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Wegen der Kosten in den Osten. Zahntourismus unter Europarechtlicher Betrachtung

Title: Wegen der Kosten in den Osten. Zahntourismus unter Europarechtlicher Betrachtung

Master's Thesis , 2014 , 91 Pages , Grade: 2

Autor:in: Bakk. Komm. Maria Vögele (Author)

Law - European and International Law, Intellectual Properties

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Summary Excerpt Details

Zahntourismus ist in Europa ein aufstrebender Markt. Immer mehr PatientInnen aus
Deutschland, Österreich und der Schweiz reisen nach Ungarn oder Tschechien, um sich dort
einer Zahnmedizinischen Behandlung zu unterziehen. Vor allem die günstigeren Kosten
dienen als Motivation, lange Anreisewege in Kauf zu nehmen. Die vorliegende Arbeit nähert
sich aus europarechtlicher Sicht an das Thema Zahntourismus an. Verschiedene
sekundärrechtliche Schritte seitens der Europäischen Union haben die Inanspruchnahme
grenzüberschreitender Gesundheitsversorgung für die PatientInnen nach und nach erleichtert.
Zuletzt wurde eine Richtlinie über die Ausübung der Patientenrechte in der
grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung erlassen. Die vorliegende Arbeit betrachtet
den derzeitigen Europäischen Rechtsrahmen und geht der Frage auf den Grund, ob dieser
ausreichend ist oder ob es Handlungsbedarf gibt.

Excerpt


1. Einleitung

1.1. Relevanz des Themas

1.2. Hypothesen und Forschungsfragen

1.3. Gliederung der Arbeit

1.4. Abgrenzung des Forschungsbereiches

2. Kompetenzen der Union in der Gesundheitspolitik

2.1. Etablierung einer europäischen Gesundheitspolitik

2.2. Verordnungen der Kommission

2.2.1. Die EWG-VO 1408/71 und VO 574/72

2.2.2. Die EU-VO 883/2004

2.2.3. Die EU-VO 987/2009

2.3. Rechtsprechung des EuGH

2.3.1. Rechtsache C-158/96 („Kohll“) und C-120/95 („Decker“)

2.3.2. Rechtsache C-368/98 („Vanbraekel“), EuGH 12.7.2001, Slg. 2001, I-05363

2.3.3. Rechtsache C-157/99 („Geraets-Smits/Peerbooms“)

2.3.4. Rechtsache C-56/01 („Inzian“)

2.3.5. Rechtsache C372/04 („Watts“)

2.3.6. Zusammenfassung der Rechtsprechung des EuGH

2.4. Zusammenfassung der Patientenrechte

2.4.1. Rechtslage für akute grenzüberschreitende Behandlungen

2.4.2. Rechtslage für gezielte grenzüberschreitende Behandlungen

3. Richtlinie 2011/24 EU

3.1. Hintergrund zur Richtlinie

3.2. Zusammenfassung der wichtigsten Artikel

3.3. Nutzen für die PatientInnen

3.4. Unterschiede zum ursprünglichen Entwurf der Kommission

3.4.1. Art. 5: Qualitäts- und Sicherheitsstandards

3.4.2. Art. 15: Europäischer Referenznetze

3.5. Umsetzung und Ausblick

4. Nationale Rechtslage

4.1. Umsetzung der RL 2011/24 EU in Österreich

4.2. Nationale Umsetzung in Tschechien

5. Zahlen und Fakten zur Patientenmobilität

5.1. Patientenprofil

5.2. Gründe für eine Behandlung im Ausland

5.3. Die häufigsten Behandlungen

5.4. Zufriedenheit mit den Behandlungen im Ausland

5.5. Behandlungsland Tschechien

5.6. Chancen und Perspektiven

6. Medizintourismus

6.1. Reisen für die Gesundheit

6.2. Zahntourismus

6.2.1. Gefragte Zahnbehandlungen im Ausland

6.2.2. Kosten

6.2.3. Spezielle Angebote

6.3. Risiken

7. Methodische Vorgehensweise

7.1. Datenerhebung

7.1.1. Befragungstechnik

7.1.2. Erhebungsinstrumente

7.1.3. Auswahl der Stichprobe

7.1.4. Durchführung der Interviews

7.2. Datenauswertung

8. Ergebnisse der Studie

8.1. Anforderungen im Medizintourismus

Anforderung 1: Einfache Organisation einer Zahnbehandlung im Ausland

Anforderung 2: Günstigere Preise

Anforderung 3: Hohe Qualität der Behandlung

Anforderung 4: Vergleichbare Kompetenz der ZahnärztInnen im In- und Ausland

Anforderung 5: Keine erhöhten Risiken bei Behandlungen im Ausland

8.2. Einheitliche Qualitätsstandards als Lösungsansatz

8.3. Umsetzungsbedarf der RL 2011/24 EU

8.4. Ausblick auf künftige Entwicklungen

9. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht aus europarechtlicher Sicht das Phänomen des Zahntourismus als spezielle Form der Patientenmobilität und geht der Forschungsfrage nach, ob der aktuelle Rechtsrahmen den Anforderungen von PatientInnen und ÄrztInnen gerecht wird oder ob Handlungsbedarf besteht.

  • Europarechtliche Rahmenbedingungen für Patientenmobilität
  • Die Richtlinie 2011/24 EU und ihre nationale Umsetzung
  • Empirische Analyse der Anforderungen an den Zahntourismus
  • Patienten- und Ärzteperspektiven auf Qualität und Kosten
  • Zukunftsperspektiven und Bedarf an EU-Regelungen

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

„Gesund beginnt im Mund“, liest man oft auf Zahnarztprospekten und -inseraten. Dennoch ist der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt für die meisten Menschen eine unangenehme Last. Solange es nur Routineuntersuchungen sind, kann man erleichtert aufatmen. Wenn jedoch festgestellt wird, dass eine größere Behandlung ansteht, weil ein Zahn oder gleich mehrere Zähne geschädigt sind, vergeht einem das Lachen gänzlich. Sogleich stellt sich die Frage, welche Methode man wählt, wann man die Behandlung durchführen lässt und vor allem auch wie die Behandlung finanziert werden soll.

