Für Christen ist die Möglichkeit das Angebot an Seelsorge vor Ort wahr zunehmen eine Selbstverständlichkeit. Doch wie ist die Lage bei den Soldaten der Deutschen Bundeswehr, die berufsbedingt einen solchen Anschluss nicht haben?
Diese Arbeit soll einen Einblick geben in den Bereich der Militärseelsorge. Neben einem historischen Überblick über die Entwicklung der Militärseelsorge in Deutschland seit der Weimarer Reichsverfassung, sollen vor allem die lehramtlichen Schreiben der Katholischen Kirche im Fokus der Betrachtungen stehen.
Die Apostolischen Konstitution "Spirituali militum curae" Johannes Paul II. und die "Statuenfür den Jurisdiktionsbereich des Katholischen Militärbischofs für die Deutsche Bundeswehr" sind die geltenden rechtlichen Regelungen der Militärseelsorge in Deutschland.
Eine Analyse der Dokumente soll Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzeigen, sowie die Seelsorge in der Bundeswehr darstellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Rechtgeschichtlicher Überblick
2.1. Die Geschichte der Militärseelsorge in Deutschland – von der Weimarer Reichsverfassung bis zur heutigen Gesetzeslage
2.1.1. Grundsätzliches
2.1.2. Rechtslage vor 1986
3. Dokumente für die Katholische Militärseelsorge
3.1. Universalrechtlich – Die Apostolische Konstitution „Spirituali militum curae“ 1986
3.1.1. Das Militärordinariat und der Militärbischof
3.1.2. Das Presbyterium
3.1.3. Weitere Regelungsgegenstände
3.2. Partikularrechtlich – „Die Statuten für den Jurisdiktionsbereich des Katholischen Militärbischofs für die Deutsche Bundeswehr“ 1990
3.2.1. Der Militärbischof
3.2.2. Die Militärgeistlichen
3.2.3. Die Hilfskräfte und der Pfarrgemeinderat
3.2.4. Die Verwaltung der Sakramente
3.2.5. Das Verhältnis zur allgemeinen Seelsorge
4. Abschließendes Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die universale und partikulare rechtliche Regelung der katholischen Militärseelsorge, wobei der Fokus auf der Situation in Deutschland liegt. Ziel ist es, durch eine detaillierte Analyse der Apostolischen Konstitution „Spirituali militum curae“ sowie der „Statuten für den Jurisdiktionsbereich des Katholischen Militärbischofs für die Deutsche Bundeswehr“ ein Verständnis für die rechtlichen Grundlagen und die praktische Ausgestaltung der Seelsorge unter den besonderen Bedingungen des Militärdienstes zu vermitteln.
- Rechtliche Grundlagen der Militärseelsorge im Universal- und Partikularrecht
- Analyse der Apostolischen Konstitution „Spirituali militum curae“
- Untersuchung der „Statuten für den Jurisdiktionsbereich des Katholischen Militärbischofs für die Deutsche Bundeswehr“
- Historische Entwicklung der Militärseelsorge in Deutschland
- Struktur und Aufgaben des Militärbischofs und der Militärgeistlichen
Auszug aus dem Buch
3.1.1. Das Militärordinariat und der Militärbischof
Der Artikel I SMC beschäftigt sich zunächst mit den Militärordinariaten. Nach ihm sind diese Ordinariate besondere Kirchenbezirke, die nach eigenen Stauten geleitet werden, welche vom Apostolischen Stuhl erlassen werden müssen. Bereits bestehende staatskirchenrechtliche Vereinbarungen zwischen dem Apostolischen Stuhl und den Nationen werden davon nicht tangiert (vgl. c. 3 CIC/83). Die Errichtung solcher Ordinariate erfolgt durch den Apostolische Stuhl nach Anhörung der Bischofskonferenz des jeweiligen Landes (vgl. Art. I §2 SMC). Dem Militärordinariat steht nach Art. II §1 SMC ein Militärbischof vor. Er hat sämtliche Rechte und Pflichten eines Diözesanbischofs, außer es besteht in den Statuten eine besondere Regelung. Ernannt, bzw. bestätigt