den hohen Anteil nonverbaler Kommunikation am Kommunikationsprozess und diskutiert die wissenschaftliche Debatte darüber, ob Körpersprache universell oder kulturell determiniert ist.
2.1 Ist Körpersprache kulturspezifisch oder universell?: Hier wird die Dialektik zwischen angeborenen, universellen emotionalen Ausdrücken und sozio-kulturell erworbenen Verhaltensnormen beleuchtet.
3. Nonverbale Kommunikation im DaF-Unterricht.: Der Abschnitt thematisiert die Notwendigkeit, im DaF-Unterricht nonverbale Mittel gezielt als Unterstützung für interkulturelle Kompetenz und zum Abbau von Barrieren einzusetzen.
3.1 Techniken, Methoden und Unterrichtstrategien: Dieser Teil bietet einen Überblick über didaktische Ansätze zur Förderung der körpersprachlichen Sensibilität im Fremdsprachenunterricht.
3.1.1 Verhalten von Lehrkraft.: Es wird hervorgehoben, dass die Lehrkraft als Sympathieträger eine Vorbildfunktion einnimmt und ihr nonverbales Verhalten kritisch reflektieren muss, um Missverständnisse durch "funktionslose Gesten" oder Distanzzonenverletzungen zu minimieren.
3.1.2 Medien-Hilfsmitteln.: Dieses Kapitel zeigt auf, wie Spielfilme, Videos und Pantomime genutzt werden können, um den Lernern kulturelle Verhaltensweisen anschaulich näherzubringen.
3.1.3 DaF-Lehrwerke.: Hier wird der Bedarf an Lehrmaterialien diskutiert, die körpersprachliche Aspekte expliziter thematisieren und visuell verständlich aufbereiten.
4. Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass die bewusste Integration nonverbaler Aspekte eine wesentliche Bedingung für erfolgreichen Fremdsprachenunterricht und interkulturelle Verständigung darstellt.
Schlüsselwörter
Nonverbale Kommunikation, DaF-Unterricht, Interkulturelle Kompetenz, Körpersprache, Kulturstandards, Interkulturelle Begegnung, Lehrkraft, Mimik, Gestik, Proxemik, Fremdsprachenerwerb, Kommunikationsprozess, Didaktik, Parasprachliche Äußerungen, Kulturrelativismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Bedeutung und die didaktische Anwendung der nonverbalen Kommunikation im Rahmen des Unterrichts "Deutsch als Fremdsprache".
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind der Einfluss von Körpersprache auf die interkulturelle Verständigung, die Abgrenzung von universellen und kulturspezifischen Signalen sowie methodische Ansätze für Lehrkräfte.
Welches Ziel verfolgt die Autorin mit dieser Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, ein Bewusstsein für die Relevanz körpersprachlicher Signale im DaF-Unterricht zu schaffen und Strategien aufzuzeigen, wie Sprachlerner und Lehrkräfte diese gezielter steuern und interpretieren können.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse bestehender fachwissenschaftlicher Literatur sowie empirischer Forschungsergebnisse aus den Bereichen Kommunikationswissenschaft und Didaktik basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zur Körpersprache, eine Analyse der Rolle der Lehrkraft sowie konkrete unterrichtspraktische Methoden, Medien und Lehrmaterialien.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Nonverbale Kommunikation", "Interkulturelle Kompetenz", "Kulturstandards" und "Didaktik" bestimmt.
Warum ist das Verhalten der Lehrkraft im Unterricht so wichtig?
Die Lehrkraft dient als primärer Sympathieträger und Modell. Ihr unbewusstes nonverbales Verhalten kann Vorurteile entweder verstärken oder durch gezielten Einsatz Vorurteile abbauen und die Fremdwahrnehmung positiv beeinflussen.
Was versteht man unter dem in der Arbeit genannten "Dilemma" der Körpersprache?
Das Dilemma besteht darin, dass dieselben körperlichen Signale in verschiedenen Kulturen völlig unterschiedliche Bedeutungen haben können, was häufig zu Irritationen oder Missverständnissen bei Sprachlernern führt.
- Quote paper
- Julia Basakina (Author), 2013, Nonverbale Kommunikation im DaF-Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/275902