Gerade Zahnersatz darunter fallen Brücken, Kronen und Implantate, sind kostspielige Behandlungen, bei denen die Krankenkasse nur einen geringen Teil der Kosten übernimmt. PatientInnen stehen somit immer vor der Frage, ob sie Kosten sparen wollen, indem sie sich für herausnehmbare Prothesen entscheiden, oder ob sie mehr investieren und damit einen festsitzenden Zahnersatz erhalten, der auf lange Sicht deutlich mehr Komfort verspricht.

Preise zu vergleichen haben KonsumentInnen nicht erst durch das Aufkommen des Internets gelernt. Schon immer wurde um Waren gefeilscht und dadurch versucht, das günstigste Angebot zu erreichen. Doch der Preisvergleich beschränkt sich nicht nur auch Waren, sondern auch auf Dienstleistungen. Ein freier Markt, in dem die Nachfrage den Preis bestimmt, hat sich somit auch für Zahnbehandlungen gebildet. Lange Zeit galt Ungarn als das Zahnparadies schlecht hin. Ganze „Zahndörfer“ sind in den letzten 20 Jahren in den Grenzregionen zu Österreich entstanden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtet die Relevanz der Patientenmobilität im zahnmedizinischen Kontext und definiert die Forschungsfrage sowie das Vorgehen der Arbeit.

2. Kompetenzen der Union in der Gesundheitspolitik: Analysiert die historische Entwicklung der EU-Kompetenzen im Gesundheitswesen sowie die prägende Rechtsprechung des EuGH.

3. Richtlinie 2011/24 EU: Untersucht die Entstehung, Inhalte und Kontroversen der Patientenmobilitätsrichtlinie.

4. Nationale Rechtslage: Vergleicht die Umsetzung der Richtlinie in Österreich und Tschechien.

5. Zahlen und Fakten zur Patientenmobilität: Analysiert Daten zur Mobilität, das Patientenprofil und die Beweggründe für Auslandsbehandlungen.

6. Medizintourismus: Erörtert das Phänomen des Medizintourismus mit besonderem Fokus auf den Zahntourismus, dessen Kostenstrukturen und Risiken.

7. Methodische Vorgehensweise: Beschreibt das qualitative Forschungsdesign der empirischen Untersuchung mittels leitfadenorientierter Experten- und Patienteninterviews.

8. Ergebnisse der Studie: Präsentiert die empirischen Befunde zu den Anforderungen im Medizintourismus und diskutiert den tatsächlichen Bedarf an EU-Regulierungen.

9. Zusammenfassung und Ausblick: Führt die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt eine Prognose zur weiteren Entwicklung des Zahntourismus.

Schlüsselwörter

Zahntourismus, Patientenmobilität, EU-Recht, Richtlinie 2011/24 EU, Medizintourismus, EuGH, Gesundheitsversorgung, Patientenrechte, Kostenerstattung, Tschechien, Österreich, grenzüberschreitende Behandlung, Zahnbehandlung, Qualitätssicherung, Gesundheitspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Masterarbeit befasst sich mit dem Phänomen des Zahntourismus als Teil der europäischen Patientenmobilität und prüft die rechtlichen sowie praktischen Bedingungen für PatientInnen aus Österreich.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit umfasst die EU-Gesundheitspolitik, die Richtlinie 2011/24 EU, die Datenerhebung zu Patientenströmen sowie die empirische Analyse von Patienten- und Ärzteerfahrungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, ob der aktuelle europäische Rechtsrahmen den Anforderungen der PatientInnen und ÄrztInnen im Bereich Zahntourismus gerecht wird oder ob konkreter Handlungsbedarf besteht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wendet ein qualitatives Forschungsdesign an, das auf leitfadenorientierten, problemzentrierten Interviews mit PatientInnen, Zahnärzten und einer Krankenkassenmitarbeiterin basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in rechtliche Analysen des EU-Sekundärrechts, statistische Auswertungen der Patientenmobilität und die Auswertung der durchgeführten Interviews zur Qualität und Organisation von Behandlungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Zahntourismus, Patientenmobilität, EU-Rechtsrahmen, grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung und Patientenrechte aus.

Warum spielt Tschechien in der Arbeit eine besondere Rolle?

Tschechien wird als primäres Zielland für den Zahntourismus der befragten österreichischen PatientInnen analysiert, wobei persönliche Erfahrungen der Autorin durch ein Auslandsstudium in Olomouc einfließen.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der neuen EU-Richtlinie?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Richtlinie primär bestehende Regelungen bündelt und in der Praxis für die befragten Akteure keine signifikanten Neuerungen oder einen großen Umsetzungsbedarf mit sich bringt.

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Details

Title
Wegen der Kosten in den Osten. Zahntourismus unter Europarechtlicher Betrachtung
College
University of Salzburg  (Salzburg Centre of European Union Studies)
Grade
2
Author
Bakk. Komm. Maria Vögele (Author)
Publication Year
2014
Pages
91
Catalog Number
V275420
ISBN (Book)
9783656676959
ISBN (eBook)
9783656676966
Language
German
Tags
wegen kosten osten zahntourismus europarechtlicher betrachtung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bakk. Komm. Maria Vögele (Author), 2014, Wegen der Kosten in den Osten. Zahntourismus unter Europarechtlicher Betrachtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/275420
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