wird der Militärbischof vom Papst, gemäß den Richtlinien zur Ernennung eines Diözesanbischofs (vgl. cc. 163 + 377 §1 CIC/83). Nach Vorstellungen des Universalrechts sollte der Militärbischof von allen anderen seelsorglichen Aufgaben frei bleiben (vgl. Art II §3 SMC). Dies ist jedoch kein Muss, die Umstände der jeweiligen Nation sollen hierbei Berücksichtigung finden. Weiterhin soll zwischen dem Militärordinariat und den anderen Teilkirchen ein Band bestehen, dass die Gemeinsamkeit und die Verbundenheit der Kräfte in der Seelsorge symbolisiert (vgl. Art. II §4 SMC). Dieses Band drückt sich unter anderem dadurch aus, dass der Militärordinarius regulär der Bischofskonferenz des Landes angehört (vgl. Art. III SMC).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Militärseelsorge ein und umreißt die zu behandelnden Dokumente sowie den rechtsgeschichtlichen Rahmen der Arbeit.
2. Rechtgeschichtlicher Überblick: Dieser Abschnitt bietet einen Abriss der geschichtlichen Entwicklung der Militärseelsorge in Deutschland von der Weimarer Zeit bis zur Gegenwart.
3. Dokumente für die Katholische Militärseelsorge: Dieser Hauptteil analysiert die universalrechtlichen Vorgaben der Apostolischen Konstitution „Spirituali militum curae“ und die partikularrechtlichen Statuten des katholischen Militärbischofs in Deutschland.
4. Abschließendes Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse retrospektiv zusammen und unterstreicht die Wirksamkeit der untersuchten Dokumente für die heutige Praxis.
Schlüsselwörter
Militärseelsorge, Militärbischof, Spirituali militum curae, Statuten, Bundeswehr, Kirchenrecht, Jurisdiktion, Seelsorge, Soldatenseelsorge, Apostolische Konstitution, Reichskonkordat, Sakramente, Militärordinariat, Militärgeistliche, Pastoralreferenten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den kirchenrechtlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen der katholischen Militärseelsorge, insbesondere im Kontext der Bundeswehr in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historische Einordnung, die universalen Vorgaben des Heiligen Stuhls und die spezifischen nationalen Statuten für den deutschen Militärbischofsbereich.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erläuterung und Analyse der maßgeblichen Rechtsdokumente, um die Struktur und Aufgaben der Militärseelsorge in Deutschland verständlich zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer kirchenrechtlichen und rechtsgeschichtlichen Analyse zentraler päpstlicher und staatsrechtlicher Dokumente.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Apostolischen Konstitution von 1986 sowie der Statuten für den Jurisdiktionsbereich des katholischen Militärbischofs für die Bundeswehr von 1990.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Militärseelsorge, Militärbischof, Kirchenrecht, Bundeswehr, Jurisdiktion, Statuten und Seelsorge sind die prägenden Begriffe.
Welche Funktion hat der Militärbischof in Deutschland?
Er ist der Vorsteher des Jurisdiktionsbereichs des Militärordinariats und verantwortet die seelsorgliche Betreuung der Soldaten und deren Familien in Deutschland.
Wie sind Militärgeistliche in die kirchlichen Strukturen eingebunden?
Sie bleiben in ihrem Heimatbistum inkardiniert und werden dem Militärbischof für den Dienst zur Verfügung gestellt, ohne dabei ihre reguläre Anbindung an ihre Diözese zu verlieren.
- Arbeit zitieren
- Benjamin Großhauser (Autor:in), 2014, Militärseelsorge bei der Deutschen Bundeswehr. Universale und partikulare Regelungen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/274578