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Lust am Untergang. Zur Geschlechterproblematik in Heinrich von Kleists “Die Hermannsschlacht”

Titel: Lust am Untergang. Zur Geschlechterproblematik in Heinrich von Kleists “Die Hermannsschlacht”

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 24 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Michael Bolz (Autor:in)

Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Volk, Gewalt, Geschlecht, Nation - diese Problematik sticht nicht nur in "Die Herrmannsschlacht" von Kleist deutlich heraus. Immer wieder befindet sich der Dichter in einem mehrdeutigen Zwischenraum, in dem er einen Kampf austrägt: den zwischen der Gewalt der Nation und der Ruhe und Sinnlichkeit eines beschaulichen Privatlebens. Dabei spielt die Geschlechterproblematik immer wieder eine besondere Rolle - und häufig genug bleibt der Frau nichts als ein Scheitern. Wie sieht dieses Scheitern aus? Wie wird es vom Dichter interpretiert und begründet? Neben dieser Frage lehnt sich die Arbeit eng an die bei Kleist damit verbundenen politischen Momente von Volk und Nation, die mit der Geschlechterproblematik im 19. Jahrhundert - und darüber hinaus - in unmittelbarem Zusammenhang stehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Der unaussprechliche Mensch

2. Kleist und kein Platz in der Welt

2.1 1801 – 1803 Halbtausend hintereinander folgende Tage

2.2 1804 – 1807 Der unschöne Untergang Preußens

2.3 1808 Das Leben ist nichts werth, wenn man es achtet (Ach!)

3. „Die Hermannschlacht“ – die Ordnung der Dinge

4. Das ist geschehen. Laß sein.

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Geschlechterproblematik in Heinrich von Kleists Drama „Die Hermannsschlacht“ vor dem Hintergrund seiner biographischen Entwicklung und der politischen Zeitumstände des frühen 19. Jahrhunderts. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kleist das Drama als Instrument zur radikalen ideologischen Mobilmachung nutzt und welche Rolle die Beziehung zwischen Mann und Frau in diesem zweckrationalen Machtgefüge einnimmt.

  • Historisierung von Kleists Leben und Schaffen zwischen 1801 und 1809
  • Analyse der nationalen Mythologisierung im Kontext der napoleonischen Besatzung
  • Untersuchung der rücksichtslosen zweckrationalen Dramenstruktur
  • Dekonstruktion der Machtverhältnisse zwischen Hermann und Thusnelda
  • Reflexion über den ideologischen Missbrauch von Vergangenheit zur Identitätsstiftung

Auszug aus dem Buch

3. „Die Hermannschlacht“ – die Ordnung der Dinge

Die Hermannsschlacht liest sich ähnlich einer „Gebrauchsanleitung zum totalen Krieg“, unter der Einschränkung, dass sie im Gegensatz zu einer schlichten Folge von Handlungsanweisungen, ziemlich plakativ und aufgeblasen wirkt. In Folge möchte ich eine kurze Inhaltsskizze liefern, die das Übermaß an Emphase des Autoren nicht aufgreift und damit die wesentlichen Bestandsmerkmale des Dramas liefert.

Der Leser wird unmittelbar in die Situation eingeführt: Die Germanenstämme, zu Beginn vertreten durch Wolf, Thiuskomar, Dagobert, Selgar und andere, sind bedroht, das gemeinsame Vaterland ist bedroht und trotzdem sind alle uneins. Die Lage ist verfahren, es scheint keine Handlungsoptionen zu geben – was soll man tun? Sich – buchstäblich – unterwerfen, wie es andere Stammesfürsten bereits getan haben? Als alle Hoffnung schwindet, kündigt sich die Rettung an: Hermann kommt. Doch Hermann kommt nicht allein. Ihm folgt der Feind quasi bereits auf dem Fuß, vertreten durch den Legaten Ventidius und dann ist da noch Hermanns Frau Thusnelda. Sie kommen alle von der Jagd, es klingt, als hätte Ventidius Thusnelda durch einen Bogenschuss das Leben gerettet, Ventidius wird gefeiert, Hermann räumt ihm gar das Recht ein, deshalb seine Frau nach Hause geleiten zu dürfen, was Ventidius, soviel ist aufgrund der hohen Transparenz des Stückes bereits erkennbar, zu höchst erfreut – da er in Thusnelda verliebt ist. Als die Beiden gegangen, widmet sich Hermann – ausführlich – den Stammesfürsten und reizt sie. Er erinnert sie an die Besatzer, Kollaborateure wie Marbod, an ihre Zerwürfnisse um – vermeintlich – Nichts und dass auch er sich in einer Lage befindet, die ihm kaum eine Option einräumt, sich irgend gegen die Besatzer zu stellen. Doch dient ihm dieser rhetorische Kniff nur dazu, im nächsten Schritt sein Ziel zu offenbaren: Die Wiedervereinigung der Stämme und die darauf folgende Vernichtung der Römer in einem Kampf um „Sein oder Nichtsein“. Als Hermann jedoch von den Stämmen, von allem Volk die vollkommene Opferbereitschaft fordert und die Fürsten deshalb zweifeln, wendet er sich – augenscheinlich – ab.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der unaussprechliche Mensch: Einführung in Kleists kulturpessimistische Weltsicht und die theoretische Grundlage seines künstlerischen Wirkens.

