Das Thema „selbstgesteuertes Lernen“ ist seit langer Zeit Diskussionsgegenstand in der beruflichen Bildung. Zunehmende wirtschaftspolitische, arbeitsorganisatorische und gesellschaftliche Veränderungen führen zu weitreichenden Auswirkungen, die auch die berufliche Bildung beeinflussen. Das System ist immer mehr geprägt durch Individualisierung, Emanzipation, ständige Veränderungen und neue Technologien. Forderungen nach hoher Flexibilität, sowie der Bereitschaft zur ständigen Wissenserweiterung und Neuerung werden gestellt. Zudem sind flacher werdende Hierarchien einhergehend mit höherer Eigenverantwortung und Eigeninitiative für die einzelnen Mitarbeiter. Die Fähigkeit zur Selbststeuerung wird immer bedeutsamer. Was aber bedeutet Selbststeuerung genau? Wie kann diese grundlegend in der Berufsbildung gefordert und gefördert werden?
Im klassischen Sinne finden in der Schule Lehr-Lern-Arrangements statt. Lehren beinhaltet, dass in bestimmter Weise, so wie es der Lehrer vorgibt, gelernt wird. mDiese klassische Rolle des Lehrers muss aufgebrochen werden, um selbstgesteuertes Lernen zu ermöglichen. Wie aber gestaltet sich dann die „neue“ Rolle des Lehrers? Wie ist diese definiert und welche Anforderungen werden an diese gestellt, um selbst-gesteuertes Lernen der Schüler zu ermöglichen und zu fördern, unter Berücksichtigung der Erfüllung curricularer Vorgaben, z. B. der Rahmenlehrpläne.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit
2 Was ist selbstgesteuertes Lernen?
2.1 Komponenten des Begriffs „Selbstgesteuertes Lernen“
2.2 Selbst / Fremdsteuerung
2.3 Definitionsversuch zum Begriff „selbstgesteuertes Lernen“
2.4 Anforderungen an den Lernenden
3 Die Rolle des Lehrers
3.1 Einführung in die Rolle des Lehrers
3.2 Die „neue“ Rolle des Lehrers
4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Gestaltung der Lehrerrolle bei der Förderung von selbstgesteuertem Lernen an Berufsschulen, um Empfehlungen für eine zeitgemäße Unterrichtsgestaltung unter Berücksichtigung curricularer Vorgaben abzuleiten.
- Grundlagen und Definitionen des selbstgesteuerten Lernens
- Abgrenzung zwischen Selbst- und Fremdsteuerung
- Kompetenzanforderungen an Lernende
- Veränderung des Rollenverständnisses der Lehrkraft
- Methoden der direkten und indirekten Förderung
Auszug aus dem Buch
Die „neue“ Rolle des Lehrers
Es könnte angenommen werden, dass auf Grund des verstärkten Einsatzes von Methoden, welche selbstreguliertes Lernen fördern, die Anforderungen an den Schüler steigen, während sich die Lehrperson aus dem Geschehen zurück ziehen kann. Allerdings entspricht diese Annahme keinesfalls der Realität. Vielmehr steigen die Anforderungen, welche an den Lehrer gestellt werden, und werden darüber hinaus komplexer. Die vorwiegend starke Steuerung des Unterrichts weicht der Einräumung erhöhten Handlungsspielraums und Eigeninitiative für die Schüler. Der Lehrer muss hierbei anregend, unterstützend sowie beratend zur Seite stehen. Der Lehrer muss ein Gespür für das richtige situative Handeln erlangen. Er sollte sich zurückhaltend und abwartend, je nach Situation aber auch helfend und initiierend verhalten.
Die Person des Lehrers selbst stellt jedoch zunächst den Ausgangspunkt für die Analyse der neuen Rolle dar. Als Grundvoraussetzung für die Gestaltung der neuen Rolle sowie die Vermittlung der erforderlichen Kompetenzen an die Schüler müssen diese Kompetenzen selber bei der Lehrkraft innerlich verankert und angewendet werden. Nur dann können die Kompetenzen überzeugend und authentisch vermittelt werden. Zudem erhöht sich somit die Sensibilität hinsichtlich der Erkenntnis des Ausprägungsgrades und Fördernotwendigkeiten selbstgesteuerter Kompetenzen bei Schülern.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel in der beruflichen Bildung und stellt die zentrale Frage nach der Neugestaltung der Lehrerrolle zur Förderung selbstgesteuerten Lernens.
2 Was ist selbstgesteuertes Lernen?: Dieses Kapitel definiert die Komponenten des Lernens und der Steuerung, grenzt Selbst- von Fremdsteuerung ab und beschreibt die notwendigen Kompetenzen für Lernende.
3 Die Rolle des Lehrers: Das Kapitel analysiert den Übergang von traditionellen Rollenbildern hin zu einer unterstützenden, beratenden Funktion der Lehrkraft bei gleichzeitiger Berücksichtigung institutioneller Rahmenbedingungen.
4 Fazit und Ausblick: Das Fazit betont die Komplexität der neuen Lehrerrolle und die Notwendigkeit einer bewussten Vorbereitung auf eine schülerzentrierte Lernumgebung.
Schlüsselwörter
selbstgesteuertes Lernen, berufliche Bildung, Lehrerrolle, Selbststeuerung, Fremdsteuerung, Lernkompetenz, Handlungsspielraum, Metakognition, Schülerzentrierung, Rollenverständnis, Lernberatung, Kompetenzentwicklung, Unterrichtsplanung, berufliche Erstausbildung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Förderung von selbstgesteuertem Lernen im Kontext beruflicher Schulen und wie sich die Rolle der Lehrkraft dabei verändern muss.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Definition des Begriffs „selbstgesteuertes Lernen“, die Unterscheidung zwischen Selbst- und Fremdsteuerung sowie die Anforderungen an Lehrkräfte und Schüler.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Empfehlungen für die Gestaltung der Lehrerrolle zu erarbeiten, um selbstgesteuertes Lernen trotz curricularer Vorgaben effektiv in den Unterricht zu integrieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse und der Auseinandersetzung mit didaktischen Modellen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsbestimmung des Lernens und der Steuerung sowie in die Analyse der neuen, komplexen Anforderungen an Lehrkräfte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind selbstgesteuertes Lernen, Lehrerrolle, Selbstregulation, Eigenverantwortung und schülerzentrierter Unterricht.
Wie unterscheidet die Arbeit direkte von indirekter Förderung?
Direkte Förderung thematisiert Lernstrategien explizit mit den Schülern, während indirekte Förderung Lernprozesse durch die Gestaltung der Lernumgebung implizit unterstützt.
Warum ist das Referendariat für die Lehrerrolle wichtig?
Die Arbeit identifiziert das Referendariat als eine der Schlüsselfasen für den Aufbau eines professionellen Rollenverständnisses und das Einüben notwendiger Kompetenzen.
- Arbeit zitieren
- Martin Fortmann (Autor:in), 2012, Selbstgesteuertes Lernen an Berufsschulen unter Berücksichtigung der Lehrerrolle, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/274316