Diese Arbeit untersucht die Rolle des Lichtes in Gottfried Kellers „Romeo und Julia auf dem Dorfe“. Um die Wirkung des Lichtes an ausgewählten Stellen aufzeigen zu können werden noch weitere Motive, wie beispielsweise das Wetter oder die verschiedenen Farben, untersucht. Dies ist notwendig, da sich in dieser Novelle ein Zusammenspiel der verschiedenen Motive ergibt, welche eine isolierte Analyse nicht gerade sinnvoll erscheinen lassen. Für diese kurze Ausarbeitung wurde der Text lediglich auf sechs Szenen reduziert und behandelt im wesentlichen nur die Charaktere Salomon (Sali), Vrenchen (Vreni) und den Schwarzen Geiger.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Allgemeines
1.1 Begriffsbestimmung
2 Die Verwendung von Licht, Wetter und Farben
2.1 Ausgewählte Charaktere
2.2 Ausgewählte Textstellen
2.2.1 Kindheit und frühe Jugend (S. 7-15)
2.2.2 Das Wirtshaus (S. 22-23)
2.2.3 Handgreiflichkeit der Väter / Gewitter (S. 27-30)
2.2.4 Vorbereitung auf den Hochzeitstag (S. 52f.)
2.2.5 Trauung durch den schwarzen Geiger (S. 74)
2.2.6 Letzte Szene (S. 76-80)
2.2.6.1 Tod der Protagonisten
2.2.6.2 Exkurs: Tageszeitung
3 Fazit / Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Zusammenspiel der Motive Licht, Wetter und Farben in Gottfried Kellers Novelle „Romeo und Julia auf dem Dorfe“. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diese Elemente die Charakterentwicklung der Protagonisten Sali und Vrenchen sowie das Handlungsgeschehen motivieren, untermalen und auf deren schicksalhaften Ausgang verweisen.
- Die symbolische Bedeutung von Licht, Wetter und Farben im literarischen Kontext.
- Analyse der zentralen Charaktere Salomon (Sali), Vrenchen und der Figur des schwarzen Geigers.
- Untersuchung spezifischer Schlüsselszenen wie der Kindheit, des Wirtshauses und des tödlichen Finales.
- Der Einfluss von Lichtverhältnissen und Wetterereignissen auf die psychologische Situation der Figuren.
- Die Rolle der Farbsymbolik als Todesboten oder Vorzeichen in der Erzählstruktur.
Auszug aus dem Buch
2.2.3 Handgreiflichkeit der Väter / Gewitter (S. 27-30)
„Der Einsatz des Wetters an dieser Stelle schiebt die psychologischen Motivationen und gesellschaftlichen Bedingungen, denen solch ein erfolgreiches Rendezvous in der Wirklichkeit unterliegt, zurück, entzieht die Figuren vorübergehend ihrem gewöhnlichen Tätigkeitsbereich und unterwirft sie den vom Autor geschriebenen Gesetzten der Natur und läßt sie erst bei dieser Unterwerfung realisieren, was ihnen unter den gewöhnlichen Bedingungen nicht recht glücken will. […] Die kopulierende Funktion massiven Wetters machen sich die Autoren besonders dann zu Nutze, wenn sie in der Verlegenheit sind, designierte Liebhaber zusammenbringen zu müssen.“
Auch wenn Friedrich Delius diese Aussage auf den Roman im Realismus bezieht so trifft sie genauso gut auf die Novelle „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ zu. Doch soll diese Stelle zunächst chronologisch betrachtet werden.
Eines Abends hängt der „Himmel voll Gewitterwolken“ (27). Dies ist die einzige Stelle an der schlechtes Wetter, Unwetter oder ein Gewitter überhaupt in Erscheinung tritt. Diese zentrale Schlüsselstelle, die den Wendepunkt der Handlung markiert – und natürlich die Grundlage für Salis und Vrenis Liebesbeziehung legt – beinhaltet nun auch die drei Motive Licht, Wetter und Farben.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsziel, die Rolle von Licht, Wetter und Farben in Kellers Novelle zu untersuchen und auf sechs zentrale Szenen zu begrenzen.
1 Allgemeines: Dieses Kapitel erläutert die verwendete Textausgabe und definiert die untersuchten Begriffe Licht, Wetter und Farbe als grundlegende, miteinander verwobene Motive der Novelle.
2 Die Verwendung von Licht, Wetter und Farben: Dieser Hauptteil analysiert an ausgewählten Charakteren und sechs konkreten Textstellen, wie die genannten Motive die Handlung und das Schicksal von Sali und Vrenchen symbolisch und atmosphärisch begleiten.
3 Fazit / Zusammenfassung: Das Fazit resümiert die Bedeutung der Motive und kommt zu dem Schluss, dass Licht primär ein unterstützendes Element ist, während Wetter und Farben eine entscheidende Rolle als Vorboten des tragischen Endes spielen.
Schlüsselwörter
Gottfried Keller, Romeo und Julia auf dem Dorfe, Licht, Wetter, Farben, Farbsymbolik, schwarzer Geiger, Sali, Vrenchen, Realismus, Literaturwissenschaft, Todesmotivik, Naturdarstellung, Erzählstruktur, Novelle
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die symbolische und handlungsleitende Funktion der Motive Licht, Wetter und Farben in Gottfried Kellers Novelle „Romeo und Julia auf dem Dorfe“.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Der Fokus liegt auf dem Zusammenspiel von Naturphänomenen und Farbgebung, um damit die Charakterentwicklung der Protagonisten und die Vorzeichen ihres Schicksals zu deuten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Keller diese Motive als Stilmittel einsetzt, um die psychologische Situation und den dramatischen Verlauf der Erzählung zu unterstreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine textanalytische Untersuchung, bei der sechs ausgewählte Schlüsselszenen unter Einbeziehung literaturwissenschaftlicher Sekundärliteratur interpretiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Charakteranalyse und eine detaillierte Untersuchung von sechs Szenen, angefangen bei der Kindheit der Protagonisten bis hin zur finalen Schlussszene.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Licht, Farben, Farbsymbolik, Wetter, der schwarze Geiger sowie die Protagonisten Sali und Vrenchen im Kontext des literarischen Realismus.
Welche Funktion hat der schwarze Geiger in der Argumentation des Autors?
Der schwarze Geiger wird als Todesfigur und als Repräsentant für gesellschaftliche Außenseiter gedeutet, der durch seine Anwesenheit auf das tragische Ende der Liebenden verweist.
Warum wird die Szene der „Handgreiflichkeit der Väter“ als besonders wichtig eingestuft?
Diese Szene markiert den Wendepunkt der Handlung, da hier erstmals ein Unwetter als atmosphärischer Vorbote auftritt, der die Protagonisten zusammenführt und ihr Schicksal besiegelt.
- Arbeit zitieren
- stud. phil. Dennis Ried (Autor:in), 2012, Licht, Wetter und Farben in Gottfried Kellers „Romeo und Julia auf dem Dorfe“, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/274732