2. Kleist und kein Platz in der Welt: Detaillierte biographische Nachzeichnung von Kleists Lebensweg von 1801 bis 1808 und seiner zunehmenden politischen Radikalisierung.

2.1 1801 – 1803 Halbtausend hintereinander folgende Tage: Analyse von Kleists gescheiterten Versuchen, im bürgerlichen Leben und in der Schweiz Fuß zu fassen.

2.2 1804 – 1807 Der unschöne Untergang Preußens: Betrachtung von Kleists Bemühungen um eine Staatsanstellung und seine Wahrnehmung des Zusammenbruchs der preußischen Neutralität.

2.3 1808 Das Leben ist nichts werth, wenn man es achtet (Ach!): Darstellung der wirtschaftlichen Nöte und des künstlerischen Kampfes im Vorfeld der Entstehung der Hermannsschlacht.

3. „Die Hermannschlacht“ – die Ordnung der Dinge: Analyse der Handlungsstruktur des Dramas als grausam-zweckrationales Lehrstück zur totalen Mobilmachung.

4. Das ist geschehen. Laß sein.: Fazit über die Unterwerfung der Weiblichkeit zugunsten männlicher politischer Machtansprüche im Werk.

Schlüsselwörter

Heinrich von Kleist, Die Hermannsschlacht, Nationalismus, Geschlechterproblematik, Zweckrationalität, Totaler Krieg, Identitätsstiftung, Machtpolitik, Germanen, Thusnelda, Hermann, Politische Ideologie, Preußen, Napoleonische Kriege, Transformation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Heinrich von Kleists Drama „Die Hermannsschlacht“ unter dem speziellen Fokus, wie der Autor das Werk als ideologisches Instrument zur politischen Mobilmachung konzipiert hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Verflechtung von Kleists Biographie mit seinem Werk, die Funktion von Mythen für die nationale Identitätsbildung sowie das Machtverhältnis zwischen den Geschlechtern im Kontext totalitärer Strukturen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, welche Rolle die Geschlechterproblematik innerhalb der grausam-zweckrationalen Ordnung spielt, die Hermann in seinem Kampf gegen die römischen Besatzer etabliert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verbindet eine historisierende biographische Analyse von Kleists Lebensphasen mit einer tiefgehenden textimmanenten Interpretation des Dramas und einer Dekonstruktion seiner ideologischen Semantik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine biographische Aufarbeitung der Jahre 1801–1809, eine inhaltliche Analyse des Dramas und eine abschließende Untersuchung der Geschlechterhierarchie als Teil von Kleists „Masterplan“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Nationalismus, Zweckrationalität, totale Mobilmachung, Identitätsstiftung und die spezifische Machtdynamik zwischen den Protagonisten Hermann und Thusnelda.

Wie bewertet der Autor Hermanns Vorgehen gegenüber seiner Frau Thusnelda?

Der Autor interpretiert Hermanns Verhalten als rücksichtslosen Einsatz seiner Ehefrau als „Beweismittel“ und politisches Druckmittel, um sie in sein zweckrationales Machtkalkül einzuzwingen.

Welche Verbindung zieht der Autor zwischen Kleists Drama und Shakespeare?

Es werden wiederholt Bezüge zu Shakespeares Werken (insb. Macbeth und Richard III.) hergestellt, um die Rücksichtslosigkeit der Machtausübung und die Manipulation der weiblichen Charaktere bei Kleist als experimentelle Auseinandersetzung mit diesen Vorbildern zu verdeutlichen.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Lust am Untergang. Zur Geschlechterproblematik in Heinrich von Kleists “Die Hermannsschlacht”
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Geschichte)
Veranstaltung
Nationale Mythen und Symbole im Europa des 19. Jahrhunderts
Note
1,7
Autor
Michael Bolz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
24
Katalognummer
V274781
ISBN (Buch)
9783656668060
ISBN (eBook)
9783656668077
Sprache
Deutsch
Schlagworte
lust untergang geschlechterproblematik heinrich kleists hermannsschlacht”
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Michael Bolz (Autor:in), 2013, Lust am Untergang. Zur Geschlechterproblematik in Heinrich von Kleists “Die Hermannsschlacht”, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/274781
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  24  Seiten
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